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Full text of "Katalog des Mozart-Museums im Geburts- und Wohnzimmer Mozarts zu Salzburg"

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Katalog 



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Mozart-Museums 

s^gm Geburts- und Wohnzimmer Mozarts 

zu Salzburg 

Getreidegasse Nr. 9, III. Stock. 




Herausgegeben in IL und IIL, jedesmal vermehrter und verbesserter Auflage, 
auch versehen mit erläuternden historischen Noten in allen bis*h€figen Ausgaben 



von 



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Kaiserlicher Rat, 
d. Z. Mozarteums-Sekretär, Administrator und Archivar. 




Die Schaugegenstände sind Eigentum der unter dem höchsten Protektorate 
Sr. k. u. k. Hoheit des hochwürdigst-durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Eugen, 
Hoch- und Deutschmeister, stehenden „Internationalen Stiftung: Mozarteum". 



Vierte Auflage. 






|l Alle Rechte vorbehalten. IT^Cl P»"^»s 30 kr. 5. W. = 60 Heller. | 



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Salzburg, zur 150. Jahresfeier von W. A. Mozarts Geburt: 1906. 
Im Selbstverlage der obgenannten Stiftung. 

Druck von „Ringlschwendtner & Rathmayr", Makartplatz Nr. 8, in Leopold Mozarts Geburts- und Sterbehaus. 






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"zart-Museums 

im Geburts- und Wohnzimmer Mozarts 

zu Salzburg 

Getreidegasse Nr. 9, III. Stock. 



Hcraüijj^t: ^tben in II. und III., jedesmal vermehrter und verbesserter Auflage, 
^„M. ... .^.;,, Ml j^i^ erläuternden historischen Noten in allen bisherigen Ausgaben 



von 



Kaiserlicher Rat, 
d. Z. Mozarteums-Sekretär, Administrator und Archivar. 



Die Schaugegenstände sind Eigentum der unter dem höchsten Protektorate 
5r. k. u. k. Hoheit des hochwürdigst-durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Eugen, 
Hoch- und Deutschmeister, stehenden „Internationalen Stiftung: Mozarteum". 



Vierte Auflage. 



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Alle Rechte vorbehalten. ^^^ Preis 30 kr. ö. W. = 60 Heller. J| 



Salzburg, zur 150. Jahresfeier von W. A. Mozarts Geburt: 1906. 
Im Selbstverlage der obgenannten Stiftung. 

Kinelschwepdtner * Rathmayr. i^^tlzburg. 



Seit der Eröffnung des Mozart-Musei m 

15. Juni 1880 

befinden sich im III. Stocke über der Eingangstüre folgende InsciiriÜ- 

außerhalb : 

W. A. Mozarts Geburtszimmer, 

innerhalb : 

Weder Elfenbein erglänzt 

In meinem Haus, noch gold'ne Zimmerdecken . . . 
Aber Redlichkeit ist mein 

Und reiche Geistesader, und mich Armen 
Sucht der Reiche. — 



Der Originaltext zum Vorstehenden aus Hör. Carm. 18. Ode des II. Buches lautet 

Non epur neque aureum 

Mea renidet in domo lacunar . . . 
At fides et ingeni 

Benigna vena est, pauperemque dives 
Me petit. — 



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YOüNGUNIV'ERSITy 
PROVO.UTAH 



A. Einleitung. 



I. W. A. Mozarts Augsburger Vorfahren.*) 

Ende April des Jahres 1891, d. i. im Centcnarjahre der Entstehung von W. A. 
l^oiaris Za'iberflöte, Requiem und des Meisters Ableben, welches Gedenkjahr in 
disstr dreigestaltigen weihevollen Erinnerung gleich einem in Mozarts Namen aus- 
kÜntrenden Schlußakkorde zu seines Künstler Erdenwallen in dessen Geburtsstadt Salz- 
burg seiteris unserer „Internationalen Stiftung: Mozarteum" festlich zu begehen be- 
s( hiossen worden war, — richtete der Herausgeber dieses Kataloges, Joh. Ev. Engl, an 
den löblichen Stadtmagistrat Augsburg das schriftliche Ersuchen um gefällige Mit- 
teilungen über Mozarts Vorfahren dortselbst. Von solchen erbrachte zwar O. Jahn in 
meiner unübertroffenen „Biographie Mozarts" (1856 bei Breitkopf und Härtel in Leipzig) 
einige Angaben; aber die eingehende Beantwortung dieser Frage, die von Zeit zu Zeit 
immer wieder gestellt wurde, ließ er jedoch unberücksichtigt. 

In Folge dessen und im Auftrage des Magistrates Augsburg unterzog sich der 
dortige Stadtarchivar, Dr. Adolf Buff**), der mühevollen und sehr dankenswerten Aufgabe, 
:.us dem städt. Archive und den dortigen Kirchenbüchern der Dompfarre, wie der Stadt- 
p^arren von St. Georg, St. Moriz und St. Ulrich, aus den sogenannten Meisterregistern, 
den Bürger -Aufnahme-, Maurer- und Buchbinder -Akten, Bau- und Hochzeitsamts- 
ProtoköUen, Pflegschafts-, Gerechtigkeits-, Stückmeister- und Steuerbüchern, Grundbuchs- 
Aiiszügen u. s. w. diesbezügliche geneaologische Untersuchungen nach ihren Resultaten 
zusammen zu stellen. Dadurch wurde nunmehr erst die Reihenfolge der 
Abstammung derVorfahrenW. A. Mozarts bis in die jüngste Generation 
herab vollkommen klar und unzweifelhaft festgestellt. 

Diese Ergebnisse wurden uns mit erfreulicher Zuschrift des Magistrates vom 
13. Mai 1891, Nr. 15770, in bereitwilligster Weise anher mitgeteilt, wofür der gebührende 
Dank sofort ausgesprochen wurde, und diese selbst sonach in den beiden in der Fußnote 
angeführten Festschriften — von beiden Verfassern in selbständig bearbeiteter Form — 
veröffentlicht. 

Daraus ergaben sich im Allgemeinen und zunächst folgende unumstößliche drei 
Tatsachen : 

1. daß der urkundlich zu führende erste und älteste Vorfahre W. A. Mozarts im 
Jahre 1635 von Pfersee nach Augsburg kam, und seine direkten Abkömmlinge, die Söhne 
und Enkel, gleichfalls wie dieser als Maurer, seit dem Jahre 1718 aber als Buch- 
binder, in ununterbrochener Reihe von dritthalbhundert Jahren in Augsburg lebten. 
Wenn auch der Familienname all die vielen Jahre hindurch in mancherlei willkürlicher 
Schreibform in den bezüglichen Akten als Mozerth, Mozhard, Mozhardt, Motzhart, 
Motzert, Mozer, Mozert, Motzet u. s. w. zu lesen ist, s.o findet sich dieser Name in 
eigenhändigen Unterschriften doch wohl in der Regel als „Mozart" geschrieben; 



*) Aus der gleichnamigen Abhandlung in der Zeitschrift des „Historischen Vereines für Schwaben 
und Neuburg" in Augsburg, XVIII. Jahrgang: „Zum 5. Dezember 1891", von Dr. Adolf Buff, Stadtarchivar, 
und der „Festschrift zur Mozart-Centenarfeier in Salzburg" von Joh. Ev. Engl, Salzburg 1891 : „Die Mozart- 
Familien in Augsburg, Salzburg und Wien". 

**) Geboren 1. September 1838 als Sohn des Universitätsprofessors Geheimrats Buff in Gießen, absol- 
vierte dieser die philologischen Studien in Gießen und Bonn, wurde Erzieher des jüngsten Sohnes der Königin 
Viktoria I., des Prinzen Leopold (geb. 7. April 1853), am englischen Hofe, widmete sich dann dem Studium 
der englischen Geschichte in London und München, 1871 erfolgte seine Berufung an den kgl. preuß. Hof und 
begleitete er die kronprinzlichen Herrschaften als Erzieher des jetzigen Kaiser Wilhelm II. mehrere Monate nach 
England, 1875 erfolgte seine Ernennung zum städtischen Archivar in Augsburg, wo er sich im folgenden Früh- 
jahre vermählte, er schuf Ordnung im Archive, machte sich durch zahlreiche Forschungen und Schriften im In- 
und Auslande bekannt und starb dortselbst am 30. August 1901 nach 26jähriger rühmlicher Tätigkeit in seinem 
stillen, emsigen Forscherleben, hochgeachtet als liebenswürdiger, wahrhaft edler, vornehmer Mensch *und 
lauterer Charakter. 



IV 

2. daß, von diesem ältesten Vorfahren ab, sämtliche davon direkt abstammende 
Nachkommen Deutsche und Katholiken gewesen sind und blieben, somit weder Prote- 
stanten noch jüdischer Abkunft waren, wie in neuester Zeit behauptet werden will. Diese 
wiederiiolt gehörten Aeußerungen veranlaßten den dermaligen Administrator des Mozart- 
Museums Mitte September lö93 lediglich zur Beglaubigung der historischen Tatsache, 
speziell die (Jeburts- und Taufurkunde VV. A. Mozarts aus dem hierortigen Dompfarr- 
Taufbuc.he in photographischer Reproduktion den übrigen dort vorfindlichen und verkäuf- 
lichen Bildern anzureihen, endlich 

3. daß diese Mozarte in Augsburg, wenn auch nicht ausnahmslos, doch zumeist 
einfache, ja unbedeutende Leute waren, die in kleinbürgerlichen Verhältnissen ihren 
Lebenserwerb fanden, über welche daher nur ausnahmsweise spärliche interessante 
Nachrichten zur Ueberlieferung kommen konnten. 

Die wenigen Ausnahmen aber sind wieder nur auf die Stellung zurüCKzuiUiiren, 
welche der eine oder der andere dieser bürgerlichen Mozarte als aufgeschworener 
Meister im Zunftkreise seines Handwerkes oder als Vorgeher der Innung einnahm, der 
er seinem Beruf nach angehörte. In letzterer Eigenschaft oblag ihm die Leitung aller 
darauf bezüglicher Angelegenheiten innerhalb dieser oder der Obrigkeit gegenüber. 

Doch auch in diesen vereinzelten Fällen bezieht sich die Ausbeute von Ereignissen, 
wenngleich aus einem reichen Aktenmateriale geschöpft, wieder nur auf mehrere leiden- 
schaftlich geführte und überdies langwierige Streitigkeiten, Fehden und Hänviel inmitten 
der Meister und Gesellen unteremander. Diese sind gleichwohl zuweilen ungemein 
charakteristisch für die Anschauungsweise und das Gebaren der Handwerkerschaft in 
jener Zeit, in der sie sich ereigneten; nicht minder auch für das manchmal zaghafte Ver- 
halten der hohen Obrigkeit — des ehrsamen Rates — gegenüber dem stellenweise höchst 
aggresiven Vorgehen des Zunftgeistes, wie solche Vorgänge denn auch Dr. Adolf Buff 
ergötzlich und des Ausführlichen in seiner verdienstvollen Schrift schildert. 

Die nachweisbar ältesten Repräsentanten der Familien, weiche überhaupt den 
Namen „Mozart" trugen, und in Augsburg lebten, lassen sich zurückführen: einesteils 
I. auf einen älteren und bürgerlichen Stamm in der Person des Augsburger Bürgers und 
Malers Antoni Mozart im letzten Viertel des XVI. Jahrhunderts, andererseits II. aut 
einen jüngeren und Handwerkerstamm in der Person des Maurers David Mozart aus 
Pfersee*) im ersten Viertel des XVII. Jahrhunderts. 

Ersterer, Antoni Mozart, wird in Paul von Stetten's, dem jüngeren, „Kunst- 
Gewerks- und Handwerks-ueschichte der Reichs-Stadt Augsburg" (bei Leon. Heinrich 
Stage, Augsburg: I. Bd. 1779, II. Bd. 1788) als eines Malers erwähnt, „der seine Kunst 
mit nicht gewöhnlichem Erfolge ausgeübt hatte". Er selbst war Augsburger Bürger, um 
das Jahr 1573 dort geboren und entweder 1624, oder wahrscheinlicher 1625 in seiner 
Vaterstadt gestorben. Von 1595 bis 1620 domizilierte er in Salzburg. Die Gemälde- 
gallerie im kaiserlichen Schloße zu Ambras enthält unter Nr. 135 ein Gemälde: „Zug der 
Israeliten durch das rote Meer" (rückwärts mit dem Mannaregen in der Wüste auf einer 
Platte von orientalischem Alabaster im Charakter des älteren Peter Breughel, f 1590, gemalt), 
versehen mit seinem Monogramme: ein in das A gestelltes kleineres M „des sehr acht- 
baren Malers", welches Gemälde als Geschenk des Kardinals Sigmund Grafen von 
Kollonitsch an den letzten Kaiser des habsburgischen Männerstammes, Karl VI., im 
Jahre 1738 in die Sammlung kam. (Siehe „Das k. k. Schloß Ambras" von Dr. Alb. Ilg 
und Wendelin Boeheim, Wien 1887 bei Ad. Holzhausen, pag. 126.) — In den Zeitungen 
vom 18. Jänner 1906 wurde mitgeteilt: Der Wiener lokalgeschichtliche Forscher, Major 
A. Haidecki, fand im Stadtarchive in Wien einen Joh. Mich. Mozart verzeichnet, der, 
ein Augsburger von Geburt, als Bildhauer am 13. März 1687 den Bürgereid leistete, ein 
Jahr vorher eine Wienerin ehelichte, und in Wien im 73. Lebensjahre, u. zw. im Ge- 
burtsjahre des Leopold Mozart — 1719 — starb. Dieser Bildhauer war also 1646 geboren 
und zweifellos ein Sohn des Antoni Mozart. 

Letzterer, David Mozart, lediger Maurergeselle, katholisch, bittet in einer Ein- 
gabe an den Rat am 13. Januar 1643 gegen Entrichtung der üblichen Gebühren um Ver- 
leihung des Bürgerrechtes, worin er erklärt, „er habe seinerzeit bei dem dermaligen Bau- 
wart, Meister Daniel Weller, das Handwerk erlernt und arbeite nun bereits seit acht 
Jahren in Augsburg für Bürgerschaft und Domkapitel". Die Steuerherren, denen die Sache 
zur Begutachtung vorgelegt wurde, sprachen sich günstig über ihn aus und befürworteten 
das Gesuch umsomehr, „als Mangel an katholischen Maurermeistern sei". Ein Eintrag 
des Bürger-Aufnahmebuches lautet: „David Mozart, Maurer von Pferschee, lödig stand's 
ist zu einem Bürger aufgenommen worden, Vermögens fl. 100, kauft der Maurer ge- 



*) „Pferschen" und noch vielmehr „Pfersen" sind frühere Schreibweisen für das jetzt übliche „Pfersee", 
einem nächst Augsburg, jenseits der Wertach gelegenen, damals burgauischen Dorfe, worin das Augsburger 
Hochstift größere Besitzungen hatte. 



rechtigkeit; seine Bürgen seindt Carol Ditz, Werkmeister und Daniel Weller, Bauwarth. 
Actum 17. Jan. An. 1643". Acht Tnge später (25. Jan.) erhielt er die obrigkeitliche Er- 
laubnis, sich mit der ledigen Maria Negeler(in) von Lechhausen zu verheiraten. „Ihre 
Bürgen (sind): Sebastian Stecher, Schulmeister bei St. Martin, und Jakob Vrban, Maurer; 
sein beistandt Daniel Weller, Bauwartt." — 

In dem Bauprotokolle von 1644 wird unterm 17. Februar (p. 107) „David Mozart, 
Maurer" als Besitzer eines in der Jakobervorstadt neben dem Blatterhause (H 282) 
gelegenen Hauses bezeichnet, und die Steuerbücher führen seinen Namen, gewöhnlich 
Mozert, mehrmals auch Mozart geschrieben, von 1643 bis zuletzt 1684 unier der Rubrik 
„Blatterhaus" an. Er zahlte anfangs in der Regel 40 Kreuzer, später 1 fl. 10 kr. Ver- 
mögenssteuer. 

Angenommen, daß dieser David Mozart, wie üblich, mit 12 Jahren Lehrling und 
nach drei Jahren, als er 1635 nach Augsburg gekommen war, Geselle wurde und dort 
jiach seiner Angabe bis 1643 bereits acht Jahre arbeitete, so ist er 1620 geboren 
und erfolgte seine Einwanderung nach Augsburg 10 Jahre später als 
der Maler Antoni Mozart im 52. Lebensjahre dort mit Tod abging. 

Ein naher oder direkter verwandtschaftlicher Zusammenhang des Maurers David 
mit dem Maler Antoni Mozart läßt sich jedoch aus den Kirchenbüchern nicht geltend 
machen. Dieser Annahme steht auch der Umstand entgegen, daß David sich in seinem 
Oesuche uni das Bürgerrecht nicht darauf beruft, da er es sicherlich nicht unterlassen 
h^tte, auf diese Verwandtschaft aufmerksam zu machen. 

Die Mozarte, welche aber den Maler Antoni Mozart zum Stamm- 
vater hatten, und somit vor dem Pferseer Maurer, David Mozart, in Augsburg ansässig 
wardn, verschwinden schon in der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts 
aus der Stadt. Die Letzten von diesen, welche in Augsburg heirateten, waren der 
TagwerkCi Abraham Mozhardt (19. Jänner 1648) und der Scheffler Hans iUozhardt 
(23. Juli 1656, beziehungsweise 10. Juni 1658). Beide mögen Kinder gehabt haben, und 
wenn dies der Fall war, so haben sie jedenfalls in Augsburg nicht geheiratet. 

Hingegen kommen in den zwei letzten Dezennien des XVII. und 
den vier ersten des XVIII. Jahrhunderts in Augsburg nur Mozarte vom 
Stamme des David Mozart vor, welche sich in der Nachfolgeschaft kümmerlich 
dort und auch anderwärts bis auf die Gegenwart verzweigten. 

Von 1740 ab, im Laufe von etwa drei Dezennien, wanderten gleichwohl aus den 
umliegenden Ortschaften wieder neue und eine ganze Reihe fremder Mozarte, als Weber, 
Taglöhner, Schneider, Lohnkutscher u. s. w. ein, von welchen nahezu sämtliche 
gegenwärtig noch in Augsburg lebenden Mozarte und Mozerte dort 
abzustammenscheinen. 

Nach dem Gesagten sind das Eiiepaar David und Maria Mozart, 
geb. Negeler(in) von Lechhausen, 

die Ur-Urgroßeltern W. A. Mozarts. 

Im April des Jahres 1666 stellte „David Motzhardt" gemeinschaftlich mit vier Kol- 
legen das Ansuchen an den Magistrat, es möge der Maurerordnung ein Artikel einver- 
leibt werden, welcher verfügt, daß kein Meister mit mehr als zehn Gesellen arbeiten 
dürfe, womit der Magistrat einverstanden war; und der neue Artikel wurde aufgenommen. 

Fünf Jahre später, 1671, geriet die Innung, und an ihrer Spitze „Maister David 
Mozart, derzeit Vorgeher" (eigenhändige Unterschrift), über diesen Artikel mit einem 
Meister, der denselben abgeschafft haben wollte, in Streit, und der Rat entschied sich 
erst am 7. März 1672 nach langem Besinnen zu Gunsten der Innung. 

Ueber die Bautätigkeit David Mozarts, welche bis 1678 währte, ist nichts Näheres 
bekannt, doch sind auch während seiner Lebenszeit zu Augsburg nur sehr wenige be- 
deutende Bauten entstanden. 

Der Meister David starb am 28. Januar 1685 im 65. Lebensjahre. In den Steuer- 
büchern steht von 1685 bis 1696 seine Witwe, die am 24. April 1697, ebenso wie ihr 
Gatte, in der Dompfarre starb. 

Der Ehe des David Mozart entstammten vier Kinder: Hilaria, ge- 
boren den 14. November 1643, ledig gestorben am 26. März 1682; Daniel, geboren am 
15. März 1645, ledig und als Mauer gestorben 1683; Hans Georg, geboren am 20. April 
1647, und Franz, geboren am 3. Oktober 1649. Letztere Beide waren gleichfalls Maurer*). 

*) In dem Taufbuche der Dompfarre fanden sich nur diese als dessen Kinder verzeichnet und nach Aus- 
weis der Protokolle des Hochzeitsamtes hat, mit Ausnahme der beiden Brüder Hans Georg, Franz und des Sphnes 
des Letzteren (auch ein Franz), von 1660 bis 1740 kein Mozart dieses Standes mehr in Augsburg geheiratet. 



VI 

Ueber Hans Georg, dem älteren Sohne und dritten Kinde Davids, des Stamm- 
vaters der Augsburger Mozarte, fließen die Quellen ziemlich reichlich und er scheint ein 
etwas leidenschaftlich angelegter und streitbarer Meister gewesen zu sein. 

Das Hochzeitamts -Protokoll meldet den 1. Oktober 1679, pag. 194: „Hans Georg 
Mozart, hiessig, und Rosina Pollinger von Landtsberg, beide ledig standts. Sein Bey- 
standt: David Mozert, Maurermeister, der Vatter; ihre Bürgen: Joseph Stolz, Schneider 
und Ambrosy Pawmeister, Schneider". Er machte am 30. Oktober desselben Jahres seine 
Meisterstücke und im April 1680 übernahm er von seinem Bruder Franz die ursprüngliche 
Maurergerechtigkeit des Vaters David, welcher diese zwei Jahre früher an diesen seinen 
jüngeren Sohn (Franz) „vererbt" hatte, „so ihme darauf erthailt" (wurde). 

Von den drei Kindern aus der ersten Ehe dieses Hans Georg starben das zweite 
und dritte, zwei Söhne, bald nach der Geburt, und das Erstgeborne, die Tochter Maria 
Katharina, getauft am 22. Oktober 1680, wurde von ihrem Vater, 5 Tage vor seiner 
zweiten Heirat, der Pflegschaftsbehörde mit ihren beiden Pflegern (Vormünder) : Franz 
Mozart, Maurermeister, und Martin Starchetsbichler, Schneider, vorgestellt und als Maria 
Katharina geheiratet hatte, wird ihre Mutter Rosina zu ihr gezogen sein," die dort am 
27. November 1683 auch starb. 

Am 30. Januar 1684 schloß Hans Georg als Wittiber seine zweite Ehe. Diesmal 
„mit Ursula Widemännin, ledigstandes". Zeugen sind: David Mozart, und der Vafer der 
Ursula, Martin Starchetsbichler (auch geschrieben Staratsbichler, Starchetsbichler, Starn- 
bichler), Schneider. 

Er ist wiederholt seit 1689 Vorgeher der Innung, die um jene Zeit nie mehr als 
9 oder 10 Meister zählte, arbeitete oft, trotz erhobener Beschwerden, mit 20 und 30 Ge- 
sellen, wurde in relativ jungen Jahren (längst vor 1689) Werkmeister des Domkapitels, 
wirkte bei den im Innern des Domes vorgenommenen baulichen Aenderungen im Sinne 
des Barock mit, baute viele schöne Kirchen, Klöster, Schlösser und Privathäuser und 
scheint auch allmählich zu bescheidenem Wohlstande gelangt zu sein, erwa ^y sich am 
23. Dezember 1681 ein im äußeren Pfaffengäßchen gelegenes Anwesen, jetzt E 200—201, 
in dessen Besitz er bis an sein Lebensende geblieben ist, und starb den 19. November 
1719. Die zweite Ehe hatte ihm 2 Söhne und 6 Töchter gebracht. Am 19. Juni 1720 
ging sein Anwesen an seinen Schwiegersohn, den Maurer J. G. Glaner über, welcher 
seine (Hans Georgs) 1696 vorletzt geborene Tochter, Maria Franziska, zur Frau hatte. 
Der jüngere Bruder des Hans Georg, das vierte Kind Davids, ist 

der Urgroßvater W. A. Mozarts, Franz Mozart, über welchen nur sehr wenig 
erfahren werden konnte Doch aus dem wenig bekannt gewordenen läßt sich unschwer 
erkennen, daß er den Kampf ums Dasein, äußerlich wenigstens, mit viel geringerem Er- 
folge bestanden hat, als sein ältester Bruder Hans Georg, der unter den Augsburger 
Mozarten jedenfalls der Bedeutendste ist. Franz wurde am 3. Oktober 1649 in der Dom- 
pfarre getauft. Am 30. Januar 1678 heiratete er als Maurer hiesig und ledig, die ledige 
Anna Härrerin von Ober-Puechraihn; sein Beistand ist sein Vater David und ihre 
Bürgen sind: Baltasar Negel, Bronnenmeister, und Hans Christof Lindner, Schneider. 

Franz Mozart „ererbte" (übernahm) vom Vater David die Maurergei^chtsame am 
27. März 1678, fertigte aber erst am 13. Oktober 1681 die Meisterstücke. In den Maurer- 
akten kommt er einige Male neben Hans Georg, und gewissermaßen aber nur in dessen 
Gefolgschaft vor. Er wohnte schon 1677 in der „Sachsengass gen Neubad auf dem 
Paarfuesser Graben" in einem von einer Menge Parteien besetzten Rehlinger'schen 
Miethause und von 1681 bis zuletzt 1693 steht sein Name in den Steuerbüchern unter der 
Rubrik: „Der Herren Fugger Häuser", d. i. der Fuggerei, einer von den Brüdern Udalrich 
(Ulrich), Georg und Jakob Fugger von den Lilien 1519 in der Jakobervorstadt gegrün- 
deten Anstalt (der Stiftbrief datiert erst vom 23. August 1521), bestehend aus 53 Häusern 
mit 106 Wohnungen, worin arme Bürger gegen geringen Zins sich einmieten konnten, 
wie heute noch. 

Schon im April 1680 übergab er seine Maurergerechtsame an seinen vorgenannten 
Bruder Hans Georg, und als Franz erst 32 Lebensjahre zählte, hatte er sich auch, wie 
oben erwähnt, in die Fuggerei zurückgezogen und starb in armen Verhältnissen dortselbst 
am 29. April 1694. Seine Witwe lebte von 1694 bis 1702 gleichfalls in der Fuggerei und 
dürfte dort in der zweiten Hälfte des Jahres 1703 gestorben sein. 

Franz Mozart hatte drei Kinder, die ihn sämtlich überlebten: Johann 
Georg, getauft 4. Mai 1679, Franz, getauft 3. Oktober 1681, und Anna Chatarina, 
getauft 6. März 1694. Als ihre Großmutter, die Witwe Davids, starb, erhielten diese drei 
Kinder am 1. Juli 1697 einen Teil der Hinterlassenschaft von der altväterlich David 
Mozart'schen Behausung, deren ganzer Kaufschilling sich auf 450 fl. belief und sie be- 
kamen am 8. September desselben Jahres ihren Anteil mit 142 fl. Deren Pfleger aber 
waren: Hans Georg Mozart und Martin Stahrensbichler, welche bereits wiederholt ge- 
nannt wurden. Die Tochter Anna Katharina heiratete am 24. Juni 1703 den Kistler Georg 



VII 

Wassmodt von Tringenberg. Der Sohn Franz ist vielleicht früh gestorben oder ausge- 
wandert oder hat anderwärts als in Augsburg geheiratet. Der älteste Sohn aber ist 

der Großvater W. A. Mozarts, Johann Georg. Derselbe erlernte das Buch- 
binderhandwerk und er steht im Hochzeitsamts-Protokolle vom 7. Oktober 1708, p. 30^ 
verzeichnet als „Johann Georg Mozart, Buchbinder, ledig, und Anna Maria Peterin,. 
weyl(and) Augustin Banneggers, Buchbinders seel. Wittib, beide hiesig; sein Beystand: 
Hans Georg Mozart (sein Onkel), Maurermeyster, ihrer seithss Franz Xaveri Bannegger 
(ihr Schwager), Zühngiesser". Durch seine Heirat erwarb Johann Georg die Antwartschaft 
auf die Bannegger'sche Gerechtigkeit dieses Handwerkes, und er wird wohl auch zu 
gleicher Zeit Meister geworden sein. Seine Frau stammte von Friedberg und hatte ihre 
erste Ehe mit dem „Augustin Bannegger von Passau, Buchbinder" am 10. Januar 1700 
l...sciiIossen. Sie ist nicht die Großmutter W. A. Mozarts, da ihre zweite Ehe kinderlos 
b]ic*b. Anna Maria starb am 18. März 1718 im Pfarrsprengel von St. Georg. 

Cchon am 16. Mai 1718 schritt der Großvater Johann Georg, als Witwer, zur 
zweiten Ehe bei St. Georg mit Anna Maria Sulzer(in), ledig, „beide hiesig; sein Bey- 
stand war wieder der Werkmeister der Domkapitels, der Maurer Hans Georg Mozart, 
ihr Beystand Christian Sulzer von Baaden, Weber". 

Diese, Johann Georg Mozarts zweite Frau, war die älteste Tochter (geb. 1696) 
des Letztgenannten, Christian Sulzer, der sich in Augsburg ansässig gemacht, dann am 
11. Mai 1695 eine Augsburgerin, Dorothea Bauer(in), Tochter des Webers Michael Bauer, 
geheiratet, in der. St. Georgensgasse ein Anwesen, heute E 29 und 30 (Sulzerhof) zu eigen 
hatte, und am 19. April 1744 starb. Anna Maria Sulzer ist, als die zweite Ehefrau des 
Johann Georg Mozart, 

die Großmutter W. A. Mozarts,*) die Mutter von acht Kindern (6 Söhnen und 
2 Töchtern) in der Zeit vom 14. November 1719 bis 8. August 1735. 

Johann Georg wohnte 1709 im Pfarrsprengel von St. Georg: „Auf unser Frauen 
Graben" gegen Ende in dem Hause des Hucker (Greißler, Fragner) Hans Jakob Schrott, 
heute Frauentorstraße E 15; seit 1712 steht sein Name nicht mehr dort, sondern unter 
der Rubrik: „Pfarrhof bei St. Stephan" im Hause des verstorbenen Posamentierer David 
Niedermayr, jetzt E 3 und 222, an der Ecke der Frauentorstraße und dem äußeren 
Pfaffengäßchen, nicht weit von dem Hause seines Onkels, des domkapitelischen Werk- 
meisters, endlich wieder 1716 in der Frauentorstraße E 15, und zwischen 1719 und 1721 
in dem Pfarrsprengel des Domes, wo er mit seiner Familie bis zu seinem Lebensende 
verblieb. 

Johann Georg, der Buchbinder und Großvater, bekleidete seit 1725 öfters das Amt 
eines geschworenen Meisters, welcher, da die Augsburger Buchbinder, zu jener Zeit 30 
bis 40 Meister, keine besonderen Vorgeher hatten, die gesamte Leitung der Zunftange- 
legenheiten übertragen erhielt, und es war dies immerhin ein Amt vom einiger Bedeutung. 
Er starb auch am 19. Februar 1736 im Pfarrsprengel des Domes. Seine Frau, Maria Anna, 
war von 1745—1761 Eigentümerin des väterlichen Anwesens (Sulzerhof), in dessen Be- 
sitz sie wahrscheinlich nach dem Tode ihres Vaters, Christian Sulzer, gelangt war, und 
hatte, wie gleichfalls aus den bezüglichen Bauprotokollen zu ersehen ist, mehrmals mit 
den angrenzenden Hausbesitzern nachbarliche Händel. 1763 ging das Anwesen in andere 
Hände über, und sie selbst wahrscheinlich am 11. Dezember 1766 in der ehemaligen 
heiligen Kreuzpfarre mit Tod ab. 

Von den erwähnten acht Kindern aus der zweiten Ehe sind drei Söhne zu nennen: 
der Erstgeborne, das erste Kind, Johann Georg Leopold, geboren 14. November 
1719, und an dem nämlichen Tage noch bei St. Georg getauft (alle übrigen erhielten die 
Taufe im Dom) Josef Ignaz, das vierte Kind, getauft 7. August 1725, und Franz 
Aloys, das fünfte Kind, getauft 19. Juli 1727. 

Johann Georg Leopold ist 

der Vater W. A. Mozarts, die zwei Letzten sind Buchbinder und seine „V^ettern" 
(Onkeln), deren Ehefrauen, dessen „Basen" (Tanten), deren Töchter, seine „Bäslein" 
(Kusinen), und auch nur diese kommen für vorliegenden Zweck in Betracht. 

Johann Georg Leopold Mozait — Leopold war sein Rufname — wurde in der 
Frauentorgasse, heute E 15, geboren, und seine Taufpathen waren : der Kanonikus Johann 
Georg Grabher und Frau Maria Schwarz. 



*) Jahn (1. Band, pag, 24) hielt die erste Frau Anna Marie Peterin für Mozarts Großmutter und darum 
stimmte der Name „Sulzer" nicht mit dem Namen „Peterin" im Augsburger Kirchenbuche, wie er auch da? 
Portrait Leopold Mozarts irrtümlich im Mozart-Museum (Nr. 1) für jenes seines Vaters ansah. Als der Heraus- 
geber dieses Kataloges im Jahre 1893 die Administration dieses Museums übernahm und am Bilde selbst 
Nachforschungen anstellte, kam die „Violinschule" dortselbst zutage, welche den unwiderlegbaren Beweis für 
„Leopold Mozart" (als Verfasser derselben) ergab. 



VIII 

Der Magistrat der Stadt Augsburg ließ im Jahre 1858 dieses sein Geburtshaus mit 
«iner Gedenl<tafel in Stein versehen und lautet darauf die Inschrift: „In diesem Hause 
wurde Leopold Mozart am 14. November 1719 geboren. Er war der Vater des großen 
Wolfgang Amadeus Mozart, dessen musikalische Bildung größtenteils sein Verdienst war. 
Auch als Componist und Verfasser der berühmten Violinschule machte er seinen Namen 
unsterblich." 

Leopold Mozart setzte den Familienstamm nach Salzburg über und 
gründete die Salzburger Linie der Mozarte, die im Mannesstamme mit den 
Söhnen W. A. Mozarts, welche unverheiratet blieben, mit Wolfgang 1844 in 
Karlsbad, und Karl 1858 in Mailand erlosch. 

Leopold Mozart war einige Zeit hindurch Diskantist auf den Klosterchören zum 
„Heiligen Kreuz" und „St. Ulrich" und konnte auch später als tüchtiger Organist ein- 
treten. Wahrscheinlich nahm Leopolds geistlicher Taufpate auf dessen Erziehung und 
Ausbildung jenen förderlichen Einfluß, den seine Eltern ja doch nicht auf ihn auszuüben 
in der Lage waren. Damit dürfte es auch erklärlich werden, daß er sich bereits im 
18. Lebensjahre nach Salzburg wandte, wo viele Kirchen sind, und Kirchendienste auf 
den Musikchören zu leisten waren, die begonnenen Studien an der Universität fortzu- 
setzen und damit dort auch den Grund zu einer späteren Berufsstellung zu legen. — 
Einem Augsburger aber, der ohne Bewilligung seiner Obrigkeit auswärts lebte oder 
heiratete, ging das Bürgerrecht verlustig. Da nun Leopold sich dieses zu erhalten 
wünschte, so richtete er, wenn auch erst nachträglich — er hatte sich am 21. November 
1747 in Salzburg vermählt und bezog wahrscheinlich gleichzeitig auch damals schon die 
Wohnung im Hagenauer Haus — an den Rat seiner Vaterstadt die Bitte „mit Vorbehalt 
seines allhiesigen Bürgerrechtes, in Salzburg wohnen und sich copulieren lassen zu 
dürfen". Diese Bitte wurde mit Dekret vom 6. Februar 1748 dergestalt willfahrt, „dass 
er im Steueramt sein Vermögen (er war bis zu seiner Eheschließung Kammerdiener des 
Domherrn und Konsistorialpräsidenten Grafen Joh. Bapt. Thurn-Valssassina und Taxis) zu- 
förderist anzeigen und davon auf drei Jahre die Steuern und Abgaben bezahlen, auch 
vor Umlauff des dritten Jahres um weitere Erlaubniss gebührend supplicieren, wegen 
auswärtiger Copulation aber zuvor 9 fl. Vergunstgeld neben anderen der Hochzeits- 
ordnung gemäss zu praestieren habenden praestandis und aliis consuetis entrichten soll", 
welches Vergunstgeld im Hochzeitsamtsprotokoll 1748, pag. 36, als bezahlt aufscheint. 
Zu dem gleichen Zwecke ließ er dort am 12. Januar 1751 durch seine Mutter um die 
Erlaubnis, drei weitere Jahre auswärts zu wohnen, eine Petition einreichen, worauf sein 
Ansuchen unterm 17. April 1751 abermals bewilligt wurde. Er hatte sich diesen Konsens 
jedoch nicht mehr erneuern lassen. 

Leopold war noch lange mit Augsburg in Verkehr geblieben; so komponierte er 
1750 und 1755 Gelegenheitsmusiken für Augsburger Konzerte: „Chineser- und Türken- 
musik", eine „Bauernhochzeit", eine „Musikalische Schlittenfahrt" mit 12 Nummern für 
eine Aufführung des Collegium Musicum u. s. w.*) Seine berühmte „Violinschule" ließ 
er 1756 bei dem ihm befreundeten dortigen Buchdrucker und Buchhändler Joh. Jak. 
Lotter drucken, mit dem er betreffs seiner Kompositionen längere Zeit hindurch im 
Briefwechsel stand. Einem Briefe an denselben, datiert vom 15. Dezember 1725, ent- 
nehmen wir folgende Stelle, worin er über seine Mutter, als Witwe, 11 Jahre vor ihrem 
Tode, schrieb: „Erstlich danke gehorsamst vor die Bemühung, so Sie wegen meines 
Briefes an meine Mutter über nommen haben. Dass Sie Elend (krank) ist, und dass Sie 
sehr wenige Vernunft (Ueberlegung) hat, ist beydes nur allzuwahr, und wenn Sie halt 
noch lOOOmal meine Mutter ist. Dass Letzte kommt freylich nicht von ihrer Schuld . . . 
aus ihrer Schuld kommt es, wenn sie nach und nach um das ihrige kommt. Denn sie 
vertraut sich mir, als ihrem eigenen Kinde, nicht, inzwischen aber lässt sie (sich) von 
den übrigen Geschwistern um das ihrige bringen." (Aus dem „Handschriften-Archiv" von 
Alex. Tosonny, im Besitze (Oktober 1899) der Bucnhandlung rriedrich Cohen in Bonn). 

Auf seiner dritten Kunstreise mit seinen zwei Kindern nach Deutschland, Paris, 
London etc. besuchte er seine Vaterstadt und seine Brüder in der Zeit vom 22. Juni bis 
6. Juli 1763 zum letzten Male und nahm Wohnung „Zu den drei Mohren". Oben wurden 
bereits 

die zwei Brüder des Johann Georg Leopold Mozart erwähnt. Es sind dies : 
1. Joseph Ignaz. Derselbe verehelichte sich bei St. Moritz am 11. Januar 1751 



*) Anläßlich solcher Kompositionen schrieb ihm einen Tag vor der Geburt seines Sohnes Wolfgang 
Amadeus „ein Herzensfreund" am 26. Jänner 1756 anonym: „Lasse sich der Herr doch gefallen, keine der- 
gleichen Possenstücke mehr zu machen, denn es bringt mähr schand und Verachtung vor deren Person zu er- 
ringen, welches als efn Kenner bedaure, sie hierauf warne und beharre . . ." (Leopold Mozart, nicht wenig 
gekränkt durch dieses „Freundschaftsstück", war geneigt, dasselbe dem Kapellmeister Schmidt oder noch eher 
dem Organisten Seyifert zuzuschreiben). 



IX 

mit Jungfer Maria Anna Heinnch(in), einer Augsburgerin, und hatte mit ihr 4 Söhne und 

6 Töchter. Von diesen Kindern gingen zwei Söhne Josef Ignaz (geb. 1753) und Franz 
Alois (geb. 1754) von Augsburg nach auswärts. — Im Jahre 1903 gelang es dem Verfasser, 
Stämmlinge des einen oder des anderen der oben Genannten festzustellen u. zw.: 1. in 
Mattighofen (Oberösterreich) einen Jakob Mozart, Wundarzt dortselbst, verehelicht am 
16. Mai 1791 mit Helene Pammer, gest. 1818. 2. In Burghausen (Baiern) einen Ferdinand 
Mozart, gleichfalls V/undarzt, 14. Februar 1704 schwört er dort den Bürgereid, gest. 
1740. (Siehe den XXllI. Mozarteums-Jaliresbericht 1903, pag. 38—40). — Die vier ältesten 
Kinder wurden bei St. Moritz, alle folgenden vom 14. Januar 1758 an bei St. Ulrich ge- 
tauft, als Joseph Ignaz den ersten Pfarrsprengel 1756 oder 1757 verließ und nach dem südlichen 
Ende der Stadt — jenem, den seine Vorfaliren bewohnten, entgegengesetzt - über- 
siedelte. Er dürfte es trotz der zehn Kinder zu einem gewissen Wohlstande gebracht 
haben, weil er seine am 12. Februar 1756 getaufte Tochter Maria Anna Katharina, sein 
viertes Kind, zur am 27. September 1778 geschlossenen Ehe mit dem Glasmaler Antoni 
Walter "von Krumbach, der übrigens in Augsburg gelernt hatte und sich dort auf Feine 
Kunst des Glasmalens unter Erfüllung der üblichen Bedingungen niederzulassen gedachte, 
mit einem damals großen Heiratsgut von 100 fl. nebst standesgemäßer Ausfertigung aus- 
stattete. Joseph Ignaz starb am 11. Januar 1796 im Sprengel von St. Ulrich, seine Frau, 
welche ihres Mannes Buchbinderei fortsetzte, am 19. Juni 1804 in jenem von St. Moritz. 

Von diesem Joseph Ignaz, dessen sechstem Kinde und jüngstem Sohne: 
Johann Michael Coelestin, getauft 19. Mai 1760, leben noch männliche Nach- 
kommen in Augsburg. Auch Johann Michael Coelestin war Buchbinder. Er verheiratete 
sich am 6. Januar 1788 mit Jungfer Maria Viktoria Erb(in), einer Buchbinderstochter, und 
starb den 19. Mai 1824 bei St. Moritz. Dieser hatte vier Kinder, von denen das älteste, 
ein Sohn, Aloys Joseph Anton, geboren 14. Juni 1790 bei St. Moritz, wieder und 
nun schon in der vierten Generation das Buchbindergewerbe ergriff, und sich am 6. Fe- 
bruar 1818 mit Crescentia Sepp, der Tochter eines gleichnamigen Gärtners, vermählte. 
Er wird 1883 2;estorben sein.*) 

Dieses Aloys Joseph Anton ältester Sohn, Josef Anton Friedrich, geboren und ge- 
tauft am 13. Oktober 1818, wurde f^riseur und befindet sich seit 1885 in der Alters- 
versorgungs-Anstalt, im Spital zum heil. Geist. Er war gleichfalls verheiratet, und ein 
Sohn von ihm war Karl Mozart, Stationsdiener am Augsburger Bahnhof, verheiratet, 
dessen Tod Ende Januar 1893 gemeldet wurde. Karl Mozart hinterließ eine Witwe und 

7 unmündige Kinder. 

Das erste Kind des Joseph Ignaz (des Vaters), demnach dessen ältester Sohn 
Joseph Ignaz jun., getauft 18. Oktober 1751, wurde Stadtgardesoldat und verheiratete sich 
zweimal, zuerst am 25. November 1773 mit Jungfrau Maria Anna Huber(in) von Hatten- 
hofen und zum zweiten Male, nunmehr als Stadtgarde-Korporal, am 30. Dezember 1792 
mit der Augsburgerin Jungfrau Maria Anna Bogner(in). Er hatte eine Anzahl von Kindern, 
die zumeist schon bald nach der Geburt starben. Die männliche Linie des Geschlechtes 
scheint sich von ihm aus nicht weiter fortgesetzt zu haben. 

2. Franz Aloys. Er ehelichte im Domsprengel am 7. Januar 1754 Jungfrau Maria 
Viktoria Eschenbach(in) von Höchstett und wohnte in der Jesuitengasse, ganz nahe der 
Kirche zum hl. Kreuz und dem Gasthof „zum Lamb" in der hl. Kreuzgasse, wo Quartier 
zu nehmen Leopold Mozart seiner Frau und seinem Sohne Wolfgang im Briefe vom 
25. September 1777 auf ihrer Durchreise nach Paris, die Anweisung gab. Die Jesuiten- 
gasse gehörte zum Pfarrsprengel des Domes, wo Franz Aloys am 14. Juni 1791, und auch 
seine Witwe am 18. März 1805 starb. 

Er hatte fünf Kinder, lauter Mädchen, von denen jedoch drei das Alter von fünf 
Monaten nicht erreichten. Die beiden anderen waren Maria Anna Barbara (geboren 
6. März 1757, gestorben vor dem Vater 14. August 1771) und die den Vater überlebende, 
diese ist 

das „Bäsle" Maria Anna Thekla, W. A. Mozarts Kusine, geboren 24. Sep- 
tember 1758, welche W. A. Mozart im Oktober 1777 (mit der Mutter auf der Pariser- 
Reise) kennen gelernt hatte, und mit welcher sich eine kleine, aber keine ernste Herzens- 
episode abspielte. (Siehe ihr Bild in Mozarts Geburtszimmer, Nr. 16). 

Leopold Mozart schrieb an seine Frau am 25. September 1777 von seinem „Bruder 
Aloys, der auch in der Nähe der heil. Kreuzkirche ist", und Wolfgang berichtet am 16. 
Oktober 1777 an seinen Vater: „Das kann ich sagen, wenn nicht so ein braver Herr 
Vetter und Frau Base und so liebes Bäsle da wäre, so reute es mich fast so viel als 
ich Haare im (auf dem) Kopfe habe, dass ich nach Augsburg bin." 



*) Im Mai 1879 las der Verfasser noch über der Haustüre eines dem Verfalle entgegengehenden kleinen 
schmalen Häuschens im Georgengäßchen Nr. 142 die Aufschrift: ,,A. Mozart 1813", welcher Besitz vielleicht 
SLul den Letztgenannten Aloys Joseph Anton zurückauführen ist. 



X 

Irrtümlich bezeichnete O. Jahn als „Bäsle" die fünfte Tochter des Ignaz Mozart — 
Maria Anna, getauft zu St. Ulrich am 14. Januar 1758. Dieser Irrtum ist damit zweifellos 
richtiggestellt, 1) daß der Vater Leopold vom Bruder Alois und der Sohn Wolfgang von 
nur „einem Vetter und Bäsle" spricht— Bäsle's Schwester war schon gestorben — 
während bei dem jüngeren Bruder Ignaz das Haus voll von halbwüchsigen Kindern von 
9—17 Jahren: 4 Söhnen und 6 Töchtern („Vettern" und „Bäslein") war; 2) meldet eine 
Zeitungsnachricht aus Baireuth, wo das „Bäsle" zuletzt in der Familie des Postdirektors 
Streiter lebte, am 25. Jänner 1841: „Heute Nachmittag um 1 Uhr verschied hier Marianne 
Mozart aus Augsburg im Alter von 82 Jahren und 4 Monaten (mehr 1 Tag) an gänzlicher 
Entkräftigung", welche Zeitangaben ganz genau mit den Geburtsdaten der Marianne, der 
noch einzig lebenden Tochter des Alois, nicht aber mit der gleichnamigen Tochter des 
Ignaz Mozart übereinstimmt, die am 14. Jänner 1758 geboren und wahrscheinlich auch 
getauft wurde. 

Die Tochter des „Bäsle", auch Marianne genannt, verheiratete sich mit e!f.n;ii. 
Manne namens Pümpel, und aus dieser Ehe sind die Nachkommen drei Töchter unci zwei 
Söhne : erstere Näherinnen, von Letzteren einer Buchbinder, der andere N a c h t~ 
Wächter. 

Diese vor- und letztgenannten Enkel- und Urenkelkinde r des 
Josef Ignaz und Franz Alois Mozart sind demnach gegenwärtig die 
wenigen letzten noch lebenden Sprößlinge der direkten Augsburger 
Vorfahren W. A. Mozarts! 



XI 



II. Das altsalzburgische Bürger- und W. A. Mozarts 

Geburtshaus.^) 

Es ist dies das Haus Nr. 9 in der Getreidegasse. Diese Gasse führte ursprünglich 
den alten und zweifellos richtigeren Namen „Tra- oder Trabegasse" und wurde der Name 
durch das Neuhochdeutsch in ein völlig sinnloses „Getreidegasse" verballhornt. Aus den 
„Salbüchern des Domstiftes und St. Peters" ist zu entnehmen, daß in der Zeit von 1160 
bis 1200 bereits ein Stück der alten „Trabegasse" vom Kranzlmatkt und bis zum Durch- 
gange der Albe bei der Niederleg, zwischen den Häusern Nr. 16 und 18 bestand. Sie 
lag als stärker belebte Hauptstraße in der Nähe des Stadttores und der Brücke. 

Das heute noch bestehende Dialektwort „trawig" ist gleichbedeutend mit „eilig", 
daher bezeichnete der Ausdruck „Trabe-" oder „Drahgasse" eine Gasse, in der es 
wegen des Hauptverkehres „sehr eilig" zugeht, mit schneller Trabbewegung, im Trab- 
Tempo, und die sich nach dem Stadttor und der Brücke „draht", d. i. dreht, daher auch 
„Drahgasse". 

Vom erhöhten Standpunkte, z. B. vom Mönchsberg aus betrachtet, gliedert sich 
die alte Stadt Salzburg, die als solche seit dem Jahre 740 besteht, am linken Salzach- 
ufer in zwei wesentliche und scharf abgegrenzte Häusergruppen. Die 
Scheidelinie läuft am oberen Ende der Stadt durch die Kaigasse über den Mozart-, 
Residenz-, früheren Markt- (seit 1886 Ludwig Viktor-), Universitäts- und Sigmundsplatz 
bis zum Bürgerspital. 

Links dieser Linie, gegen den Festungs- und Mönchsberg hin, nimmt der Raum 
eine Gruppe von Gebäuden ein, die das Gepräge eines geistlichen Fürsten- 
sitzes sozusagen an der Stirne trägt. Hier sind nichts als Kirchen, große und 
kleine, allen voran der stolze, hochragende Dom, um sie herum Paläste, Klöster, Dom- 
herrnhäuser und Bauwerke öffentlichen Charakters, breitgelagert, mit langen, monotonen 
Fenstergittern und stillen Höfen, schöne weite breite Plätze, einer fast am andern hän- 
gend, mit Zierbrunnen und Denksäulen reichlich geschmückt, alles würdevoll, vornehm, 
monumental, mit einem Zuge von Größe, der an einzelnen Stellen sogar überraschend 
wirkt. Privathäuser kleineren Kalibers und schlicht bürgerlichen Ansehens stecken nur 
sporadisch für Adelige, Geistliche und Geschäfts- und Handelsleute dazwischen. Selbst 
die Ruhe eines quartier noble fehlt diesem Stadtteil in der Regel nicht; am öftesten 
unterbricht der in den einzelnen Kirchen durchwegs harmonisch im Dreiklange — nicht 
aber melodisch — gestimmte Glockenklang sein Schweigen. 

Rechts der genannten Scheidelinie, gegen den Salzachstrom, bietet das Stadtbild 
einen von dem vorherigen ganz verschiedenen und gegensätzlichen Anblick. Diese Seite 
durchzog ehedem eine Mittellinie, welche die Pfeifer- und Juden- und Getreidegasse 
bildeten. 

Auch ist sie heute freilich und längst schon von dem Mozart- und Ludwig Viktor- 
platze unterbrochen. Es wurden diese Plätze nämlich durch den bedeutendsten baulichen 
Reigenerator der Stadt, den Fürsterzbischof-Regenten Wolf Dietrich zu Ende des XVL 
und zum Beginne des XVII. Jahrhunderts aus dem ursprünglichen, völlig geschlossenen 
Häusergürtel herausgeschnitten, der im Hinblick auf die häufig stattgehabten Feuersbrünste 
und die stete Feuersgefahr überhaupt bemüht war, das altsalzburgische Bürger- 
haus aus dem Holz- zum Steinbau überzuführen und den Bewohnern Licht und Luft zu 
schaffen. Leben und Bewegung pulsiert aber auch in diesem Stadtteile yiel kräftiger, als 
in dem vorgenannten. Wie die Schale um den Kern, schließt sich hier um die links- 
seitige monumentale Baugruppe von einem Ende der Stadt zum andern in lang- 
gestreckter Bogenlinie der Gürtel der Bürgerhäuser, ein lebendiges Gewimmel 
und Gedränge, Haus an Haus gepreßt, in schmalen, gewundenen, luft- und lichtarmen 
Gassen, die sich nur selten zu einem schüchternen Plätzchen weiten. Goethe's Worte im 
„Faust" „von der Straßen quetschenden Enge" treffen hier buchstäblich zu. Fast ebenso 
ausschließlich wie dort Kirche, Palast und Kloster, dominiert hier das Bürgerhaus; keine 
einzige Kirche und nur ein paar Profangebäude größeren Stiles unterbrechen als isolierte 
Ausnahmen die gleichgeformte Straße. 

*) Nach Ad. Steinhausers „Ueber den Profanbau und das salzburgische Bürgerhaus", „Landeskunde- 
Mitteilungen", XXVIII. 1888. 



XII 

Dort wie hier liegt die in Stein seit über elf Jahrhunderten ge- 
schriebene Geschichte der Entwicklung der Stadt gleich einem auf- 
geschlagenen Buche offen da; kaum aus einer zweiten Stadt auf deutschem 
Boden spricht so viel und so deutlich Geschichte, wie hier. Wer sich aut die Sprache 
der Steine versteht, kann da eine Menge interessanter Dinge herauslesen! 

Das altsalzburgische Bürgerhaus, wie ein solches auch Mozarts Geburtshaus ist, 
hat einen eigenen, seit seinem Entstehen von den gleichen Faktoren bestimmten und um- 
grenzten Gang der Entwicklung durchgemacht und dadurch in Anlage wie Bauform einen 
scharf ausgeprägten Charakter zugleich mit einer fast typischen Gleichförmigkeit ange- 
nommen, die neben der FormenfuUe der Monumentalgebäude noch verschärft ins Auge 
fällt. Trotz des wälschen Anscheines ist es ein durch und durch deutsches Bauwerk, 
ein Erzeugnis deutschen Wesens und Blutes, so gut und echt, wie nur in irgend einer 
alten kerndeutschen Stadt und die Eigenschaften, die es bietet, lassen sich völlig unge- 
zwungen aus lokalen Ursachen und der geschichtlichen Entwicklung der Stadt durch die 
Uebermacht des kirchlichen und adeligen Besitzes erklären, welcher die ganze Entwick- 
lungszeit hindurch die Bautätigkeit des anschwellenden Bürgertums hemmte. Diesem ge- 
brach der Raum zum behaglichen Ausbreiten, rechts und links fand es Schranken, die 
schwer oder auch gar nicht zu durchbrechen waren. Einzig nur nach aufwärts stand der 
Weg frei und dorthin wurde dann auch das bürgerliche Bauen von selbst gedrängt. Man 
muMe dem Hause, was des Raumes unten an der Bodenfläche zu wenig war, in der 
Höhe zu gewinnen suchen. Anstatt Haus neben Haus, entstand hier allmänlig Stock über 
Stock und darüber legte man eine Dachform, die wieder nur auf Raumgewinnung und 
möglichste Ausnützung berechnet war. So wurde Salzburg an dieser Stelle in seinen 
bürgerlichen Teilen eine mehr übereinander als nebeneinander gebaute Stadt und darin 
liegt der Schlüssel für die meisten Erscheinungen, die dort wahrgenommen werden. 

Man hat sich seit lange gewöhnt, für balzburg und seine alten Häuser die 
italienische Bauart als eine Art Schlagwort in Anwert zu bringen. Es hat in der Tat auf 
den ersten Blick auch manches für sich; die gedrängte Gruppierung der Bürgerhäuser in 
meist engen, schattenreichen Gassen, ihre durchschnittliche Höhe, ihr horizontaler Ab- 
schluß nach oben mit der plattformartigen, von außen unsichtbaren Dachung - unbe- 
denklich jedoch eine Zutat jüngerer Zeit — endlich die v-ielen luftigen Korridors und die 
hallenartigen Innenräume erinnern lebhaft an verwandte bauliche Züge in den Städten 
Italiens. Die augenfälligste Eigenheit, nämlich das durch die Umfangsmauern gedeckte 
Dach hat jedoch mit den in Italien üblichen Dächerformen, die entweder einen gedrückten 
Giebel uder eine wirkliche Plattform darstellen, nichts als höchstens den Anblick von 
außen gemein. Unser altes Bürgerhausdach enthält nicht einen Quadratmeter wahrer 
horizontaler Fläche. Und wenn man sich gewohnt hat, es ein flaches Dach zu nennen, 
so kann der Ausdruck nur auf die breite Lagerung und den Abgang des hochstrebenden 
Giebel bezogen werden. In Wirklichkeit setzt sich dieses Dach nach außen völlig un- 
sichtbar und durch die parapetartig emporgezogenen Umfangsmauern des Hauses mit 
einem mageren Gesimse verdeckt, aus einer Reihe nebeneinandergestellter Giebel zu- 
sammen, sein Profil gibt die Zeichnung einer Säge. Die Senkungen und Gräben dazwischen 
enthalten ein System von Rinnen für Sammlung und Ablauf des Wassers. Das Dach ist 
ein „Grabendach". Was aber die innere Raumverteilung betrifft, so findet sich die 
gleiche mitsamt den Korridors und großen Stiegenhallen auch in den hoch gegiebelten 
Häusern alter deutscher Städte, wie Augsburg oder Nürnberg, und zwar kaum reichlicher 
vertreten, wie bei uns. Dabei mag ja immerhin auf Einzelheiten die Nähe Italiens einigen 
Einfluß gehabt haben. Der Vergleich aber paßt zumal auf die Monumentalbauten, welche 
die kunst- und prachtliebenden Fürsterzbischöfe durch herbeigerufene italienische Bau- 
meister führten, nicht aber auf das schlichte Bürgerhaus, das heute noch im Ganzen von 
der Zeit wenig verändert vor uns steht, und offen herausgesagt, weder schön, noch 
auch — nach modernen Begriffen wenigstens — zweckmäßig zu nennen ist. Festgeschmiedet 
Haus an Haus, mehr in die Tiefe, als in die Breite gehend, steigt es würfelförmig mit 
leblos glatten Wänden zu fast durchaus gleicher und zwar für eine deutsche Mittelstadt 
zu der ungewöhnlichen Höhe von 4—5 und noch mehr Geschossen auf, die Außenwand 
zu Oberst in einer geraden Horizontale wie abgeschnitten. Der schneidige deutsche Giebel, 
der ebenso deutsche Erker, der nordische Bruder des Balkons, sind ihm fast gänzlich 
fremd; ohne luftige Zwischenräume, ohne das heitere Wechselspiel von Licht und 
Schatten, arm an Gliederung und plastischem Schmuck, nur durchbrochen von reichlichen 
Fenstern, umrahmt von Gypsverzierungen ziehen sich die gleichgeformten Vorderseiten 
in gerader und gekrümmter Flucht hin, wie eine einzige festgefügte Mauer, wenn auch hin 
und wieder unstreitig in diesen monotonen Häuserzeilen etwas Ernstes und Zurück- 
haltendes liegt, so z. B. in jenen der meist tief beschatteten Juden- und Getreidegasse. 

Lebendiger wird es erst dort, wo das Haus, und das ist bei der Mehrzahl der 
Fall, stark in die Tiefe geht. Da führt die Hausflur in der Regel geraden Weges zu 
einem offenen Hof räume mäßigen Umfanges und anderen Charakters. Die steife Ge- 



XIII 

schlossenheit der Außenseite weicht hier einem gesprächigen Wesen, einem oft recht 
kleidsamen Neglige. Das Haus öffnet sich nach dieser Seite in lichten, luftigen, von 
Marmorsäulen und Pfeilern gestützten Bogen und Laubgängen; diese und dazu meist ein 
Durcheinander von diversen An- und Einbauten bringen in die Steinmassen Leben und 
Bewegung, nicht selten sogar einigen malerischen Reiz, insbesonders wenn im Hofraume 
ein Brunnen steht mit zierlichem Gitter, aus der Hand geschmiedet, teilweise tagsüber 
von der Sonne beschienen, und wo die nicht beschienenen Flächen ihre Schatten zeigen. 

An den Hofraum schließt sich besonders in den Bürger-Patrizierhäusern ein 
Hintergebäude, man kann füglich sagen ein zweites Wohnhaus, im Umfang, Aufbau 
und Gestalt dem vorderen ähnlich. In jedem Geschosse, namentlich in dem unteren 
nimmt einen unmäßig großen Raum, oft sogar den größten und besten, das hallenartig; 
gewölbte, marmorgepflasterte Stiegenhaus ein, hier gewöhnlich Vorhaus genannt, an 
dessen Raumverschwendung besonders moderne Augen Anstoß nehmen. Dieser noch 
jetzt ergiebige kaum war aber ursprünglich sogar meistens noch größer; er zog sich 
durch die ganze Länge des Hauses von der Vorderfront bis zum Hofe und erhielt durch 
Fenster der ersteren unmittelbar von der Gasse reichliches Licht. Dieser hellste Vorder- 
teil ist schon seit langer Zeit zum Einbauen eines Zimmers benützt, wodurch der übrige 
Raum des eigenen Lichtes beraubt, ja in der Regel, wenn nicht ein wohltätiges Hof- 
fenster nach dem Lichthofe oder der nahe Korridor zu Hilfe kommt, zu recht empfind- 
licher Dunkelheit verurteilt ist. Und so kam es, daß solche Häuser, wie Mozarts Geburts- 
haus, nur in den Wintermonaten November, Dezember und Jänner und auch nur mittags 
in dem an das gassenseitige anschließende Zimmer des Sonnenlichtes teilhaftig wurden 
und die übrige Zeit und tagsüber völlig im Finstern liegen. Auf den Stiegen endlich, 
welche die Verbindung zwischen den Geschossen vermitteln, trifft das fatale Wort „weder 
schön noch gut" wohl am häufigsten zu. In gar manchem sonst stattlichen Hause bilden 
sie die Partie honteuse. Von planmäßiger Anlage, wie sie der moderne Hausbau verlangt, 
ist da wenig zu sehen; höchst ungleich, scheinbar willkürlich angebracht; meist enge, 
dunkel und steil, oft auch alles miteinander, versehen diese Stiefkinder des Hauses ihren 
Dienst zum Erbarmen derer, die ihn brauchen. Der Fremde muß nicht selten in jedem 
Stockwerke, wenn es nicht tagsüber beleuchtet ist, wie in unserem Hause, aufs neue 
mühsam nach der Stelle suchen, wo der Aufstieg zum nächsten sich öffnet. 

Man würde aber sehr irren, wollte man dem alten Bürgerhause alles Schöne und 
Gute absprechen. Im Gegenteil bietet es eine Menge Dinge, welche zeigen, daß den ur- 
sprünglichen Besitzern und Bauherren auch der Sinn für Behagen, Lebensgenuß und selbst 
künstlerische Zier durchaus nicht gefehlt, und daß sie dementsprechend je nach Stand 
und Mitteln auch ihr Heim ganz wohl auszustatten verstanden haben. Reichlicher Marmor 
fast überall; marmorne Säulen, Pfeiler, Treppengeländer, Tür- und Fenster-Einfassungen, 
mitunter künstlerisch flott gemeißelt, eingelegte Flügeltüren, schnörkelreiche Stukkatur- 
Plafonds, ganz besonders viele vortreffliche Schmiedeeisenarbeiten u. A. geben Zeugnis 
von dem gesunden Sinne der Alten und machen auch uns modernen Leuten noch immer 
Freude. 

Dies ist, nur leicht skizziert, das Bild des altsalzburgischen bürgerlichen Wohn- 
hauses im Großen und Ganzen, daher auch jenes unseres Mozarts Geburtshaus, welches 
auf die Bezeichnung „alt" vollkommen Anspruch hat. 

Beurkundet seit 1408 bis 1418 als des Otten des chäewzleins haws — die „Käuzl" 
waren in der Zeit von 1347 bis 1651 ein salzburgisches Bürgergeschlecht, welches hüben 
und drüben der Salzach im Häuserbesitz stand - kam dasselbe 1418 an Rueprecht 
venediger, 1434 an Erasmus Fragner und 1463 in die Hände der Familie Rauhenberger, 
von welcher Virgili 1520 Bürgermeister war. Vom letzten dieser Besitzer ging das Haus 
an einen Neffen desselben über, dann 1585 an Hof-Apotheker Chunrad Fröschlmoser und. 
dessen Hausfrau Katharina Stemeseder und es hieß nun „Hofapothekerhaus". Die Haus- 
torflügeln zeigen noch heute einen Kopf aus Messing, dessen Kinnladen mit einer zu- 
sammengerollten Schlange, dem Attribut des Aesculap, durchzogen ist. Katharina Stemes- 
eder heiratete als Witwe den Apotheker Johann Wiser von der heutigen „Bernhold- 
Apotheke" („Zum Biber"). Derselbe bediente aus seiner Apotheke den auf Höhen-Salz- 
burg vom 23. November 1611 bis zu seinem Tode am 16. Jänner 1617 gefangen gehal- 
tenen, am 7. März 1612 in der Sakristei der Klosterkirche am Nonnberge durch den 
Nuntius des Papstes Paul V., Anton Diaz aus Graz, zur Abdankung gezwungenen Erz- 
bischof Wolf Dietrich. — Johann Wiesers Kinder verkauften das Hofapothekerhaus 1603 
an ihren Schwager, Eisenhändler Michael Widmer, 1662 kaufte es Paul Gschwendtner, 
1713 kam es in den Besitz der Kaufmannsfamilie Hagenauer und wurde seit 1775 das 
„untere Hagenauerhaus" genannt (das „obere",- nebenan Nr. 7, erstand gleichzeitig Georg 
Hagenauer, des inneren Raths Mitglied und Spezereienhändler). Aus dieser Familie kam 
es 1858 in den Besitz des Kaufmanns Angelo Saulich und nach dessen Tod (11. Jänner 
1892) erwarben es käuflich am 1. Juli 1892 die Herren Stranz und Scio, die jetzigem 
Besitzer. 



XIV 

Die Wohnräume des ill. Stockwerkes bezog Leopold Mozart, als er am 21. No- 
vember 1747 in den Ehestand trat, und verließ dieselben als Witwer und zwar wahr- 
scheinlich erst, als sein Sohn Wolfgang 1781 von München weg, wo er seinen „Idomeneo" 
zur Aufführung brachte, nicht mehr nach Salzburg kam, sondern nach Wien abging, und 
die Tochter Marianne am 23. August 1784 den Johann Baptist Reichsfreiherrn von Bercht- 
hold zu Sonnenburg in St. Gilgen heiratete, wonach Leopold (1784) seine Wohnung im 
„Buchdrucker Oberer'schen Hause" nahm, welches seit dem Mozart-Säkularfeste 1856 
die Aufschrift „Mozarts Wohnhaus" führt. Am 20. Dezember 1905 wurde auf unsere Ver- 
anlassung und mit Bewilligung des derzeitigen Hausherrn Johann Winber diese unrichtige 
Bezeichnung dadurch richtig gestellt, daß durch das Mozarteum dem Namen „Mozarts" 
ein „L." vorgesetzt wurde, so daß es nun als „Leopold Mozarts Wohnhaus" bezeichnet 
erscheint und worin er auch starb. 



In das Hagenauerhaus und in die einstige Mozart-Familienwohnung wurde das 
„Mozart-Museum" eingemietet und dasselbe dort am 15. Juni 1880 feierlich er- 
öffnet. 

Dem Hause gegenüber, im Gasthofe „Zur goldenen Krone", und zwar im 
gassenseitigen Zimmer des I. Stockwerkes und in nächster Nachbarschaft von „W. A. 
Mozarts Geburtshaus", fand über Einberufung des Gründers und ersten Präsi- 
denten, Karl Freiherrn von Stern eck, am 18. Juni 1869 die erste Besprechung 
mit 14 Gesinnungsgenossen zur Errichtung der „Internationalen Stiftung: 
Mozarteum" statt, welcher am 16. Oktober 1870 die provisorische und am 
20. September 1880 die definitive Gründung dieses Vereines, als „Oeffent- 
liche Musikschule" und „Konzert-Institut" folgte. 



XV 



III. Den P.T. Besuchern des „Mozart-Museums" und 
„Mozart-Häuschens" zur gefälHgen Kenntnisnahme. 

Diese Räumlichkeiten stehen mit ihren Schaugegenständen im hehren 
Dienste der Pflege des Mozart- Kultus. 

1. Die Besuchszeit für das „Mozart-Museum" ist an jedem Tage des Jahres: 
von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, ebenso im „Mozart-Häuschen" täglich zu 
jeder Zeit. 

2. An Eintrittsgebühr werden ä Person und ohne Ausnahme, im „Mozart- 
Museum": 50 kr. oder 1 Krone ö. W., im „Mozart-Häuschen": 10 kr. oder 20 Heller 
ö. W., und für die verlangte Besichtigung des „Mozart-Album" (im Ersteren) 20 kr. 
oder 40 Heller ö. W. entrichtet. 

Es ist Jedermann untersagt, aus Letzterem Abschriften oder Kopien zu 
nehmen, auch darf Niemandem und unter keinem Vorwande etwas daraus hinaus- 
gegeben werden. 

3. Jede Art der Abbildung des „Mozart-Häuschens" ist durch ämtliche Kund- 
machung der Stadtgemeinde-Vorstehung Salzburg, auf deren Grund und Eigentum 
dasselbe steht, verboten. 

4. Der Erlös aus den genannten Gebühren und den beiderorts erhältlichen Ver- 
kaufsgegenständen wird seitens des Vereines, d. i.: der „Internationalen Stiftung: 
Mozarteum" für den humanitären und künstlerischen Zweck: 1. der Erhal- 
tung seiner öffentlichen Musikschule „Mozarteum" und 2. der Förderung der 
„Vereins-Konzerte", wie zur Deckung der laufenden Ausgaben für diese beiden 
Ertrags-Objekte verwendet. 

5. Jeder Besucher wird höflichst ersucht, den nummerierten Eintritts- 
Kupon entgegenzunehmen, keinen Gegenstand zu berühren und vor dem Weg- 
gehen seinen Namen, Charakter und Wohnort mit gut lesbarer Schrift in das 
aufliegende „Fremdenbuch" einzutragen. 

ö. Für die Kopfbedeckungen der Herren, die abzunehmen man ersucht, 
wie für Regenschirme, Mäntel, Stöcke u. s. w. befindet sich im Geburtszimmer 
des Mozart-Museums ein Aufhängeständer und wird es als selbstverständlich vor- 
ausgesetzt, daß in den Besuchräumen nicht Tabak geraucht und keine allzu 
laute Unterhaltung geführt wird, welche anderen Besuchern Störungen ver- 
ursacht. 

Es sind dies Bestimmungen, die der Würde des Ortes und den in ähnlichen 
Schaulokalitäten überall gebräuchlichen Anstandsvorschriften gleichkommen. 

7. Mozarteum s-V ereinsmitglieder und Konzert-Abonnenten genießen 
nur gegen Vorzeigung der auf den Namen derselben ausgestellten Jahres- 
karte — „Mozartgemeinde-Mitglieder" gegen Vorzeigung der in gleicher 
Weise ausgestellten Mitgliederkarte auf die Jahresdauer freien Eintritt, nicht 
aber ohne eine solche. 

8. Dem Aufsichtspersonale ist es gestattet, nach freiem Willen gegebene Geschenke 
anzunehmen, nicht aber solche zu verlangen. 

Salzburg, im Juni 1901. 

Für die Internationale Stiftung: „Mozarteum": 

Joh. Ev. Engl, 

d. Z. Archivar und Administrator. 



Die Aufstellung der Schaugegenstände im „Mozart-Museum" und „Mozart-Häuschen", 
wie die Einrichtung des „Mozart-Albums" brachte Herr Johann Horner als damali- 
ger (später aus Gesundheitsrücksichten freiwillig resignierter) Administrator, Archi- 
var und Zentral-Vorsteher der „InternationalenMozart-Gemeinde** im Jahre 1880 zur 
verdienstvollsten Durchführung, wie derselbe auch die I. Auflage dieses Kataloges 
^=^=^= im Jahre 1882 zusammenstellte und in Druck legte. — . 



Das Leben und Wirken dieses stets selbstlos und opferwilligst wirkenden Mannes, 
welcher der „Internationalen Stiftung: Mozarteum", der er als Gründungsmitglied schon 
am 18. Juni 1869, und wieder vom 20. Februar 1877 bis Ende Dezember 1892 in all 
seinen mühevollen und erfolgreichen Funktionärs-Angelegenheiten 15 volle Jahre hindurch, 
als einer der tätigsten Förderer der Vereinszwecke angehörte, findet sich im XXIII. 
Jahresberichte geschildert, womit dem am 18. Jänner 1903 im 77. Lebensjahre Ge- 
schiedenen ein wohlverdientes Gedenken gestiftet wurde. 



B. Das Mozart-Museum. 



Die darin befindlichen Schaugegenstände sind mit Zugrundelegung der 
Resultate der neuesten Mozartforschungen beschrieben. 



I. In W. A. Mozarts Geburtszimmer. 

a) Familienbilder, Büste und Mozartiana*). 

b) Autographe von Kompositionen und Urkunden. 

c) Mozarts Instrumente. 



I. Wand, gegenüber der Eingangstüre. 

1. Anna Maria PertI (Pertlin). Oelgemälde, Brustbild (84 cm hoch, 
64 cm breit). W. A. Mozarts Mutter, etwa in der Mitte der Dreißigerjahre. 
Sie war des Wolfg. Nik. Pertl, hochf. salzb. Pflegkommissärs, am 1. Mai 
1717 Pfleger des Gerichtes Hüttenstein**) zu St. Gilgen in Salzburg, 
(unter ihm wurde zu St. Gilgen von 1718 — 1720 das heutige k. k. Amts- 
gebäude erbaut, das er am 27. April 1720 bezog, wo er am 9. März 1724 
starb) und der Eva Rosina Altmann eheliche Tochter, geb. am Christtag, 
den 25. Dezember 1720, vermählt mit Leopold Mozart zu Salzburg am 
21. November 1747, gestorben zu Paris 3. Juli 1778, vis-ä-vis dem Hotel 
„Zu den vier Haimonskindern", Rue du gros chenet, im 58. Lebensjahre***). 

Das Gemälde ist kaum gleichzeitig mit Nr. 2, dem ihres Gatten, gemalt. Es ist 
dasselbe auch im Größenverhältnisse in der Breite und Höhe um 5 cm kleiner; aber zufolge 
der gleichen Malweise von demselben Maler, der nicht bekannt ist. W. A. Mozarts 
Mutter war, soweit man sich aus Briefen und Berichten von ihr eine Vorstellung 
machen kann, eine Frau von großer Gutmütigkeit und voll Liebe für die Ihrigen, ohne 
bedeutend zu sein. Sie ordnete sich willig der anerkannten Ueberlegenheit ihres 
Mannes unter, und überließ, was außerhalb des Haushaltes lag, den sie mit Ordnung und 
Sparsamkeit zu führen wußte, mit unbedingtem Vertrauen seiner Sorglichkeit und Tätig- 
keit, y^obei seiner Neigung, daf Regiment zu führen, von ihrer Seite einige, nicht blos 
körperliche Bequemlichkeit entgegenkam. Auf diesen sich ergänzenden Eigenschaften 
Beider beruhte gewiß wesentlich die treue herzliche Liebe, mit welcher beide Gatten in 
nahezu Sljähriger Ehe aneinander und an ihren Kindern hingen, welche unter dem stillen, 
aber umso nachhaltigeren Einfluß eines reinen und tüchtigen Familienlebens den besten 

*) Die Mehrzahl der bereits nach über anderthalb Jahrhunderten in sehr bedenklicher Weise schad- 
haft gewordenen Familienbilder, wurde im Mai 1901 von dem Historienmaler und bewährten Gemälde-Restau- 
rateur hierorts, Josef Gold, mit künstlerischer Hand, ohne daß die Originale irgend welchen Schaden erlitten, 
wieder farbenfrisch und zur vollsten Zufriedenheit wieder hergestellt. 

**) Wo die Mutter als Pflegerstochter geboren wurde, dort zog die Tochter Maria Anna (Mozart) 
als des Pflegers Joh. Baptist Berchthold von Sonnenburg Gattin im Jahre 1784 ein und wohnte dort bis 
zu ihres Gatten Tod 1801. — Dem „Pfleger" waren das Politische, Justizielle und die Polizeisachen für seine 
Amtshandlungen innerhalb seines damals salzburgischen Gerichtsbezirkes zugewiesen. 

***) Es wurde im Februar 1906 eine Sammlung eingeleitet zur Errichtung eines Gedenksteines für 
Mozarts Mutter an dem k. k. Bezirksgerichtshause, und gleichzeitig Photographien von diesem und dem Ge- 
burtszimmer angefertigt und veröffentlicht, welche auch dem Mozart-Museum für das Album gespendet 
wurden. 



Grund für ihre sittliche Bildung gewannen. Sie zeigte auch Sinn für heitere Lebensfreude 
und die bescheidenen Genüsse ihrer beschränkten Stellung, sowie für das Derbkomische, 
was sie als Salzburgerin charakterisiert und in welcher Hinsicht Wolfgang ihr echter 
Sohn ist, der von dieser Laune einen guten Teil mitbekommen hat. An der Mutter hingen 
die Kinder sehr. Sie war eine brave Frau, von kräftiger, fast imposanter Schönheit. 
Mutter Anna Maria war am liebsten zu Hause. Ihre ersten drei Kinder: Johann Joachim 
Leopold (geb. 18. August 1748), Maria Anna Cordula (geb. 18. Juni 1749) und Maria 
Anna Nepomuzena Walpurgis (geb. 13. Mai 1750) — ebenso das 5. und 6. vorletzte 
Kind: Johann Karl Amadeus (geb. 4. November 1752) und Maria Creszentia Franziska 
(geb. 8. Mai 1754) — starben schon einige Monate und noch früher nach ihrer Geburt. 
Nach dem drittgenannten suchte sie Kräftigung im Heilbade zu Gastein. Im dritten Bande 
des dortigen „Ehrenbuch" ist von ihr eigenhändig geschrieben zu lesen*) : „Dem Höchsten 
ach ich danckh Vor (für) das, was ich gefunden. Von diesen Edlen Baad in fünf- und 
neunzig Stunden! Maria Anna Mozartin, den 12. August 1750." — Von den acht Kunst- 
reisen ihres Gatten, und zwar: vier mit beiden Kindern, vier mit Wolfgang allein, nahm 
sie nur an der ersten nach Wien am 9. September 1762 bis Ende Jänner 1763 teil. — 
Ihre dritte und letzte Reise, von der sie nicht wiederkehren sollte, trat sie mit Wolfgang 
am 23. September 1777 an. Diese führte sie über Wasserburg, München, Augsburg und 
Mannheim, wo sie 4^2 Monate weilten, nach Paris, das Beide erst am 23. März 1878 
erreichten und woselbst die Mutter nach nur 12tägiger Krankheit starb. Am 7. August 
des gleichen Jahres schrieb Leopold Mozart an den „Hochfürstlichen Hofrat" zu Salz- 
burg: „Der unverhoffte sehr betrübte Tod meiner seeligen Frau in Paris zog die Noth- 
wendigkeit der gewöhnlichen Sperre nach sich, die auch ordentlich vorgegangen. Da nun 
aber meine seelige Frau, als ich mich mit ihr ehlich verband, nicht das geringste Ver- 
mögen hatte, an ein in Zukunft zu erwerbendes aber bey geringem Gehalt (damals 
400 fl.) nicht zu gedenken war, die Kleidungsstücke und wenig übriges sie mit sich (nach 
Paris) genommen, folglich von ihr nicht das geringste hinterlassen worden . . ." 

2. Johann Georg Leopold Mozart. Oelgemälde. Brustbild (89 cm 
hoch, 70 cm breit). Ursprünglich ein ovales Brustbild: W. A. Mozarts 
Vater. Dieses Gegenstück zu dem Obigen zeigt uns Leopold im 37. Lebens- 
jahre. Die Hand auf die „Violinschule" stützend, daher jedenfalls nicht vor 
1756, dem Jahre der auf Kosten des Autors bei Johann Jakob Lotter in 
Augsburg gedruckt erschienenen I. Auflage der j, Gründlichen Violinschule" 
und zugleich der Geburt Wolfgang Amadeus, des Sohnes, vielleicht auch 
aus diesem Anlasse gemalt. 

Ein stattlich schöner Mann. Von den acht Kindern des Buchbinders Joh. Georg 
Mozart, der aus dieser Familie die Reihe der Buchbinder eröffnete, der erstgeborne Sohn aus 
der zweiten Ehe dieses seines Vaters mit Anna Maria Sulzer, war er am 14. November 1719 
zu Augsburg geboren und kam 1737 an die Salzburger Universität, wo er bis 1739 Logik 
studierte und zwar unter den zwei Dekanen der philosophischen Fakultät: Oddo von Gutrath 
(von St. Peter) und Robert Sembier. In das „Album studiosorum" schrieb er eigenhändig 
anno 1737: Joannes Georgius Leopoldus Mozart, Augustanus Suevus Logicos", und ist im 
„Album der Mitglieder der größeren Kongregation" pro 1738 noch unter den „D. D. Logici" 
verzeichnet. Er wurde bei dem ersten Jahresschlüsse mit dem Lorbeer der Fakultät 
öffentlich und festlich mit Andern ausgezeichnet. Zwei Jahre später (1740) trat er als 
Kammerdiener in die Dienste des Domherrn und Konsistorialpräsidenten des Grafen Joh. 
ßapt. Thurn-Valsassina und Taxis, wurde 1743 Hof-Violonist und Komponist, Orchester- 
Direktor und Violinmeister im Kapellhause mit jährlich 400 fl. Gehalt, und vermählte 
sich am 21. November 1747 zu Salzburg in der Domkirche mit Anna Maria Pertl. 
„Diesen Gedanken hatten wir schon viele Jahre zuvor. Gute Dinge wollen ihre Zeit", 
schrieb Leopold an seine Frau nach 25 Jahren am Hochzeitstage, 21. November 1772, 
aus Mailand. Das Ehepaar galt seinerzeit für das schönste in der Stadt, dem die Por- 
träte nicht widersprechen und wovon das Leopolds im Stich sich auch in der Violin- 
schule findet**). Unter Kapellmeister Lolly wurde Leopold am 18. Februar 1762 Vice- 
kapellmeister mit 400 fl., 1778 mit 500 fl. Jahresgehalt. Als Komponist schrieb er unter 
Anderem: (1740) 6 Violin-Trios, von ihm selbst in Kupfer radiert, später 12 Oratorien und 
zahlreiche Kirchenmusik (mehrere sind in der „Wachskammer" der Domkirche), theatralische 



*) Entnommen der „Berichterstattung des Archivars" Johann Horner im X. Jahresberichte (für 1890) 
der „Internationalen Stiitung: Mozarteum", pag. 15. 

**) In einem Briefe vom 14. März 1756 teilt Leopold Mozart an Lotter in Augsburg Ausührliches über 
dieses S2in BiU mit (im Besitze von Friedrich Cohen, Buchhandlung in Bonn, noch im Mai 1901). 



Werke, Symphonien, an 30 Sonaten, Konzerte für Blasinstrumente, Trios u. s. w., dann 
die schon erwähnte „Violinschule". 

An Auflagen erschienen von diesem Buche bei Joh. Jakob Lotter in Augsburg: 
die I. 1756, II. 1769, III. 1787, nach seinem Tode die IV. 1791, und die IV. „vermehrte" Auf- 
lage i. J- 1800. Das Manuskript befand sich noch am 15. Februar 1900 im Besitze des 
Stadtrates F. Suhle in Weimar. Leopold schreibt an Wolfgang am 27. August 1778 nach 
Paris: „daß er durch den Verkauf seiner Violinschule jährlich gering gerechnet 50 fl. 
einnehme", daß „seine Schwester jetzt monatlich 10 fl. gewiß verdient und sich damit 
kleidet, indem sie die zwey kleinen Fräulein von der Gräfin Maria Franzisca (der 
Schwester des Erzbischofes Hieronymus, verheiratete Gräfin von Walis) im Klavier 
unterrichtet, und zwar täglich, ich aber die größeren Zwey." Das Honorar war 4 fl. oder 
einen Dukaten für zwölf Lektionen! Die Violinschule wurde auch ins Französische, und, 
wie er am 16, Mai 1766 aus Paris an Hagenauer schreibt: „in dem nämlichen Format 
in meinem Angesichte ins Holländische übersetzt, dem Prinzen Wilhelm (von Oranien) 
dedicirt und zu seinem Installations-Feste überreicht. Die Edition ist ungemein schön." 
Diese Letztere erschien bei Joannes Enschede (The Haerlem 1766), mit einer Vorrede 
des Verlegers an den Prinzen, vom 8. März 1766. 

Durch dieses Werk erwarb er sich den größten und ausgebreitetsten Ruf. Es war 
die erste und eine lange Reihe von Jahren hindurch die einzige Unterweisung im Violin- 
spiele und sie neigte sich zur tartinischen Schule. Im Jahre 1759, am 24. Hornung, er- 
schien: „Der Morgen und Abend den Inwohnern der hochfürstlichen Residenzstadt Salz- 
burg melodisch und harmonisch angekündigt: 12 Musikstücke für das Klavier, deren eines 
täglich in der Festung Höhen-Salzburg auf dem „Hornwerk" morgens und abends ge- 
spielt wird." Die Nummern 1, 4, 8, 11 und 12 sind von der Komposition des ersten 
Hof-Kapellmeisters Johann Ernest Eberlin (1748—1763), Nr. 2, 5, 6, 7, 9 und 10 des 
Leopold Mozart, Nr. 3 aber „der alte Choral" des Augustin Ebler aus dem Jahre 1502, 
d. i. seit dem Bestehen des „Hornwerkes", welches Erzbischof Leonhard von Keutschach 
gleichzeitig mit der von ihm zu Ehren des hl. Georg erbauten und eingeweihten Schloß- 
kirche verfertigen ließ*). Im Uebrigen zeigte er viel Gelehrsamkeit und war der Selbst- 
erzieher seiner am Leben gebliebenen beiden Kinder, des 4. (Marianne) und des 7. 
(Wolfgang). Abt Dominikus Hagenauer von St. Peter schreibt in seinem Tagebuch I. Bd. 
pag 246: „Leopold Mozart brachte seine Lebenstage meistens in hiesigen Hofdiensten 
zu, hatte aber das Unglück, hier immer verfolgt zu werden, und war bei Hofe nicht so 
beliebt, wie in anderen größten Orten Europas". — Leopold Mozart starb am Pfingst- 
montag früh, am 28. Mai 1787 (im Wohnhause : heute Makartplatz 8, I. Stock) und wurde 
zu St. Sebastian begraben. 

Die neue Steineinfassung erhielt das Grab im April 1884 durch das Mozarteum, eben- 
so seit der Wiederauffindung desselben am 23. April 1898 (nach 111 Jahren) durch den 
Herausgeber, auch eine diesbezügliche Inschrifttafel und seither den alljährlichen Blumen- 
schmuck. (Siehe „Mozartiana", Mozartstudien, 5. Folge, im XVII. Mozarteums-Jahres- 
berichte 1897: „Leopold Mozarts, des Vaters, Grabstätte ist gefunden" und „Aus Leopold 
und des Sohnes Wolfgang Mozarts irdischem Lebensgange", Vortrag, gehalten am 13. 
Februar 1902 in der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, von Joh. Ev. Engl, ab- 
gedruckt in den „Mitteilungen" im XLII. Bande, II. Heft, pro 1902, mit Leopold Mozarts 
Porträt nach dem Original-Gemälde, als Titelbild). 

3. Die •Familie Mozart. Oelgemälde (140 cm hoch und 186 cm breit) 
von Johann Nepomuk de la Croöe in Salzburg gemalt. W. A. Mozart und 
seine Schwester Marianne sitzen am Fortepiano, das sie spielen, neben 
ihnen, gleichfalls sitzend, der Vater Leopold Mozart mit der VioHne in der 
Hand in horchender Stellung. Im Hintergrunde an der Wand hängt sinnig 
ein Medaillon mit dem Porträt der verstorbenen Frau Anna Maria Mozart, 
Mutter Mozarts, kopiert von dem Originale Nr. 1. Rechts und links, durch 
den Vorhang etwas bedeckt, sind zwei mythologische Statuetten zu bemerken : 
Minerva (unbewaffnet, den Schild in der Rechten) und Apollo. Es war etwa 
im Februar oder März 1781 vollendet. 

Joh. Nep. de la Cro(^.e, geboren 7. August 1736, war als Porträtmaler zu Burg- 
hausen und Salzburg ansässig und ein Schüler des Peter Anton Lorenzoni. Dieser Letzt- 

*) Siehe „Das Hornwerk auf Höhen-Salzburg, dessen Geschichte und Musikstücke" von Joh. Ev. Engl, 
Salzburg, 1. Mai 1893. Der alte „Choral" von Aügistin Ebler, 1502, war um 4 Uhr morgens und nach dem Ave 
Maria-Läuten abends bis zu L. Mozarts Zeit von dort herab, als ältestes und einziges Musikstück, zu höre». 



genannte war der Sohn eines Schmiedes aus Trient und bildete sich als Maler in Rom, 
kam durch den Grafen Lactanz von Firmian nach Salzburg und wurde hier zunächst 
Antekammerdiener des Erzbischofes Sigismund III., Grafen von Schrattenbach. Seine 
Malweise fällt in die Zeit von 1730 bis gegen 1780, als er im Schlosser Schneiderhause 
(heute Festungsgasse Nr. 4) als ein sehr vermöglicher Mann starb. (Siehe u. A. „D'w 
Auferstehung der Toten" im Friedhof zu St. Peter, Halle Nr. VI, von ihm gemalt in- 
Jahre 1766.) 

W. A. Mozart, der von seiner Pariser Reise anfangs 1779 wieder nach Salzburg in 
das Elternhaus zurückgekehrt war und sich seit Anfang November 1780 zur Beendigung 
und Aufführung seines „Idomeneo" in München befand, fragt in den Briefen an den 
Vater in Salzburg wiederholt nach diesem Bilde. So schreibt er am 22. November: 
„Nun werden Sie ja doch schon im Bilde angefangen sein? und meine Schwester schon 
gar zu gewiß. Wie fällt es aus?" Demzufolge ist das Bild bereits in der Zeit zwischen 
1780 und 1781 gemalt und saß dazu erst der Sohn Wolfgang vor seiner Abreise^ von 
Salzburg, wohin er erst, da ihn sein Schicksal von München nach Wien führte, Ende 
Juli 1783 nochmal und zum letzten Male auf drei Monate zurückkehrte, als seil* 
Vater schon am Hannibal- (jetzt Makart-) Platz wohnte, und er demselben dort mit 
seiner Frau Constanze einen Besuch machte, die Missa in C-moll, Köchel Verz. Nr. 427, im 
Kyrie, Gloria, Sanctus und Benedictus vollendet, hieher brachte, die fehlenden Sätze 
aus einer anderen Messe ergänzte, am 23. August im Kapellhause probierte und zwei 
Tage später, am 25. August in der St. Peterkirche diese seine Gelöbnismesse („wenn er 
Constanze als seine Frau nach Salzburg brächte") aufführte und dirigierte, wobei seine 
Frau die Sopranpartie sang. Aus dieser Messe stellte Mozart 1785 die Cantate „Da- 
vidde penitente", Köchel Verz. Nr. 469, zusammen. - (Vom 10. Februar bis 26. April 1785 
erwiderte der Vater den Besuch in Wien, wurde Mitglied der Freimaurerloge „Zur wahren 
Eintracht", wie es Wolfgang schon etwas früher und so auch Blumauer, Schikaneder^ 
Gechinger, Alxinger u. a. waren, und er sah den Sohn dann nie mehr wieder.) 

Das Familienbild fügte Nissen der „Biographie Mozarts", pag. 46, als Stahlstich 
bei, gedruckt von Jos. Lacroix in München.*) Constanze vererbte das Originalbild testa- 
mentarisch an ihre Schwester Sophie Haibl, von der es an den ersten Domkapellmeister 
und Mozarteumsdirektor AI. Taux, und durch diesen als Geschenk an das Mozarteum 
kam. Die Schwester Marianne bezeichnet darauf ihres Bruders Porträt in einem Briefe 
vom 2. Juli 1819 an Dr. Leopold Edlen von Sonnleithner, Hof- und Gerichtsadvokat in 
Wien (gest, 1873), als „sehr gut". 

4. W. A. Mozart im Galakleide. Oelgemälde. Kniestück. (81 cm 
hoch und 62 cm breit), im 7. Lebensjahre, an einem Klavier stehend. Viel- 
leicht noch vor der Rückreise nach Salzburg in Wien gemalt. Maler un- 
bekannt. 

Dieses Bild entstand in der Zeit, als der nahezu 7jährige Wunderknabe zu seinemi 
ersten Auftreten am Hofe der Kaiserin Maria Theresia in Wien am 13. Oktober 1762 
mit einem vollständigen Hofanzuge, wie ihn damals die Erzherzoge trugen, beschenkt 
worden war, in welcher Galatracht er mit der Schwester und dem Vater am genannten 
Tage abends 7 Uhr nach Schönbrunn zu Hofe fuhr, wo die Familie 3 Stunden ver~ 
weilte. — Am. 21. waren sie wieder dahin befohlen worden, wonach Wolfgang am 
Scharlachausschlage erkrankte. — Das Bild kam durch die Witwe Constanze an das. 
Mozarteum. 

Sein rundes, frisch gerötetes, pausbäckiges Gesicht mit einem ganzen Himmel vorr 
kindlicher Innigkeit um Auge und Mund, läßt, wenn auch noch nicht bestimmt, doch 
schon andeutend, im Ausdrucke die späteren Gesichtszüge erkennen, die typisch ge- 
worden sind 

Im Briefe aus Wien vom 19. Oktober 1762 an Kaufmann Johann Lorenz Hagen- 
auer, seinen Hausherrn, erwähnt Leopold Mozart des erhaltenen Hofkleides für "Wolf- 
gang und dessen Schwester. Er schreibt: „Wollen Sie wissen, wie des Woferl (Wolf- 
gangs) Kleid aussieht? Es ist von feinstem Tuche, lilafarben; die Weste von Moir, 



*) Am 14. Juni 1823 schreibt Constanze, nunmehr Etatsrätin [von Nissen, aus München an Spontii:i 
nach Berlin: „Seit 4 Wochen bin ich also hier und werde alle meine (6) Gemälde, die in der „Biographie W. 
A. Mozarts" von Nissen in Steindruck erscheinen sollen (die Porträts: „G. N. von Nissen", „Die Familie 
Mozart", „Mozart im Galakleide", „Mozart als Mann", „Constanze", als dessen Ehefrau, und „Mozarts Söhne") 
durch die Güte des Ritters von Cornelius, Direktor der bildenden Künste, dahinbringen, daß es lauter 
Kunstwerke seyn sollen. Dieser große Mann, der mich aus Verehrung für Mozart, so wie Sie, mein Freund, 
mit der grössten Freude aufnahm, bietet nun alles mögliche auf und hültt mir, dass die Gemälde aufs Beste 
und Schönste gemacht werden, um der Mozart'schen Biographie würdig zu seyn, ja er legt sogar selbst Hand 
an. Welch ein Mann, der König kann stolz seyn, ihn, der seit 300 Jahren seynensgleichen nicht hat, zu 
besitzen. 



nämlicher Farbe, Rock und Camisol mit doppelten und breiten Goldborten. Es war für 
den Erzherzog Maxmilian gemacht. Der Nannerl ihr Kleid war das Hofkleid einer 
Erzherzogin (Maria Antoinette). Es ist weiß brochirter Taffent mit allerhand üarnier- 
ungen". 

5. Maria Anna Mozart im Galakleide. Oelgemälde. W. A. Mozarts 
Schwester im 12. Lebensjahre, gleichzeitig mit dem Vorgenannten von 
einem unbekannten Maler in gleicher Rahmengröße gemalt. 

Sie erscheint auf diesem Bilde nicht minder anmutig, wie ihr Bruder, aber doch 
abweichend von der obigen Mitteilung des Vaters, im festabschließenden, rötlich-violetten, 
ausgeschnittenen und mit reicher Spitzengarnierung versehenen Miederkleide, die Arme 
frei, trägt eine Perücke, auf derselben ein kleines Schmuck-Bouquet, wie Flieder, in den 
Ohren dreifache, lange Diamantgehänge und der Brust ist ein blaßviolettes Blumen- 
sträußchen vorgesteckt. Auch sie steht an einem Klavier, auf welchem ein Notenblatt 
aufliegt, mit ein paar Takten lesbar im Sopranschlüssel und ^/4-Takte (in C-dur), die 
aber als Komposition unbekannt sind. 

Marianne, von den Ihrigen nach der Salzburger Mundart „Nannerl" genannt, 
wurde am 30. Juli 1751 zu Salzburg geboren, ihre Jugend- und Bildungsgeschichte fiel 
mit jener ihres Bruders zusammen. Sie war mit dem Vater und Bruder auf den ersten 
vier Kunstreisen: nach München im Jänner 1762, nach Wien im Oktober 1762, auch 
außer Deutschland nach Paris, London, Holland, in die Schweiz vom Juni 1763 bis Ende 
November 1766 und nach Wien im September 1767. Während der weiteren sechs Kunst- 
reisen ihres Bruders mit dem Vater, blieb sie bei der Mutter im elterlichen Hause zurück, 
half den Haushalt mit besorgen, verfertigte Spitzenarbeiten und bildete sich im Klavier- 
spiele zur Virtuosin und Lehrerin weiter aus. Sie vermählte sich am 23. August 1784 
mit dem Witwer, dem salzburgischen Hofrat und Pfleger zu St. Gilgen, Joh. Bapt. 
Keichsfreiherrn von Berchthold zu Sonnenburg, welcher dritten Ehe seitens ihres Gatten 
(geb. 22. Oktober 1736), der 1792 der erste Reichsfreiherr seines Geschlechtes 
ward, ein Sohn und zwei Töchter entstammten. Marianne wurde am 26. Februar 1801 
Witwe, nahm mit ihren Stiefkindern, dann dem Sohne Leopold*) und ihrer Tochter 
Jeanette (geb. 23. März 1789, gest. L Sept. 1805 zu Salzburg) — eine zweite Tochter 
Maria (geb. 27. November 1790) starb schon am 24. April 1791 zu St. Gilgen — von 
ihrem verstorbenen Gatten mit einem lebenslänglichen Fruchtgenuß von jährlich 300 fl. 
bedacht, ihr Domizil in Salzburg und damit auch wieder den Klavierunterricht auf. Zu 
ihren Schüler/i zählten ihre Tochter Jeanette seit 1795, Volderauer, Frau von Cantori 
(geb. Heffter), Matth. Gschnitzer u. a. Hochgeachtet und beliebt, wohnte sie mit be- 
quemen Auskommen im Rubinig- (jetzt Buxbaum-) Hause i.i der Sigmund Haffnergasse 
Nr. 12, 3. Stock, hatte das Unglück, im Jahre 1825 zu erblinden**), starb am 29. Oktober 
1829, nachmittags 12\'2 Uhr an Entkräftung und wurde zufolge ihrer letztwilligen Codi- 
cillbestimmung vom 1. Juli 1827: „daß sie, statt (wie sie es im Testamente 
wollte) auf St. Sebastian in das Grab ihres Vaters, — nach St. Peter, 
in die sogenannte Commungruft begraben werden will", auch dahin be- 
stattet. Es war ein Jahr früher (26. März 1825), als Constanze von Nissen (deren Schwä- 
gerin) Liren zweiten Gatten, von Nissen, in das Grab von Mariannens Vater, (Leopold 
Mozart), bestattet hatte und dem Ersteren das Denkmal errichten ließ, worauf aber, wie 
bereits bemerkt wurde, der Name „Leopold Mozart" fehlte, vielleicht auch der bezüg- 
liche Gedenkstein ihres Schwiegervaters entfernt wurde. Darüber hatte nun Marianne 
alle Ursache verstimmt zu sein und wünschte daher auch nicht seinerzeit das Grab mit 
ihr zu teilen. Ueberdies stand Marianne mit Constanze seit ihres Bruders Tod (5. De- 
zember 1791) in- keinem näheren Verkehr, auch nicht als beide in Salzburg lebten. „Sie 

*) Dieser wurde geboren 27. Juli 1785, mittags, in seines Großvaters und Taufpatens Leopold Mozarts 
letzter Wohnung (heute Makartplatz Nr. 8) und getauft am selben Tage abends 5 Uhr in der alten, von 1401 
bis 1851 bestandenen St. Andreaskirche. — Er vermählte sich in Bregenz am 16. April 1816 mit Therese 
Sophie Fug.<;s (geb. 8. Juni 1795), der Tochter des fürstl. Oettingen Wallersteiner'schen Hofrates und Land- 
vogtes zu Utzwingen, und seiner Gattin Marianne von Auer. Er war vorher (1803—1808) beim k. k. Inf.-Reg. 
Stain, 1899 Leutnant, dann Oberleutnant der Salzburger Landwehr, 1813 k. bayr. Mautstationist zu Flos in 
Tirol. In Bregenz wurde ihm als provisorischen Maut-Oberamts-Kontrollor 1817 eine Tochter Henriette ge- 
boren — die einzige Großnichte W. A. Mozarts — welche in Innsbruck die Ehefrau des Militär-Verpilegs- 
beamten Franz Forschter wurde, der i. P. mit seiner Familie nach Graz übersiedelte. Leopold, ihr Vater, 
starb am 15. Mai 1840 zu Innsbruck als Cameral-Kontrollor und Henriette am 18. Mai 1890, nahezu 73 Jahre 
alt, an Altersblödsinn im Irrenhaus „Feldhof" bei Graz, wo sie seit 12. Juni 1838 untergebracht war, und sich 
auch ihre Tochter Berta (geb. 11. Juni 1842) seit 16. Mai 1888 zum sechster Male und noch derzeit (Sep- 
tember 1935) — über 64 Jahre alt — befindet, während Forschters Sohn Gustav (geboren 1841) als k. k. 
Oberleutnant im In .-Reg. Nr. 42 am 23. Dezember 1875 zu Theresienstadt an Gehirntyphus starb. 

**1 Constanze von Nissen schrieb 1829 an Madame Spontini nach Berlin: ,,Am31. Oktober 1829 wurde 
meine gute Schwägerin begraben; Gott Lob und Dank, daß diese gute, durch vier Jahre blinde Frau es über- 
standen hat." (,, Katalog der Autographensammlung" von Leo Lippmanns Sohn, Berlin 1892). 



hatte seit dem Jahre 1801 keinen Brief mehr von Constanze erhalten, wußte von deren 
Kindern (Karl und Wolfgang) gar nichts und erfuhr der Schwägerin Wiederverehelichung 
mit Nissen nur durch Fremde", wie sie am 2. Juli 1819 an Regierungsrat von Sonn- 
leithner schrieb. — Ihr Sohn Leopold errichtete ihr in der St. Peterkirche, neben Michael 
Haydns Denkmal und dem Gedenksteine für Ritter Sigmund von Neukomm, eine Votiv- 
Tafel. 

In dem am 31. Oktober 1829 publizierten Testamente (vom 20. Oktober 1823) ist 
Marianne noch selbst unterschrieben, das Codicill vom 1. Juli 1827 hiezu ist gefertigt 
mit dem Wappen und drei Kreuzen „als Handzeichen der (1825) erblindeten Erblasserin." 
Im Letzteren verfügte sie u. a.: „daß 1. ein alter gefaßter goldener Ring mit 11 Diaman- 
ten, 2. ein Kreuz von Granaten, 3. zwei goldene Ohrringe mit blauen Steinen, 4. ein 
geschmolzenes Angehäng, 5. ein silbernes Riechbüchsel in einer hölzernen Kapsel und 
6. die Wanduhr in ihrem Schlafzimmer nach dem Tode des Sohnes Leopold, ihres 
Universalerbens, den Relikten der Familie Mozartübergeben werden sollen, weil selbe 
noch von der Verlassenschaft der Urgroßmutterherrühren, und, was ich hoffen will, 
auch denselben schätzbar bleiben werden," welcher Verfügung aber nachgehends nur 
teilweise entsprochen wurde. 

Marianne hinterließ ihrem oberwähnten Sohne Leopold in Barem 146 fl. 18 kr.^ 
eine Medaille auf die Vermählung des bayrischen Kronprinzen Ludwig (1825— 1848 König 
Ludwig I.), eine solche mit dem Porträte Mozarts, eine goldene Schaumünze, Pretiosen, 
und an Obligationen und Schuldurkunden 6975 fl., ferner Leibeskleidung, Wäsche, Zimmer- 
einrichtung und ein Pianoforte (ein Klavichord), wofür die Versteigerung einen Erlös 
von 643 fl. 39 kr. erzielte. Sperrelation vom 30. Oktober 1829. (Siehe „Mozartiana" : 
Mozartstudien, 5. Folge, von Joh. Ev. Engl, im XVII. Mozarteums-Jahresberichte 1897 
„Testament, Codicill u. s. w., der Schwester W. A. Mozarts" und „Die reichsfreiherr- 
liche Familie von Berchthold zu Sonnenburg." 

6. W. A. Mozart von Fr. Schwörer. Stahlstich von P. Barfuss in 
München. Ein vollständig idealisierter Mozart. Eigentum der Verlagshand- 
lung Bruckmann in München (noch im Dezember 1887). 

„Jung groß, spät erkannt, nie erreicht" stand auf dem ersten Grabstein von grauem 
Marmor, den die berühmte Sängerin Marie Hasselt-Barth über Mozarts vergessenen und 
nur mehr vermutlichen Grabe am 30. Jänner 1844 errichten ließ, bevor es die Wiener 
Kommune am 6. September 1859 mit ihrem Denkmale und dem Werke Hans Gassers 
schmückte, — die kürzeste, inhaltsschwerste Biographie in sechs Worten! Der Grab- 
stein ist seither verschwunden und das Denkmal wurde im Frühjahre 1891 auf den 
Wiener Zentralfriedhof überführt und dort in der Komponistenecke im Halbkreise wieder 
aufgestellt, der seit 1888 auch die Gräber Beethovens, Schuberts und seit 1890 jenes 
Glucks umschließt. 

Im „Anhang" zu Nissens „Biographie W. A. Mozarts" (1828), werden bereits 51 ex 
professo erschienene „Biographien" und 30 darauf bezügliche „Druckschriften" erwähnt. 

Geboren zu Salzburg 27. Jänner 1756, abends 8 Uhr, wurde Mozart tags darauf 
um 10 Uhr vormittags in der alten rechtsseitigen Taufkapelle des Domes getauft. 

Zur „Chronik des Geburtsjahres Mozarts" möge hier auch ein trauriges Ereignis 
mitgeteilt werden. Auf der Kapuzinerstiege zum „Johanniskirchlein" findet sich an der 
Rückseite desselben unter dem Thorbogen eine kleine Marmortafel eingemauert, deren 
Inschrift meldet: „Anno 1756 Seind hier an einem Sonntag vor Portiuncula (Anfangs 
August) im Gedränge 6 arme Persohnen Elend zertretten worden. Gott gebe ihnen die 
ewige Ruhe. Pater noster, Ave Maria." — In dieses sein Geburtsjahr fiel auch der 
Beginn des siebenjährigen Krieges (1756—1762) Friedrich II. des Großen mit Oester- 
reich unter Maria Theresia, worauf sich so manche Stellen der Briefe des Vaters Mo- 
zarts an seinen Hausherrn Lorenz Hagenauer während der großen Auslandsreise (1763 — 
1766) mit den beiden Kindern beziehen. 

Mit dem dritten Jahre schon zur Kunst angeregt, genoß Mozart bereits im vierten 
Jahre die Unterweisung seines Vaters im Pianofortespiel, machte als Violin-, Pianoforte- 
und Orgelspieler, Sänger und Komponist in den ersten 24 Jahren seines Lebens zehn 
Kunstreisen, gab mit 7 Jahren seine ersten drei Sonaten im Stich heraus, wurde 1769 
„hochfürstlich salzburgischer Violinist und Konzertmeister" am erzbischöflichen Hofe 
ohne Gehalt, 9. August 1772 mit 150 fl. R.-W., 17. Jänner 1779 daselbst „Hof- und Dom- 
organist" mit jährlich 450 fl., 8. Juli 1770 „Ritter vom goldenen Sporn" (wie seinerzeit 
Gluck) durch den Papst Clemens iV. zu Rom, 10. Oktober 1770 Mitglied der „academica 
filarmonica" in Bologna, 5. Jänner 1771 Ehrenkapellmeister der „academica filarmonica" 



in Verona, im Juni 1781 in Wien, sich vom dort gleichzeitig anwesenden Erzbischofe 
in Salzburg lossagend, an Stelle Ritter von Glucks, 7. Dezemberl787 „k. k. Kammer- 
Kompositoi" mit 800 fl. Gehalt — Kapellmeister in wirklichen Diensten Seiner k. k. 
Majestät" stand auf den Anschlagzetteln des „Don Giovanni" (29. Oktober 1787) — 
heiratete am 4. August 1782 in Wien seine innigst geliebte Constanze*) und erhielt am 
9. Mai 1791 auf sein Ansuchen die Ernennung zum „Kapellmeister-Adjunkten" ohne 
Gehalt vom Magistrat bei der St. Stephans-Domkirche in Wien. Von den nahezu 
36 Lebensjahren, worauf ihm, da er zu Wien am. 5. Dezember 1791, nachts 1 Uhr, 
verschied, nur 1 Monat und 22 Tage fehlten, verlebte er die ersten sechs Jahre der 
Kindheit zu Hause, weitere zehn Jahre, mit mehrfacher Unterbrechung, gleichfalls zu 
Salzburg in erzbischöflichen Diensten, etwas über neun Jahre auf 10 Kunstreisen, die 
übrigen etwas über zehn Jahre in Wien, schrieb in der Zeit von 30 Lebensjahren 
(1761—1791) 626 Werke (106 solcher in Salzburg), dazu zählen noch über 40 verloren 
gegangene und 114 unvollendete. Er hatte nebstbei in der ersten Jugend Latein, Fran- 
zösisch, Englisch und Italienisch erlernt. Von den in der Zeit vom 17. Juni 1783 bis 
26. Juli 1791 geborenen fünf Söhnen und zwei Mädchen überlebten ihn nur das 2. und 
7. Kind : die Söhne Karl und Wolfgang Amadeus. Merkwürdiger Weise ist in Wissens 
„W. A. Mozart" pag. 569, zu lesen: „Mozart zeugte vier Kinder" und hinwieder pag. 
585: „Mozart hinterließ von sechs Kindern, nämlich von vier Knaben und zwei Mäd- 
chen, nur zwey Söhne", trotzdem ihm, als er die Biographie compilirte, seine Frau, 
ehemals Constanze Mozart, zur Seite war, die doch am sichersten wissen konnte 
und mußte, wie viel Kinder sie ihrem ersten Gatten Mozart geboren hatte. Beide An- 
gaben der Kinderzahl sind falsch! Wie der Vater Leopold, so erfreute sich auch sein 
Sohn eines siebenfachen Kindersegens, nur bestand dieser bei ersterem aus 3 Knaben 
und 4 Mädchen, bei Letzterem aus 5 Knaben und 2 Mädchen. 

W. A. Mozart hinterließ bei seinem Ableben der Witwe und den zwei Söhnen 
60 fl. Bargeld, an abgeschätzten Habschaften (Zimmereinrichtungen etc.) 532 fl. 9 kr., in 
Summa 592 fl. 9 kr., welchen 918 fl. 16 kr. Forderungen gegenüberstanden, wonach also 
326 fl. 7 kr. unbedeckter Rückstand blieb, ungerechnet noch unangemeldete Schulden, 
welche, wie die Witwe in der Audienz bei Kaiser Leopold II versicherte, „mit ungefähr 
3009 fl. alle bezahlt werden könnten". (Siehe „Mozartiana": Mozartstudien, 3. Folge, 
im XIV. Mozarteums-Jahresberichte 1894: „Sperr-Relation, Eheversprechen, Heiratskontrakt, 
Trauunsprotokoll, Inventarium und Schätzung u. s. w., Mozart betreffend", von Jon. Ev. 
En-^l.) 

Und so starb der unvergleichliche Meister der Töne arm, so arm wie der Aermste, 
u. zw. an einem rheumatischen Entzündungsfieber, welches in Wien herrschte, und den 
gewöhnlichen Begleiterscheinungen dieser Krankheit. Baron Gottfried van Swieten, 
Präfekt der Hofbibliothek, Präses der Studienhofkommission, seit 1778 in Wien und 
seit 1782 mit Mozart im Verkehre, der reiche Mann und vornehme Gönner, übernahm 
die Sorge für das Begräbnis: Kondukt dritter Klasse, Bestattung in einem Schachtgrabe 
nebst anderen 15 Armen zu St Marx mit — 8 fl. 36 kr. und für den Leichenwagen 3 fl.! 
Daß er außer dieser Sorge auch die Kosten für eine anständige Bestattung des großen 
Künstlers hätte übernehmen können, daran dachte er oflenbar nicht. Die Mitwelt 
gab Mozart kaum das Nötigste, er aber machte viele reich und den größten Reichtum 
hinterließ er der Nachwelt in seinen vollendeten 626 Werken, wovon nur der sechste 
Teil der Manuskripte in Oesterreich blieb. „Was er getan und was er sich versagte, 
wiegt gleich schwer in der Wage seines Ruhms." (Grillparzcr, I. Bd. „Sämtliche Werke"). 

Der Witwe wurde ausgiebiger Beistand durch die zu Beginn des Jahres 1792 er- 
folgte Aufführung des „Requiem", welche Einnahmen die Schulden bezahlten, durch 
Verkauf des musikalischen Nachlasses und ihre unternommenen Konzertreisen, wie ihn 
Mozart während seines Künstlers Erdenwallen niemals fand! 

Em. Schikaneder, Direktor des Wiedener Bretterhaus-Theaters, für den Mozart 
die „Zauberflöte" schrieb und eine ergiebige Geldquelle schuf, starb 1812 in der Alser- 
vorstadt Nr. 30, und hinterließ nichts als 71 fl. — den Wert von Habschaften. 

Siehe „Biographie W. A. Mozarts" von Nik. von Nissen, (Leipzig 1828 in 
erster, und dann zweiter „wohlfeilem Ausgabe"); „W. A. Mozart" von Otto Jahn (Leipzig 
1856 in der ersten Ausgabe in vier Bänden, 1877 in zweiter, und durch Hermann Deiters 
(1889—1891) in dritter, 1905 in vierter Auflage und zwei Bänden; „Mozarts Leben 



*) Das junge Ehepaar schickte an den Vater Leopold am 3. April 1783 ihre beiden, wahrscheinlich 
vom Schwager Lange gemalten Miniatur-Porträte, welche Nissen seiner Biographie W. A. Mozarts in Stein- 
druck, pag. 466, beifügte und worüber Wolfgang im mitfolgenden Brief schrieb: ,,Mir scheint, sie gleichen 
beide gut und alle, die es gesehen sind der nämlichen Meinung." Beide Bilder finden sich als Photographien 
seit 23. November 1902 im ,, Mozart-Album". Von dem Verbleib der Originalbilder wurde seit dem Ableben 
von Wolfgangs Schwester, die sie vom Vater erbte, nichts mehr bekannt. Mozart z^igt völlig den Typus, den 
der Bildhauer Posch in Berlin 6 Jahre später in seinem Relief-Medaillon festgehalten hat, und welcher die 
wirklichen Gesichtszüge, ebenso wie bei den diesen ähnlichen Mozart-Porträten, zur Anschauung bringt. — 



8 

und Werke" von Ulibischeff (Stuttgart 1859); „Mo zartbuch" von Dr. C. von Wurz- 
bach (Wien 1869); „Mozarts Briefe" von L. Nohi (Salzburg 1865 erste, Leipzig 1877 
zweite und 1905 dritte Auflage, leider in der Orthographie — mit Ausnahme jener der 
Knabenbriefe — in allen übrigen mit der heutigen vertauscht); „Ch r o n ol.-th em. V e r- 
zeichniss sämtlicher Werke W. A. Mozarts" von Dr. L. Ritter von Köchel 
(Leipzig 1862 und 1905). Die letztgenannte zweite Ausgabe bearbeitet und ergänzt von 
Paul Graf von Waldersee, bringt Köcheis Porträt und die Biographie desselben von 
Karl Viktor Reusch in Kannstatt. 

7. W. A. Mozarts Apotheose. Kupferstich. Erinnerungsblatt an die 
vom 6. bis 9. September 1856 in Salzburg abgehaltene Säkularfeier der 
Geburt Mozarts, gezeichnet von Professor Peter Johann Nep. Geiger und 
in Kupfer gestochen von Leopold Schmidt, beide in Wien. Druck von 
A. Weterroth in Salzburg. Verlag von Kunsthändler G. Baldi in Salzburg. 

In der Mitte des Bildes ist Mozart, an einer Orgel sitzend; im unteren Teil der 
Randzeichnung die Allegorie der „Symphonie"- und „Quartett-Musik", dargestellt durch 
vier singende Engel; über derselben eine reichbekränzte Leier; links die hervorragend- 
sten Gestalten aus der Oper „Zauberflöte" und „Don Juan": Tamino, Pamina, hinter 
beiden Papageno; ober diesen stürzt Don Juan in die Tiefe, verfolgt von dem Comthur 
und drei Dämonen mit Fackeln und Schlangen; rechts die Motette „Misericordia Domini" 
als arme verwaiste Familie; darüber das „Requiem" als eine trauernde Gestalt; ober 
derselben schwebend ein Engel, darauf hinweisend, daß das auf Erden Abgestorbene 
und Verwelkte im Jenseits wieder zu neuem Leben erblüht; in der Mitte des Bildes 
oben das „Ave, verum corpus" als Gesang der Engel versinnlicht, knieend vor dem 
Lamme Gottes mit dem Kreuze und dasselbe anbetend. 

8. W. A. Mozart am Splnett. Photographie von Würthle und 
Spinnhirn in Salzburg, nach dem im Mozarthäuschen auf dem Kapuziner- 
berge befindlichen Original-Oelgemälde von Romako aus Rom (geboren zu 
Wien, und gestorben dortselbst am 19. März 1889), gemalt während des 
„I. Salzburger Musikfestes" der „Internationalen Mozartstiftung" zu Salzburg 
1877, welches Gemälde von der Staffelei weg vom Vereine um 200 fl. zum 
Schmucke des Mozarthäuschens im Innern angekauft wurde. 

9. W. A. Mozarts Verherrlichung. Stahlstich, nach der Komposition 
und Zeichnung des Professors Führich, gestochen in Mannheim von F. Schuler. 

Mozart auf einem Folianten sitzend und sinnend, das Gefühlte aufzuführen; ihm 
zur Seite der Genius mit der Himmelsflamme und Euterpe, den Meister mit dem Lor- 
beerkranz schmückend; ober ihm die Repräsentantin der älteren Tonkunst, die heilige 
Cäcilia, an der Orgel, davon ihre Finger abziehend und auf die Klänge aus dem „Re- 
quiem" horcliend, die von dem vorbeiziehenden Leichenzuge zu ihr emportönen; an der 
entgegengesetzten Seite durch die Bogenöffnung eine Gesellschaft im Garten, eine der 
„Serenaden" aufführend; die beiderseits angebrachten Verzierungen stellen die Haupt- 
rollenträger der Opern j,Figaros Hochzeit", „Entführung", „Zauberflöte" und „Don Juan" 
dar; ganz oben weisen drei singende Engel auf die himmlische Abkunft der Musik und 
zwei andere verscheuchen die „Torheit" und das „Laster" ; eine Gruppe musizierender 
Kinder bildet den Schluß des Ganzen. 

10. W. A. Mozarts Büste. Gypsabguß nach der beim Mozarthäuschen 
aufgestellten, von Edmund Helmer modellierten und im Fernkorn'schen Atelier in 
Wien 1881 gegossenen Büste. Ein Geschenk des Herrn Baurates Baron Schwarz. 
Diese steht seit 28. September 1881, mit Lorbeerkranz und farbigen Schleifen 
geschmückt, in der Ecke, wo Mozart am 27. Jänner 1756 geboren wurde. 

Der weitere Bänderschmuck an den Wänden des Geburtszimmers rührt von den 
nicht minder wertvollen Kränzen her, die anläßlich des am 27. Jänner 1906 mittags statt- 
gehabten großen Huldigungszuges zur 150. Jahresfeier von Mozarts Geburt bei dessen 
Monument niedergelegt wurden. 



II. Wand. 

11. Wolfgang Amade Mozart (jun.) im 34. Lebensjahre. Oelgemälde, 
Brustbild, (69 cm hoch, '57 cm breit), der jüngste Sohn und das siebente, 
letzte Kind W. A. Mozarts, gemalt und signiert 1825 von Karl Schweikart. 

Der Maler lebte zu Mozarts jun. Zeit, wie dieser, und noch in den 40er Jahren 
in Lemberg; er malte Porträte und aber auch für die dortigen Ausstellungen Bilder aus 
der Mythologie und Griechenzeit. 

W. A. Mozart jun., geboren 26. Juli 1791, im Sterbejahre und Sterbehause (Rauhen- 
steingasse Nr. 934 im kleinen „Kaiserstein-Haus", der zehnten und letzten Wohnung des 
Vaters, zu Wien,) und gestorben zu Karlsbad 29. Juli 1844, im Hause Nr. 448, abends 
9 Uhr, an Magenverhärtung, begraben auf dem Friedhofe bei der St. Andreaskirche, wo ihm 
auf seinem Grabe von Josefine Cavalcabo, geb. Gräfin Castiglioni, ein Denkmal errichtet, 
welches mit den letzten Grabresten am 29. Juli 1894 — nach fünfzig Jahren — auf den 
neuen Friedhof dortselbst übersetzt wurde, besaß Wolfgang das Talent des Vaters, 
welches ihn aber bei dem kolossalen Ruhme des Letzteren eher hemmend als fördernd 
durch das Leben geleitete. Er war „die trauernde Cypresse an seines Vaters Monu- 
ment" (Grillparzers Gedicht: „Am Grabe Mozarts, des Sohnes", 1844). Mit 7 Jahren 
spielte er schon die leichteren Klaviersonaten und Variationen des Vaters und wirkte 
1796 in einem Prager Konzerte mit, wo er das erste Papagenolied „Der Vogelhändler 
bin ich ja" aus der Zauberflöte sang. Seine Lehrer waren: Ritter Sigm. von Neukomm, 
Andreas Streicher, J. N. Hummel im Klavier, Salieri im Gesang, Abbe Vogler und Al- 
brechtsberger und in reiferen Jahren in Lemberg: Mederitsch (Gallus genannt) in der 
Komposition. Er gab 1804 im Theater an der Wien sein erstes Konzert, komponierte 
Klavier-Konzerte, Cantaten etc., erteilte vom 13. Jahre an Musikunterricht, nahm fran- 
zösischen, italienischen und englischen Sprachunterricht, trat 1808 als Lehrer in die Fa- 
milie des galizischen Grafen Baworowski, kam nach Lemberg in das Haus des k. k. 
Kämmerers von Janiszewski und lernte dort auch die Familie desGubernialrates Baroni- 
Cavalcabo keimen, mit welcher er bis ans Lebensende in den freundschaftlichsten Be- 
ziehungen blieb und dort auch die Tochter Julie unterrichtete; machte 1819 und 1820 
Reisen nach Rußland, Deutschland, Dänemark (wo er seine Mutter besuchte) und Ita- 
lien, gründete 1826 den Gesangverein „Cäcilia" in Le;iiberg, übersiedelte 1833 nach Wien 
und kam zur Denkmalenthüllung seines Vaters 1842 nach Salzburg, wo er vom „Dom- 
musikvereine und Mozarteum" zum Ehrenkapellmeister ernannt wurde. Kränkelnd schon 
im Winter 1843, suchte er Hilfe in Karlsbad, die er nicht finden konnte. Er hinterließ 
von 1804—1827 zahlreiche geschriebene Werke für Pianoforte-, Solo- und Chorgesang und 
iüY Orchester. 

Nissens „Mozart-Biographie" enthält pag. 595 bis 612 „W. A. Mozarts des Sohnes 
Biographie und Briefe", Gassners „Zeitschrift für Deutschlands Musikvereine und Dilet- 
tanten" (Carlsruhe 8") IV. Bd. pag. 364, und die „Allgemeine Wiener Musik-Zeitung", 
herausgegeben von A. Schmidt, V. Jahrg. (1845), Nr. 60 und 61: „Des Sohnes W. A. Mo- 
zarts Vermächtnis an das Mozarteum in Salzburg". 

Es befand sich darunter eine große Sammlung praktischer Musikwerke in größten- 
teils gestochenen oder schön geschriebenen Partituren der klassischen Meister: Händel, 
Familie Bach, Graun, beider Haydn, Cherubini, Beethoven und seines Vaters, eine Partie 
theoretischer Werke über Musik, dann fast alle musikalischen Zeitungen von ihrem Ent- 
stehen in seiner Zeit bis in sein letztes Lebensjahr, endlich aber, insoweit sie nicht 
schon früher an Julie Baroni-Cavalcabo in Lemberg geschenkt wurden, viele Reliquien 
seiner Familie, den Vater und Großvater betreffend, darunter 64 Autographe von Frag- 
ment- und 3 vollständig ausgeführte Kompositionen, 2 Studien und die eigenhändigen 
Briefe derselben, von welchen nur ein kleiner Teil zur Besichtigung hier aufgestellt ist. 
Karl Moyses hat aber (Salzburg 1862 bei Duyle am Mozartplatz) in 10 unpaginierten 
Blättern den„Systematisciien Katalog über sämtliche im Mozartarchiv 
befindlichen Autographe und sonstige Reliquien W. A. Mozarts" in 
Druck gelegt. 

12. Wolfgang Amade und Carl Mozart (W. A. Mozarts Söhne). 
Oelgemälde, Brustbild (70 cm hoch, 56 cm breit), gemalt in Wien vom 
dänischen Maler Hans Hansen 1802. 

Nachdem die Mutter Constanze vom Maler Hansen 1802 in Wien gemalt wurde, 
so konnte sicher angenommen werden, daß dieser im gleichen Jahre auch die beiden 
Knaben malte: Wolfgang im 11. und Karl im 18. Lebensjahre. 



10 

Eine Lithographie dieses Bildes ohne Angabe des Zeichners und Lithographen findet 
sich auch in Nissens „Biographie Mozarts" pag. 585. 

Die Witwe Constanze Mozart bezeichnet selbst dieses Originalgemälde in ihrem 
Testamente als „Gemälde brüderlicher Liebe", „vom Maler Hansen in Kopen- 
hagen gemall": und testierte es ihrer Schwester, Sophie Haibl, diese wieder an das 
Mozartmuseum. 

Es ist zweifellos in dieser Stylisierung ein Fehler unterlaufen und sollte das 
Testament an dieser Stelle richtiger lauten: vom Maler Hansen aus Kopenhagen gemalt. 

13. W. A. Mozarts Schwester Marianne. Oelgemälde von einem 
unbekannten Maler. Brustbild, eine vortreffliche und in der Malweise der 
Originalvorlage gleichwertige Kopie nach dem im Besitze der Kaufmanns- 
Witwe, Frau Anna Koch, hierorts befindlichen Originalbilde, gemalt im Novem- 
ber 1893 vom k. u. k. Hofphotographen Eduard Bertel, und ein Geschenk 
des Letztgenannten. 

Das Originalbild dürfte vielleicht aus der Graf Laktanz Firmianischen Gemälde- 
gallerie im Schlosse Leopoldskron (seit 1736 Firmianisches Familienfideikommis) her- 
rühren, welche Gemälde L. Hübner in der „Beschreibung der Haupt- und Residenzstadt 
Salzburg" (1792, 1. Bd. 418—437) aufzählt, wenn es gleichwohl zu dieser Zeit dort 
nicht mehr verzeichnet aufscheint. 

14. Carl Mozart im Mannesalter. Oelgemälde im Oval (65 cm breit,. 
46 cm hoch). Brustbild. Gemalt wahrscheinlich von einem italienischen 
Maler und in Mailand. 

Geboren zu Wien am 17. September 1784 in der sechsten Wohnung seiner Eltern 
dortselbst (Judenplatz Nr. 24 — „Managetta-Haus"), das zweite Kind Mozarts, ge- 
storben zu Mailand 31. Oktober 1858, widmete sich derselbe anfangs dem Kaufmanns- 
stande, betrat aber später die Beamten- Karriere, in welcher er schließlich die Stelle eines 
k. k. Staats-Buchhaltungs-Otfizial bekleidete, in den letzteren Jahren in Pension trat und 
die übrige Zeit in Mailand im Hause des Obersten Casella, zuletzt in seiner eigenen 
Villa verlebte. Er spielte Klavier mit großer Geschicklichkeit, jedoch ohne seinen Vater 
oder jüngeren Bruder darin erreicht zu haben. Zur Feier der „Enthüllung des Denk- 
males" (4.-5. September 1842) für seinen großen Vater, kam er, wie sein jüngerer 
Bruder Wolfgang, zur „Mozart-Säkular-Feier" (6.-9. September 1856) aber nur mehr 
allein nach Salzburg, nachdem sein Bruder und alle seine nächsten Verwandten bereits 
gestorben waren, wo er in der Villa der ihm aus Mailand befreundeten seit 1853 hier 
domizilierenden Familie des Joh. B. Ritter von Vinetti (heute Villa Dr. Hitschfeld) in 
Schallmoos, Weiserstraße Nr. 16, seit Jänner 1900 im Besitze der Universalerbin, Fräu- 
lein Amalie Korber), Wohnung nahm, von welcher Familie eine Tochter, später ver- 
heiratete Frau von Schullern, seinerzeit seine Privatschülerin war. Kurz vor seinem 
Tode erhielt er aus Paris für die dreimalige Aufführung der „Hochzeit des Figaro", 
welche 80.000 Fr. eintrug, eine unerwartete Tantieme im Betrage von 20.000 fl. Als er 
erkrankte, erfreute er sich auf seinem Landgute der zärtlichen Pflege und Sorgfalt der 
Sängerin Carlotta Maironi-Zawertal, welche in dessen Hauskonzerten häufig seines Vaters 
Kompositionen sang. 

Er ernannte in seinem Testamente das „Mozarteum" zu seinem Universalerben. 
Durch diesen Nachlaß, des ferneren durch die Geschenke seines 
Bruders, dessen Mutter Constanze und ihrer Schwester, wie der 
Schwester seines Vaters, Marianne Freiin von Sonnenburg, ge- 
langte der Verein in den erfreulichen Besitz der vielen wertvollen 
Familien-Relikten, wie sie seither in den beiden Zimmern pietät- 
vollst aufbewahrt und zur Schau ausgestellt sich vorfinden. 

Karl Mozart war ein kleiner, schmächtiger Mann mit den schwarzen Augen seiner 
Mutter und wenig gebleichten Haaren, schlicht und höchst bescheiden in seinem Be- 
nehmen und hatte sich zum Italiener vollständig naturalisiert, sprach auch nur mehr ge- 
brochen deutsch und dieses mit italienischem Akzente. 

15. Johann Georg Leopold Mozart. Bleistiftzeichnung im braunen 
Eichenrahmen (19 cm hoch, 15 cm breit). Der Vater Violin spielend. Auf 
der Rückseite ist zu lesen: „Mozart vice Maestro di Capello". Diese Stelle 



11 

erhielt er am 18. Februar 1762, und so ist auch die Entstehung des Bildes 
nach diesem Jahre anzunehmen, als Leopold 42 Jahre vorüber alt war. 

Dieselbe stimmt im Wesentlichen mit dem später angefertigten Porträte im „Fa- 
milienbilde" überein, nur daß alle Züge weniger scharf sind und das Gesicht über- 
haupt voller ist. Als Wolfgang Mitte Oktober 1777 nach Augsburg kam, fanden Jugend- 
freunde seines Vaters, „daß er diesem akurat gleich sehe und nur ein wenig größer sei." 

16. Marie Anna Thekla Mozart im 20. Lebensjahre. Bleistift- 
zeichnung, eingelangt von Augsburg in Salzburg im Februar 1778 (19 cm 
hoch, 15 cm breit). Sie ist die Tochter des jüngsten Bruders von Mozarts 
Vater Leopold, des Buchbinders Franz Alois, Wolfgangs Cousine, von ihm 
immer nur „liebes Bäsle" genannt. Maria Anna Thekla war geboren am 
24. September 1758 zu Augsburg und gestorben am 25. Jänner 1841 zu 
Baireuth an gänzlicher Entkräftung im Hause des Postdirektors Streitel, im 
80. Lebensjahre. 

Mozart unternahm am 26. September 1777 mit seiner Mutter die große „Franzö- 
sische oder Pariser Reise", auf der er nicht nur sein „Bäsle" in Augsburg, wo er vom 11. 
bis 26. Oktober verblieb, sondern auch später seine Liebe, Aloisia, und deren Schwester, 
seine spätere Frau Constanze Weber, in Mannheim kennen lernte, seine Mutter in Paris 
am 3. Juli 1778 durch Tod verlor und von dort allein Mitte Jänner 1779, zögernd insbe- 
sonders in München, nach Salzburg zurückkehrte. Diese Reise wurde namentlich durch 
seine Bekanntschafl mit den „Weberischen" in Mannheim, welche er dann in Wien im 
Mai 1781 fortsetzte, „als er den Erzbischof Hieronymus bis zur Raserei haßte" und aus 
dessen Dienst trat, seine verhängnisvollste Reise, verhängnisvoll für den ganzen Lebens- 
lauf! — Er schrieb dem Bäsle wiederholt während der Reise und traf sie auf der Rück- 
reise in München, von wo sie bald nach seiner Ankunft nach Salzburg auf zweiwöchent- 
lichen Besuch kam. So schreibt er auch am 25. Oktober 1777 aus Augsburg an seinen 
Vater: „Gestern hat sie sich (das Bäsle) mir zu Gefallen französisch angezogen. Da 
ist sie um 5 Prozent schöner." — Wolfgang hatte ihr sein Medaillon-Porträt geschenkt, 
und sie mußte ihm versprechen, sich für ihn in französischer Tracht zeichnen zu lassen. 
Sein Medaillon (4 cm hoch, 2*8 cm breit) zeigt Wolfgang in rotem Frack mit ein. acher 
Frisur, das jugendliche Gesicht mit den klugen blauen Augen. Dieses Bild blieb ein 
Erbstück in der Familie des Postdirektors Streitel in Bayreuth, als welches es zuletzt 
an dessen Urenkelin, Frau Justizrat Marie VogI, in Regensburg überging, deren Güte das 
„Mozart-Album" eine getreue photographische Reproduktion nach diesem Originale seit 
31. Jänner 1903 verdankt. 

Am 3. November 1777 verkündet der Vater: „Kommenden Sonntag wird der trau- 
rige Abschied (am Vorabend der Abreise von Mutter und Sohn von Augsburg nach 
Mannheim, d. i. am 25. Oktober) der zwei in Tränen zerfließenden Personen, (des Wolf- 
gangs und des Bäsle), auf der Scheibe erscheinen" und berichtet hierüber am 17. No- 
vember: „Gestern war Bestgeber beim Schießen Herr Wolfgang Mozart, die Scheibe 
war allerliebst. Eine Augsburgerin stand rechter Hand und präsentierte einen jungen 
Menschen, der Stiefl an hatte und reisefertig war, einen Reisebusch (Boukett), in der 
anderen Hand hatte sie ein erstaunlich auf dem Boden nachschleppendes Leintuch, wo- 
mit sie sich die weinenden Augen abtrocknete. Der Chapeau hatte auch ein dergleichen 
Leinlach, tat das nämliche und hielt in der anderen Hand seinen Hut, auf dem das 
Zentrum war, leichter zu sehen als auf dem Reisebusch. Oben stand geschrieben: 
„Adieu mein Jungfer Bas! — Adieu, mein lieber Vetter! Ich wünsch zur Reise Glück, 
Gesundheit, gutes Wetter: Wir haben 14 Tag recht fröhlich hingebracht; das ist's, 
was beyderseits den Abschied traurig macht. Verhaßtes Schicksaal! — ach! ich sah sie 
kaum erscheinen; so sind sie wieder weg? — wer sollte nun nicht weinen?" — Ein 
ähnliches Bildchen ist noch erhalten und im Glaskasten ausgestellt. — Im Briefe vom 
2. Februar 1778 meldet der Vater seiner Frau nach Mannheim; „Sie (das Bäsle) hat dem 
Wolfgang ihr Porträt nach Salzburg geschickt, das er immer von ihr verlangte." Es ist 
die hier in Rede stehende Bleistiftzeichnung. — Vater Mozart war damit 
nicht zufrieden; er hätte seinem Bruder die unnütze Auslage gerne erspart gesehen. 
Diese Zeichnung von keinem großen Meister, zeigt das gutmütige und lustige Gesicht 
des Bäsle, das etwas derbe Formen hat und, ohne schön zu sein, doch recht angenehm 
aussieht. Uebrigens trägt sie die gestickte Ringelhaube, die ihr gut steht, und keine 
Frisur; ein kleines schwarzes Tuch ist um den Hals geschlagen. (0. Jahn, II. Bd., pag. 74.) 



12 

Das „Bölzlschießen" (mit Bolzt n aus der Armbrust) war ein Sonntag-Nachmittags- 
Vergnügen innerhalb des Mozart'schen Freundeskreises. (Siehe „Mozartiana", Mozart- 
studien, 4. Folge, im XV. Mozarteums-Jahresberichte 1895; „Der Freundeskreis Mozarts 
in Salzburg" von Freiherrn Karl von Sterneck und Joh. Ev. Engl. Es fand abwechselnd, 
wie schon erwähnt in den Familien Molk, Gilowsky, Schiedenhofen, Barisani, Hagen- 
auer etc. und auf einer Scheibe statt, welche mit spaßhaften Erlebnissen und erklären- 
den Verszeilen geziert war, wie sie nach der Reihe jeder Bestgeber beistellte, lieber 
Gewinn und Verlust wurde sorgfältig die Kreuzerrechnung geführt und daraus von Zeit 
zu Zeit eine Festivität, ein Schützenmahl, bestritten. Mozart erkundigte sich brieflich 
noch 1781 (4. Juli und 22. Dezember) bei seiner Schwester nach der „Schießkasse", 
nach dem „Schützenmahl" und dem „Bestgeher". Dem „Schießen" schloß sich abends 
auch zieitweilig ein Spielchen („Wallachen") der Alten an, ein Spiel mit deutschen 
Karten. 

17. W. A. Mozart. Lithographie nach dem unvollendeten Porträt 
Mozarts, versehen mit dem eigenhändigen Namenszuge, welcher mit einigen 
von dessen dunkelbraunen Haaren umwunden ist. (jeschenk des Herrn 
Franzesko Carmagnola am 25. Mai 1841. 

18. W. A. Mozart. Photographie. Ovalporträt mit einem Durch- 
schnitt von 11 cm, nach der Vorlage des von Augustin de Saint Aubin 
nach dem Leben in bunter Kreide gezeichneten Porträt-Medaillon, während 
des Aufenthaltes Mozarts mit seiner Mutter und nach deren Tod zu Paris 
im Juli 1778. Es befand sich das Original in der Konsul Bamberg'schen 
Sammlung und kam durch die Versteigerung derselben 1894 in den Besitz 
des Rud. Phil. Goldschmidt in Berlin (Vogel, „Mozart-Porträts")- 

19. W. A. Mozart. Oelbild nach dem unvollendeten Originalbilde 
des Schwagers und Hofschauspielers J. Lange, kopiert und ausgefertigt von 
Josef Neugebauer, Historienmaler in Wien. Im Sommer 1878 kam es als 
Geschenk an den Archivar Franz Jelinek, der es dem „Mozart-Museum" 
einverleibte. 

20. Gedicht von Gnllparzer. „An Mozart" („Glücklich der Mensch, 
der fremde Größe fühlt") zur Enthüllung des Mozart-Standbildes am 4. Sep- 
tember 1842. Geschenk von der verstorbenen Frau Waly Reichenberger hier. 

(Siehe Grillparzers sämtliche Werke I, pag. 124, Stuttgart 1872.) 

21. W. A. Mozart am Klavier als Knabe. Oelgemälde, Kniestück, 
(89 cm hoch und 73 cm breit). Es wurde aus der Verlassenschaft des 
Kaufmannes Hagenauer, des Hausherrn und Freundes der Familie Mozart, 
in das Eigentum des viel späteren Geschäfts-Nachfolgers Angelo Saullich 
(1858) übernommen. 

Mozart sitzt im braunen Samtrock mit Süberstickereien vor dem Klavier, greift 
mit der linken, schön flach aufgelegten Hand auf die Tasten, die rechte Hand ruht auf 
dem rechten Schenkel. Auf dem am Klavier aufliegenden Notenblatte mit einem unbe- 
kannten Marsch-Adagio ist der Name wahrscheinlich eines wandernden Malers zu lesen: 
„Thaddäus Hebling. Inv. (enit^ et Pinx (it)"*). Der Name des vorgenannten Malers konnte 
in keinem Künstler-Lexikon aufgefunden werden. Für die Echtheit als Mozart-Porträt spricht 
nur die Tradition, und diese zugegeben, könnte dasselbe dem vermutlichen Alter nach 
nur in der Zeit der Anwesenheit Mozarts in Salzburg, zwischen November 1765 und Sep- 
tember 1767, vor der zweiten Wiener Reise, gemalt worden sein. Mit dem Vorhanden- 
sein der vermeintlichen Familienähnlichkeit laßt sich schon deshalb kein Beweis für die 
Echtheit führen, weil mehr oder weniger eine solche auch wechselseitig bei andern 
vorhandenen Bildern nicht apotiktisch behauptet werden kann, selbst dann nicht, wenn 



*) „Erfunden und gemalt". Damit unterzeichneten schon Raphael Santi (Sanzio) Michl Angelo (Bouna- 
rotti) und Andere im Mittelalter, und noch im 18. Jahrhundert ihre Schöpfungen. 



13 

das eine oder andere von Familienmitgliedern als „sehr gut" erklärt wurde. Am aller- 
wenigsten aber sprechen haltbar gegen die Echtheit der auf diesem Bilde vorfindlichen 
braunen (statt blauen) Augen, welche ja auch die Mozart-Porträts: Smissens (Nr. 30)^ 
im gleichen Alter, und die zwei gleichfalls bekannt gewordenen von Pompeo Battoni 
in Rom aus dem Jahre 1770 zeigen, zu welchem Mozart dem Künstler saß. Das Ori- 
ginalbild Battonis besitzt G. B. Davy fn Spean Lodge N. B. (Siehe Vogel: „Mozart- 
Porträts"). Die Künstler „schematisierten" eben seiner Zeit nicht nur die Ohren, wie 
Universitäts-Professor Dr. M. Holl in Graz in seiner vortrefflichen Schrift: „Mozarts 
Ohr" erwähnt, sondern auch die Augen und Hände, bezüglich letzterer Brücke in seiner 
Abhandlung: „Schönheit und Fehler menschlicher Gestalt" (Wien 1891, pag. 56) von Ant. 
van Dyck (gest. 1641) erzählt, „daß dieser auf seiner Reise nach England Modelle mit 
besonders schönen Händen mit sich geführt habe, um nach ihnen die Hände seiner 
Porträts zu malen, und ich (Brücke) habe nie gelesen, daß über die Unähnlichkeit der 
Hände auf diesen Porträts geklagt worden wäre." 

lieber die Anwendung und Deutung des „Invenit" jedoch ließe sich allenfalls noch 
streiten, beweisen jedoch nichts, da das Porträt ja auch aus der Erinnerung gemalt wer- 
den konnte und die wechselnden Besitzer desselben offenbar Anhaltspunkte besaßen, 
die sie bestimmten, dasselbe als jenes Mozarts zu bezeichnen, vor allen diesen: der 
Hausherr Joh. Hagenauer, von welchem sich die Tradition fortsetzte bis heute, von dem 
diese auch ausgegangen war. 

22. Gedicht von Alb. Weltner. „la Mozarts Geburtszimmer", zur 
feierlichen Eröffnung des „Mozart-Museums" durch die „Internationale Mozart- 
Stiftung" am 15. Juni 1880. 

Das „Mozart-Museum" entstand im Jahre 1841 bei der Gründung des „Dommusik- 
Vereines und Mozarteums" und wurde „Mozart-Archiv" genannt. Es war schon vom 
ersten Anfange an Eigentum dieses alten Vereines. Es vermehrte sich in seinen Schau- 
gegenständen allmählich und waren dieselben zuerst bei dem Vereins-Sekretär, Dr. Edlen 
von Hilleprandt, später im Landhause (Chiemseehof) aufgestellt. Als im Jahre 1880 die 
„Internationale Stiftung: Mozarteum" gegründet wurde, erfolgte die Trennung der Musik- 
schule „Mozarteum" von dem Kirchenorchester (dem „Dommusik-Verein"), der nun 
auch als solcher selbständig ins Leben trat. — Das „Mozart-Archiv" kam aber gleich- 
zeitig in das Eigentum des obigen und neuen Mozarteums und übersiedelte nunmehr 
als „Mozart-Museum" nach dem Geburtshause Mozarts. 

Herr Albert Weltner, ein Neffe Grillparzers, ist dermaliger Archivar der k. k. 
Hoftheater in Wien, seit 1880 förderndes Mitglied der „Internaiionalen Stiftung: „Mo- 
zarteum." 

23. Constanze Etatsrats-Witwe von Nissen. Kleines Aquarell auf 
Elfenbein (7 cm hoch, 5 cm breit). Gemalt 1826 von Thomas Spitzer in 
Salzburg. 

Thomas Spitzer, geboren 7. März 1779 in Perwang (bei Mattsee), war der Sohn 
eines Müllers aus Poschenau (bei Anthering), zuerst Tischler, dann Zeichner, Maler^ 
Uhrmacher und Bildhauer. Ein sehr anspruchsloser Mann. Er bildete sich selbst aus 
durch Lesen ausgewählter Schriften zu dem vielseitigen Künstler, der er war. Sein 
Selbstporträt ist im städtischen Museum Carolino Augusteum im Gemäldesaal aufgestellt, 
eine nicht minder vortreffliche Leistung. 

Die Ehefrau Mozarts, nach der Grabstein-Aufschrift, geb. zu Freiburg am 6. Jänner 
1763, starb am 6. März 1842 zu Salzburg, wenige Stunden, nachdem das IV4 Meterhohe 
Modell der Mozart-Statue eingetroffen war, welches seither im städtischen Museum 
seine Aufstellung fand. Constanzens Sterbehaus war das Haus Nr. 77 (alt) auf dem 
Mozartplatze. Sie liegt begraben im Grabe ihres Schwiegervaters Leopold Mozart, 
sowie der Mütter Karl Maria von Weber und ihres zweiten Ehegatten, Nik. von Nissen, 
im Friedhofe zu St. Sebastian, links auf dem mittleren Gange zur Gabrielskapelle, erste 
Reihe, 7. Grab. Constanze war zwei Jahre jünger, als ihre älteste Schwester Josefa 
(geb. 1761) — die am 17. September 1789 den Violinisten Hofer am Schikanedertheater 
heiratete, dann selbst dort als Sängerin auftrat, der Mozart die Partie der Königin der 
Nacht in der „Zauberflöte" für ihre „geläufige Gurgel", und die Bravour-Arie „Schon 
lacht der holde Frühling" (Köchel Verz. 580) schrieb und welche nachmals (als Witwe) den 
Bassisten Mayer ehelichte — und ein Jahr jünger als Aloisia (geb. 1762), aber ein Jahr 
älter als Sophie (geb. 1764), welche vier Schwestern die stimmbegabten Töchter des 
Kopisten und Souffleurs beim Mannheimer Theater Fridolin von Weber, waren. 



14 

Diese Familie lernte Mozart auf seiner großen Pariserreise im Jänner 1778 in 
Mannheim kennen, woselbst er, für die 16jährige Aloisia in Liebe erglühend, zum Ent- 
setzen seines Vaters den Gedanken einer Konzertreise nach Italien mit dem Vater 
Weber, mit der ältesten Josefa und Zweitältesten Tochter Aloisia faßte, wobei er im Stillen 
mit sich schlüssig war, letztere zu seiner Frau zu nehmen. Die Sopran-Arie mit Rezitativ: 
„Non so d'onde vienne" vom 23. Februar 1778 Mannheim (Köchel Verz. Nr. 295), ist für Aloisia 
geschrieben und das in Tönen gesetzte Liebesgeständnis Mozarts. Diese Arie war ihm so 
heilig, daß er später, als er sie dem Vater schickte, ihm schrieb: „er möge sie Niemandem 
zum Singen geben, denn sie sei ganz für die Weber geschrieben und passe ihr wie ein 
Kleid auf dem Leibe". Die Antwort auf das Reiseprojekt seitens des Vaters (12. Fe- 
bruar 1778) lautete jedoch kategorisch: „Fort mit Dir (und der Mutter) nach Paris und 
das balde und setze Dich großen Leuten an die Seite"! worauf Mozart am 24. März 
dort eintraf. — Die Weber'sche Familie übersiedelte im Oktober 1778 nach München und 
im Herbste 1780 nach Wien. — Am 25. Dezember 1778 von Paris nach München zurück- 
gekehrt, schien Aloisia ihn (Mozart) nicht mehr zu kennen. Da setzte er sich flugs ans 
Klavier und sang: „Ich laß das Mädel gern, das mich nicht will!" Der erste Roman war 
ausgespielt! Als Wolfgang dem Erzbischof von Salzburg, Grafen Hieronymus von Collo- 
redo, im Mai 1781 in Wien den Dienst kündete, quartierte er sich bei der alten Madame 
Cäcilie Weber ein, deren Tochter Aloisia seit Dezember 1780 als Opernsängerin am k. k. 
Hoftheater mit 1706 fl. 20 kr. Gehalt engagiert war. Hier verliebte ersieh in deren Schwester 
Constanze, die er am 4. August 1782 ehelichte. „Constanze" — so schreibt Mozart am 
15. Dezember 1781 an seinen Vater — „ist nicht häßlich, aber auch nichts weniger als 
schön. Ihre ganze Schönheit besteht in zwei kleinen schwarzen Augen und in einem 
•schönen Wachstum". — Am 5. Dezember 1791 zur Witwe geworden, lernte diese 1797 den 
dänischen Etatsrat Nik.v. Nissen kennen, mit dem sie sich im Jahre 1809 vermählte, zog mit 
ihm nach Kopenhagen und im Jahre 1820 nach Salzburg, wo sie sechs Jahre später zum 
zweitenmale Witwe wurde. Nach Nissens Tode lebte Constanze mit ihrer Schwester Sophie 
Haibl im gemeinschaftlichen Haushalt und in geordneten Verhältnissen. Constanze hatte 
den gesamten handschriftlichen musikalischen Nachlaß Mozarts (131 Werke), an Hofrat 
Andre in Frankfurt 1799 um 1000 Dukaten verkauft, ging 1796 auf Konzertreisen nach 
Deutschland, sang und spielte Ciavier, bezog als Witwe Mozarts im Gnadenwege auf 
ihr Gesuch vom 11. Dezember 1791 samt ihren zwei unmündigen Kindern das Drittel 
von dem Gehalte Mozarts (800 fl.) mit 266 fl. 40 kr. zur Pension vom 1. Jänner 1792 
aus der Universal-Kameralkasse aus besonderer Gnade und ohne Konsequenz, wie der 
Bescheid vom 13. März 1792 lautete, und noch weiters auch eine zweite Pension als 
Etatsrätinwitwe aus Kopenhagen von jährlich 470 fl., zusammen 736 fl. 40 kr. (damals!) 
— Siehe „Mozartiana", Mozart-Studien, 2. Folge, „Allerlei Kleinigkeiten" im XIII. Mozar- 
teums-Jahresbericht, 1893 (pag. 57 und 58) von Joh. Ev. Engl. — Sie hinterließ zu 
gleichen Teilen ihren beiden Universalerben, den Söhnen Mozarts Karl und Wolf- 
gang 25.136 fl., (außerdem 2100 fl. CM. an Legaten, darunter 200 fl. für arme Stu- 
dierende), und davon stammten nach ihrem Vermögensbekenntnisse nur 7580 fl. von 
I^ikolaus von Nissen. Constanze hatte Mozarts Bedeutung im Leben unterschätzt, ihr 
galt die „Etatsrätin" viel mehr, als die „Witwe Mozart". Sie übte auch nicht den ge- 
ringsten Einfluß auf ihn, um durch dauernde Einwirkung den Schwächen seiner Organi- 
sation für das ökonomische Gebiet nachzuhelfen. Sie empfand die Mißstände scharf, 
sah auch wohl die Ursachen ein, allein sie wußte denselben nicht dauernd zu begegnen. 
JVlan darf sagen, wenn Constanze eine Hausfrau gewesen wäre, wie Mozart ein Kom- 
ponist, es auch in ihrem Hause wohlgestanden hätte. 

Daß sie ihres „vielgeliebten Gatten" Grab in Wien, wie jenes ihres Schwieger- 
vaters Leopold Mozart in Salzburg verschollen ließ, in welches ihr zweiter Gatte von 
J^Jicssen begraben und das nicht mehr als Leopold Mozarts Grab bezeichnet wurde, wie 
dies vorher und in hierorts üblicher Weise der Fall war, dieser Vorwurf entspricht den 
Tatsachen und ist auch damit begründet. Wohl machte sie der Tod Mozarts und die 
dadurch erlittene Aufregung einige Tage hindurch krank. Aber in der Sterbenacht schrieb 
sie noch ihre Herzensergießung darüber in das Stammbuch des soeben aus dem Leben 
•Geschiedenen! 

Sie war auch nicht bei der Aussegnung bei St. Stephan und nicht beim Leichen- 
begängnisse von dort weg nach St. Marx; es schneite und war überhaupt ein stürmi- 
sches Schneewehen, daß selbst die wenigen Begleiter an der St. Marxer Linie auf der 
Landstraße umkehrten und das Begräbnis nur den Totengräber zum Zeugen hatte. 
Constanzens Krankheit währte aber nur höchstens 8 Tage. Sie wurde 
auf Veranlassung des Baron Gottfried van Swietens noch am Sterbetage aus der 
traurigen Umgebung in die Familie des Josef Edlen van Bauernfeld, dem Associe Schi- 
J^aneders, und von dort in jene des befreundeten Goldhahn gebracht. Die ganz kurze 
Zeh ihres Krankseins beweist aber die Tatsache, daß sie schon am 11. Dezember ihr 



15 

Onadengesuch an Kaiser Leopold IL eigenhändig schrieb, sie geht zur erbetenen Audienz 
und wirkt persönlich für die Fertigstellung des unvollendeten Requiems und das Zu- 
standekommen der ersten Aufführung desselben, um die hinterlassenen Schulden decken 
zu können, welche Aufführung spätestens im Frühjahre 1792 im Gasthause des Hoftrai- 
teurs Jahn in der Stadt, Himmelpfortgasse Nr. 965, stattfand, in einem Saale der damals für 
ähnliche Veranstaltungen diente, wenn das Theater nicht zu haben war. Constanze 
hätte sich demnach doch wohl noch im Verlaufe des Dezembers 1791 nach dem Fried- 
hofe zu St. Marx begeben können, um „zu beten an sein Grab!" Das tat sie nicht und 
auch nicht im folgenden Jahre 1792 am Allerheiligen- oder Allerseelentage, zur Zeit der 
jährlichen Feier der Verstorbenen, weder allein, noch mit einem ihrer Kinder, von wel- 
chen Karl doch schon über 8 Jahre alt war, sondern sie kam erst und wahrscheinlich 
auch nur über Anregung ihres zweiten Gatten von Nissen, der Mozart in seinen Ton- 
werken hoch verehrte, im Jahre 1810 dahin, vor der Abreise des Ehepaares nach Kopen- 
hagen! Es war dies zur Zeit, als der Totengräber zu St. Marx, Josef Rothmayer, kurz 
vorher gestorben war. Dieser hätte genau gewußt, in welcher Reihe, in welchem Schacht- 
grabe, und an welcher Stelle er dort Mozart begraben hatte. Er war es, der den Schädel 
Mozarts dem Grabe entnahm, als die gesetzlich vorgeschriebene Umgrabung der Gräber- 
reihe (1801) stattfand, der ihn geheim hielt und von welchem dieser an seine Nach- 
folger überging, deren einer schließlich denselben an den Kupferstecher Jakob Hyrtl 
verschenkte. (Siehe in der „Festschrift zur Mozart-Zentenarfeier 1891": „Das Requiem 
und die Requiemfrage" ebenso „Mozarts Schädel" im XII. Mozarteums-Jahresberichte 
pro 1892 und im „Salzburger Volksblatt" am 28. und 29. Mai 1901 von Joh. Ev. Engl). 
Niemand wußte der nunmehr erst nach dem Grabe Mozarts fragenden Constanze — 
nach 19 Jahren! — das Grab zu bezeichnen und aufzufinden! Wo waren doch seine 
Freunde, und die „Brüder Freimaurer" von der Loge „Zur wahren Eintracht" in Wien, 
der Mozart angehörte, in deren Mitte ihm eine Gedenkrede gehalten wurde, welche bei 
dem Bruder Alberti 1792 in Druck erschien? Wo waren sie alle, die ihn kannten, 
schätzten und liebten? ? Sie waren überall, nur nicht ans einem Grabe! Ein schlichter, 
einfacher Totengräber beschämte sie durch seine Treue und wurde aus Liebe zu ihm 
der Schädeldieb, welche Treue aber der Grabesfrage leider auch nichts nützte, da der- 
selbe eher starb, als er darüber befragt wurde. Constanzens Verteidigung gegenüber 
dem Vorhalte König Ludwig I. von Bayern in einer Audienz 1832 im Salzburger Schlosse 
Leopoldskron, „daß sie glaubte, der bestattende Totengräber hätte auf Mozarts Grab 
ein Kreuz aufgestellt, wie sie dies sonst überall sah," ist eine höchst unglückliche; sie 
hatte damit nur geradezu einbekannt, daß sie auch das vermutete Kreuz nicht sah und 
nicht suchte, so lange dies erhalten blieb, und ein solches braucht doch immerhin Jahre, 
bis es unbeachtet verfault! — Hauptsächlich also durch Constanzens Schuld blieb Mozarts 
Grab für immer unauffindbar. Daran änderte auch nichts die emsige Nachforschung des 
Grabforschers Johann Ritter von Lucam — im Jahre 1856! (Siehe dessen „Die Grabesfrage" 
Wien bei Hirschfeld, 1846). Dr. Th. Frimmel sagt in seinem Buche „Neue Beethoveniana" 
pag. 164 (Wien bei Karl Gerolds Sohn, 1888), aber bezüglich der Grabesfrage: Den 
bestimmten Erinnerungen von C. Frdr. Hirschens Mutter zufolge, der 
jüngsten Tochter des berühmten Contrapunktisten J. G. Albrechtsberger (f 1809), stand 
das Grabdenkmal auf dem richtigen Platze. (Siehe auch in der „Wiener 
Zeitung** vom 6. Dez. 1859 einschlägige Mitteilungen, die C. Frdr. Hirsch dem Dr. Frimmel 
zeigte.) 

Die Geburtsstadt Mozarts, Salzburg, hatte doch wenigstens die Freude, wenn 
auch spät, des Vaters Leopolds Grab entdeckt zu wissen, womit die zweite große 
Unterlassungssünde Constanzens: die nicht fortgesetzte Bezeichnung des Grabes Leo- 
pold Mozarts, welches 111 Jahre als „Nissens Grab" galt, gesühnt wurde. In einem 
Schreiben von „Breitkopf und Härtel" an Mozarts Schwester, Marianne, Freiin von 
Sonnenburg, u. zw. vom 28. Februar 1800 (Siehe G. Nottebohm, „Mozartiana", 1889) cha- 
rakterisierten diese die „Witwe Mozart" mit folgenden zutreffenden Worten : „Sie (Con- 
stanze) scheint einen augenblicklichen Vorteil allen Rücksichten auf das Andenken ihres 
Gatten (Mozart) vorzuziehen." — Sie war und blieb selbstsüchtig, so lange sie lebte, 
die Witwe Mozarts und Etatsrätin Constanze von Nissen, und sie legte seither auf die 
letztere Bezeichung mehr Wert, als auf die — erstere! 

24. Georg Nikolaus von Nissen. Kleines Aquarellbild auf Elfenbein, 
wie das vorhergehende, gemalt gleichfalls 1826 von Thomas Spitzer in 
Salzburg. (Gegenstück zu Nr. 23 in gleicher Größe.) 

Nissen war der zweite Gatte der Constanze, ein väterlich besorgter, wohlwollen- 
der Freund und treuer Ratgeber von Mozarts hinterlassenen beiden Söhnen. Geboren zu 
Hardensleben in Schleswig (auf seinem Grabstein steht Dänemark) am 22. Jänner 1761, 



16 

war er Student, 1781 bereits im Generalpostamt angestellt, 1790 Kanzlist der dänischen Ge- 
sandtschaft am Reichstage zu Regensburg. Einiee Zeit später wurde er nach Wien versetzt 
als Legationssekretär von 1802 ab, mit dem Titel eines Legationsrates, 1805 als Charge 
d'affaire (Geschäftsträger). Als Wohnungsnachbar lernte er die Witwe Mozarts 1797 
dortselbst kennen und leistete ihr bei der Ordnung ihrer AngeleQ;enheiten und Ver- 
mögensverhältnisse treuen Beistand, wie dies aus seinen zahlreichen Briefen zu er- 
kennen ist, die er in ihrem Namen zu schreiben pflegte. Er zeigte sich darin als ein 
zwar umständlicher, aber sehr braver und ehrenwerter Mann, und so hat er sich auch 
seit seiner Verheiratung im Jahre 1809 mit Constanze gegen sie und ihre Kinder be- 
währt. Gegen letztere in der Korrespondenz mit diesen, denn Karl, der ältere, wurde 
von seiner Mutter schon im 15. Lebensjahre (1799) nach Livorno in Toscana geschickt, 
um sich dem Handelsstande zu widmen, weil ein Machtspruch der Mutter bestimmte, wie 
er selbst am 4. Mai 1856 an den Großhändler Adolf Popelka in Prag schrieb, (siehe 
„Mozart in Prag", von Freiherrn Rud. v. Prochäzka, Prag 1892) „daß nicht Karl, sondern 
sein sieben Jahre jüngerer Bruder Wolfgang, der seines Vaters Namen trug und ihm auch 
am ähnlichsten in den Gesichtszügen war, sich der Kunst der Musik widmen solle". 
Dieser war aber bereits im siebzehnten Lebensjahre (1808) als Hausklavierlehrer bei dem 
Grafen Borerowski in Lemberg eingetreten, wo er die Komtesse Henriette unterrichtete. 
Als demnach Constanze ihre zweite Ehe schloß, war keiner der Söhne mehr bei ihr. 

Nissen kehrte 1810 mit Constanze nach Kopenhagen zurück, wo er mit dem Titel 
eines Etatsrates als „Zensor der politischen Zeitungen" angestellt wurde und in dieser 
Eigenschaft zehn Jahre hindurch tätig war. Eine Kränklichkeit nötigte ihn 1820 seinen 
Abschied zu nehmen und das Gasteiner Heilbad zu gebrauchen. Es wurde ihm für die 
dem Staate treu geleisteten Dienste von seinem Könige Friedrich VI., bei dem Ueber- 
tritte in den Ruhestand der Danebrog-Orden und der Adel verliehen. Bei der Rück- 
reise von Gastein nach Salzburg fand er so großes Gefallen an Mozarts Geburtsstadt, 
daß er beschloß, sich hier mit Constanze dauernd niederzulassen. Ihre Wohnung war 
im Hofapothekerhause (heute Ludwig Viktorplatz Nr. 7;. Hier verfaßte Nissen, wie er- 
wähnt wurde, nur kompilatorisch, seine Biographie „W. A. Mozart", wovon sich ein 
Teil des Manuscriptes im Mozarteumsarchiv befindet, wobei er von dem Freunde des 
Hauses und der Familie, von dem Chorregenten auf dem Nonnberger Musikchor, Anton 
Jähndl (geb. zu Augsburg 1783, gest. 1861) werktätig unterstützt wurde. Diese Biographie 
erschien erst nach Nissens Tode (bei G. Senf zu Leipzig, mit einem Vorwort von Dr. 
Feuerstein in Pirna a. d. Elbe vom Juli 1828), herausgegeben von der Witwe Constanze, dedi- 
ziert der Königin von Dänemark, Marie Sophie Friederike, und auf Subskription (mit dem 
Anhange 922 Seiten stark) in Druck gelegt. Der Subskribenten waren 917 an der Zahl. 

Nissen starb am 24. März 1826 und teilte sechzehn Jahre später das Grab in 
St. Sebastian mit seiner Witwe Constanze, welche ihm darüber ein Monument von 
Marmor mit einem achtzeiligen Widmungsgedicht*) und den bezüglichen biographi- 
schen Inschriften hatte errichten lassen. Noch im Monat August 1836 mußte auf Ver- 
langen der Mutter, der Sohn Wolgang auf eigene Kosten von Lemberg nach Salzburg 
kommen, „um den Tribut seiner kindlichen Dankbarkeit gegen seinen verstorbenen zweiten 
Vater darzulegen", wie sie ihm schrieb. Er brachte seines Vaters „Requiem" in der Kolle- 
gienkirche zur Aufführung und veranstaltete vor seiner Abreise — er hatte seine Mutter 
nach einer langen Trennung von sieben Jahren nicht mehr gesehen — im Rathaussaale 
am 29. August eine muikalische Akademie, und er, nicht Constanze, legte damit 
finanziell den Grundstein zum Friedhof monumente seines Stief- 
vaters, V. Nissen (Siehe auch: „Dansk biografisk Lexikon" von Brika). 

25. Leopold Mozart mit seinen beiden Kindern in Paris. Kupfer- 
stich von Hans Mayer, nach dem im Besitze des Lord Revelstoke in London 
befindlichen Oelbilde (36*2 cm hoch, 23*5 cm breit) von Carmontello, im 
November 1763 zuerst gestochen von Delafosse in Paris 1764, und 1781 von 
T. Cook in London. Zu diesem Kupferstiche diente, wie auch dem Durand 
zur HeHogravüre, die Arbeit des Delafosse als Vorlage. — Geschenk des 
Herrn Hans Mayer im Dezember 1883. 

Leopold Mozart, mit den zwei Kindern auf der dritten, der ersten großen Reise 
nach dem Auslande, schreibt aus Paris am 1. April 1764 an Kaufmann Hagenauer: „Mr. 
de Mechel, ein Kupferstecher, arbeitet über Hals und Kopf an unseren Porträten, die 
Herr von Cormontel (ein Liebhaber) sehr gut gemalt hat. Der Wolfgangl spielt Klavier, 
ich stehe hinter seinem Sessel und spiele Violine und die Nannerl lehnt sich auf das 

*) Die vier letzten Verszeilen sind aber ein Plagiat aus der 7. Strophe von Schillers Gedicht: „Elegie 
auf den Tod eines Jünglings" (Joh. Christ. Weckherlin). 



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Klavier mit einem Arme, mit der andern Hand hält sie Musikalien, als sänge sie." Und 
er schreibt weiters am 9. Juli 1765 wieder aus Paris: „Ich habe meinen Freund Mr. 
Grimm*; gebeten, eine Quantität von unseren Porträt-Kupferstichen nach Salzburg zu 
senden. Diese Kupferstiche sind gemalt worden (18. Nov. 1763), gleich bei unserer 
Ankunft in Paris. Mr. Grimm war der Anstifter." 

26. Constanze, Witwe Mozarts. Original-Oelgemälde (68 cm hoch, 
55 cm breit), gemalt von Hans Hansen 1802 in Wien. 

Bei der Restaurierung des Bildes im Mai 1901 kam die bis nun unentdeckt ge- 
bliebene Signierung (wie auch jene unter Nr. 11, 23 und 24) mit „Hansen p. 1802" 
zu Tage. Es hat die Entstehungszeit und den Maler gemeinschaftlich mit dem Bildnisse 
unter Nr. 12, den beiden Söhnen Mozarts. Constanze zeigt sich (im 40. Lebensjahre) 
in einem bis auf die Brust ausgeschnittenen Cremekleid mit weißem Spitzenschleier 
darüber, den Hals und rechten Arm entblößt, in der Rechten ein Notenheft mit grünem 
Einband haltend und der Titelschrift: _„Ouvres de Mozart", die schwarzen Kopfhaare 
lockig gekräuselt! — Ueber den Maler erhielt der Herausgeber auf eine gestellte An- 
frage von dem Herrn Präsidenten der kgl. Akademie für die schönen Künste, F. Mehl- 
dal, in Kopenhagen unterm 15. Mai 1901 (und gleichzeitig auch über Nik. von Nissen„ 
siehe Nr. 24) folgende, bisher gänzlich unbekannt gebliebenen Mitteilungen : Hans Hansen, 
war zu Skjelby auf Seeland, der größten und wichtigsten Insel Dänemarks, worauf auch 
Kopenhagen liegt, am 22. Februar 1769 geboren. Er besuchte vom Jahre 1786 an die 
kgl. Kunstakademie in Kopenhagen, wo er 1789 die kleine und 1791 die größere silberne 
Medaille erhielt. Am 31. Juli 1797 reiste er mit vierjähriger Unterstützung seitens des 
Kammerherrn, Karl Adolf von Plessen, nach dem Auslande, zunächst nach Deutschland 
und später nach Wien, wo er sich mehrere Jahre aufhielt. In Wien heiratete er Hen- 
riette Lie, ging 1803, nachdem ihm aus Dänemark für die Jahre 1803—1804 eine str-'t- 
liche öffentliche Unterstützung gewährt wurde, nach Rom, wo ihm sein Erstling, ein 
Sohn, der spätere Maler Konstantio Hansen geboren wurde. Er war also 1802 noch in 
Wien. Von Rom kehrte er mit seiner Familie 1804 nach Wien und im Herbste 1805 
nach Kopenhagen zurück. Dort wurde er als Mitglied in die königliche Akademie auf- 
genommen und erhielt an derselben den Lehrstuhl als Lektor der Perspektive und Mathe- 
matik, wovon er 1826 seinen Abschied nahm. Seine letzten Jahre waren wegen Geld- 
schwierigkeiten u. a. wenig glücklich. Am 19. Januar 1828 starb seine Frau und gleich 
darauf am 11. Februar des gleichen Jahres er selbst. (Siehe auch: „Nyt dansk Kunstner- 
lexikone" von Weilbach). 

27. W. A. Mozart. Stahlstich von SichHng. Knabenporträt. Knie- 
stück. 

Nach dem auf der vierten (der ersten italienischen) Kunstreise in Verona am 6. 
und 7. Jänner 1770 für den Generaleinnehmer von Verona, Pietro Lugiati, gemalten Bilde,. 
Mozart im nahezu 14. Lebensjahre darstellend, seinerzeit im Besitze des Hof- und Ge- 
richtsadvokaten Dr. Leopold von Sonnleithner, auf dessen Veranlassung dort durch die 
Nachforschungen des k. k. Sektionsrathes W. Böcking, das verloren gegangene Bild 
1856 im Lokale der „Societa filarmonica" auf dem Hausboden wieder aufgefunden wurde, 
welch Ersterer diesen Abdruck mit Widmung ddo. Wien am 4. Februar 1857 dem 
Mozarteum in Salzburg als Geschenk eingesendet hat. 

Leopold Mozart schreibt am 7. Jänner 1770 aus Verona: „Wir waren bei einem 
Herrn Ragazzoni eingeladen. Der Generaleinnehmer von Venedig, Herr Lugiato, bat die 
Kavaliere, mich zu ersuchen, daß ich erlauben möchte, den Wolfgang abmalen zu lassen. 
Gestern Vormittag geschah es und heute nach der Kirche sollte er das zweite Mal 
sitzen." — Sie waren aber vom Bischof in Verona abgehalten, der sie bis nach 1 Uhr 
bei sich behielt, worauf sie erst zu Lugiato gehen konnten. — „Nun (schreibt der Vater 
weiter), wurde Wolfgangs Porträt ausgemalt und um 3 Uhr zu Tische gegangen". Mehrere 
Liebhaber, an deren Spitze Pietro Lugiato, ein enthusiastischer Musikdilettant, stellten 
es dann in einem öffentlichen Lokale aus. Eine Notiz, welche Bibliothekar Pohl nach 
Dr. L. von Sonnleithneis Tod im März 1872 in Wien veröffentlichte, erwähnt: „Lugiato 
drückte seine Freude über das Bild und den „raro e portentoso giovanne" in einem 

*) Friedr. Melchior Grimm, geb. 1723 in Regensburg, kam nach beendigten Studien 1750 nach Paris, 
beschäftigte sich viermit Musik und schrieb literarische Bulletins für deutsche Fürsten, wurde 1776 zum Baron 
und vom Herzoge von Gotha zu dessen bevollmächtigten Botschafter am französischen Hofe ernannt, verließ 
anläßlich der Revolution Paris, war 1795 von Katharina II. zum russischen Staatsrat und zu ihrem bevoll- 
mächtigten Mini^t^ in Hamburg erwählt, und starb am 19. Dezember 1807 zu Gotha. 

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18 

italienisch an Mozarts Mutter geschriebenen Brief vom 22. April 1770 in warmen Worten 
aus. Die gegenwärtige Eigentümerin des Originalbildes ist Frau Therese Kammerlacher 
(die Tochter des v. Sonnleithner) in Wien. Der Name des Malers ist darauf nicht er- 
sichtlich. Die Augen sind dunkelblau, die Haare leicht gepudert, scheinen aber bei dem 
Kitaben blond gewesen zu sein, was nicht ausschließt, daß Mozart in späteren Jahren 
dunkelbraune Haare hatte. Vogel („Mozart-Porträts") beschreibt das Bild, wie folgt: „Zum 
erstenmale findet sich hier ein individuelles Gepräge im Gesichtsausdruck. Der Kopf mit 
dem leicht gepuderten blonden Haar hat eir.e ovale Form angenommen, die schön geschnit- 
tenen blauen Augen*) sind etwas dunkler geworden und die Nase etwas stärker hervorge- 
treten. In einem karmoisinroten Staatskleide, weißer Weste mit Goldstickerei und gold- 
farbigen Knöpfen, sitzt Mozart auf einem hochlehnigen Sessel vor einem 187 Jahre alten 
italienischen Spinett (einchöriges Klavier, als Vorläufer des von einem Deutschen, dem 
Organisten C. G. Schröter in Nordhausen erdachten Modelies und nach diesem von dem be- 
rühmten Orgelbauer Gottfried Silbermann, geb. 14. Jänner 1683 zu Kleinbobritsch in Sachsen, 
1717 erbauten ersten Pianoforte heutiger Zeit), auf dessen Notenhalter sich ein 
aufgeschlagenes Musikheft befindet. Auf dem oberen Deckel des Spinettes liegt eine Viola 
und daneben eine in einem Tintenfaß steckende Kielfeder. Ueber der Tastatur, an dem 
Holzteile, ist der Name des Instrumentenmachers un'd das Jahr der Fertigstellung angebracht: 
Joanni Celestini Veneti MDLXXXIII (1583). Man bemerkt an dem kleinen Finger der 
Rechten einen wertvollen Diamantring, den der Wunderknabe Mozart im September 1762 
in Schönbrunn von der Kaiserin Maria Theresia erhalten hatte. Dieses Porträt wurde in 
sämtlichen bekannten Reproduktionen zum Brustbilde verkürzt, überhaupt etwas 
frei behandelt und zwar regelmäßig in einer Weise, die den gewinnenden, liebreizenden 
Ausdruck der Augen verringert und wurde ihm auch die sogenannte „Mozartschleife" 
hinzugefügt, die im Original fehlt. Sie reproduzieren sämtlich, mehr oder weniger fein, 
den von Sichling gearbeiteten ersten Stich (auf Stahl) in Jahn's „W. A. Mozart". — 0. Jahn 
ließ nämlich, wie er im I. Band, pag. 186, seines „Mozart" sich äußert, bis zur Heraus- 
gabe dieses seines mit Recht berühmten Werkes (1856) vorher vergeblich darnach Nach- 
frage halten, konnte es aber doch noch als Titelblatt dem 4. Band (I. Aufl.) unmittelbar 
nach dessen Auffindung vorsetzen. 

28. Maria Therese Hagenauer, geb. Schuster. Oelgemälde. Ein 
Kostümbild einer salzburgischen Handelsfrau aus dem Jahre 1769. Geschenk 
des Herrn T; G. Carajan, Custos der k. k. Hofbibliothek und Vicepräsident 
der Akademie der Wissenschaften in Wien. Darunter: 

Johann Lorenz Hagenauer, der Ehegatte der Vorgenannten. Oel- 
gemälde. Gemalt 1873 im Auftrage des Gründers und ersten Präsidenten, 
Carl Freiherrn v. Sterneck, nach dem Bilde in der St. Peter'schen Familien- 
gruft, von Sebastian Stief. 

Sebastian Stief war geboren 16. Jänner 1811 im salzburgischen Pfarrdorfe Tingling 
am Wagingersee, er starb 29. Juli 1889 in seinem Hause Nr. 4 in der Pfeifergasse zu 
Salzburg, malte als absolvierter Münchner Akademiker: 921 Altar- und historische Bilder, 
Landschaften u. s. w. und 555 Porträte. 

Maria Therese Hagenauer, geboren 1717, war die Ehefrau des Spezereihändlers 
Johann Lorenz Hagenauer, des Freundes und Hausherrn der Mozart'schen Familie, Besitzer 
des Schlößchens Mönchstein am Mönchsberge, heute noch „Hagenauer Schlößchen" ge- 
nannt, der geboren war am 10. August 1712 und am 9. April 1799 starb. Seine Frau 
folgte ihm am 2. Februar 1800 in das Grab nach. (Siehe Familiengruft im St. Peter 
Friedhof, östlich, Nr. XVI.) Das Ehepaar hatte 11 Söhne und 4 Töchter, alle befreundet 
mit Mozarts. Von dreien Söhnen wurde Ignatz Kaufmann in Triest, Leopold Kaufmann im 
Silbererhause, verheiratet mit der reichen Steinbräuertochter Popp (starb 1828) und Domi- 
nikus (geb. 1749), im Jahre 1786 der 77. Abt des Klosters St. Peter hier (gest. 4. Juni 1810). 
Von den 4 Töchtern: Ursula, Theresia, Martha und Franziska (Letztere gest. 26. Oktober 
1886) führte Ursula nach dem Tode des Vaters das Geschäft, das in der Reihe der Jahre 
1831 an SchüUer, früheren Buchhalter der Ursula, dann an Thury und endlich 1881 an 



*) In allen bekannt gewordenen Biographien W. A. Mozarts fehlt die Angabe über die Farbe der 
Augen Mozarts. Im März 1897 wendete sich der Herausgeber dieses Kataloges an die ihm bekannten Besitzer 
von Mozart-Original-Porträten mit der Anfrage darnach, und es konnte sonach dieselbe mit „blau" — einige 
Ausnahmen abgerechnet, welche in der geübten Methode des ,,Schematisierens" der Maler ihren Grund hatten 
— festgestellt werden. (Siehe: ,,W. A. Mozart in der Schilderung u. s. w." in der Festschrift zur ,, Don Juan- 
Zentenarfeier 1887", pag. 46, von Joh. Ev. Engl.) 



19 

Angelo Saullich übergieng. Franziska wurde die Frau des Regierungsrates Pichler in 
Linz. Bei Ursula kamen täglich Franziska und „Nannerl" (Marianne Mozart) zum Karten- 
spiel (Wallacheln) zusammen. Leopold Mozart war täglich abends, wenn er nicht die 
Familie von Rubinig im Stadthause oder im Sommer im schönen, heute noch ursprüng- 
lichen „Rubinig-(später Buxbaum-)Hof" in Schallmoos besuchte, bei Hagenauers, der ihn 
in seinen schweren Nöten und bei seinen Kunstreisen mit Geldvorschüßen unterstützte, 
namentlich bei den ersten drei Reisen mit den beiden Kindern nach München, dann 
Wien (1762) und ins Ausland (1763—1766), weshalb er auch wiederholt aus Paris (1. Fe- 
bruar 1764 u. w.) ausführlich an Hagenauer berichtet und ihm auch das Pariserbild, die 
holländische Violinschule u. s. w. zuschickt. Nissen bemerkt mit Recht in seiner Vorrede 
zur Biographie (pag. XIV.): „Wären diese Briefe an einen Gelehrten oder an einen 
Musikverständigen geschrieben gewesen, so hätte der Briefwechsel ihnen sicher mehr 
Interesse gegeben, als sie enthalten". 

Das Hagenauer-, jetzt „Stranz und Scio"- Mozarts Geburts-Haus, findet sich pag. 50 
in Nissens „Biographie W. A. Mozarts", von der Getreidegasse aufgenommen, abgebildet, 
und ist das mit rotem Marmor eingefasste, zierlich geschweifte Portal, über welchem 
sich ein (wahrscheinlich von Johann Ilagenauer, dem „Hofstatuarius" des Erzbischofes 
Sigmund von Schrattenbach, welcher ihn zu seiner weiteren Ausbildung in die Akademie 
nach Wien schickte, ihn auch auf seine Kosten Italien bereisen ließ, und der mutmaßlich 
ein Neffe des Joh. Lorenz Hagenauer war) gut gearbeitetes steinernes Medaillonbild der 
Mutter Gottes befindet, noch das ursprüngliche aus Mozarts Zeit. 



III. Wand. 



29. W. A. Mozart, als Knabe am Klavier. Photographie aus dem 
Jahre 1876 nach dem im Besitze des Konsuls Herrn F. Bamberg in Messina 
befindlichen Originale, nämlich einer minierten Bleistiftzeichnung kreisrunden 
Formates, entstanden etwa im Frühjahre 1763, welches Mozart, linksgewendet, 
im Profil zeigt. Die Originalzeichnung fand sich in dem Kataloge der von 
F. Bamberg im Mai 1894 zur Versteigerung gekommenen nachgelassenen 
Kunstgegenstände schon nicht mehr verzeichnet, wie Vogel („Mozart-Porträts") 
erwähnt. 

Diese Manier, nach dem Leben zu zeichnen, war in der zweiten Hälfte des 
XVIII. Jahrhunderts sehr allgemein. Nur ein Hauch von Aquarell- oder Miniaturfarbe 
belebt die Carnation und Gewandungspartien. Nach des verstorbenen k. k. Konser- 
vators und Kunstmalers Georg Pezolts Urteil dürfte die Zeichnung höchst wahrscheinlich 
vom salzburgischen Maler, Franz Nikolaus Streicher, geboren 1738 zu Trostberg an der 
Alga in Oberbayern, herrühren, und die weniger künstlerische Aufnahme als sorgfältige, 
ja ängstliche Beschreibung des Profiles der Charakteristik des Darzustellenden ziemlich 
realistisch nahegekonimen sein. Eben weil der Künstler das Relief des Kopfes wenig 
zu fördern verstand, folgte er umso strenger der Silhouette. Geschmeichelt ist dem 
Original gewiß nicht, hiefür birgt so manches Detail, wie die schroffe Form der Augen- 
brauen und des linken Ohres. Jedenfalls dürfte diese Zeichnung, ohne den höheren 
Anforderungen eines vollendeten Porträtes entsprochen zu haben, seiner Zeit dem Ori- 
ginale sehr ähnlich gewesen sein. 

Franz Nikolaus Streicher, bildete sich zunächst in Regensburg unter Johann 
Zaufelly, dann an der Akademie der bildenden Künste in Wien als Maler aus, arbeitete 
später in Augsburg, zuletzt und viele Jahre in Salzburg. Hier sind von ihm Bilder vor- 
handen im städt Museum, St. Sebastians Friedhof, Wandbilder in der St. Peterskirche, 
zu Liefering, Heiligenkreuz am Hintersee („Gekreuzigter Christus"), zu Zell am Moos (bei 
Mondsee), in der Halleiner Pfarrkirche, zu Michaelbeurn u. s. w. Er starb in dürftigen 
Verhältnissen in Salzburg im Mai 1811. 

30. W. A. Mozart im elften Lebensjahre. Photographie von Baldi 
und Würthle in Salzburg nach dem in Händen des königlich würtember- 
gischen Landesgerichtsrates Richard Hörnes in Neu-Ulm befindlichen sehr 
guten, wohlerhaltenen Porträt Mozarts. Geschenk des Herrn Dr. F. Scheuerleer 
im holländischen Haag, April 1883, 



20 

Nach dem fleißig mit schönem Colorit gearbeiteten Oelgemäide, ge;i:a!t zur Zeit 
der Anwesenheit Mozarts in Holland während der „großen Auslandsreise" (1763—1766) 
von dem Sohne Jakob (wie Vogel vermutet), des nicht unberühmten Dominikus van der 
Smissen (Schüler des bekannten, schon im 24. Lebensjahre vielgenannten Porträt-Malers 
Balthasar Denner, geb. 15. November 1685, gesl. 15. April 1747 zu Hamburg). Dominikus, 
der Vater, war laut dem Totenregisier der mennonitischen Gemeinde in Altona bereits 
am 6. Jänner 1760 gestorben. Sein Sohn, Jakob (1735—1813), der gleichfalls im Porträt- 
fache tätig gewesen, hatte sich längere Zeit in Holland, so auch in dem Jahre des dortigen 
Mozartschen Besuches, aufgehalten. Das „D" auf dem Original-Oeibilde (Kniestück, 
61 cm hoch, 52 cm breit) vor dem Signum des Malers, deutet sonach kaum auf den Vor- 
namen hin, sondern vielleicht auf einen damaligen Gebrauch der frommen Mennoniten, 
gleichwie die im Lateinischen angewandte Abkürzung D in der Bedeutung für Devotus 
(gottergeben); es müßte denn anderen Falles der Sohn seine Arbeit für jene seines Vaters 
ausgegeben haben, was nicht wahrscheinlich ist. Für den Kenner ist es das unzweifel- 
hafte Original-Porträt des damals jugendlichen Mozart, das sich in dem geistvollen 
jugendlichen Antlitz, dem muntern seelenvollen Auge und in der lebendigen Modellierung 
der Büste unverkennbar ausspricht, dazu die auf der rechten Seite des Bildes (vom 
Beschauer aus betrachtet) ungefälscht angebrachte Bezeichnung „Wolfgang Mozart, pinxit 
1766. D. van Smissen". Mozart ist auf dem Originale dargestellt, vor einer Steinsäule 
sitzend, seinen rechten Arm auf einem Simse eines Säulenschaftes stützend, ein zusammen- 
gefaltetes Papier haltend, in goldblondem, welligen, aufgelösten Haare (nicht wie in der 
Zeichnung der „Leipz. lUustr. Zeitung" vom 23. Juli 1877 mit festen Buckeln) mit offen- 
stehenden roten Rock und bis an den Hals reichender hellblauer Weste mit goldblanken 
Knöpfen. Auffallend und ganz abweichend von den authentischen anderen Porträten 
sind nur die rehbraunen Augen, da doch Mozart, wie nachgewiesen wurde, blaue 
Augen hatte. 

31. Mozart-Häuschen. Photographie, angefertigt von dem Photo- 
graphen Gustav Bieringer in Wien, vor der Ueberführiing des Häuschens 
nach Salzburg, welcher der letzte Bewohner des Häuschens war. Im mitt- 
leren der fünf Hofräume des Freihauses auf der Wieden zu Wien war das- 
selbe ursprünglich aufgestellt — seit 1877 steht es auf dem Kapuziner- 
berge in Salzburg, in welchem Mozart drei Monate vor seinem Tode in Wien 
die „Zauberflöte" vollendete. 

32. Prinzeps caeterique academici Philharmonici. Original-Diplom, 
mit Rosa-Seidenband eingefaßt, womit Mozart von der im Jahre 1666 
gestifteten „Academica Philharmonica" in Bologna zu ihrem Mitgliede am 
10. Oktober 1770 aufgenommen wurde. 

Es war ein solches Ehrenzeugnis (Siehe: O. Jahn im I. Teil seiner „Biographie'% 
pag. 208) den Kirchenkomponisten nicht ohne Bedeutung, da Papst Benedikt XIV. in 
einer Bulle vom Jahre 1749 diesen eine Art Oberaufsicht gegeben hatte, so daß nur von 
denselben anerkannte Mitglieder, Kapellmeister an Kirchen in Bologna werden konnten,, 
und an anderen Kirchen des päpstlichen Gebietes vertrat diese Mitgliedschaft die Stelle 
jeder Prüfung. 

33. Sonate (unvollendet) ä 2 Cembale, im ^ 4 Takt, in B-dur und 
1 5 Takten, Querformat. Original Handschrift Mozarts „Per la Constanze Weber". 
Diese Widmung weist auf die Entstehungszeit von Ende Oktober 1777 bis 
13. März 1778, in welcher Zeit Mozart mit seiner Mutter in Mannheim weilte, 
dort die „Weber'schen" überhaupt erst kennen lernte und mit ihnen im leb- 
haften, freundschaftlichen Verkehr kam und stand. (Köchel Verz. II: 43, 
pag. 610.) 

34. Lied mit Klavierbegleitung: „Wie unglücklich bin ich nit", etc. 
*/4 Takt, F-dur, vollständig in 15 Takten. (Köchel Verz. II: 147.) Komponiert 
1772 von W. A. Mozart. Original-Handschrift. 1 Blatt mit zwei beschriebenen 
Seiten. Querformat, 8 zeilig. Die Worte sind vom Komponisten selbst. 



21 

Die Ausgabe wurde veranstaltet cjurch das Handels-Kasino in Salzburg zur Er- 
innerung an die Mozartfeier am 27. Jänner 1855. Die hier willkürlich beliebte Ueber- 
schritt: „An Constanze" ist nicht gerechtfertigt, da das Lied eben aus einer viel früheren 
Zeit ist. Es wird erzählt, daß dieses Lied von Mozart scherzweise für die schöne 
„Theresel", der Tochter des Georg A. Horeischy, geschrieben wurde. Dieser, geb. 1751 
zu Prag, 1784 in Salzburg als Baßgeiger angestellt, starb auch hier 1809. Wäre diese 
Annahme richtig, dann müßte das Lied nach dem Jahre 1784 komponiert worden sein. 
Köchel fügte der Jahreszahl 1772 ein * bei, und bezeichnete damit diese Jahreszahl als 
„zeitunsicher". Mozart war mit seiner Frau Constanze zum letztenmale in seiner Geburts- 
stadt bei seinem Vater Leopold von Ende Juli bis Ende Oktober 1783 auf Besuch, 
während Horeischy erst ein Jahr später nach Salzburg kam, daher eine Begegnung mit 
der Tochter „Theresel" seitens Mozarts nicht möglich war, wenn das Anstellungsjahr 
1784 Horeischys hierorts richtig ist, wie es auch in dem „Salzburger Mozart-Album" 
(herausgegeben 1856 von Jelinek und Max Gloner, früher Gebrüder Krakowitzer) ver- 
zeichnet wurde. 

35. W. A. Mozarts Anstellungsdekret vom k. k. Oberstkämmerer- 
Amt, datiert: Wien am 7. Dezember 1787, womit Mozart zum „Kammer- 
Musikum" mit 830 fl. Gehalt vom «1. Dezember 1787 an aufgenommen 
v^urde. Original. 

36. W. A. Mozart. Oelgemälde, unvollendet. Hüftstück nach links 
(32 cm hoch, 28 cm breit), von Mozarts Schwager, Hofschauspieler Josef 
Lange, beiläufig 5^2 Monate vor Beginn der im JuH 1791 in Angriff ge- 
nommenen „Zauberflöte" gemalt. 

Mozart am Klavier. Der Kopf ist ganz ausgeführt, Gewandung und Klavier sind 
blos mit Bleistiftstrichen skizziert. Dieses Originalbild war im Besitze des Sohnes Karl 
in Mailand und ist 1858 als Erbstück an das Mozarteum gekommen. Lange war als 
Maler nicht unbedeutend. Er legte sorgfältig die Treue in die Gesichtszüge, welche 
dem Relief von Posch (Nr. 46) entsprechen, die aber hier schon die beginnende Kränk- 
lichkeit aufweisen. 

37. Zauberflöte-Theaterzettel. Erste Aufführung der Oper im Theater 
auf der Wieden in Wien am Freitag den 30. September 1791. Geschenk 
des Herrn Dr. Oskar Berggruen (welcher denselben 1871 dem Herrn Donn 
in Innsbruck um 18 fl. abgekauft hatte). 

38. „W. A. Mozarts Ohr und ein gewöhnliches Ohr". Aquarell. 
Geschenk des Herrn Arthur Gaye*). 

Gefertigt nach dem von Mozarts Sohne Wolfgang linken Ohre (siehe Nr. 11, pag. 9) 
der des Vaters feine Gehör hatte, und von dem. Mozart scherzend prophezeite, „es 
werde dieses Kind ein echter Mozart werden", weil der Kleine einst weinend in den 
Ton einstimmte, aus dem der Vater eben auf dem Klavier spielte. Selbst die Gesichts- 
züge waren denen des Vaters ähnlich, wie dies allgemein von Jenen behauptet wurde, 
die Letzteren kannten. 

Der Nissen'schen „Biographie W. A. Mozart", pag. 586, wurde davon eine Ab- 
bildung in lithographischer (Kreide) Ausführung beigegeben. 



*) Darüber sind bis nun folgende zwei Abhandlungen erschienen: 

1. Die „Deutsche medizinische Wochenschrift" (XXIV. Jahrgang, Heft vom 2. Juni 1898, Leipzig) bringt 
in einem Feuilleton: .,,Mozarts-Ohr" eine wissenschaftliche Abhandlung (mit Zeichnung) von Dr. P. H. Gerber, 
Privatdozenten an der Universität in Königsberg, wonach der Verfasser schließlich zu dem Ausspruche kommt: 
a, In Mozarts (äußerem) Ohr haben wir es mit einer Mißbildung zu tun, die nicht nur sehr 
unschön, sondern auch au einer tieferen Entwicklungsstu.e stehen geblieben ist, während 
■dessen innerliches Ohr sozusagen die höchste menschliche Entwicklung erreicht hat". 

2. Im Selbstverlage der anthropologischen Gesellschaft in Wien erschien 1931 (auch im Sonderabdruck 
aus Band XXXI, als der dritten Folge Bind I, der ,,Mitteiluigen" derselben, Druck von Friedr. Jasper in 
Wien): ,, Mozarts Ohr". Eine anatomische Studie mit 3 Abbildungen vom Universitäts- und Anatomie- 
Professor Dr. M. Holl in Gras, welche obige Aufstellun =jen in ebenso sachlicher, wie fachlicher Weise wider- 
legt, und diejeder Mozartkenner als einen willkommenen Beitragzur Mozart-Literatur mit Befriedigung lesen wird. 



22 

Aus der unten, unter 2 erwähnten Studie sei auszugsweise mitgeteilt: 

„Der Verfasser der unter 1 angeführten Abhandlung, Dr. P. H. Gerber, stützt sich 
in seinen Ausführungen und Endurteilen über „W. A. Mozarts Ohr" auf eine Abbildung 
nach diesem Original-Aquarell von seiner Hand, wie er sie von demselben im Mozart- 
Museum angefertigt hat. Die Angaben stimmen nach dieser seiner zum mindesten un- 
genauen, wenn nicht geradezu fehlerhaften Handkopie vollständig, dagegen nur zum 
geringsten Teile mit den Befunden überein, welche das Mozart'sche Ohr im Aquarell 
aufweist; aber gerade in den wichtigsten Punkten ist hier zwischen Beschreibung und 
Befund kein Einklang zu finden, und so trägt auch das von Gerber dargestellte 
angebliche Ohr Mozarts in der Tat alle jene Gebrechen an sich^ 
welche er anführt, welche man aber an dem Aquarell selbst nicht vor- 
findet, das als Originalbildnis das linke Ohr Mozarts darstellt. Aus der Gestaltung 
dieses Ohres ist man jedoch nicht berechtigt, auf eine gleiche des rechten Ohres 
mit Sicherheit zu schließen. Ein Blick auf das Original-Aquarell und die Nissen'sche 
Lithographie davon, genügt, um zu erkennen, daß das Mozart'sche Ohr sich von einem 
gewöhnlichen wirklich auffallend unterscheidet und zwar: in der äußeren Ohrenöffnung 
und der sogenannten Muschel (Concha). Alle anderen vorhandenen Abweichungen sind 
so geringfügiger Natur und werden so häufig beobachtet, daß sie als besondere Eigen- 
tümlichkeiten des Mozart'schen Ohres nicht angeführt werden können. Die Abnormität^ 
welche dieses Ohr zeigt (und von welcher.Nissen und andere Biographen Erwähnung 
machen) ist in der anatomischen Literatur bekannt und wird mit dem nicht ganz zweck- 
mäßigen Namen „fehlende Concha" bezeichnet. Das Vorkommen einer derartigen Ano- 
malie hält das Mittel zwischen Seltenheit und Häufigkeit ein. Die Bildung desselben 
ist nach G. Schwalbe im K. v. Bardelebens „Handbuch der Anatomie des Menschen"^ 
(6. Lieferung. Sinnesorgane: „Das äußere Ohr", Jena 1898, pag. 136), nach Frl. Petrona 
Eyle („Ueber Bildungsanomalien der Ohrmuschel", Zürich 1891, Fig. 2, 8, 12 und 13) 
und nach Gradenigo („Ueber Bildungsanomalien der Ohrmuschel", Wiener mediz, 
Wochenschrift Nr. 1, 1894, S.-A. S. 2), als Varietät, bedingt durch entwick- 
lungs-geschichtliche Verhältnisse, und nicht als Mißbildung, die nicht 
nur sehr unschön, sondern auch auf einer tieferen Entwicklungsstufe stehen geblieben 
ist, aufzufassen. Es ist noch hervorzuheben, daß sie sich auch vererben kann. Nr. 4 
(„W. A. Mozart im Galakleid") und Nr. 29 („Mozart am Klavier") unseres Kataloges, 
lassen einen größeren oder geringeren Teil des unteren Teiles des rechten Ohres,. 
Nr. 3 („Familienbild"), den unteren Teil des linken Ohres erkennen. An den ersteren 
zwei Bildern ist auffällig, daß sie eine abnorme Bildung der Ohrmuschel nicht beob- 
achten lassen, während jenes Nr. 3 die Ohrmuschel ganz deutlich als abnorm gebildet 
aufweist. Da nun das in Rede stehende Original-Aquarell ebenfalls nur ein linkes Ohr 
(wie Nr. 3) zur Anschauung bringt, so ist die Ansicht gerechtfertigt, daß die 
eigentümliche Bildung der Ohrmuschel nur am linken Ohr, sowohl 
bei W. A. Mozart (Vater), als bei W. A. Mozart (Sohn) vorhanden war." 



IV. Wand. 



39. „Titus"-Theaterzettel. Erste Aufführung im Theater zu Salzburg^ 
am Freitag den 13. Dezember 1878 (87 Jahre nach der fertiggestellten 
Komposition) unter der Leitung des damaligen Kapellmeisters am hier- 
ortigen k. k. Theater, Emil Kaiser, und Geschenk desselben. 

40. W. A. Mozart. Photographie nach dem Gemälde angeblich 
eines Tischbein. Ein Geschenk des großherzogl. hessischen Kapellmeisters 
Johann Anton Andre in Frankfurt a. M., am 29. August 1856: „Zur Jubel- 
feier (Mozart-Säkularfest in Salzburg) des herrlichsten Tondichters". 

Es ist dies eine photographische Aufnahme nach dem Original-Oelbilde (Kniestück,. 
68 cm hoch, 53 cm breit) und zwar nur als Brustbild, im Besitze der Erben des Kauf- 
mannes und Musikalienhändlers C. A. Andre in Frankfurt a. M. (des Sohnes des isenbur- 
gischen Hofrates, welcher von Constanze den gesamten handschriftlichen Nachlaß Mozarts 
kaufte). Das Bild ist in den „Bildnissen berühmter Deutscher" bei Breitkopf und Härtel 
in Leipzig, 4. Lieferung, gestochen. O. Jahn gab es dem III. Bande seines „Mozart" bei. 



23 

„Wenn dieses Bild wirklich von einem Tischbein herrühren soll", erklärt Vogel 
(„Mozart-Porträt"), „kann von den nahezu gleichzeitig in Mainz lebenden Malern dieses 
Namens nur Anton Wilhelm — nicht aber Joh. Fr. Aug. — Tischbein in Betracht kommen, 
der, geb. 1734, gest. 1804, die größte Zeit seines Lebens, auch im Jahre 1790, in Mainz, 
die übrigen aber um diese Zeit anderwärts tätig gewesen sind". (Vergl. „Allg. Deutsche 
Biographie", Bd. 38, S. 362—378). 

Mozart reiste, seine pekuniäre triste Lage zu verbessern, am 23. September 1790 
von Wien im eigenen Wagen zur Kaiserkrönung Leopold II. (9. Oktober) nach Frankfurt 
a. M., wo er am 29. gleichen Monats einlangte. Er hatte in seiner Gutmütigkeit auch 
noch seinen Schwager, den Violinspieler Hofer mitgenommen, damit er an dem etwaigen 
Gewinn der Reise Anteil nehmen könnte und wohnte im dritten Stocke (im Dachstüb- 
chen) der Adlerapotheke (Töngesgasse 26, auch Hasengasse 2, längst verschwunden). 
In der letzten Woche des Oktober besuchte er Mainz, wo obiges Bild, wie angegeben 
wird, im Auftrage des letzten Kurfürsten, Karl von Erthal, gemalt wurde, oder gemalt 
worden sein soll. Am 26. Oktober verließ Mozart die Feststadt Frankfurt, kam über 
Mannheim am 29. Oktober nach München und dann wieder nach Wien zurück, mit 
völlig leeren Händen! — Vor des Kurfürsten Flucht nach Aschaffenburg (1792) soll 
dieser das Bild dem kurfürstlichen Hofviolonisten Stutzl zum Geschenk gemacht haben, 
aus dessen Nachlaß es C. A. Andre erwarb. Ein Zeitgenosse Mozarts, der 84jährige 
Vikar, Frz. Christ. Arentz (geb. 23. Februar 1766), damals Flötist bei der kurfürstlichen 
Musikkapelle zu Mainz und Hoforganist, Frz. Wilhelm Schulz in Mannheim, erklärten in 
einer notariell bestätigten Urkunde und zwar Ersterer als Zeitgenosse Mozarts und 
demselben befreundet gewesen: „Das Oelbild ist nicht nur dem Verlebten (Mozart) 
ähnlich, sondern durch treffliche Auffassung auch äußerst entsprechend zu nennen. 
Treue und Kunstwerth zeichnen dasselbe gleichmäßig aus" (24. Juni 1850). Letzterer: 
„Dieses Oelbild erkenne ich nach genauer Prüfung für das Bild des unsterblichen Ton- 
dichters W. A. Mozart, welchen ich bei seinem Leben, und zwar während seines Auf- 
enthaltes in der hiesigen Stadt (Mannheim) kannte, und dessen Züge mir ganz lebhaft 
im Gedächtnisse geblieben sind." (16. März 1851.) 

Das an die Familie Andre in Frankfurt a. M. von ihrem Onkel Carl August Andre 
vererbte „Tischbein-Mozart-Portrait" befindet sich seither und noch heute in dem Besitze 
derselben. Bald nach der 1849 erfolgten Auffindung des Oelbildes, und der feierlichen Auf- 
stellung am 27. Juni 1853 im Musiksaale des Eigentümers, wurde die Echtheit 
angezweifelt in einer Weise, wie dies bei keinem der bisher bekannt 
gewordenen Mozart-Bildnisse der Fall war. Es war so ganz ein anderes 
Bild — als alle bekannt gewordenen! Herr Carl Andre in Firma C. A. Andre in Frankfurt 
a. M. und Johann Andre in Offenbach a. M. hatten die Güte, uns dasselbe unterm 4. De- 
zember 1900 wie folgt zu beschreiben: „Es ist ein Kniestück. Mozart wendet seine 
rechte Seite, den Kopf noch etwas mehr, aber den Blick direkt nach den Beschauer. Die 
rechte Hand, die nichts, weder eine Papierrolle, noch ein Buch hält, stützt sich etwas 
unterhalb der Hüfte auf den Körper, so daß der rechte Arm sich rechtwinkelig beugt. 
Die linke Hand hängt sich in den ziemlich weit heruntergehenden Ausschnitt des unteren 
Rockteiles. Der Rock, ebenso die Aufschläge auf den Aermeln sind, wie die Knöpfe, 
von schwarzgrüner Farbe. Das Gesicht erscheint ziemlich voll und die Gesichtsfarbe 
nahezu rosig gesund, die Nase groß und kühn, der Mund geschlossen. Die Augen sind 
lebhaft, aber etwas minder blau, als auf dem Bilde aus Verona (in diesem Kataloge 
Nr. 27), wahrscheinlich durch Verblassen der Farbe. Die Beine sind noch ein kleines 
Stück unter der Weste, wie auch das rechte Ohr zu zwei Dritteilen unter der Perrücke, 
mit einem normalen Ohrläppchen sichtbar, während der Hintergrund des Ganzen gleich- 
mäßig dunkel ist. Es läßt sich auf dem Bilde keinerlei Nebenzeichnung erblicken." 

In der photographischen Reproduktion, in Kupfer-, resp. Stahlstichen, Steindrucken, 
desgleichen im Lichtdrucke unserer „Festschrift 1887", nach einer uns von C. A. Andre 
zugesendeten Photographie u. s. w., erscheint dieses Bild immer nur als Brustbild. 

Behufs Feststellung, ob das Bild ein Mozart-Porträt oder nicht sei, übersandte 
Schwyder von Wartensee*) an Mozarts Sohn Karl, der anläßlich des stattgefundenen 
Säkularfestes in Salzburg weilte, eine genaue Kopie von dem Tischbein-Mozart-Oelbilde. 
Die Antwort darauf in einem aus Salzburg vom 17. September 1856 datierten Briefe 
lautete**) : „Mit Bedauern sehe ich mich zur Steuer der Wahrheit gezwungen, zu be- 
kennen, daß meine immer lebhaft noch erhaltene sichere Erinnerung 
in besagtem Gemälde keine Spur von Aehnlichkeit wahrzunehmen 
vermag, so zwar, daß, wofern es nicht ganz vollkommen noch erwiesen 

*) u. A. Der Verfasser der Abhandlung „Don Juan von Mozart, Recitative oder nicht Recitative? Das 
ist die Frage" in d2n Blättern für Geist, Gemüt und Publizität der ,,Didaskalia" (Frankfurt a. M. 1856 Nr. 302). 

**) Abgedruckt 1853 auch in der ,, Süddeutschen Musikzeitung" und in Nr. 27 der ,, Niederrheinischen 
Musikzeitung". 



24 

sein sollte, daß Tischbeins Originalgemälde wirklich das Porträt meines Vaters dar- 
stelle, ich sogar auf die Vermuthung verfallen würde, dass ein Irrtum unter- 
laufen sei und es sich um eine ganz andere Person handle. Selbst in 
Nebendingen, wie z. B. hauptsächlich in der Frisur, ist eine gänzliche Verschiedenheit 
von der von meinem Vater standhaft beigehaltenen Weise — es müSte höchstens sein, 
daß aus Anlaß der Sitzung zu dieser Abbildung derselbe sich absichtlich in diese so 
ganz von seiner gewöhnlichen abweichenden Kostümierung versetzt hätte." Eine Kopie 
ließ C. A. Andre (1834) vom Porträtmaler Nebel in Frankfurt und zwei solche bei dem 
Kunstmaler Anton Hähnisch in Karlsruhe anfertigen. Davon erhielt als Schenkung eine 
der Inhaber der Firma C. F. Peters in Leipzig; eine vierte Nachbildung in Sepia besitzt 
Frau Emilie v. Gilowska in Wien. 

C. A. Andre schrieb uns am 16. März 1884: „Ich für meinen Teil möchte über- 
haupt betreffs Mozart (Tischbeinbild) nichts weiter sagen. Die Zeit, in der Mozart lebte, 
liegt zu ferne, um sich über diesen Genius, über diesen Gott der edlen Musica, der 
überdies zu Lebzeiten außer geringfügigen, weil vorübergehenden Weihrauch, nur die 
krasseste Vernachlässigung und viele Mißachtung zu dulden hatte, mit Verläßlichkeit 
äußern zu können. Meine kranken Augen mahnen, zu schließen. Empfangen Sie freund- 
lichsten Gruß Ihres stets ergebensten C. A. Andre." Die uns eine Woche vorher ver- 
sprochenen Kopien der Zeugnisse von Vicarius Franz Christoph Arentz in Mainz und 
Hofkapellmeister Wilhelm Schulz in Mannheim, wurden am 12. März 1884, beglaubigt 
von Dr. Wilhelm Kilger, kg. pr. Notar in Frankfurt a. M. angefertigt, und uns sodann 
gesandt. — Diese beiden Zeugen für die Echtheit stehen den Aeußerungen Mozarts Sohn 
Karl diametral, ja schroff gegenüber, da Letzterer die Echtheit des Bildes auf das Be- 
stimmteste in Abrede stellt, Beide erstere leisten ihre Zeugenschaft aber auch in nicht 
imanfechtbarer Weise. Vikar Franz Christoph Arentz hörte W. A. Mozart „sehr 
oft in Concerten im hiesigen kurfürstlichen Scnlosse" und will ihn auch „persönlich 
näher gekannt" haben. Mozart (im 35. Lebensjahre) gab aber in Mainz nur ein Konzert*) 
nach dem auch nur einen: „Freytags den 15. Oktober Eiif Uhr Vormittags in zwei Teilen 
im großen Stadt-Schauspielhause großen musikalischen Konzerte zu seinem Vorteile mit 
Madame Margarethe Schick (der ersten Frankfurter „Zerline"), dem seinerzeitigen Salz- 
burger Hofsänger Fran^. Cecarelli und dem Frankfurter-Mainzer Orchester.**) Zwischen 
16. und 26. Oktober, d. i. dem Tage der Abreise Mozarts von Frankfurt, fällt die Zeit 
des Mainzer Ausfluges, der „gegen Ende Oktober" erfolgt sein soll. Am 26. Oktober 
nämlich verließ Mozart die Stadt Frankfurt und trat über Mannheim und München 
seine Rückreise nach Wien an. Möglich ist es immerhin, daß Arentz seit Mozart am 
29. September in Frankfurt angelangt war und so lange er dort blieb, ihn nicht nur im 
Konzerte, sondern auch überdies in Bekanntenkreisen häufig spielen hörte; dann würde 
sich der Termin des Bekanntsein mit Mozart auf vier Wochen verlängern. Arentz 
stand 1350 im 85. Lebensjahre (^geb. 1766) und erinnert sich mit aller Bestimmtheit noch 
nach 60 Jahren, innerhalb welcher Zeit er Mozart nicht mehr sah, „an die vollkommene 
Aeh.ilichkeit" mit dem angeblichen Tischbein-Mozart-Bilde. — Hoforganist Franz 
Wilhelm Schulz in Mannheim, welcher Mozart „bei seinem Leben, und zwar während 
seines Aufenthaltes in hiesiger Stadt kannte", diese Angabe deutet auf die Zeit, in der 
Mozart mit seiner Mutter auf der Reise nach Paris in Mannheim weilte, d. i. vom 
31. Oktober 1777 bis 14. März 1778, viereinhalb Monate; denn in der letzten 
Oktoberwoche 1790, auf der Rückreise, blieben Mozart nur höchstens ein bis zwei Tage 
für den Mannheimer Aufenthalt, wo er überdies einer Aufführung des „Don Juan" bei- 
wohnte. Am 29. Oktober oder längstens Anfangs November war er bereits in München. 
Nach 74 Jahren attestiert Schulz dessenungeachtet, daß „Mozarts Züge ihm lebhaft im 
Gedächtnis geblieben sind." 

Der Sohn Mozarts, Karl aber war 7 Jahre, 2 Monate und 18 Tage alt, als 
sein Vater staib. Seine Mutter bewahrte die Bilder Mozarts, ihres Gatten, in ihrer 
Wohnung — so namentlich Josef Lange's Bild, nur ein halbes Jahr nach Mozarts Auf- 
enthalte in Frankfurt und im Sterbejahre gemalt — und als Karl 15 Jahre alt war, ver- 
läßt er erst seine Mutter. Der Sohn Karl sah seinen Vater daher lebend durch sieben 
Jahre (wenn auch als kleines Kind) und noch weitere acht Jahre in als „sehr gut" be- 
zeichneten Bildern. Er erklärt nach 57 Jahren, daß er an dem ihm vorgewiesenen Tisch- 
bein-Mozart-Bilde „nach seiner immer lebhaft noch erhaltenen sicheren Erinnerung 
keine Spur von Aehnlichkeit (mit seinem Vater) wahrzunehmen vermag". 



*) Siehe ,,Mozirt in P'rankf irt vor hundert Jahren" im „General-Anzeiger der Stadt Frankfurt" vom 
15. und 15. Oktober (Nr. 242 und 243) 1890 von Elise Mentzel. 

**) Siehe den ,, Original Frankiurter Koniertzettel" im XXIH. Jahresberichte der Internationalen Stiftung: 
,, Mozarteum", pro 1903, pag. 28 und die Ausführungen Joh. Ev. Engls, womit die irrtümlichen Beichte 
O. Jahns, Gustav Noltebohms und ebenso die bezüglichen Angaben der Elise Mentzel im Artikel der vor- 
stehenden Anme.kung mit Bezug auf dieses Konzert endlich einmal richtig gestellt werden 
konnten. 



25 

Die Echtheit dieses mysteriösen „Tischbein-Mozart-Bildes" ist also nicht nur 
-durch das Verdikt des leiblichen Sohnes seit vollen 45 Jahren hinfällig und unhaltbar 
geworden, sondern es sprechen auch die Bilder aus Mozarts letzter Lebenszeit: das 
Fosch-Medaillon (Nr. 46) und Lange's unvollendetes Mozart-Porträt 
(Nr. 36), welche zweifellos als echt beglaubigt sind, ganz entschieden 
gegen jedwede Annahme der Echtheit desselben. 

Ob nun anderseits dieses in Rede stehende Bild überhaupt ein Tischbein und 
von welchem Tischbein gemalt, oder gar kein Tischbein ist, das kann für die Mozart- 
Forschung ganz und gar gleichgiltig sein. 

Das Merkwürdigste in der Geschichte des „Tischbein-Mozart-Bildes" ist jedoch 
Folgendes: Unterm 14. November 1900 erhielten wir aus New-York eine Zuschrift von 
Mr. H. E. Krehbiel, dem Musikreferenten der „Tribüne" dortselbst, über ein während 
der vorjährigen Pariser Ausstellung von ihm als Mitglied der internationalen Jury auf- 
gefundenes neues Mozart-Gemälde, mit der Beilage von Abdrücken nach derphoto- 
graphischen Abbildung desselben (später der Photographie selbst) und der Anfrage, 
„was wir dazu sagen, weil er zu uns volles Vertrauen habe." Zu unserem großen Er- 
staunen erkannten wir in diesem Bilde ein zweites Tischbein-Mozart-Porträt, 
auch ein Kniestück, wie dieses, nur mit den Zutaten, daß die rechte Hand eine 
Papierrolle hält und zur rechten Bildseite unverkennbar die Land- 
schaft der Stadt Salzburg mit der Festung durch ein offenstehendes, hohes 
Fenster sichtbar ist, das im übrigen mit dem Bilde in Frankfurt a. M. voll- 
ständig übereinstimmt, gleich einer genauen Kopie von diesem. In 
einer beigelegten Nummer der „New-York-Tiibune" teilte Krehbiel unter der Aufschrift : 
„Ein neues Mozart-Porträt — als das interessanteste Kapitel zur Mozart-Literatur, das 
seit einem Jahrhundert veröffentlicht wurde" — des ferneren mit: „In ein Haus in der 
alten Straße des Saints-Peres zum Mittagessen im Sommer 1900 eingeladen, es war das 
Familienhaus des Herrn M. Cartusse, des französischen Gesandtea für Schweden, welcher, 
da er sich in Stockholm aufhielt, es an einen Amerikaner vermietete, bemerkte er 
unter den an den Wänden hängenden Gemälden eines, das er sogleich für ein Mozart- 
Porträt hielt und er begründende diese seine Ansicht mit der großen Aehnlichkeit zwischen 
demselben und dem sogenannten Tischbein-Mozart-Porträt in Frankfurt a. M. Herr 
Cartusse wurde über dieses Bild um Auskunft angegangen. Derselbe äußerte, „daß es 
ein Gemälde vom Ende des 18. Jahrhunderts, ein ziemlich charakteristisches Bild, und 
das Kostüm aus der Zeit Ludwig XVI. ist, wie es auch ganz gut möglich wäre, daß 
die dargestellte Person W. A. Mozart sei". Doch war es klar, daß bis zu dem Zeit- 
punkte, wo Cartusse darum befragt wurde, er niemals dieses sein Bild mit 
dem Namen Mozarts in Verbindung gebracht hatte. Tatsächlich, wie 
spätere Enthüllungen zeigten, hielt er es für ein Porträt Neckers, des berühmten französi- 
schen Finanzministers, Jaques Necker (geb. 1732 zu Genf, gest. am Genfersee zu Coppet 
1804), des Vaters der Frau von Stael.*) 

Der Kopf hat Lebensgröße, die Farbe des Rockes ist gleichfalls dunkelgrün und 
das Bild innerhalb des Rahmens 31 zu 39^2 (englische) Zoll groß. Oben sind der Ori- 
ginal-Leinwand 4\'2 Zoll zugefügt worden, augenscheinlich zu dem Zwecke, dem Ge- 
mälde bessere Proportionen zu geben. Es ist nicht signiert und nicht datiert; ein Zettel 
aber, der ersichtlich darauf gegeben wurde, als man es noch für einen „Necker" aus- 
gab, besagt, daß es einmal früher im Besitze eines Herrn Eduard Pierre (vielleicht des 
ersten Käufers?) gewesen war". So äußerte sich Krehbiel in dem vorgenannten 
Zeitungsartikel. 

Dieses zweite Tischbein-Mozartbild erscheint uns nun zweifellos in Zeichnung und 
Farbe als eine Kopie vom ersten, dem Originalbilde, und liegt die Vermutung nahe, daß 
die Zugabe der Landschaft Salzburg nur deshalb geschah, um dasselbe als Mozart-Porträt 
zu dokumentieren. Daß es eine Kopie und zugleich Fälschung des Andre'schen sei, 
nehmen wir deshalb an, weil es im Sommer 1900 erst an das Tageslicht kam, als es 
der Sohn des Carbusse (der Vater starb kurz nach der Entdeckung durch Krehbiel in 
Finisterre, dem alten Promontorium Neriam im nordwestlichen Spanien) an Krehbiel ver- 
kaufte, und bis dahin all die lange Zeit hindurch, seit das Bild „am Ende des 18. Jahr- 
hunderts" gemalt, wie dies noch ausdrücklich erklärt wurde, der Oeffentlichkeit ver- 
borgen blieb. Dieser Tatsache mußte eine Ursache zugrunde liegen. Wir glauben, diese 
darin suchen zu sollen, daß der betreffende Maler etwa mit einem Kunstmäcen oder 
Mozart-Verehrer ein Geschäft machen wollte, diesen durch die eigenmächtige Zugabe 

*) Onkens ,,Das Zeitalter der Revolution, des Kaiserreichs UHd der Befreiungskriege", Berlin, bei 
Grotte 1882 — wir da iken diesen Hinweis darauf Sr. Exzellenz dem He"rn Präsidenten Ganlolph Grafen 
Kuenburg — enthält im I. Band, pag. 7, ein autoritatives Porträt Neckers, ein verkleinertes Facsimile des 
Stiches von Aug. de St. Aubin (1733—1802) nach dem Originalgenälde von Josephe Sifrede üuplassis (1723—1802). 
Kein Mensch kann zwischen diesem und dem obigen auch nur die entfernteste Aehnlichkeit oder Ueberein- 
stimmung herausfinden! 



26 

der Landschaft Salzburg düpierte, und der arglose Käufer sodann seinen erworbenen 
„Mozart" eifersüchtig und sorgsam hütete. Daß aber umgekehrt derselbe oder der frühere 
Maler des Andre'schen Bildes, die Landschaft als den Hinweis für die Echtheit dieses 
Mozartbildes absichtlich weggelassen hätte, das ist uns unglaublich. Das eine Bild ist 
so mysteriös, wie das andere! Demnach wird nach dem Dargelegten der Mann noch 
zu suchen sein, den diese beiden „Mozartbilder" darstellen sollen und womit eine Ver- 
wechslung mit Mozart stattfand, wie sie Karl Mozart schon vermutete. Wir sehen 
endlich und schließlich nicht nur in dem ersten Bilde das Original- 
bild und in dem zweiten die Kopie von demselben, sondern es sind 
uns beide Bildnisse nichts anderes, als das Porträt von irgend einem 
bis nun unbekannten Jemand, nur nicht, und das ist und bleibt ganz 
ausgeschlossen, von — W. A. Mozart, wenn auch O. Jahn (IV. Bd. pag. 556) 
„an diesen Mozart" glaubte, der sich ja auch (im I. Bd. pag. 3) bei des Vaters Bild 
irrte, da er dieses für jenes des Großvaters W. A. Mozarts hielt! — Da nun dieses 
Bild nach dem Vorgehenden kein Mozart-Porträt sein kann und auch 
nicht ist, so wäre es endlich einmal an der Zeit, dasselbe aus der 
Reihe der Mozart-Porträte für immer auszuschalten! 

41. W. A. Mozart. Photographie des Reliefs nach Poschs Schnitz- 
werk (siehe Nr. 46 und 50). 

42. Aloisia Lange — von Weber. Oelgemälde. Die Schwägerin 
Mozarts. 

Aloisia von Weber, geboren 1762, wurde im Dezember 1780 als Opernsängerin 
in München mit dem Gehalte von 1000 fl. nach Wien an das k. k. Hoftheater berufen, 
heiratete 1781 den k. k. Hofschauspieler Josef Lange, welche Ehe auf beiden Seiten 
eine unglückliche war, trat 1784 eine längere Urlaubsreise an und erhielt 1788 ihre Ent- 
lassung. Im Jahre 1789 auf einer zweiten Kunstreise, wurde sie 1791 wieder in Wien 
angestellt, ging 1795 abermals von Wien weg, geschieden von ihrem Manne, nach Ham- 
burg, wo sie drei Jahre verblieb, war 1798 bis 1801 in Amsterdam, dann in Bremen, 
Frankfurt a. M., verließ 1808 das Theater und lebte als pensionierte k. k. Hofsängerin bis zu 
ihrem am 8. Juni 1839 erfolgten Tode in Salzburg. Ueber diese seine ehemalige erste 
Liebe schreibt Mozart drei Jahre später in Wien am 9. Juni 1781 an seinen Vater: „Daß 
sie mich mit Madame Lange in Comparaison setzen, macht mich ganz erstaunen und 
den ganzen Tag war ich darüber betrübt. Dieses Mädchen saß ihren Eltern auf dem 
Hals, als sie sich nichts verdienen konnte. — Kaum kam die Zeit, wo sie sich gegen 
ihre Eltern dankbar bezeigen konnte (NB. der Vater starb, noch ehe sie einen Kreuzer 
hier eingenommen), so verließ sie ihre arme Mutter, hängte sich an einen Komödianten 
(Lange), heirathete ihn, und ihre Mutter hatte nicht so viel — von ihr!" — Aloisia 
wurde in einem Grabe im Friedhofe zu St. Sebastian, zur rechten Seite des Mittel- 
ganges zur Gabrielskapelle, zweite Grabesieihe, 7. Grab, begraben. 

SophievonWeber, Aloisiens Schwester, war geboren 1764 und mitJakobHaibl 
verheiratet. Als Tenorist am Schikaneder-Theater in Wien, machte Haibl sich dort mit 
der von ihm komponierten Oper „Tiroler Wastl" 1796 einen Namen. 1805 ist er Chorregent 
in Diakovär in Slavonien, wo er am 24 März 1826, am selben Tage, im gleichen 
Monate und gleichen Jahre, wie Nik. v. Nissen, starb. Die Witwe über- 
siedelte nach Salzburg. Sophie war die Krankenpflegerin Mozarts in Wien (1791) und Con- 
stanzens in Salzburg (1842), mit der sie zusammen wohnte. Sie bezog seit Constanzens 
Tod bis zu ihrem eigenen am 26. Oktober 1846 erfolgten Ableben nach testamentarischer 
Verfügung dieser ihrer Schwester von den beiden Söhnen Mozarts und Constanzens 
jährlich 400 fl. Auch war sie noch Zeugin der Enthüllung von Mozarts Standbild (4. Sep- 
tember 1842) und ihr Universalerbe wurde der seinen Bruder Wolfgang überlebende 
Karl Mozart, dem an Bargeld 1501 fl. 47 kr. zukamen. Begraben wurde sie im Grabe der 
vorgenannten Schwester Alosia. Das Grab der beiden Schwestern wurde auch jenes des 
Alois Taux. 

Alois Taux, der Kapellmeister und Direktor des 1841 gegründeten „Dom-Musik- 
Vereines und Mozarteums", Gründer der „Salzburger Liedertafel" (1847), war mit Sophie 
befreundet und erhielt von ihr das Familienbild, Zimmereinrichtungsstücke etc. zum Ge- 
schenke. Taux ist geboren am 5. Oktober 1817 im preußisch-schlesischen Dorfe Baum- 
garten und gestorben 17. April 1861, während einer Chorprobe in Mitte der „Salzburger 
Liedertafel", deren Gründer er am 23. November 1847 wurde. Er wurde im Grabe der 
beiden vorgenannten Schwägerinnen Mozarts begraben. Die „Salzburger Liedertafel" 
und der „Dom-Musik-Verein und Mozarteum" errichteten ihm gemeinschaftlich über 



27 

dieser seiner Grabstätte ein Denkmal. Die irdischen Ueberreste in diesem gemeinschaft- 
lichen Grabe der drei Vorgenannten, Aloisia Lange, Sophie Haibi und Alois Taux 
wurden auf Wunsch der Witwe Anna Taux, geb. von Wittenau, am 3. Dezember 1895 ex- 
humiert und in das bleibende Grab der „Familie Taux", nach dem Kommunal-Friedhof 
auf das Leichenfeld N (Nr. 12 und 13) überführt, wo ihnen eine neue würdige Grabstätte 
mit dem ursprünglichen Denkmal und den bezüglichen Gedenktafeln erstand. Die Kosten 
hiefür deckte die weihevolle Aufführung der „Großen Litanei in C-dur" für Orchester, 
Soli und Chor von Alois Taux am 24. April 1896, abends halb 8 Uhr im großen Kur- 
saale durch das „Mozarteum", die „Salzburger Liedertafel" und den „Dommusik-Verein". 

43. W. A. Mozarts Vorstellung am Hofe der Kaiserin Maria Theresia 
durch Erzherzog Josef 1762. Kupferstich, koloriert, nach einem Gemälde 
von Ed. Ender. Mit Genehmigung der Luderitz'schen Kunstverlags-Hand- 
lung in Beding Stich von Koch. Geschenk der Madame C. Erard in Paris. 

Personen: Mozarts Vater, Hofkompositeur Wagenseil, der kleine Mozart im 
7. Lebensjahre, Erzherzog Josef, Kaiser Franz I, , Kaiserin Maria Theresia, Maria 
Antoinette, Fürst Kaunitz und Graf Palffy, kgl. ung. Hofkanzler. 

44. Etatsrat Nikolaus von Nissen. Oelgemälde (siehe Nr. 24)^ 
welches von der Witwe Constanze von Nissen ihrer Schwester Sophie 
Haibl, als von „ihrem (Sophiens) Heben Schwager", wie es im Testamente 
heißt, vererbt wurde. 

45. W. A. Mozarts Grabmal in Wien, Photographie. Dieses Grab- 
mal wurde von der Commune Wien 6. Dezember 1859 auf dem St. Marxer 
Friedhof errichtet. Vierzehn Fuß hoch, nahm es den Höhepunkt des Fried- 
hofes ein und ist ein Werk des Wiener Bildhauers Hans Gasser. 

Dasselbe wurde im Herbste 1868 und Ende März 1878 auf das frechste verstüm- 
melt und beraubt, aber beidemale wieder hergestellt. Mozart erhielt seither, wie schon 
unter Nr. 6 erwähnt, im Jahre 1891 ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof, und 
wurde dieses Grabmal auch nach dort überführt. 

46. W. A. Mozart-Relief-Medaillon (I.). Mozart darstellend in seinem 
34. Lebensjahre. In viereckiger, schwarzer Holzkapsel mit Glas. Dieses 
Original-Relief wurde 1789 in Berlin, als Mozart zum vorletzten Male dort 
war, vom Bildhauer Posch, einem geborenen Salzburger, aus Buchsbaum- 
holz geschnitten. Es gilt traditionell als das beste dieser Art. 

Beiderseits befinden sich zwei Lithographien: links vom Obigen. 
W. A. Mozart nach dem Relief von Posch, und rechts, Josef Haydn. 
Beide sind Geschenke des berühmten Anatomen, k. k. Hofrat, Professor 
Dr. Josef Hyrtl. 

Das pietätvolle, an den Vereins-Sekretär Joh. Ev. Engl gerichtete Begleitschreiben,, 
datiert „Perchtoldsdorf, 21. Jänner 1892", lautet darauf bezüglich: „Mein Vater war ein 
armer Musiker. Mit der Geige und Hoboe ernährte er seine zahlreiche Familie. In 
dem kleinen Zimmer, worin wir alle zusammen lebten, hingen diese 2 Bilder an der 
Wand. An diese knüpfen sich meine ersten Jugenderinnerungen. Sie sind nie aus 
meiner Nähe gekommen. Jetzt am Grabesrande betrübt mich der Gedanke, daß sie 
nach meinem Tode in profane Hände gelangen könnten. Deshalb bitte ich, dieselben 
in die Sammlung des Mozarteums aufnehmen zu wollen, durch welche Salzburg dem 
Namen des großen Tonmeister und dadurch auch sich selbst ein Monumentum aere 
perennius gegründet hat". — Dieser Bitte wurde sofort entsprochen. 

47. W. A. Mozart enfant ä la cour de Tempereur Fran^ois L 

Photographie. Geschenk des Herrn Eisvogel in Preßburg. 



28 

Mozart am 12. Oktober 1762 vorgestellt am Hofe im k. k. Lustschlosse Schönbrunn, 
;im 7., Kaiser Franz (Stephan) I. im 64., Erzherzog Josef (1765 Kaiser Josef II) im 21., 
die jüngste Kaisertochter Maria Antoinette (nach acht Jahren 16, Mai 1770 mit dem 
Dauphin, dem Thronerben, 1774 Ludwig XVI., König der Franzosen, vermählt) im 8., und 
G. Chr. Wagenseil (gest. 1779), Lehrer der Kaiserin und ihrer Kinder (Klavierspieler und 
Komponist), der Mozart links zur Seite steht, im 74. Lebensjahre. 

48. W. A. Mozarts Konzertflügel und Spinett. Photographie nach 
den hier aufgestellten zwei Original-Instrumenten. (Siehe nachfolgend Nr. 52 
und 51). 

49. Die Familie Mozart. Lithographie von T. Leybold, nach dem 
Stiche des Prof. Blasius Höfel in Salzburg 1856, dem das große Oelgemälde 
von della Croce (siehe pag. 3) als Vorlage diente. Gedruckt bei J. Höfelichs 
Witwe. Geschenk des Kaufmannes Gregor Baldi hier, dem Besitzer der 
Originalplatte. 

50. W. A. Mozart Relief-Medaillon (II.) aus rötlichem Wachs auf 
schwarzem Grunde von Posch, (wie oben, Nr. 46). 

Posch fertigte dasselbe für Mozarts jüngsten Sohn Wolfgang Amade in Berlin 1820 
mit folgender Widmung, angebracht auf der Rückseite der umrahmten Modellierung: „der 
under Zeichnete Jugent Freund des Vaters widmete dieses dem Sohne zum andenken". 
Dieses Original-Medaillon von Posch kam später in den Besitz des. Bankbeamten J. Küss, 
und dieser machte damit dem Mozarteum in Salzburg ein Geschenk. 

51. W. A. Mozarts Klavichord (Spinett) mit 5 Oktaven-Umfang. 
Geschenk von Karl Mozart. 

Zufolge der rechtsseitig dem Instrumente eingeklebten und eigenhändig geschriebenen 
Erklärung der „Witwe Constanze, Etats-Rätin von Nissen, gewesenen Witwe Mozart", 
bediente sich Mozart noch fünf Monate vor seinem Tode beim Komponieren der 
.„Zauberflöte", des „Titus", wie des „Requiem" und der „Frefmaurer-Cantate" dieses 
Klavichords. Constanze vererbte es in ihrem Testamente ihren beiden Söhnen als 
„Klavichord von ihren seligen Vater", welche Beide auch noch außerdem gleichzeitig 
von ihr erhielten: „6 silberne Löffel, 6 Gabeln und 5 schwere Löffel, der 6. ist (salva 
venia!) aus Unachtsamkeit in den Abtritt geschüttet worden, wo man ihn nicht haben 
kann; weiters 6 Tassen und Teekännchen; 11 Schnüre guter Perlen mit Elfenbein- 
schließen, von dem berühmten Hesse in Brillanten gefaßt; die kleine Uhr, die sie als 
Braut von Mozart bekam; 2 türkische Shawls; eine große Hängeuhr, die 8 Tage geht; 
endlich noch eine Wanduhr, welche sie aber der Schwester Haibl, so lang sie lebte, 
zu belassen hatten. Dieses Alles sollten sie brüderlich teilen". (Testament vom 23. Juni, 
Salzburg 1841, publiziert 9. März 1842. Als Zeugen sind gefertigt: Dr. Philipp Ernst, k. k. 
Bibliotheks-Custos, Dr. Anton Fischer, Kreisphysikus und Alois Bischof, k. k. Qrenz- 
wach-Oberkommissär.) 

52. W. A. Mozarts Flügel-Pianoforte, auch Reiseklavier genannt. 
Geschenk des Karl Mozart. Laut der von dem Geschenkgeber dem Mo- 
zarteum am 10. März 1856 schriftlich abgegebenen Erklärung „gehörte es 
bis in die letzten 10 Jahre seines Lebens dem ehemaligen k. k. österr. Hof- 
kapellmeister Wolfgang Amade Mozart, der besagtes Instrument eine Reihe 
ATon Jahren hindurch im Besitze und eine so besondere Vorliebe für das- 
selbe hatte, daß er es nie aus seinem Studierzimmer entfernte und sich 
nur ausschließlich dessen allein bei allen solennen Gelegenheiten bediente". 

Dieses Pianoforte in Flügelform (der äußere Kasten von Nußholz in schlichter 
Arbeit, von 5 viereckigen Füßen getragen), erhielt eine neue Erfindung: das erste mit der 
.Mechanik des Hammerschlages, und ist von dem zur damaligen Zeit rühmlichst bekannten 



29^ 

Anton Walter in Wien verfertigt worden. Der Vater Leopold, der seit 10. Februar 
1785 auf dreimonatlichen Besuch bei dem Sohne in Wien weilte, schreibt von dort am 
12. März an seine Tochter nach St. Gilgen: „Deines Bruders Forte-Piano -Flügel ist, seit 
ich hier bin, wenigstens zwölfmal in's Theater oder zum Fürsten Kaunitz, Grafen Zichy 
etc. getragen worden. Er hat ein großes Forte-Piano- (Knie-) Pedal machen lassen, das 
unter dem Flügel steht". Im Inventarium und Schätzung vom 9. Februar 1791 ist im 
vierten Zimmer im kleinen Kaiserhause Nr. 934 in der Rauhensteingasse in Wien (dem 
Sterbehause Mozarts) ein „Forte-Biano mit Pedal", bewertet mit 80 fl., aufgeführt.. 
Dasselbe ist unter Nr. 67 dieses Kataloges mit dem „Fortepiano Pedale" in der „Nach- 
richt" über eine große musikalische Akademie erwähnt, und kam vermutlich nach Mozarts 
Ableben zunächst an das Schwager-Ehepaar Sophie und Jakob Haibl in Diakovär (Sla- 
vonien), als Witwe (1826) nahm es Sophie an sich, welche dasselbe an Karl Mozart 
testiert hatte, da sein Bruder Wolfgang zwei Jahre vor ihrem Ableben früher schon 
gestorben war. 

53. Marianne, Mozarts Schwester, als Reichsfreün Berchthold 
zu Sonnenburg (seit 1784—1801). Oelbild (70 cm hoch, 57 cm breit). 
Dieses Bild wurde vom Vereine am 31. Oktober 1904 aus Wien angekauft 
und war bisher, wie auch der Name des Malers, unbekannt gebheben. 



IL Im Wohnzimmer der Familie Mozart. 

a) An den Zimmerwänden : zumeist keine Mozart-Relikten, darunter 
Bilder: jene der Gründer des alten und neuen „Mozarteums", Gedenk-, 
Erinnerungsblätter und Bücher, bezugnehmend auf stattgehabte Musik- 
feste, Mozart-Denkmal-Entwürfe, Photographien, Theater- und Konzert- 
zetteln u. s. w. 

b) Im großen Schaukasten mit Glasfenstern: fast ausschließlich 
Mozart-Relikten: Handschriften W. A. wie L Mozarts und der 
Familie in Briefen und Kompositionen (vollendet und in Skizzen), W. 
A. Mozarts Stammbuch, dessen erste Violine, verschiedene Schmuck- 
gegenstände, Hyrtls Mozart-Schädel u. s. w. 

^ An den Zin^anaer'^^vä.n.den. 

1. Dr. Franz Edler von HiUeprandt. Oelgemälde von dem Salz- 
burger Porträtmaler Sebastian Stief, 1847 — beiliegend die „Statuten" und 
das „Pensionsnormale" des „Dommusik-Vereines und Mozarteums", links 
auch eine Mozart-Büste. (Der Franz Josef-Orden wurde nach der Ver- 
leihung beigefügt.) 

Geboren am 29. August 1796 zu Wien, in Salzburg seit 1826 domizilierend als Hof- 
und Gerichts-Advokat, wurde Dr. v. HiUeprandt Vorsteher des „Museums" (bis 1838) und 
Mitglied der juridischen Fakultät in Wien ; 1829 Gründer der „Commandite der Ersten Öster- 
reichischen Sparkasse" (aus der sich später die selbständige „Salzburger Sparkasse" 
entwickelte) und Ehren-Kurator derselben; 1831 k. k. Wechsel-Notar; 1840 (beziehungs- 
weise 1841) Gründer und (bis 1871) Sekretär des bis Ende 1880 bestandenen „Dom- 
musik-Vereines und Mozarteums"; 1842 Ehrenmitglied desselben, wie des Kirchenmusik- 
Vereines zu Preßburg und der Musikvereine in Pest und Mannheim; 1344 Mitgründer 
der „Lokal-Beschäftigungs- und Versorgungs-Anstalt"; 1848 Ehrenbürger der Landeshaupt- 
stadt Salzburg; 1863 Präsident der Advokatenkammer des Kronlandes Salzburg; 1867 
Ritter des Franz josef-Ordens und 1869 erster Vorstand des in diesem Jahre gegründeten 
„Salzburger Zweigvereines der deutschen Schillerstiftung". Er starb am 17. September 
1871, und ist begraben in der Familien-Arkadengruft Nr. 65 zu St. Sebastian. 



30 

« 

2. Jelinek Franz Xaver. Oelgemälde. 

Geboren 3. Dezember 1818 zu Kaurim (Böhmen), absolvierter Prager Konserva- 
torist, seit Gründung des „Dommusik-Vereines und Mozarteums" (1841) Lehrer und Oboe- 
Virtuos in der Kirche, im Konzertsaale und Theater-Orchester, und Vereins-Archivar, 
1847 Liedertafel-Gründermitglied^ 1862 Konzertmeister, 1874 Dom-Chordirei<tor, zehn 
Jahre hindurch Liedertafel-Chormeister, außerdem Gesangslehrer und Komponist, ge- 
storben 7. Februar 1880, begraben im neuen Kommunal-Friedhofe. 

3. Plan von Salzburg. Aufgelegt und zum Geschenk erhalten von 
der Duyleschen Buchhandlung, damals „Max Glonner" am Mozartplatz Nr. 4. 

4. Photographie. Der erste Ausschuß (Vorstand), der im Jahre 1870 
durch den Präsidenten Karl Freiherrn v. Sterneck hierorts provisorisch ge- 
gründeten „Internationalen Mozart-Stiftung". 

Dieses Gruppenbild wurde gelegentlich des „I. Salzburger Musikfestes der Inter- 
nationalen Mozartstiftung" (seit 1. Jänner 1881 definitiv konstituierte „Internationale 
Stiftung: Mozarteum") am 16. Juli 1877, vom Photographen Lentsch in Salzburg aufge- 
nommen. Von links nach rechts sitzen die Herren: Joh. Ev. Engl (Sekretär), Dr. Josef 
Hitschfeld, Karl Baron von Sterneck (Präsident), Karl Spängier (Kassier), Dir. Hans 
Schläger; rückwärts stehend: Franz Gessele, Dr. Oskar Berggruen, Dr. Josef Stigler, 
Dr. Wenzel Sedlitzky. (Von diesen leben heute noch (1906) der Erst- und Letztgenannte.) 

Siehe: „General-Bericht" für den ersten Mozarttag, Salzburg, 20. September 1880 
und „I. Jahresbericht" der unter dem höchsten Protektorate Ihrer k. u. k. Hoheit, der 
durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Stephanie, Kronprinzessin von Oesterreich-Ungarn 
stehenden „Internationalen Stiftung: Mozarteum", Salzburg 1881 (18. April), verfaßt, wie 
alle nachfolgenden Berichte, vom Vereins-Sekretär, Joh. Ev. Engl. 

5. W. A. Mozart. Kleine Bronzebüste, modelliert von R. Uffrecht, 1862. 

6. W. A. Mozart-Relief-Medaillon (III.) Zeichnung und Geschenk 
des Herrn Professor Dr. Rudolph Genee in Berlin, im Jahre 1880. 

Das Original, nach welchem es gezeichnet wurde, eine Nachbildung aus einer 
Mischung von Wachs und Gyps von einem unbekannten Künstler, nach dem Relief I. 
von Posch (Nr. 46) ließ Mozart vermutlich noch während seines Berliner Aufenthaltes 
1789, wenn nicht später in Wien, zu einem Gürtelschmuck für Constanze in Stahl fassen 
und besaß Karl Mozart, der Sohn, in Mailand, welcher es 1857 der Sängerin Frassini 
Eschborn, nunmehr Frau Baronin von Grünhof, seinerzeit in Coburg, auch zeitweise in 
Berlin, zum Geschenke gab, als Dank für die in seinem Landhause gebotenen Gesangs- 
vorträge aus seines Vaters Kompositionen, welche das Medaillon noch heute besitzt. 
Es stimmt diese Kopie in allen wesentlichen Teilen mit dem Originale überein, nur ist 
sie feiner in der Ausführung, welche durch das weichere Material ermöglicht wurde. 

Mozarts Gesichtszüge sind durch die drei Reliefe von Posch, die 
jiach dessen Tod am häufigsten unter den mancherlei Porträten Nach- 
bildung aller Art fanden, ebenso bekannt, wie in ähnlicher Weise die 
Bilder von Friedrich dem Großen und Luther; sie sind fürMozarts 
Darstellung im Porträte für alle Welt geradezu zum Typus und 
dadurch zum Gemeingute seiner Verehrer geworden, und man ge- 
wöhnte sich mit Recht, vorzugsweise in dieser Darstellung ein echtes 
Mozartbildzusehen. 

7. Die Rauhensteingasse und das kleine Kaiserhaus in Wien, nach 
der älteren Nummerierung im Jahre 1793: Nr. 992 und der neueren im Jahre 
1840: Nr. 934, in welchem W. A. Mozart am 29. September (Michaeli) 1790 
den ganzen ersten Stock als Vorderwohnung bezog, worin er auch am 
5. Dezember 1791, nachts 1 Uhr, starb. 



31 

8. W. A. Mozarts Sterbehaus im kleinen Kaiserhaus. 

Diese beiden letztgenannten Aquarelle stammen von J. Wohlmuth, und sind Ge- 
schenke des Advokaten Herrn Dr. Oskar Berggruen in Wien, 1881. 

9. W. A. Mozarts Sterbezimmer und Grundriß seiner letzten 
Wiener Wohnung. Durch den 1849 erfolgten Umbau der alten Häuser 
Nr. 934 — 939 entstand an dieser Stelle in der Rauhensteingasse in Wien 
der heutige „Mozarthof", woselbst im Stiegenhause eine Büste Mozarts auf- 
gestellt wurde. Dieses Aquarell ist von J. P. Lyser am 16. September 1847 
angefertigt worden, und ein Geschenk des Herrn Dr. August Silberstein. 

Wie so Manches von J. P. Lyser in Schrift und Bild unrichtig ist, so ist auch in 
dieser Zeichnung das Klavier im Nebenzimmer in der Zahl der Füße, statt mit 5, un- 
richtig mit 3 solchen gezeichnet. 

l3) Im g'r'ossen ^olxa-ixk aasten mit Gl^.sfenster'ia, 

a) Leopold Mozarts Briefe (Nr. 1—80). 

b) W. A. Mozarts Briefe (Nr. 1—80). 

c) W. A. Mozarts Briefe (Nr. 81—170). 

d) Verschiedene Familienbriefe und Brieffragmente. 

e) W. A. Mozarts musikalische Fragmente (Nr. 1 — 60), welche alle (a — e) von 
Mozarts Sohn: Wolfgang Amadeus als Geschenke erhalten wurden. 

Von den 250 Briefen wurden so manche auszugsweise in der Biographie Mozarts 
von O. Jahn abgedruckt. Sie enthalten die Korrespondenz des Vaters Leopold, wie des 
Sohnes, während der Kunstreisen des Ersteren mit seinen Kindern, und aus späteren 
Jahren; die Familienbriefe aber überdies noch einige der Mutter, der Tochter Marianne und 
Schwiegertochter Constanze. Alle diese sind in fünf verschließbaren Kasseten verwahrt. 

10. Fragment einer Messe in Es-dur.*) ^/^Takt. (Partitur, Klein- 
querformat, nur das „Kyrie".) Geschenk der Witwe Mozarts. (Siehe Nissen : 
„Anhang" pag. 18. und Köchel Verz. Nr. 322.) Nach 0. Jahns Annahme 
(I. Aufl., II. Bd. 336) sollte es zu jener Messe gehören, an welcher Mozart auf 
Anraten Cannabichs und Raafs anfangs 1779 für die Kurfürstin von Pfalz- 
bayern in München arbeiten wollte. 

Originalhandschrift Mozarts in 34 Takten, und in einem Hefte mit 4 Querquart- 
Blättern gebunden, mit einer Widmungszuschrift der „Constanze, Etatsräthin von Nissen, 
gewesenen Witwe Mozart", auf der ersten Blattseite versehen. Diese lautet: „Ich glaube, 
es dürfte dem Mozarteum zu Salzburg von besonderem Interesse sein, ein Manuskript 
meines seligen Gatten W. A. Mozart als Andenken zu besitzen. Um nun dem Vereine 
einen Beweis meiner regen Theilname zu geben, überlasse ich hiemit das von der 
eigenen Hand meines seligen Gatten W. A. Mozart geschriebene Kyrie aus Es-dur zu 
einer unvollendeten Messe mit dem Wunsche, daß dieses Manuskript in der musikali- 
schen Bibliothek des Vereines stets als ein Andenken aufbewahrt und möglichst zum 
Nutzen desselben verwendet werde. Salzburg, am 15. Oktober 1841." 

11. Antiphone, aus dem „Antiphonarium Romanum" (Antiph. ad 
Magnificat. Dom. XIV post Pentecost. et in Festo Cajetan): „Querite pri- 
mum regnum Dei", welche W.A.Mozart am 9. Oktober 1770 nachmittags 



*) Dieses und das unter 14. nachfolgende Fragment des „Kyrie" wurde bei der- Vervollständigung von 
Mozarts großer C-moll-Messe (Köchel Verz. Nr. 427) von Alois Schmitt (erste Aufführungen am 3. und 5. April 
1901 in der Martin Lutherkirche zu Dresden), ersteres zum „Et unam sanctam" im 6. und letzteres zum „Et 
resurrexit" im 4. Teile des Credo benützt. (Siehe: Diese in der Darstellung ihres Werdeganges in der Zeitschrift 
JDie Musik", V. Jahrg., Heft 7 und 9, bei „Schuster und Loeffler" 1906, Berlin — von Professor Ernst Lev^^icki, 
Dresden— Plauen.) Die Messe hat bis Mai 1906 bereits 65 Autführungen in 52 Städten erlebt. 



32 

4 Uhr in seinem 15. Jahre im Saale der philharmonischen Gesellschaft zu 
Bologna 4stimmig in der kurzen Zelt von einer halben Stunde gesetzt hat. 
Mozarts Handschrift auf 1 Quer-Quartblatt, gewöhnliches Notenpaoier, 12 
Notenzeilen, 22 Takte. „Della Sign. Cavaliero W. A. Mozart di Salisburgo 
scritto nella Sala dell academica Filarmonica in Bologna le 10. D'Ottobre 1770". 

Es ist dies die von W. A. Mozart am nächsten Tage (10. Oktober) angefertigte 
Reinschrift nach der erfolgten Korrektur durch P. Martini. Das Original blieb in 
der Akademie-Bibliothek hinterlegt, wo von Gasparie verschiedene Probearbeiten, nament- 
lich von P. Martinis Schülern, in einem Bande vereinigt, vorhanden sind, also keine 
Compositon von P. Martini selbst! Das Weitere hierüber enthält Leopold 
Mozarts Brief, ddo. Mailand, den 20. Oktober 1770, in Nissens „Biographie" pag. 226 
und 227 nebst der Antiphone abgedruckt. 

12. Sinfonie concertante (Querformat), 134 Takte in A-dur. Allegro 
für Violine, Viola und Violoncell-Prinzipalstimmen mit Orchester-Begleitung 
(2 Violinen, 2 Oboen, 2 Corni, 1 Viola und Baß). 

Autograph von W. A. Mozart. Diese Komposition ist unvollendet und enthält 
7 Blätter mit 14 beschriebenen Seiten. Das Ritornell (51 Takte) ist ganz vollendet, und 
zu dem Solo (83 Takte) die Begleitung nur skizziert. (Siehe 0. Jahn, I. Auflage, 
III. Bd. pag. 510, Nr. 43, und „Köchel Verzeichn.", II. Ausgabe, 1905, pag. 620, Nr. 104). 

13. Lied für eine Singstimme mit Klavierbegleitung: Als Louise 
die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte: „Erzeugt 
von heißer Phantasie" von W. A. Mozart, komponiert in Wien „in Herrn 
Gottfried v. Jacquin's Zimmer auf der Landstraße, den 26. Mai 1787" 
(Köchel Verz. Nr. 520). Text von Gabriele von Baumbere, in der k. k. 
Hofbibliothek zu Wien, 26, Nr. 105, befindlich. 

Facsimile nach dem Original, welches ehemals im Besitze des Grafen Esterhäzy, 
des österr. Gesandten in Berlin (f 1856) war: „Dem Mozarteums-Archiv in Salzburg 
als eine kleine Weihe-Gabe zu Mozart's Geburts-Säcular-Feier am 6.-9. September 
1856 von F. A. Graßnik aus Berlin", welcher das Facsimile in Berlin anfertigen ließ. 
Das Autograph ist dermalen im Besitze von Mrs. C. R. Spencer in London. 

14. Kyrie in C-dur, ^ 4 Takt von W. A. Mozart. Für 4 Singstimmen, 
2 Violinen, Viola, Baß, 2 Oboen, 2 Fagotte, Trompeten, Pauken und Orgel 
(bezifferter Baß). Handschrift, unvollendet. (Köchel Verz. Nr. 323.) 

Von Abbe Stadler vollendet am 33. April 1801 (Auf 4 Querquart-Blättern aus 
dem Jahre 1779). Aus dem Nachlasse des Dom-Organisten L. C. Seydler in Graz, kaufte 
das Ergänzungsblatt Hofrat Professor Dr. Bischoff dortselbst (Privatmitteilung desselben 
vom 25. September 1895). Von „Abbe Maximilian Stadler, Pfarrer zu Böhmischkrut in 
Oesterreich", findet sich auf dem Seitenrande am 30. April 1809 folgende Bemerkung, kopiert 
von Nissens Hand, wahrscheinlich aus einer Zuschrift an Letzteren: „Es machte mir Mühe, 
ein solches Meisterstück zu vollenden. Ich wäre aber der unmaßgeblichen Meinung, 
daß statt des Kyrie andere Worte, sollten es auch deutsche seyn, unterlegt werden 
sollten, und dann wäre diese herrliche Composition ein selbstständiges Werk, welches 
allenfalls ein Chor, und zwar ein recht prächtiger, majestätischer Chor genannt zu 
werden verdiente." — Auf der dritten Seite wird als allfälliger deutscher Text vorgeschlagen : 
„Herr, wie groß, wie viel sind Deine Werke!" Halleluja! Und für das Piano: „O, wie gütig 
und barmherzig bist du, Gott!" — (92. Psalm Davids, V. 6 und 2) u. s. w. Abbe 
Stadler hat dieses Kyrie später als „Regina coeli" in Druck gelegt bei „Anton Diabelli 
et Co." in Wien. (Köchel Verz, II. Aufl., pag. 625, Nr. 118). 

15. W. A. Mozarts eigenhändig geschriebene Uebungen, sein 
Arbeitsheft für die Unterweisungen durch seinen Vater im Contrapunkte 
und reinen Satze. 41 Blätter (Querquart), gebunden. 



33 

16. I. Satz der „Pariser oder französischen Sinfonie" in D-dur, 
Köchel Verz. Nr. 297, welche Symphonie W. A. Mozart für 10 Instrumente 
in Paris im Juni des Jahres 1778 und das dortige Konzert Spirituell kom- 
ponierte. — 1 Heft gebunden, 295 Takte, O.Jahn, 1. Aufl. II, 287, 2. Aufl. I, 
487, 3. Aufl. I., 550. 

Die ersten 6 Seiten (nach Alois Fuchs, welcher dieselbe 1839 seinem Freunde, 
W. A. Mozart Sohn, laut Erklärung ddo. Wien, am 1. November 1837 verehrte von 
W. A. Mozart Vater (mit Ausnahme des Streichquartetts) eigenhändig geschrieben. 

17. 18. 19. W. A. Mozarts erste Druckwerke. Zehn Sonaten für 
Klavier und Violine (Köchel Verz. 6 — 15), welche derselbe in seinem 7. — 9. 
Lebensjahre, 1763, 1764 und 1765, komponiert hatte. Sie sind mit den 
Opuszahlen I, II, III bezeichnet: I und II ist in Paris, Opus III in London 
im Stiche erschienen. 

Die ersten 2 Sonaten waren der Madame Victoire de France, der zweiten Tochter 
des Königs Ludwig XV. von Frankreich, die nächstfolgenden 2 der Komtesse de Tesse, 
Dame de Madame la Dauphine in Paris, die übrigen 6 der Gemahlin des Königs 
Georg III. von Großbritannien, Sophie Charlotte, geborenen Prinzessin von Mecklen- 
burg-Strelitz, dediziert. Im II. Menuett der vierten Sonate sind gleich im Anfange ver- 
deckte Quinten mit der Violine aus Versehen stehen geblieben, „welche der junge Herr 
gemacht habe", trotzdem sie der Vater Leopold korrigiert hatte. Dieser tröstete sich 
aber damit, „daß sie als Beweis gelten könnten, daß Wolfgangerl die Sonaten selbst 
gemacht habe; welches, wie billig, vielleicht nicht Jeder glauben werde, obgleich es 
denn doch so sei." (0. Jahn I. Aufl., I. Bd. pag. 51.*) 

20. W. A. Mozarts erstes Notenbuch. Ein Heft von 35 Blättern 
mit 54 Klavier-Nummern auf Slinigem Notenpapier, überschrieben: „Pour 
le Clavecin ce Livre appartient ä Madmoiselle Marie Anne Mozart 1759", 
auf starkem Notenpapier und in Querquart, in Pappendeckel gebunden.**) 
Die Schwester Wolfgangs besaß das ganze Buch und bewahrte die kost- 
bare Reliquie auf. 

In dieses Notenbuch schrieb auch der Vater Leopold die ersten Uebungs- 
stücke und Kompositionen W. A. Mozarts gewöhnlich mit beigesetztem Datum. (Op. 1. 
„Menuett und Trio", komp. 1761 zu Salzburg, besitzt das hierortige Städtische Museum 
„Carolino-Augusteum" , auf welchem Blatte merkwürdiger Weise die Schwester 
Marianne Freifrau v. Berchthold zu Sonnenburg bezeugt, „daß dieses Stück (eine ausge- 
schriebene Männerschrift und jene Leopold Mozarts) ihr Bruder in seinem 5. Jahr selbst 
komponiert und geschrieben habe"! Es ist einfach der Anfang dieses Heftes. Dieses 
Notenbuch wurde nach mancherlei Wanderungen von der Großfürstin Paulowna er- 
worben und 1865 dem Mozart-Archiv (Mozart-Museum) zum Geschenke gegeben. Es 
enthält u. a. 19 Menuette, wovon den 8. Menuett „der Wolfgangerl im 4. Jahre ge- 
lernt"; den 11. Menuett und Trio „hat der Wolfgangerl den 26. January 1761, einen 
Tag vor seinem 5. Jahre, um halb 10 Uhr nachts in einer halben Stunde gelernt"; den 
19. Menuett „hat der Wolfgangerl auch im 4. Jahre seines Alters gelernt". Dann folgt 
eine Handschrift W. A. Mozarts auf 2 Seiten (wirklich von kindlicher Hand geschrieben), 
pag. 19 Nr. 22 Marche „den 4. Februar 1761 von Wolfgangerl gelernt". 



*) Laut Beilage zu Nr. 18 der „Neuen Musik-Zeitung" (XXIII. Jahrgang,. Stuttgart, 21. August 1902), 
waren „die noch ungedruckt gebliebenen (!) letztgenannten 6 (Londoner) Sonaten" (5—10), wi« dem „Gaulois" 
berichtet wurde, bei Reparaturen in der Bibliothek des Buckingham-Palastes aufgefunden worden. Wie 
nun endlich am 29. Oktober 1904 der verdienstvolle Bearbeiter des Köchel Verz. in II. ergänzter Auflage, 
Paul Graf von Waldersee, uns mitteilte, bestand dieser Fund nur in der Origi nal auf läge derselben (und 
nicht, wie vermutet werden konnte, im Manuskripte) und auffallend dabei war, daß diesen Sonaten, ent- 
sprechend dem Titelzusatze „ou de Violoncelle", eine gedruckte Violoncell-Stimme beilag, welche bei 
den übrigen Auflagen fehlte, die aber dafür die V iolin -Stirn me — nicht separat wie bei den 4 vorge- 
nannten (Pariser) Sonaten in Querformat (1—4), sondern über dem Klavierpart in aufrechtem Formate — 
eingetragen aufweisen. Das Manuskript dieser 6 Sonaten aber ist nach wie vor und bis heute 
noch unbekannt geblieben. 

**) Nissen notiert pag. 15 der „Biographie" von „jenen Stücken, die der Vater in ein eigenes Buch schrieb, 
besitze ich 12 daraus abgeschrieben, und von den von Wolfgang komponierten aus denselben 5, die älteste 
Komposition vom Jänner 1762, und noch drei größere aus dem Jahre 1763". 



34 

pag. 32 Nr. 30 Scherzo. „Dies Stück hat der Wolfgangerl den 24. January 1761, 3 Tage 

vor seinem 5. Jahre, nachts um 9 Uhr bis halb 10 Uhr gelernt" — 

„del Signor: Wagenseil". 
„ 33 „ 31 Scherzo. „Den 6. Februar hat dies Wolfgangerl gelernt". 
„ 52 „ 40 Allegro. „Dies Allegro hat Wolfgangerl im 4. Jahre gelernt". 
„ 54 „ 42 „del Sign.: Fischer". 
„ 56 „ 44 „del Sign.: Agrell". 
„ 58 „ 45 Allegro. Di Wolfgango Mozart ddo. 14. Oktober 1763 in Bruxelles "(eigene 

Handschrift) 2 Seiten. 
„ 60 „ 46 Menuett. Di Wolfgango Mozart ddo. 30. November 1763 ä Paris (eigene 

Handschrift) Vs Seite. 
„ 61 „ 47 Menuett. Di Wolfgango Mozart ddo. 16. Juli 1763 (eigene Handschrift) 

1/ Seite. 
„ 62 „ 48 Menuett. Di' Wolfgango Mozart ddo. 11. Mai 1762, V2 Seite. 

Nissens „Biographie" (Anhang pag. 5) erwähnt „Zwei geschriebene Bücher mit 
verschiedenen Compositionen", wovon das erste obiges und das zweite dieser 
islotenbücher jenes ist, welches Professor Dr. Richard Genee bei Herrn Ernst Mendels- 
sohn-Bartholdy in Berlin auffand und im 5. Heft der „Berliner Mozartgemeinde" im 
Februar 1899 besprach, wie auch 13 Stücke daraus 1898 in Druck legte, und zwar als 
„Mozarts Londoner Skizzenbuch 1764". L. Mozart hatte es überschrieben „Di Wolfgang 
Mozart ä London 1764". Am Anfang desselben Jahres schreibt Leopold an seinen Haus- 
herrn: „Das was er (Wolfgang) gewußt hatte, als wir Salzburg verließen, ist ein purer 
Schatten gegen das was er jetzt weis. Es übersteigt alle Einbildungskraft." Dieses 
zweite Buch aber ist einfach die Fortsetzung des ersten, das mit 1763 
abschließt, und mit 1764 beginnt. (Der Aufenthalt in London dauerte vom 
22. April 1764 bis etwas in Juli hinein 1765). 

21. Andante in F-dur „für eine Walze in eine kleine Orgel" (Moz. 
Verz. 137, Köchel Verz. 616) in 144 Takten, zu einer Spieluhr des 
Müller- Daym'schen Kunstkabinets an der Donau nächst dem Rotenturm- 
tore Wiens, am 4. Mai 1791 auf Bestellung des Grafen Daym, Eigentümer 
jenes Kabinets, komponiert. Derselbe nahm auch am morgen, Donnerstag 
den 5. Dezember, die Toten-Maske von W. A. Mozart in Gyps ab, welche 
die Witwe Constanze 1820 beim Abstauben in Salzburg fallen und wovon 
sie aber leider die Bruchstücke nicht mehr zusammenfügen ließ, sondern 
— verwarf. 

Dieses wertvolle Manuskript Mozarts ist von demselben ohne alle Korrektur auf 
einem Bogen starken, zwölfzeiligen Notenpapier, 4 Seiten in Querquart, geschrieben, 
mit dessen Namenszeichnung versehen, und durch Herrn Josef Franz von Patruban, 
k. k. Truchsess in Wien, am 6. März 1842 dem Mozart-Archiv zum Geschenke gemacht 
worden. Es erschien auch als Klavierstück gedruckt bei Haslinger in Wien: „Klavier- 
stücke", Heft 31, 1904, u. a. 0. 

22. Ein Original-Brief W. A. Mozarts vom 6. Juni 1791, aus Wien 
geschrieben an seine Frau während ihres Kuraufenthaltes in Baden (bei 
Wien). Zur Hälfte französisch, zur Hälfte in deutscher Sprache, auf einem 
Querblatte groben Papiers, IV2 Seiten. Geschenk der Erben der Frau von 
Spinsio, Doktors- und Advokatenswitwe zu Salzburg, im August 1879. 

23. Ein Original-Brief W. A. Mozarts ddo. München am 3. Januarius, 
1781, geschrieben an seinen Vater (über den dritten Akt des „Idomeneo"). 
2 Seiten und auf der dritten eine Nachschrift. 

24. W. A. Mozarts Stammbuch. Quart-Format, mit rotem Einband- 
deckel und 70, davon 53 beschriebenen, auch kunstvoll gezeichneten oder ge- 
malten Blättern mit Goldschnitt. Von. diesen Blättern rühren 9 von Freunden 
W. A. Mozarts her, die übrigen mit Zeichnungen, Bildern u. s. w. stammen aus 
späterer Zeit, als der Sohn Karl im Mai 1795 in den Besitz dieses Buches kam. 



35 

Von Ersteren finden sich vor, im Jahre 1787 in Wien: am 1. April Oboist 
Louis Fischer; 11. (und 24.) Emilian Gottfried und Josephus Franziskus Edler von 
Jaquin (Söhne des Botanik-Professors und Direktors der kais. Gärten in Schönbrunn, 
Nikolaus Johann von Jaquin); 14. Sigmund Barisani (Physikus-Primarius im allge- 
meinen Krankenhause); 27. Ignatius von Born — auf der ersten Seite — Direktor des 
kais. Naturalien-Kabinetes und 1781 der Gründer der ältesten der acht Wiener Logen 
damaliger Zeit: „Zur gekrönten Hoffnung im Orient". Mozart gehörte aber nicht dieser, 
sondern jener „Zur wahren Eintracht" an; am 28. Juni Franziskus Kajetan von 
Ployer, Agent in Döbling (bei Wien); 4. Juli Joh. Nep. Greymüller in Prag; 
11. September Tante W e b e r'n (die Mutter des K. M. v. Weber) und 12. November 
Josef Hurdeleta, Direktor des Prager Generalgymnasiums. 

Unter dem von seinem Freunde Dr. Barisani gewidmeten Gedichte befindet sich 
in Mozarts Original-Handschrift am 3. September 1786 dessen tiefer Schmerz über den 
Tod dieses „seines Freundes und Retters seines Lebens" ausgedrückt, und auf der Rück- 
seite eine momentane Herzensergießung Constanzens über den Verlust Mozarts, datiert 
„Wien, am (Sterbetag) 5. Dezember 1791", lautend: „Was Du einst auf diesem Blatte 
(auf der Vorderseite) an Deinen Freund (Sigmund v. Barisani, seinen Arzt), unter dessen 
Verse vom 3. September 1787 schriebst, eben dieses schreibe nun ich tiefgebeugt an 
Dich, vielgeliebter Gatte! mir und ganz Europa unvergeßlicher Mozart! — auch Dir ist 
nun wohl — auf ewig wohl!! — — — Um 1 Uhr nach Mitternacht vom 4. zum 5. De- 
zember dieß Jahr verließ er in seinem 36ten Jahre -— O! nur allzufrühe! — Diese gute 

aber undankbare Weld o gute ! 8 jähre knüpfte uns das zärtlichste, hieniden 

unzertrennliche Band! — O! könnte bald auf ewig mit Dir verbunden seyn .... Deine 
äußerst betrübte Gattin Constanze Mozart nee Weber." 

Die letzte Bucheinschreibung überhaupt (für Karl Mozart) ist von Anton Schmidt, 
Custos der k. k. Wiener Hofbibliothek am 24. Juli 1830 (gestorben 3. Juni 1857 in Salzburg 
im Gasthof zum „Goldenen Ochsen" am Platzl, heute „Andre Hofer"). 

Ein nach Form und Ausstattung diesem ganz gleiches zweites 
Stammbuch ist im Besitze der Professors-Gattin Mrs. Julis Lenis in Heidelberg (noch 
1896 dortselbst), und war dasselbe ursprünglich das Eigentum der Schülerin Mozarts, 
Barbara von Ployer, des oben genannten Agenten Tochter in Döbling, für welche Mozart 
vom Februar bis Juni 1784 zum Unterrichte die „Kleine Generalbaßlehre" schrieb*), ge- 
druckt in Wien 1847 und noch öfter bei Steirer; neu aufgelegt, mit Anmerkungen 'ver- 
sehen, in Berlin bei Schuppel, vorher schon 1882. In diesem zweiten Buche finden 
sich viele beschriebene Blätter, u. a. von Beethoven, sowie von deren Bekannten und 
Freunden. 

Es wurde dasselbe wiederholt von Jenen, die davon wissen, mit den Mozart'schen 
verwechselt, weil sich darin auch ein kleines Porträt Mozarts befindet. Beide Stamm- 
bücher dürften von Frl. Ployer etwa im März 1787 zugleich gekauft worden sein und 
eines davon erhielt mutmaßlich Mozart von ihr zum Geschenke. Jenes des Frl. Ployer 
wurde uns von der dermaligen Besitzerin persönlich am 16. Oktober 1897 vorgewiesen, 
von welcher Dame bei ihrem ersten Besuche im Mozart-Museum am 16. Juni 1896 auch 
die erste Nachricht über die Existenz dieses nicht minder interessanten Buches nach 
Salzburg kam.) 

25. W. A. Mozarts Knabenporträt. Miniatur-Aquarell im gepreßten 
Lederrahmen. 

Gemalt in Italien, auf der zweiten, d. i. der dritten italienischen Reise mit dem 
Vater in der Zeit vom Oktober 1771 bis Frühjahr 1773. 

26. Zwei Mozart-Gedenkmedaillen in Silber und Eisen. Am Arme : 
„A. Guillemard", 3V2 Centimeter im Durchmesser (die erstere ^\i^Q Silber ent- 
haltend), auf deren Aversseite sich das wohlgetroffene Brustbild W. A. 
Mozarts, nach rechts gewendet, mit der Umschrift: „Wolfgang Gottlieb Mozart" 
befindet, und am unteren Rande die Worte stehen: „Geboren 1756, gestorben 
1791". Die Reversseite zeigt die aufrechtstehende Muse der Tonkunst mit 
der Lyra in der Hand; ihr zur Seite ein geflügelter Knabe mit einer Trom- 
pete. Die Umschrift lautet: „Herrscher der Seelen durch melodische Denk- 
kraft." Am Rande unten: „Fecit Stuckhart". Geschenk des Herrn Franz 
Eisvogel in Preßburg. 

*) In derselben findet sich das Motiv des „Benediktus" zu Mozarts „Requiem". 



36 

Diese höchst seltene Denkmünze, nach dem Ableben Mozarts geprägt, enthält in 
letzterwähnter Umschrift genau die Worte, welche ein intimer Freund Mozarts, Bankier 
Bridi in Roveredo (den Mozart im Freiherrn von Jaquin'schen Hause in Wien kennen 
gelernt) auf einer in dessen Garten errichteten Grotte anbringen ließ, in deren Innern 
eine Mozartstatue aufgestellt war. Daß Mozart den Bridi schätzte, beweist in einem 
Schreiben an Emilian Gottfried Jaquin aus dem Aufenthalte Mozarts in Prag vom 4. No- 
vember 1787 nach der glänzenden „Don Juan-Aufführung" u. zw. folgende Stelle: „Ich 
wollte meinen guten Freunden, besonders Bridi und Ihnen wünschen, daß sie nur einen 
einzigen Abend hier wären, um Antheil an meinem Vergnügen zu nehmen" u. s. w. 
Aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte demnach Bridi Veranlassung zur Prägung dieser 
Denkmünze gegeben haben. (In dem im Jahre 1906 neu eingeschafften „Mozart-Münzen- 
und Medaillen-Kasten" am gassenseitigen Fenster des Wohnzimmers.) 

27. W. A. Mozarts Tabakdose aus Achat mit vergoldeter Metall- 
Einfassung. 

Dieselbe wurde als die Dose des W. A. Mozart dem Herrn Dr. Franz Edlen v. Hille- 
prandt durch Frau v. Nissen, und am 25. September 1871 von der Witwe, Frau von 
Hilleprandt, zur Hinterlegung ins „Vereins-Archiv" (jetzt „Mozart-Museum") übergeben. 

28. Tabakkeller aus rötlichem Marmor, von der Familie Mozart her- 
rührend. Derselbe ist ein Geschenk vom seinerzeitigen Archivar Herrn 
J, Horner an das Mozart-Museum am 21. Juni 1882. 

Frau Elise Horner, die Mutter des am 18. Jänner 1903 verstorbenen Zentral-Vorstehers 
der Internationalen Mozart-Gemeinde, hat denselben laut Bestätigung vom Jahre 1842 
bei der Lizitation des Nachlasses der Witwe Frau Nissen-Mozart käuflich erstanden. 

29. 17 Stücke Perlmutter-Knöpfe von einem f. e. salzburgischen 
Hofgalarocke W. A. Mozarts. 

30. Mozart-Ring von Gold, enthält als Mittelstein ein Pracht-Exem- 
plar von einem Adular (opalisierenden Feldspath), welcher mit 12 Dia- 
manten im Tafelsteinschliff umgeben ist. 

Denselben erhielt der Knabe Wolfgang (siehe Schlichtegroll : „Nekrolog", Gotha 1791) 
von der Kaiserin Maria Theresia zum Geschenk, als derselbe am 3. Oktober 1762 (also 
im 7. Jahre) vor dem kaiserlichen Hofe im Schlosse Schönbrunn konzertierte. 

Dieser Ring ist auf dem kleinen Finger der linken Hand des Original-Porträtes 
Mozarts, im Besitze als Familien-Erbstück von dem Großvater Joh. Wenzel v. Helm- 
reicher von und zu Brunnfeld, hochfürstlichen Hofrat und resignierten Pfleger zu Moos- 
heim (geboren 24. Jänner 1722, gestorben 14. Mai 1803) des hierortigen k. k. Bezirkshaupt- 
mannes i. P. Joh. von Helmreicher abgebildet, wovon das Mozart-Museum am 15. No- 
vember 1902 eine photographische Reproduktion bewilligt erhielt. Dem Ringe wurde im 
Sommer 1770, als Mozart ihn beim Klavierspiele im Conservatorio alla pietä Neapel trug, 
die Eigenschaft eines Zauberringes beigelegt. Er zog ihn sofort vom Finger „und nun 
war erst die Verwunderung recht groß", erzählt wieder Schlichtegroll in seinem oben 
erwähnten „Nekrolog". — (Siehe XXII. Jahres- und Vereinsbericht pro 1902: „Aus dem 
Mozart-Museum" unter „Mozart-Porträte" pag. 38 und 39). Derselbe wurde von der Witwe 
von Nissen 1829 der Madame Spontini in Berlin (der Gemahlin des berühmten Maestro) 
zum Geschenke gemacht, von der Familie hoch in Ehren gehalten und kam dann in 
das Eigentum der Madame C. Er-ard in Paris (einer Schwägerin der verstorbenen Ma- 
dame Spontini), von welcher ihn durch Vermittlung des Kammervirtuosen Herrn Alfred 
Jaell 1845 das Mozarteum erhielt. 

Madame C. Erard übersandte dieses doppelt wertvolle Geschenk mit den Worten : 
„Ich bin erfreut, den Ring als bleibendes Andenken an den großen Meister dem Mo- 
zarteum übermitteln und dadurch den Beweis meiner Sympathie für alles, was das An- 
denken Mozarts berührt, bringen zu können". 

31. Ein goldenes Kreuz mit 12 Granaten, welches Eigentum der 
Maria Anna Mozart, verwitweten Reichsfreiin von Sonnenburg gewesen war. 



37 

32. Ein Uhrangehäng von Carniol, das W. A. Mozart zu tragen 
pflegte. 

33. Ein Goldring mit Email (Glaube, Hoffnung und Liebe), der 
aus dem Nachlasse der Maria Anna Mozart, verwitweten Reichsfreiin von 
Sonnenburg, stammt. (Siehe „Codicill" vom 1. Juli 1827 zum Testamente 
derselben im XVII. Jahres- und Vereinsberichte pro 1897, pag. 32.) 

34. L. Mozarts Gebetbuch: „Tägliches Kurz und Gut". 

Dasselbe ist, seinem Inhalte nach, aus verschiedenen damals beliebt gewesenen 
Andachtsbüchern zusammengetragen, durchwegs geschrieben und mit 15 Federzeich- 
nungen geziert 1777 von Riedl, Kunstzeichner in Salzburg. Es kam von der Familie 
Mozart an Herrn Schüller (vorm. Hagenauer), dann an Frl. Schmutzer und 1880 aus 
dem Nachlasse dieser an Herrn v. Rrezoway Alexander, Gutsbesitzer zu Rhede in 
Ungarn, der es am 1. Februar 1881 dem Mozart-Museum zum Geschenke gab. 

In demselben befand sich, mit Seide auf Papier gestickt, ein Schützen- 
Bildchen. Die Entstehung solcher ist unter Nr. 16 des Näheren erwähnt. Es zeigt auf 
der Vorderseite einen Schützen, welcher auf eine Scheibe zielt, mit einer Rose bemalt, 
von einem Mädchen gehalten, und enthält folgende launige Verse: 

Ober dem Schützen: O b e r d e m M ä d c h e n : 

Ein Practicirter Jägerszmann Wann du willst das Centrum haben, 

Schiesst Beherzt und trifft sodann; Muest es geschwinde Wagen; 

Unterhalb Beiden: 
Die Welt ernährt der Schitzen Viel, 
Doch Trifft Ein Jeder nicht das Ziel, 
Der eine Trifft, der andere fehlt. 
So Geht es auf der Welt 

Auf der Rückseite spendet ein Amor dem Mädchen eine Rose, dem Schützen 
aber aus einem Korbe drei Herzen, und die Verse lauten: 

Oberihr: Oberihm: 

Ob zwar beraubt des Augenliecht, Cupito theillet drei Herzen Auss, 

Nim doch die Rosse weil's floriert; Dem es Glickt der fangt es auf; 

UnterhalbBeiden: 
So oft diess Jahr die Uhre Schlagt, 
So oft die Schildwach Werda? fragt, 
So viel Jahr, o lange Zeit, 
Mein Freund Leb in Vergniegenheit. 

35. Mozart- Gedenkmedaille in Zinn. Zur Säkularfeier 1856 von 
Thom. Reitsamer. Geschenk des Herrn Dr. Franz Ritter von Haberler in 
Wien 1880. Avers: das Brustbild mit dem Kopfe nach rechts gewendet. 
Revers: Mozarts Geburtshaus und die Geburts- und Sterbedaten, wie 
Nr. 40. (Im Mozart-Münzen- und Medaillen-Kasten.) 

36. Zwei Canones von W. A. Mozart in einem Etui unter Glas- 
einrahmung (Köchel Verz. I. und II. Ausgabe, pag. 559 und 560). Geschenk 
des Herrn W. A. Diederichs, Directeur et Proprieteur du Journal „Allge- 
mein Handelsblad" d'Amsterdam, am 29. Juni 1880. Ein Notenblatt: Rück- 
seite (drei Notenzeilen): „Difficile lectu mihi Mars", Vorderseite (5 Noten- 
zeilen): „0 du eselhafter Martin". 

Gottfried Weber erzählt in der „Cäcilia", 1828, Heft I., pag. 180, die Entstehungsge- 
schichte dieser beiden bekannten heiteren Canones in folgender Weise : Joh Nep. Peyerl 
war ein vortrefflicher Sänger, er kam 1785 von Salzburg, wo er mit seiner Frau auf dem 



38 , 

Theater gesungen hatte, nach Wien, und wurde dort mit Mozart bekannt. (Er starb 
1801 in München.) Im Kreise der Freunde Mozarts war er wegen der Eigentümlichkeiten 
in seiner Aussprache öfters der Gegenstand irgend eines Scherzes. Mozart schrieb nun 
am 2. September 1788 dort auf einer Blattseite den ersten Canon: „Difficile" u. s. w., 
auf der anderen den zweiten Spott-Canon und ließ Peyerl Ersteren beginnen. Das letzte 
Wort klang wie „cujoni". Als dieser mit der komisch wirkenden Aussprache der latei- 
nischen Worte kaum geendet hatte, sang man ihm im Chor diesen Letzteren entgegen. 
Bei Wiederholungen wurden später andere Namen, statt Martin, z. B. Peyerl, Jakob 
u. s. w. gebracht. 

Links davon: Mozart-Porträt, sehr klein, in Elfenbein scharf und 
rein geschnitten, auf einem Messingschildchen. 

Dieses wurde am 5. Juni 1883 um 7 fl. von einer einstigen Dienerin der Constanze 
von Nissen, gewesenen Witwe Mozart, angekauft, welche es von dieser zum Geschenke 
erhielt. Dasselbe ist in der Echtheit nur traditionell gewährleistet. 

Rechts davon: Ein eiserner starker Mozart-Prägestock für irgend 
ein Prägewerk. Geschenk Sr. Exzellenz, des Herrn Vereins-Präsidenten 
Gandolph Grafen Kuenburg, Minister a. D., erhalten am 31. März 1900. 

An dessen angeschweißtem Stahlende befindet sich beiläufig in Thalergröße ein 
hübsch geschnittenes Relief-Porträt Mozarts, nach dem Relief I. von Posch, am Arm- 
schnitte lautet der Name des Stempelschneiders: T. Reitsamer. Nachdem es erst Charles 
Heath 1820 in London mittelst Dekarbonisierung gelang, den Stahl zu erweichen und 
durch ein chemisches Verfahren wieder zu erhärten, so ist dieses Verfahren nicht älter, 
als die Herstellung der Kupferstiche, und da die verbesserte Manier des Kupferstiches 
eine Erfindung von Achille Collas im Jahre 1830—31 ist, so stammt diese Stanze aus 
neuerer Zeit, dies umsomehr, da der Name auf den Silberarbeiter Thomas Reitsamer in 
Hallein hinweist (gest. 1867), von dem mehrere solche aus der Zeit der „Mozart- 
Denkmal-Enthüllung" im Jahre 1842 und der Säkularfeier 1856 herrühren, wovon sich 
auch galvanoplastische Abdrücke des Brustbildes Mozarts im städtischen Museum Carolino- 
Augusteum befinden. (Siehe „Jahresbericht" desselben, pro 1900, pag. 46.) 

37. Einlaßkarte zu einem der Sonntag Nachmittags-Konzerte im 
kais. Augarten, welchen Kaiser Josef I. (1705 — 11) anlegen ließ, und Kaiser 
Josef II. 1775 als „Allen Menschen von ihrem Schätzer gewidmeten öffent- 
lichen Belustigungaprt" dem Publikum zu freier Benützung zugänglich machte, 
gegeben im ganzen Sommer (vom 26. Mai 1782 ab) von W. A. Mozart mit 
Ph. Jakob Martin*) in einem der 12 Abonnements-Konzerte zum Preise von 
2 Dukaten per Person). 

38. Zwei Kartenblätter, auf der Rückseite bemalt. Mit Bleistift steht 
auf Letzterer notiert: „Der alte Leopold Mozart gemacht, diese zwei mir 
(Ursula Hagenauer) gegeben 1781". 

Dieselben wurden dem Mozart-Museum von Herrn Alexander von Brezoway, Guts- 
besitzer zu Rhede in Ungarn, zum Geschenk gegeben. Sie sollen von Leopold Mozart 
der Tochter seines Hausherrn, Ursula Hagenauer, und von dieser ihrer Freundin Frl. 
Schmutzer geschenkt worden sein, welch' Letztere anfangs 1880 in Salzburg gestorben 
und vom obgenannten Herrn v. Brezoway beerbt worden ist. 

39. Zuschrift des Museum Britannicum ddo. 19. Juli 1765 (5 Tage 
vor erfolgter Abreise mit den beiden Kindern) von London an den Vater 



*) Im Briefe vom 29. Mai 1782 schreibt Mozart an seinen Vater: „Ph. Jakob Martin ist aus Regens- 
burg gebürtig, wo sein Vater Leibmedikus beim Fürsten von Taxis war". Er hatte mit dem „treuen" Bullinger 
(dem späteren Instruktor des Grafen Arco in Salzburg und Hausfreunde in Mozarts Familie) zusammen das 
Seminar in München besucht „und sich anfangs kümmerlich behelfen müssen und oft 14 Tage von einem 
Gulden gelebt". Im Winter 1782 errichtete Martin ein Dilettanten-Konzert, welches alle Freitage in der Mehlgrube 
ist aufgeführt worden und veranstaltete auch Nachtmusiken und Fasten-Konzerte. (O. Jahn, I. Aufl. III, pag. 199.) 



39 

Leopold, in deutscher Uebersetzung lautend: „Ich bin von dem beste- 
henden Ausschuß der Vertrauensmänner des britischen Museums*) beauf- 
tragt, Ihnen bekannt zu geben, daß sie das Geschenk der musikalischen 
Werke ihres genial veranlagten Sohnes erhalten haben, welche sie ihnen 
kürzlich beliebten zu geben, und Ihnen dafür ihren Dank auszusprechen. 
Maty, Secretär". — 

Nissen äußert sich in der „Biographie", pag. 79, darauf bezüglich : „Das „Museum 
Britannicum" hat sich nicht nur die in Paris gedruckten und hier — d. i. in London, da 
er aus einem Brief aus London vom 5. Juli 1765 zitiert — publizierten 10 Sonaten in 
seinen ersten drei Druckwerken (Köchel Verz. Op. 6—15. Siehe im Familienzimmer 
Nr. 17, 18 und 19) samt diesen geschickten Familien-Porträts, (Nr. 25 im Geburtszimmer, 
Kupferstich nach Carmontello) ausgebeten, um solches Alles der Seltenheit ihrer wunder- 
würdigen Sammlung beyzulegen, sondern hat auch einige Original-Manuskripte von diesem 
Wunderkinde, darunter ein kleiner Chor von vier Stimmen auf englische Worte (Köchel 
Verz. Op. 20 „God is our Refuge") ist, auf Ansuchen erhalten". — Hierauf erfolgte das 
obige Dankschreiben, worüber Nissen die irrtümliche Ueberschrift : „Abschrift des schrift- 
lichen Ansuchens" (statt Dankes), pag. 80, setzte. 

Nissen führt aus dieser Korrespondenz noch an: „Der allhiesige (in London) sehr 
berühmte Klaviermacher Burkard Thudy, ein geborener Schweizer, hatte die Ehre, für 
Seine Königl. Preuss. Majestät (Friedrich II. d. Gr.) einen Flügel mit zwei Manuals zu 
verfertigen .... Herr Thudy hatte außerdem den guten Bedacht genommen, seinen 
außerordentlichen Flügel — dessen alle Register in ein Pedal angebracht wurden — 
durch den außerordentlichsten Klavierspieler dieser Welt das erstemal spielen zu lassen, 
nämlich durch den berühmten Musikmeister Wolfgang Mozart". 

40. Mozart-Medaillon. Ein Gyps-Abguß. Geschenk von Paul Barfuß, 
Kupferstecher in München. Avers: Das Brustbild, mit dem Kopfe rechts 
gewendet. Revers: Mozarts Geburtshaus und die Geburts- und Sterbe- 
daten, wie Nr. 35. (Im Mozart Münzen- und Medaillenkasten.) 

41. W. A. Mozarts Brieftasche gestickt mit Seide, „welche er", laut 
Attest seiner Schwägerin, Sophie Haibl, „bis an sein Ende bei sich getragen 
hat". Er trug sie als sein Brusttaschen-Portefeuille namentlich auf Reisen 
bei sich mit Notenpapier-Blättchen versehen, worauf er flüchtig irgend einen 
musikalischen Gedanken skizzierte und für eine spätere Komposition oder 
eine solche, die er eben vorhatte, festhielt, und welche Blättchen er seine 
„Wertsachen" zu nennen pflegte. 

42. Ein Papier-Kuvert, einige englische Pflästerchen enthaltend, mit der 
gedruckten Ueberschrift: „The Genuine Court Plaister, London". Darunter 
steht von Nissens Hand geschrieben: „Wolfgang Amade Mozart hat dies 
noch mitgebracht von England", wo derselbe mit Vater und Schwester 
vom 22. April 1764 bis 14. JuH 1765 weilte und dort die unter 17, 18 und 
19 erwähnten (Op. 3) 6 Sonaten für Klavier und Violine für die Königin 
von England, Sophie Charlotte, schrieb, die er am 18. Jänner 1765 derselben 
widmete. „In London hat Wolfgangerl auch sein erstes Stück für 4 Hände 
gemacht. Es war die erste vierhändige Sonate, die bis dahin überhaupt 
gemacht wurde", schreibt der Vater am 9. April 1765. 

43. Mozart-Medaille in Bronze. 



*) Das ist der Name eines Gebäudes zu London, der ehemalige Palast des Herzogs von Montague 
in der Great-Russel-Street, welches für das wissenschaftliche und artistische Zentrum nicht nur des britischen 
Staates, sondern der ganzen gebildeten Welt gelten kann. Die erste Grundlage zu demselben bildeten die 
von Hans Sloane (geb. 1660, gest. 1753) hinterlassenen naturhistorischen Sammlungen und dessen an Hand- 
schriften reiche Bibliothek, die er in seinem Testamente gegen eine seinen Erben zu zahlende Summe von 
20.000 Pfd. St. dem Staate überließ, welches bedingte Legat das Parlament annahm. 



40 

Avers: Brustbild von der rechten Seite. Umschrift: „Zur Saecularfeier der Geburt 
Mozarts, die'' Stadt Wien MDCCCLV.". Am Rande: „C. Radnitzky". 

Revers: Engelchen auf Wotken, die Laute spielend, über Mozart eine Menge 
Engelköpfchen. Am Rande in Noten mit der Es-dur Vorzeichnung der Anfang der Ouver- 
türe zur „Zauberflöte". Ihr Ertrag — sie wurde auch in Silber geprägt — mit jenem 
der vom Gemeinderate der Stadt Wien im großen Redoutensaale am 27. und 28. Jänner 
1856 veranstalteten, von Franz Liszt dirigierten Festkonzerte, war zur Errichtung des 
Denkmales auf Mozarts Grabstätte zu St. Marx bestimmt, welches nach dem Entwürfe 
Hans Gassers ausgeführt wurde. — Geschenk des k. u. k. Hofantiquars Albert Pollak 1885. 
(Im Mozart Münzen- und Medaillenkasten.) 

44. Mozart-Medaille in Nickelmetall. 

Avers: Mozarts Brustbild im Profil, nach links, nach einem Kupferstiche aus dem 
Jahre 1792 mit der Aufschrift: „Wolfgang Amadeus Mozart", daneben: „Zeitlich vollendet". 

Revers: Auf einem Würfel das „Requiem", unten herum: „Don Juan", „Cosi fan 
tutte", „Figaro", „Zauberflöte" u. s. w. Die herabhängende Papierrolle enthält die 
Schlußstelle der Oper „Cosi fan tutte" mit den Worten: „So sind sie Alle", hier auf die 
oben nicht genannten Werke bezogen. Unter dem Abschnitte die Worte: „Ewig blühend". 
Weiter zurück sieht man in einen mit Immergrün geschmückten Felsen die Geburts- 
und Sterbedaten und über denselben a'.if der Bogenlinie „Tuba mirum". — Ausge- 
führt von Wilhelm Doell in Karlsruhe. Geschenk des Gesanglehrers in Stuttgart, Karl 
Rutscher 1895. (Im Mozart Münzen- und Medaillenkasten.) 

45. Mozart-Medaille in Silber zur Erinnerung an die Mozart-Denkmal- 
Enthüllung bei der Albrechtsrampe in Wien am 16. April 1896. In einem 
silbernen Ring mit Oese von Scharff in Wien. Gr. 56. Durchmesser 5*5 cm. 

Avers: Das höchst plastisch geformte Brustbildnis Mozarts nach rechts und der 
Auffassung des fünf Tage vor der Festfeier plötzlich am 16. April 1896 an Herzlähmung 
verschiedenen Meisters, des Professors V. Tilgner. 

Revers: Ein Kranz musizierender Amoretten als Butti. Erstere Seite trägt außerdem 
links am Rande die Inschrift: „Wolfgang Amadeus Mozart. 1756—1791". Letztere: „Zur 
Enthüllung seines Denkmales. Wien 1896". Das Ganze in vortrefflicher Prägung. Spende 
des Denkmal- Komitees 1895. (Im Mozart Münzen- und Medaillenkasten.) 

46. Mozart-Ring, dessen Hauptform im Stile der Renaissance eine 
Blumenvase mit Türkis, Rubin, Brillant und Smaragd vorstellt. 

Denselben erhielt Mozart auf seiner dritten Kunstreise im Jahre 1763, nach einem 
Konzerte vom Fürsterzbischofe in Augsburg. Der Ring kam später in den Besitz von 
Mozarts Schwester, von dieser an ihren Sohn Leopold, der ihn der Braut seines Stief- 
bruders zum Hochzeitsgeschenke gab. Von der Tochter dieser, Genovefa Reichsfreiin 
von Sonnenburg, kaufte ihn 1881 Frau Maria Gräfin Spaur für 100 fl. und von dem 
Witwer Philipp Grafen Spaur erhielt denselben das Mozarteum zum Geschenke 1883. 

47. W. A. Mozarts Kaiserin Maria Theresia-Uhr. 

Vom General-Gouverneur der Lombardei aufgefordert, zur Vermählung des Erz- 
herzogs Ferdinand, dem Sohne der Kaiserin, mit der Prinzessin Maria Ricciarda Beatrice, 
der Tochter des Erbprinzen Ercole Rainaldo von Modena, eine Serenade zu schreiben, 
machte sich der 15jährige Mozart im September 1771 daran, für die Festvorstellung am 
17. Oktober in Mailand die zweiaktige theatralische Serenate „Ascanio in Alba" (Text 
von Abbate Giuseppe Parini), Köchel Verz. Nr. 111, zu schreiben, welche er persönlich 
dirigierte, sehr gefiel und viele Wiederholungen erfuhr. „Er wurde dafür außer dem was 
er in Geld bekam, von der Kaiserin mit dieser mit Diamanten besetzten Uhr beschenkt", 
wie sein Vater am 9. November nach Hause schrieb. Dieselbe ist eine französische 
Spindeluhr von L'Epenie. Sie hat ein kleines, hohes Gehäuse von Gold Nr. 3. Die Ein- 
rahmung des Deckels an der Vorderseite ist rund herum, wie jeder Zeiger, mit kleinen 



41 

Rauten-Diamanten besetzt, wovon noch über 200 vorhanden sind. Die rückwärtige 
Deckelwand ziert das wohlgetroffene, von Künstlerhand in lebhaften Emailfarben aus- 
geführte Oval-Mir.iatur-Bildnis der großen Kaiserin. Dieses ist wieder umgeben mit vielen 
Rauten, dann von einer grünen Bandverzierung, eingefaßt mit einem baldachinartigen 
Schmuck von Blätterwerk. Das Uhrwerk, wie die Uhr in den Nebenbestandteilen, ist 
im besten Zustande erhalten. Ersteres geht aufgezogen heute noch ganz richtig. An der 
Innenseite des Uhrmantels findet sich der Name „W. A. Mozart" und die Jahreszahl 
„1786" eingraviert. Ein Landkrämer Josef Strobl in Mödling, den Mozart mit dem Freunde 
Em. Schickaneder und dem Dichter Alois Blumaner öfters auf ein gutes Glas Wein be- 
suchte, kaufte die Uhr von Mozart. Sie kam 1855 von einem Enkel desselben, welcher 
der gerichtlichen Exekution in seinem Domizil Ofen verfallen war, in den Besitz des 
seinerzeit so oft genannten Julius Holl von Stahlberg, 1856 an den Pester Kunsthändler 
Josef Wagner, von dem sie am 26. April 1858 Ignaz Pfeffer, Besitzer des Dianabades 
am Franz Josefplatz in Budapest, für seine wertvollen, reichen Sammlungen kaufte. 
Testamentarisch hatte dieser diese Uhr bereits mit Codicill vom 1. Juni 1881 nach 
seinem Tode samt den dazugehörigen Schriften zum Eigentum des „Mozarteums" be- 
stimmt und wurde dieselbe, nachdem der Testator am 19. Jänner 1892 dortselbst ver- 
storben war, von seinen drei minorennen Kindern, in Begleitung des Testamentsvoll- 
streckers, Advokaten Kisbaäri Kiss, am 14. August persönlich anher überbracht und dem 
Mozart-Museum zu eigen gegeben, wie es ihr Vater ausdrücklich gewünscht hatte, damit 
sie unterwegs nicht verloren gehe. (Des Geschenkgebers Bild befindet sich im „Mozart- 
Album", V. Abteilung). 

48. W. A. Mozarts erste Geige mit dazu gehörigen Bogen. 

Diese kleine Halbgeige ist zufolge der im Innern angebrachten Inschrift von Andreas 
Ferdinand Mayer, Hof-Laut.(en) und Geigenmacher zu Salzburg anno 1746 — also 10 Jahre 
vor Mozarts Geburt — angefertiget worden. Der hochfürstliche Hoftrompeter Andreas 
Schachtner, der vertraute Hausfreund der Familie im Hagenauer Hause, dem sich der 
kleine Wolfgang (Wolferl) stets sehr zugetan zeigte, schreibt am 24. April 1792 an die 
Schwester desselben, Reichsfreiin von Berchthold zu Sonnenburg, nach St. Gilgen, die 
ihn ersuchte, ihr Mitteilungen über Vorfälle in ihres Bruders Kinderjahren zu machen, 
auch die Episode, welche mit der „Ersten Geige Mozarts" in engster Beziehung steht: 
„Als der Vater Mozart mit seinen Kindern im Jahre 1763 von Wien zurückkehrte, wo 
Wolfgang eine kleine Geige zum Geschenke erhielt, wollte er an einem Sonntag, an 
welchem der Vater mit Hofmusikern in seinem Wohnzimmer Kammermusiken zu spielen 
pflegte, auch die zweite Violine mit Schachtner mitspielen. Es hatte der sehr gute Hof- 
geiger Wenzl diesmal 6 Trio zu diesem Zwecke gebracht, die er selbst verfertigt hatte 
und dem Papa zur Begutachtung vorlegen wollte. Papa spielte mit der Violine den Baß, 
ich die zweite Violine auf meiner Geige, die Wolfgang wegen dem sanften vollen Tone 
immer die „Buttergeige" nannte, und Wenzl die erste Violine. Als Wolfgangs Begehren 
abgewiesen wurde und Papa wollte, daß er sich mit seinem Geigerl wegtrollen sollte, 
da weinte er." Ueber Fürbitte Schachtners wurde ihm endlich erlaubt — obwohl er 
noch nicht die geringste Anweisung in der Violine erhalten hatle — mitzuspielen, aber 
so stille, daß man ihn nicht hört. „Er geigte also mit. Bald merkte ich mit Erstaunen, 
daß ich ganz überflüssig sei. Ich legte meine Geige weg und sah den Papa an, dem 
bei dieser Szene die Thränen der Bewunderung und des Trostes über die Wangen 
rollten; und so spielte er alle 6 Trio. Als wir fertig waren, wurde Wolfgang durch 
unseren Beifall so kühn, daß er behauptete, auch die erste Violine spielen zu können. 
Wir machten zum Spaß einen Versuch und wir mußten uns fassen, nicht zu lachen, als 
€r auch das, wiewohl mit lauter unrechten und unregelmäßigen Applikaturen doch so 
spielte, daß er nie stecken blieb." — 

Diese erste Kindergeige besaß Mozarts Schwester. Von derselben erwarb sie 1820 
in Salzburg der k. k. Kanzlist Leopold Trostel in Neumarkt, dessen Tochter (1827 plötz- 
lich gestorben) ihre erste Klavierschülerin war. Von demselben kaufte sie dortselbst 
1829 der Volksschullehrer Adalbert Lenk, 1842 Violin- und Gesangslehrer an dem ein 
Jahr vorher gegründeten „Dommusikverein und Mozarteum", auch Chorregent in Mülln. 
Dieser verkaufte sie am 7. September 1877 an den Botschafter beim hl. Stuhle in Rom, 
Exzellenz Ludwig Johann Grafen Paar, nebst den darauf bezüglichen notariell be- 
glaubigten Dokumenten. Dieser wünschte letztwillig, „daß diese Geige nach seinem 
Tode dem „Mozart-Museum" dauernd einverleibt und dort als Erinnerung aus der 
Kinderzeit des großen Meisters verwahrt werde." Die Geige wurde demzufolge am 
5. Februar 1896 durch den Herrn k. k. Bezirkskommissär in Ried, Ludwig Grafen Paar, 
dem Sohne des Erblassers, anher übersendet. 



42 

c) WGitGir^ £Lin den vier* Zimmer'^vi^ä.ncien (^von. 

49. W. A. Mozart, Knabenporträt im Goldrahmen, Oelbild, gemalt 

1859 von L. Bode. 

Nach einem Stahlstiche des Veroneser Originalgemäldes: mit blonder Perücke, 
weißer Brustkrause und Halsbinde, blauen Augen und im dunklen Rocke. Ein Geschenk, 
welches nach testamentarischer Verfügung (nebst 500 Mark) C. A. Andree in Frankfurt 
a. M. dem Vereine für das Mozart-Museum zum Eigentume bestimmte, wo es sich seit 
1. September 1887 befindet. 

50. Carl Freiherr von Sterneck-Doublebsky zu Ehrenstein. Oel- 
gemälde von dem Salzburger Porträtmaler Sebastian Stief 1883. 

Geboren am 15. Dezember 1813 zu Brunn, war er der älteste- Sohn aus dem 
Kärntnerzweige seiner altadeligen Familie. Von Jugend auf für die ewig schöne Kunst 
der Musik begeistert, beugte er sich aber dem Willen seines Vaters, des Hofrates bei 
dem Appelationsgerichte zu Brunn, und wählte nach den absolvierten Gymnasialstudien 
in seiner Vaterstadt und den juridischen Studien an den Universitäten in Olmütz und 
Prag, 1835 den bureaukratischen Lebensberuf beim Camerale und im Finanzdienste, wurde 

1860 Grenzinspektor in Kufstein, schließlich 1867 Finanzrat und Finanz-Oberinspektor 
in Salzburg und trat nach vierzigjähriger Staatsdienstzeit 1875 hierorts in den bleiben- 
den Ruhestand. In der Zeit vom Jahre 1869 ab, ist er der Gründer des „neuen" Mozar- 
teums, d. i. der „Internationalen Stiftung: Mozarteum", und 1881 der Anreger zur Gründung 
der „Mozartgemeinde". Seinen Bemühungen ist ausschließlich der Besitz des „Mozart- 
Museums", des „Vereins-Archives" und der „Bibliothek", des „Mozart-Häuschen" mit 
der Einrichtung, das „Mozart-Album", die Schule „Mozarteum" und ihr „Unterrichts- 
haus", seiner Tätigkeit sind vornehmlich auch die Abhaltungen der „Salzburger Musik- 
feste" 1877 und 1879, die bewerkstelligte Ausgabe der „Gesamtwerke W. A. Mozarts", 
die Abhaltung der „Mozart-Centenarfeste" 1887 und 1891 in Salzburg, sowie die in 
Oesterreich und Deutschland abgehaltenen „Zyklus-Aufführungen" Mozart'scher Opern 
zu danken. Er stellte, vereint mit treuen Gesinnungsgenossen im leitenden Vereins- 
ausschusse, seine weitaussehende unermüdliche und größte Arbeitsmühe unentwegt in 
den Dienst des von ihm wieder neuerdings ins Leben gerufenen „Mozart-Kultus", der 
sein Ideal blieb Zeit seines Lebens, und in welchem Sinne er hier ununterbrochen an die 
zwanzig Jahre wirkte. Sterneck war der erste Präsident, und als er wegen vorgeschrit- 
tenen Alters am 7. März 1888 diese seine Stelle niederlegte, ernannte ihn die Versamm- 
lung des VIII. Mozarttages am 16. Mai 1888 zum Ehrenmitgliede mit dem Titel eines 
„Ehrenpräsidenten" des Vereines. Der „Mozart-Verein" in Nürnberg hatte ihn bereits 
1872 zum Ehrenmitgliede ernannt. Se. Majestät der Kaiser verlieh ihm zum vollendeten 
70. Lebensjahre am 15. Dezember 1883 die mit dem kaiserlichen Wahlspruche gezierte 
goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft. Als ihm noch ein paar Tage über zwei 
Wochen auf das volle 80. Lebensjahr fehlten, starb er am 27. November 1893, und wurde 
mit allen Ehren von der St. Margarethenkirche im Friedhofe des Klosters zu St. Peter 
weg, wo die Leiche aufgebahrt war, in die Familien-Arkadengruft seines Freundes Dr. 
Hitschfeld auf dem Kommunal-Friedhofe (rechts Nr. 21) bestattet. Sein Andenken be- 
wahren einerseits seine Bildnisse: hier im „Mozart-Museum", im Musiksaale des Mozar- 
teums-Schulgebäudes und im Mozart-Häuschen, die dahin vom Vereine gestiftet wurden, 
und andererseits der Besitz des Mozarteums in allen dessen oben genannten Erwer- 
bungen für dasselbe. 

51. Der sterbende Mozart. Radierung nach dem Originalgemälde, 
gemalt 1888 in Paris mit der eigenhändigen Widmung: „Homage au Genie 
du grand Mozart" von Professor Michael von Munkäcsy. 

Michael von Munkäcsy (von Haus aus Michael Lieb), geboren am 10. Februar 
1844 in Munkäcs (Ungarn), war der Sohn eines Tischlers, wurde selbst Tischler, bildete 
sich in Wien und München zum Maler aus, ging erst später von der anfänglichen 
Genre- zur monumentalen religiösen Malerei über, erhielt zu Düsseldorf 1867 drei Kon- 
kurrenzpreise unter Knaus und Vaütier, 1872 den Preis für seinen „Christus und Pilatus", 
und wurde in den österreichischen Adelsstand erhoben. Sein berühmtestes Gemälde 



43 

wurde „Der letzte Tag des zum Tode Verurteilten". Im Jahre 1897 befiel ihn ein 
schweres Nervenleiden, dem er leider auch am 1. Mai 1900 in der Heilanstalt Endenich 
bei Bonn erlag. Sein Tod bedeutete einen großen Verlust für die Kunst! 

Das Originalgemälde brachte der „Salzburger Kunstverein" in seiner VII. Jahres- 
ausstellung anläßlich der „Mozart-Centenarfeier" im Jahre 1891 hierorts im Künstler- 
hause zur Ausstellung. Die Radierung ist das Geschenk vom 6. Juli 1888 des Herrn 
Charles Sedelmayer in Paris, des Schwiegervaters und Eigentümers des Originalbildes. 

Das Bild stellt dar, wie Mozart am 4. Dezember 1791, nachmittags 2 Uhr — elf 
Stunden vor seinem Tode — die Probe seines Requiems im Schlafstuhle abhält: er 
selbst sang die Altstimme, sein Schwager, der Violinist Hofer, den Tenor, der Komponist 
Gerl, den Baß, der Sänger Benedikt Schak, den Sopran. Den Flügel spielte vermutlich 
Süßmaier, Mozarts Schüler. Im Hintergrunde stehen zuhörend: der Arzt Dr. Closset, 
die Schwägerin Sophie Haibl, Mozarts Frau Constanze, seine Krankenpflegerinnen, und 
im Vordergrunde rechts der kleine 3 Monate über 6 Jahre alte Sohn Karl. Die ge- 
nannten drei anderen Sänger sind Mitglieder des Schikaneder-Theaters auf der Wieden. 

52. W. A. Mozarts Werke, aufgestellt in einem besonderen Schranke 
und durch Glas sichtbar in 70 Bänden, 24 Serien und 589 Nummern. 
Partituren-Prachtausgabe, fertiggestellt in der Zeit von Mitte Dezember 1876 
(erste Lieferung) bis Anfangs Mai 1883 (letzte Lieferung). 

Das Verdienst, diese erste Gesamt-Ausgabe bei Dr. L. Ritter 
von Köche 1*) im Februar 1875 und durch ihn bei den Herausgebern 
„Breitkopf und Härte 1" in Leipzig nicht nur zuerst angeregt, sondern 
auch durch Werbungen hiefür dieses Unternehmen kräftigst geför- 
dert zu haben, nimmt unser Verein mit vollem Rechte für sich in 
Anspruch. 

Dieser Anspruch wird auch durch die diesem hierortigen Exemplare beigegebene 
Widmung der Verleger bestätigt. Es ist und bleibt diese Ausgabe das würdigste und 
dauerndste, das großartigste und wertvollste Denkmal Mozarts, welcher nirgends 
größer und unerreicht ist, als in seinen Werken! 

Nach dem ursprünglichen Voranschlag waren für dieses ruhmvolle Unternehmen 
an 14.000 Platten für beilich 3500 Druckbogen im Kostenpreis von zirka 50.000 Reichs- 
taler (150.000 Mark) erforderlich. Dr. L. von Köchel spendete hiezu sofort 20.000 Mark 
und stellte die zahlreichen in seinem Besitze befindlichen Mozart -Manuskripte zur 
Verfügung. 

53. Die heilige Cäcilia. Oelgemälde von Engerth, Anhalt -Köthen- 
scher Hofmaler. (Rechts beim Eingange). 

Laut Brief des jüngsten Sohnes Wolfgang (jun.) an seine Mutter nach Salzburg, 
ddo. Lemberg am 17. April 1827 (in Nissens „Biographie", pag. 694) ist das Bild ein 
Geschenk des genannten Malers zur Eröffnungsfeier des vom Sohne Mozart 1826 ge- 
gründeten „Cäcilien-Chores" (eines Chorvereines für Damen und Herren), dessen Chor- 
meister sein Gründer war. Dasselbe wurde ihm am Gründungs-Abende in festlicher 
Weise als Ehrung seiner Verdienste um die Kunst der Musik überreicht. Vier Litho- 
graphien nach diesem Bilde und zwar je eines sendete er: an seine Mutter, an den 
Domkapitular Ignaz Schum ann, Edlen von Mannsegg, an den Buchhändler, Kom- 
ponisten, und Michael Haydns Freund, Benedikt Hacker — der seine Buchhandlung 
im heutigen Hause Brodgasse Nr. 13, derzeit Konditor Fürst, hatte — und an den 
Chorregenten Anton Jahn dl auf dem Nonnberg, den Hausfreund der Nissen'schen 
Familie, damals im Hofapothekerhause (Marktplatz Nr. 7) wohnend. 

54. Schloß Walsegg. Drei Amateur-Photographien: Die Ost- und 
die Südseite, und das Oratorium mit der Schloßkapelle. Aufgenommen 
von dem Geschenkgeber Herrn Dr. E. Plutzer, Advokat in Wien, 1885. 

*) Vertasser des „Chronolog.-thematischen Verzeichnisses sämtlicher Tonwerke W. A. Mozarts". 
Leipzig, „Breitkopf und Härtel" 1862 in erster Ausgabe. Im Vorworte zur zweiten Auflage, Leipzig 1905, 
bearbeitet und ergänzt von Paul Graf von Waldersee, ist Köcheis Porträt und pag. XIX— XXI dessen Bio- 
graphie, von Karl Viktor Reusch in Cannstadt verfaßt, enthalten. 



44 

Es ist dies das alte Stammschloß der gleichnamigen Grafen, von welchen Franz 
Anton Graf von Walsegg i. J. 1791 der geheimnisvolle Besteller des „Requiems bei W. 
A. Mozart war, wozu er sich seines Verwalters auf dem auch ihm gehörigen Gute in 
Schottwien bediente, und das war der eigentliche Geheimnisvolle. Der Name des Be- 
stellers blieb deshalb auch Mozart gänzlich unbekannt, wenngleich ihm „dessen Bild 
immer vor seinen Augen stand, und er ihn beharrlich sah, wie er ihn (Mozart) bittet, 
antreibt und ihm endlich die Arbeit kurzweg abverlangt". 

Der Graf aber hatte seinen gewöhnlichen Wohnsitz auf Schloß Stuppach (in 
Unterösterreich bei Wiener-Neustadt) und wünschte das Requiem zur Gedächtnisfeier 
seiner vor einem Jahre, im Januar 1791 verstorbenen Gemahlin, einer Freiin von Flamm- 
berg, demnach bis 1792. Darum notierte Mozart auf der Requiem-Partitur die Zahl 
1792.*) Da nun der Name Walsegg mit der Legende der Entstehung des Mozart'schen 
Schwanengesanges in engster Beziehung steht, dürften diese Bilder bei so manchem 
Mozartverehrer auch einiges Interesse erregen. 

55. Erinnerungsblatt an die Aufführung der Oper „Die Hochzeit 
des Figaro" zur Mozart-Centenarfeier in Salzburg, 17. Juli 1891 im k. k. 
Theater. 

56. Theaterzettel für die Vorstellung der Oper „Belmonte und 
Constanze" in Salzburg, am 20. Februar 1792. 

Auf diesem Zettel fehlt der Ortsname, der die Frage „Wo fand sie statt?" beant- 
wortet. Dieser ergibt sich jedoch aus dem Worte „hochfürstlich". Der regierende Erz- 
bischof von Salzburg wurde ursprünglich als „Ehrwürdiger", im Context „Deine An- 
dacht" angesprochen. Im Jahre 1663 erteilte der deutsche Kaiser Leopold I. dem Erz- 
bischof (juidobald Grafen von Thun — er war der 56. Erzbischof und 4. salzburgische 
Kardinal — die Titulatur „Hochwürdiger" und „Euer Liebden". Diese genügte aber dem 
Erzbischof Johann Ernst Grafen von Thun (1687—1709), dem 58. in der Reihe aller 
seiner Vorgänger, nicht mehr, der 1701 den ersten und letzten salzburgischen Orden des 
hl. Rupert stiftete, und deshalb führte er für sich im Lande den Titel „Hochfürstliche 
Gnaden" ein, der dann von allen seinen Nachfolgern bis zum letzten und 74. Fürst- 
regenten Hieronymus, Grafen von Colloredo, (1772 bis 1803, beziehungsweise 1812) be- 
ansprucht wurde. 

Die in Rede stehende Vorstellung erfolgte durch eine herumziehende deutsche 
Schauspieler-Gesellschaft unter der Direktion eines Hofmann, welche „Große Opern", 
damals obige und hierorts die 75. Vorstellung einer solchen veranstaltete. Solche 
Wander-Schauspieler kamen oft nach Salzburg, wie auch Schikaneder seinerzeit, und 
mußten dann das Theater in Pacht nehmen. 

57. Erinnerungsblatt der „100jährigen Gedenkfeier der ersten Auf- 
führung" der Oper „Don Juan" am 20. und 22. August 1887 im Salzburger 
k. k. Theater. 

58. Henriette Sontag, verehelichte Gräfin Rossi.**) Miniaturbild, 
gemalt von Chevalier Jean Bapt. Jaques Augustin zu Paris, 1828. Legat 
des im Mai 1897 zu Prag verstorbenen k. k. Obersten i. R., August Sontag, 
des Bruders dieser einer der hochgefeiertsten und anmutigsten Sängerinnen 
ihrer Zeit. Als Eigentum des Mozart-Museums erhalten im September 1897. 

Henriette Sontag wurde am 3. Jänner 1806 zu Coblenz geboren und von ihren 
Eltern (Schauspieler), die der Tochter keimendes großes musikalisches Talent erkannton, 
schon in ihrer frühesten Kindheit in der geistigen und körperlichen Entwicklung ge- 
fördert, um sie als Sängerin auszubilden. Sie trat auch schon mit acht Jahren auf dem 
Theater in Prag und in den nachfolgenden zwei Jahren in Knabenrollen in der Oper 
bewundert auf, wo sie 1819 in die Musikschule zum Kapellmeister Triebensee geschickt 



*) Ausführliches darüber in der „Festschrift zur Mozart-Centenarfeier 1891" im IIl.' Teile: „Das 
Requiem und die Requiemfrage" von Joh. Ev. Engl, Salzburg. 

**) Siehe „Henriette Sontag" im „Almanach" von Heinrich, Berlin, 1. Januar 1855. 



45 

wurde. Vom Jahre 1821 bis 1824 bekam sie weiteren Gesangsunterricht von der be- 
rühmten Josephine Fodor-Mainville in Wien. Henriettens Ruf als Sängerin, wie jener 
von ihrer Anmut und Schönheit, verbreitete sich schnell. Auf ihren ersten Kunstreisen 
1825 nach Leipzig und Berlin, 1827 nach Paris und London, wurde sie überall mit dem 
größten Enthusiasmus aufgenommen. Im Jahre 1827 verheiratete sie sich heimlich in 
London mit Carlo Grafen Rossi, welcher bei der italienischen Gesandtschaft in Holland 
angestellt war, nachdem sie der König von Preußen, Friedrich Wilhelm III., mit dem 
Prädikate als Fräulein „von Klarenstein" geadelt hatte, setzte aber ihre Laufbahn fort. 
In Paris fand sie immer mehr zunehmende Bewunderung auf der Bühne (in „Euryanthe", 
„Barbier von Sevilla", „Italienerin in Algier", „Lucretia Borgia", insbesonders als „Donna 
Anna" in Mozarts „Don Juan" errang sie sogar den Sieg über die große Sängerin 
Giuditta Pasta. Die „flatternde Nachtigall", wie sie Börne nannte, verkehrte in den an- 
gesehensten Privatkreisen, beim preußischen Gesandten Alexander von Humboldt, im 
Dalberg'schen Hause u. s. w. und der höchste Adel machte ihr Gegenbesuche. 

In London schwang sie sich zur höchsten Höhe ihres Ruhmes empor, trat aber 
am 19. Mai 1830 zum letzten Male in ihrer Lieblingsrolle „Semiramis" auf, womit sie 
ihre dramatische Laufbahn beschloß. Sie sang nun nur noch in Konzerten und für Wohl- 
tätigkeitszwecke in Petersburg und Moskau und kehrte dann nach Haag in die Nieder- 
lande zurück, wo jetzt die öffentliche Erklärung ihrer Heirat erfolgte. Sie lebte dort 
mit ihrem Gemahle und übte die Kunst bloß in Privatzirkeln, bis Graf Rossi zum wirk- 
lichen bevollmächtigten Minister beim Bundestage in Frankfurt a. M. ernannt wurde. 
Dort verblieb sie von 1835 bis 1838, kam 1843 wieder nach Petersburg, lebte bis 1844 
in Haag und dann in Berlin, überall in hohem Ansehen und mit großer Auszeichnung 
als Gattin des italienischen Gesandten. Ihren vier lebenden Kindern, zwei Söhnen und 
zwei Töchtern (nur ein Sohn überlebte sie), eine sorgenfreie Existenz zu sichern, ent- 
schloß sie sich nach zwanzigjähriger Pause zu dem großen Opfer, die Bühne wieder zu 
betreten. Graf Rossi verlangte seinen Abschied und erhielt ihn nach wiederholtem An- 
suchen, und in Würdigung seiner großen Verdienste als Diplomat mit ansehnlicher Pension. 

Sie sang wieder in London, 1851 in der italienischen Oper zu Paris und in deutschen 
Städten. In Europa neue Triumphe feiernd, schiffte sie sich am 25. August 1852 in Li- 
vorno ein und begab sich nach Amerika, dort überall mit den auszeichnendsten Ehren 
empfangen und reichlich mit Lorbeern und Gold gelohnt. 

Sie starb nach ihrer im April 1853 erfolgten Ankunft nach elftägiger Krankheit am 
17. Juni 1854 in Mexiko an der Cholera und in den Armen ihres trostlosen Gatten. Ihre 
Kinder waren in Europa zurückgeblieben, um ihrer wissenschaftlichen Ausbildung zu 
obliegen. Die irdischen Ueberreste ihrer Mutter wurden vorläufig in der Nische der 
Kirche San Fernando, mit übergroßem Trauergefolge dahin beigesetzt. Nach diesem 
Begräbnisse erschienen sämtliche Zeitungen Mexikos mit Trauerrand. Zwei Welten 
trauerten um die unvergeßliche Künstlerin, „die wie ein glänzendes Meteor am euro- 
päischen Himmel aufging, dort jahrelang als Stern erster Größe leuchtete und noch in 
vollem Glänze sich gegen Abend wendend am tropischen Himmel Amerikas entschwand". 
Eine Schwester war im Kloster Marienthal bei Zittau in Sachsen gestorben und dorthin 
wurden auch die Ueberreste der auch nicht minder vortrefflichen Mozartsängerin, nach- 
träglich aus Mexiko in die Familiengruft überführt. 

Von den Brüdern waren die zwei ältesten österreichische Offiziere und der jüngste 
Schauspieler am Schweriner Hoftheater. Von den Ersteren wirkte der Erblasser August 
Sontag, damals k. k. Major, in den Jahren 1863 bis 1866 in Salzburg in der Stellung als 
Geniedirektor und Festungs-Kommandant sehr verdienstlich und erfreute sich allgemeiner 
Beliebtheit. „Weil er hier so unendlich viele Freundlichkeit erfahren hatte", bestimmte 
er das auf 500 fl. bewertete Bild seiner Schwester dem Mozart-Museum zum Erbteile, 
und derselbe hatte auch schon im Jahre 1878 eine vergrößerte photographische Repro- 
duktion nach diesem Bilde für das „Mozart-Album" eingesendet, welches seither dort 
verwahrt ist. Karl Sonntag (geb. 7. Jänner 1828 zu Berlin), war seit 1848 am Hoftheater 
zu Dresden, 1850—51 am k. k. Wiener Hofburgtheater, dann in Schwerin in ersten 
Helden-Konversationsliebhaber- und Bonvivantrollen, 1859 wieder in Dresden, 1862 in 
Hannover, welche letztere Stellung er 1877 wegen seines Buches: „Vom Nachtwächter 
bis zum türkischen Kaiser" aufgeben mußte. Seitdem gastierte er nunmehr, und starb 
am 23. Juni 1900 zu Dresden. 

59. Leopold Mozarts Geburtshaus in Augsburg. Photographie. 

Erste Original-Aufnahme im Auftrage des Herausgebers für das Mozart-Museum,. 
Oktober 1896. (Siehe: A. Einleitung I., pag. VIII, unter „Der Vater W. A. Mozarts" die 
Inschrift auf der 1858 in Augsburg errichteten Gedenktafel.) 



46 

60. Erinnerungsblatt an den in Wien am k. u. k. Hoftheater 1880 
vorgeführten Mozart Opern-Cyclus. 

61. Autographe auf einem Blatte jener Künstler, welche bei der Mozart- 
Centenarfeier am 15., 16. und 17. Juli 1891 in Salzburg mitgewirkt hatten. 

62. Acht Mozarts Denkmals-Entwürfe für Wien: fünf photogra- 
phische Abbildungen von diversen Entwürfen. Geschenke der Gesellschaft 
„Gral" in Salzburg am 7. März 1888. Weiters darunter aufgestellt: drei 
solche des Bildhauers König, als eine fünfte Konkurrenz-Arbeit. Geschenk 
des Herrn Dr. Wenzel Sedlitzky, k. k. Hofapotheker hier, am 22. April 1888. 

63. Vier Gedenk- und Fremdenbücher mit den dort eingeschriebenen 
Namen der Besucher des Mozart-Archives oder Museums. Als erster ein- 
geschriebener Besucher findet sich „Franz Liszt im Oktober 1858", (gest. 
am 31. Juli 1886 zu Baireuth). 

64. Das Mozart-Denkmal in Wien (1896) in vier Photographien, 
verausgabt von R. Lechners Hof- und Universitäts-Buchhandlung (Wilhelm 
Müller, I., Graben). 

65. Mozart Opern-Cyclus Aufführungen des Stadttheaters Hamburg- 
Altona, 17. Jänner bis 25. Februar 1880 „dem Vorstände der „Internationalen 
Mozartstiftung" in Salzburg (Karl Freiherr von Sterneck), dem treuen Hüter 
hohen Heiligtumes deutscher Kunst in gleicher Verehrung des großen Genius, 
von Direktor Pollini und Mitgliedern gewidmet^^ 

66. Sammlung von sieben großen Theaterzetteln (im Einbände). 

„Erste Gesamt- Aufführung von 7 Mozart-Opern*) im k. k. Hof-Operntheater in Wien 
zur Feier von Mozarts Geburtstag", vom 18. bis 27. Jänner 1880, mit 5 Tableaux und 
^inem dramatischen Epilog von Josef Weilen. Geschenk der k. u. k. Hoftheater-Intendanz. 

67. Nachricht über eine Mozart'sche „Große musikalische Akademie 
im k. k. Nationaltheater zu Wien und zu seinem Vorteile am 12. März 1785 
mit einem neuen erst vor drei Tagen vorher verfertigten Fortepiano-Konzert 
(Köchel Verz. Nr. 467 in C-dur) und einem besonders großen Fortepiano- 
Pedale beim Phantasieren", — welche Akademie in Anwesenheit von Mozarts 
Vater stattfand, der am 12. März an die Tochter, Freiin von Berchthold zu 
Sonnenburg, nach St. Gilgen „über die Schönheit des (neuen) Konzertes 
und wie er über den errungenen Beifall zu Thränen gerührt wurde", be- 
richtet. Geschenk des Herrn Alfred Weltner, Archivar der k. k. Hoftheater 
in Wien, 1888. 

68. Mozart-Bild. Photographie nach dem Original-Oelbilde des Malers 
Jean Guerin, von der Pariser Kunstanstalt Braun angefertigt. Guerins Bild 
wurde im Jahre 1874 „zum Besten der Verwundeten aus Elsass und Loth- 
ringen" im Palais Bourbon ausgestellt. Zur Vorlage diente ihm das I. und 
II. Relief von Posch. (Siehe: Vogel „Mozart-Porträts^^**). 

*) 18. Jänner: „Idomeneo", 19. „Entführung«, 21. „Figaro", 22. „Don Juan", 23. „Cosi fan tutte", 25. 
„ZauberHöte", und 27. (zum Geburtstage) „Titus". 

**) Diese in diesem Katalog mehrfach zitierte, ganz vortreffliche Schrift, ist im , .Jahrbuch der Musik- 
Bibliothek Peters für 1899", im sechsten Jahrgang, pag. 14 — 37, enthalten, welcher 12 Abbildungen beigegeben 
sind. Herausgegeben vom Archivar Emil Vogel, Leipzig, Verlag von L. F. Peters, 1900, 



47 

69. Erinnerungsblatt an die Centenarfeier von Mozarts „Don Juan" 
in Prag am 29. Oktober 1887, mit den kleinen Abbildungen: der „Bertramka", 
„Zu den 3 Löwen", dem „National-Theater" und „Neuen deutschen Theater", 
welche Mozarts Bild einschließen. — Spende des Festausschusses durch 
den kaiserlichen Rat Herrn Dr. Sctiebek in Prag, 1887. 

70. Teresa Saporiti. Photographie nach dem Original-Kupferstich 
(13^4 cm breit, 18^/2 cm hoch): delineavit (gezeichnet) und incisit (ge- 
stochen) von Fambrini in Pisa 1791. Das Haupt ist mit Lorbeer geschmückt 
und das Ganze von Lorbeerzweigen und Musik-Emblemen umrahmt. Die 
Unterschrift lautet: „Hie effigies: ubique fama" („Hier das Bildnis: aller- 
orten der Ruhm"). — Geschenk des Herrn Franz Nikolaus Manskopf in 
Frankfurt a. M. am 30. Juni 1901. 

Diese war bei der Premiere von Mozarts „Don Giovanni" oder „Das steinerne 
Gastmahl" am 29. Oktober 1787 im ständischen Theater zu Prag, ebenso die erste 
„Donna Anna", wie damals Catarina Micelli die erste „Donna Elvira" und Catarina 
(nicht Teresina) Bondini, die Frau des Theater-Direktors Pasquale Bondini, die erste 
„Zerline". — 

Sie war nicht mehr jung, als sie, verheiratet mit Codecaso, ihrem Sohne, dem 
nachmaligen Vater der in Wien bekannten Malerin Louise Codecaso das Leben gab, und 
dieser stand hinwieder schon im 60. Lebensjahre, als der „schönen Saporiti" die Enkelin, 
Louise, geboren wurde. Louisens Großmutter, Teresa Saporiti — Codecaso, starb im hohen 
Alter von 106 Jahren am 17. März 1869 zu Mailand. Saporiti war also 1763 geboren und 
bei der ersten Prager Aufführung des „Don Giovanni" 24 Jahre alt, Mozart nur um 7 Jahre 
älter. Anfänglich stand sie bei Mozart in voller Gunst, die sie aber teilweise verlor 
durch eine unüberlegte Aeußerung über dessen unbedeutendes Aeußere, denn in dieser 
Richtung war der Meister immer ganz besonders empfindlich. So zum Beispiel klagte 
Mozart in einem Briefe vom 31. Oktober 1777 aus Augsburg an seinen Vater Leopold: 
„Sie (die Augsburger) denken sich halt, weil ich klein und jung bin (damals im 22. Lebens- 
jahre), so kann nichts großes und altes hinter mir stecken: sie werden es aber bald 
erfahren." Er war einmal geradezu sehr böse, als er hörte, daß der preußische Ge- 
sandte Jemanden einen Empfehlungsbrief an ihn gegeben und darin geäußert habe, „er 
möge sich an Mozarts unbedeutendes Aeußere nicht stoßen", wie Nissen in seiner 
„Biographie W. A. Mozarts", pag. 693, erzählt. In Prag aber war ihm die Saporiti unent- 
behrlich. „Sie starb vergessen, hatte jedoch über ein Jahrhundert gelebt, um Zeuge zu 
sein, daß „Don Giovanni", den sie entstehen sah, jung blieb und frisch, wie am ersten 
Tage, auch sah sie 82 Jahre spurlos an dem Meisterwerk vorüberziehen: es blieb un- 
besiegt und unerreicht." (Siehe „Mozart in Prag" von Rud. Freiherrn Prochäzka, pag. 71, 
73 und 81. Prag, Verlag von H. Dominikus 1892, und „Bohemia" vom 4. November 1887). 



III. Neuerlicher Zuwachs im Wohnzimmer der 

FamiHe Mozart. 

sl) Im g;i:'ossen ^oH^til^^sten mit Glasfenstei^n. 

71. Hyrtls Mozart Schädel. Es ist dies derselbe, den Hofrat Josef 
Hyrtl (geb. 1811, gest. 17. Juli 1894) aus der Nachlassenschaft seines um 
12 Jahre älteren und anfangs Jänner 1868 verstorbenen Bruders, des Bild- 
hauers Jakob Hyrtl, in sein Eigentum übernommen*), worauf er dann eigen- 
händig nachfolgende Inschriften mit schwarzer Tinte angebracht hatte: 1. quer 

*) Siehe Nr. 72: da» Tagssatzungs-Protokoll, aufgenommen bei dem k. k. Bezirksgerichte Mödling, 
Abt. II, zur Sicherung des Beweises nach §§ 384—389 der C. P.-O. am 21. November 1902. 



48 

Über der Stirne auf einem rechteckigen orangeroten Papierstreifen, 7*3 cm 
lang und 27 cm breit, mit abgestutzten Ecken, in sechs Zeilen, lautend: 
„Vom Totengräber Josef Rothmayer, welcher sich die Stelle merkte, wo er 
Mozarts Sarg einscharrte, bei der Leerung der Gemeingrube 1801 gerettet, 
und von seinem Nachfolger Josef Radschopf meinem Bruder Jakob ge- 
schenkt 1842. Hyrtl"; 2. über dem rechten Seitenwandbein eine „Lyra", 
und unter dieser: „Wolfgang Amadeus Mozart f 1791, geboren 1756"; 3. 
darunter und vorne, rechts davon über der Schuppe des rechten Schläfen- 
beines: „Musa vetat mori! Horaz."*) 

Unmittelbar nach Hyrtls Tod wußte Niemand, wohin dieser Schädel gekommen 
war. Zwei auf unsere Anregung am 1. und 13. August 1894 schriftlich gestellte Anfragen 
des Herrn ßürgermeisters, üustav Zeller, nach Mödling und Wien, brachten antwortlich 
auch keine Aufklärung. Und so blieb er sieben Jahre verschollen, bis unterm 24. September 
1901 an das Gemeinderats-Präsidium ein ebenso unerwartetes, wie überraschendes aus- 
führliches Schreiben, aus Wien datiert, von Josef Schöffel, dem Kurator der Hyrtl'schen 
Waisenstiftung in Mödling einlangte, worin derselbe mitteilte: 1. „Der nach dem Ableben 
Hyrtls mysteriös verschwundene Schädel habe sich nunmehr in einer erst kürzlich aus dem 
Nachlasse desselben übernommenen und von ihm geöffneten Kiste vorgefunden. Da es 
zweifelhaft schien, wem er auszufolgen war,**) so wurde derselbe vorläufig in der Kiste 
belassen und erst nach der im Jahre 1900 erfolgten Durchführung eines großen Zubaues zum 
Waisenhause dortselbst nebst verschiedenen von Hyrtl der Mödlinger Crypta entnommenen 
anderen Totenschädeln aufgestellt;***) 2. bei der kurz hernach vorgenommenen Durchsicht 
eines Faszikels mit mancherlei Zeitungen, Büchern u. dgl., welche Hyrtl gesammelt hatte, 
welche Sammlung bisher unbeachtet blieb, wurde ein dem Londoner Journale „Monthly 
musical Record" vom 1. September 1892 (Vol. XXIL, Nr. 261, pag. 199, mit 42 Zeilen) ein- 
gelegter Zettel entdeckt, worauf Hyrtl mit blauem Farbstifte schon am 30. November 1891 
geschrieben hatte: „Zum Mozart Schädel! Was ich über die Schicksale des Mozart 
Schädels weiß, enthält ein Aufsatz des angeschlossenen Zeitungsblattes (^gefertiget mit 
J. B. K., von Hyrtl ergänzt zum Namen Krall).****) Den Schädel selbst vermache ich 
hiemit der Stadt Salzburg. Josef Hyrtl" ; 3. ersuchte Schöffel zum Schlüsse seiner Zu- 
schrift, „den Schädel durch einen mit einer Vollmacht der Stadt Salzburg versehenen 
und damit beglaubigten Gemeinderat persönlich abholen zu lassen." 

Letztere Mission übernahm freiwillig und selbstlos der Gemeinderat Herr Doktor 
Hermann v. Vilas, Hof- und Gerichtsadvokat. Bei der vollzogenen Uebergabe, welche 
am 6. Oktober 1901 stattfand, wurde in der Verwaltungskanzlei des mehrgenannten 
Waisenhauses in Mödling ein Protokoll in rechtsgiltiger Form aufgenommen, sodann 
dieses vom Uebergeber (Schöffel) und Uebernehmer (Dr. v. Vilas), wie auch von vier 
hiezu erbetenen Zeugen: Anton Graf Ledöchowski, Welten, Kurator -Stellvertreter, 
Heinrich Rzimann, Oberlehrer, und Josef Maier, Waisenhausverwalter, unterfertiget und 
der Schädel von Dr. v. Vilas nunmehr nach Salzburg zu Händen des Herrn Bürgermeisters, 
Franz Berger, überbracht. Am 17. November stellten wir dann, als Administrator im Namen 
des Mozarteums an den Gemeinderat schriftlich das Ansuchen, „den Schädel im Mozart- 
Museum aufstellen zu dürfen", welchem Ansuchen auch nach Beschluß desselben in 
der Sitzung am 3. März 1902 „gegen jederzeit freistehenden Widerruf und mit der wei- 
teren Bedingung zugestimmt wurde, daß der Schädel dortselbst als Eigentum der Stadt- 
gemeinde Salzburg bezeichnet werde." Persönlich von uns am 11. März in Empfang ge- 
nommen, wurde nun Hyrtls Mozart Schädel an die heutige Stelle im Glaskasten gebracht, 

*) Entnommen dem 28. Vers der 8. Ode des IV. Buches, lautend: „Dignum laude virum musa vetat 
mori („Einen des Lobes würdigen Mann läßt die Muse nicht sterben"). Horaz (Qu. Horatius Flaccus, geb. 
65 V. Chr. zu Venusia in Apulien) bezieht diesen Vers auf C. Marius Censorinus, Konsul des Jahres 8 v. Chr., 
der nach dem römischen Historiker Velleius Paterculus (II, 102) zu einem Wohltäter der Menschheit geboren^ 
die Unsterblichkeit erlangt hat", aber sonst wenig bekannt ist. 

**) Eine spezielle oder ausdrückliche Verfügung hierüber war nicht vorhanden, wenigstens nicht be- 
kannt gegeben worden, und eine solche fand sich auch tatsächlich nicht im Testamente Hyrtls vom 15. Sep- 
tember 1892 vor, in das wir auf unser Ersuchen, durch die Intervention des Herrn Bürgermeisters Franz Berger,, 
vom k. k. Bezirksgerichte Mödling an das k. k. Bezirksgericht Salzburg gesendet, bei dem Letzteren am 
23. August 1931 Einsicht nehmen konnten. 

***) Am 12. Mai 1901 sahen denn auch während eines Ausfluges nach Mödling zahlreiche Mitglieder 
der Wiener Anthropologen-Gesellschaft den Hyrtl'schen Mozartschädel. Die Folge davon waren eine Menge 
Zeitungsartikel für und gegen die Echtheit desselben (letztere mehr als erstere), aber auch einige Kontro- 
versen, deren Spitze sich gegen den Vorzeiger, Josef Schöffel, persönlich richteten. 

****) Dieser berichtete an den Herausgeber des Journals, was er von Dr. Ludwig Aug. Frankl und dem 
Assistenten des Hofrates Hyrtl, Dr. A. Friedlowsky, am 7. März auf dem Korrespondenzwege von Beiden darüber 
erfahren hatte, wie es dem Todtengräber möglich war, sich den Schädel Mozarts aus dessen als zweifelhaft 
angenommenen Grabe anzueignen. 



49 

mit der Richtung nach dem Geburtszimmer Mozarts, unter dem ursprünglichen Glassturze 
und überhaupt nicht anders, als ihn viele Mediziner, so Primär Dr. Minnich, Dr. J. Pollak 
hier, die seinerzeitigen Schüler Hyrtls, im anatomischen Museum zu Wien in der Währinger 
Gasse, und auch Andere später — als Hyrtl sich in Pension auf seinen Besitz zu 
Berchtoldsdorf zurückgezogen hatte — in dem aus der Zeit uralter Verschanzungen 
stammenden Turme gesehen haben, den Hyrtl sich für sein Privat-Museum von der 
Gemeinde erbeten hatte, der ihr seither ein großmütiger Wohltäter geworden ist. 

War nun schon 1. die von uns bewirkte Identitäts-Erklärung für diesen 
Schädel als jenen, den Hyrtl als Mozart-Schädel besaß, eine absolute Notwendigkeit, 
so war es 2. nicht minder von Wichtigkeit, die anatomische Beschreibung des- 
selben zu erhalten, die Hyrtl selbst auszuführen versprach, was aber nicht geschah, 
um den Schädel in alle Zukunft festzustellen, der seit 35 Jahren viel umstritten, noch 
mehr angezweifelt wurde, dessen Geschichte sich völlig zur Legende ausgestaltet hatte 
und über welchen sich u. a. der Münchener Universitäts-Professor und kgl. Akademiker 
Dr. K. G. Schafhäutlin der Stuttgarter „Neuen Musik-Zeitung" (XI., 20. 1888) den Aus- 
spruch leistete: „Die allgemein verbreitete Sage von dem geretteten Schädel Mozarts 
ist eine — Mythe."*) 

Mit der Bitte, diese fachwissenschaftliche Arbeit gütigst übernehmen zu wollen, 
wandten wir uns am 7. Oktober 1905 an den hierorts sowohl als Chirurge wie als Me- 
diziner hochgeachteten praktischen Arzt, Herrn Primär d. R., Dr. Franz Minnich, einem 
aufrichtigen Verehrer Mozarts und einstmaligen Schüler Hyrtls. Wir hatten die Freude, 
damit keine Fehlbitte gestellt zu haben. Die sofort opferwilligst übernommene und gründ- 
lichst durchgeführte Arbeit, zu der wir den Schädel selbst und einige darauf bezügliche 
Zeitungsartikel, so: die Beilage zur Prager „Bohemia" vom 30. Dezember 1879, Nr. 359: 
„Mozarts Schädel" vom Freiherrn von Helfert; die „Neue freie Presse", Feuilleton: 
„Mozarts Schädel ist gefunden", vom 8. Jänner 1892, Nr. 9331,**) von Ludwig August 
Frankl (in den irrtümlichen und ungenauen Angaben von uns korrigiert und nachge- 
hends noch mit eingeholten dort mangelnden historischen Daten ergänzt), und das „Möd- 
linger Protokoll" vom 6. Oktober 1901 — behufs notwendiger Information zur Verfügung 
stellten, war im Manuskript bereits am 15. November vollendet. Wir fühlen uns nun an- 
genehm verpflichtet, hiefür dem geschätzten Verfasser auch an dieser Stelle den wärmsten 
und verbindlichsten Dank im eigenen und im Namen des Mozarteums abzustatten! 

Primär Dr. Minnich äußert sich in der „Einleitung" zu dieser seiner Beschreibung: 

„Ich habe mich dieser Arbeit mit Vergnügen unterzogen und sie, so gut es mir 
möglich war, durchgeführt. Ich habe zunächst den Schädel als Ganzes beschrieben, die 
zufälligen Merkmale, wie es z. B. die Inschriften darauf sind, angegeben, Farbe, Aussehen, 
Dicke der Knochen, die Form und Bildung des Schädels, seine besonderen Eigentüm- 
lichkeiten geschildert und hierauf die einzelnen Knochen möglichst genau, jedoch wieder 
auch nicht allzu kleinlich detailliert beschrieben. 

Sehr ausführlich war ich jedoch mit den Messungen, die ich sowohl am ganzen 
Schädel, wie auch an den einzelnen Teilen in möglichst großer Zahl vornahm. Der 
Zweck dieser Beschreibung ist ja, alles Eigentümliche an dem Schädel festzustellen, 
damit eine Verwechslung, eine Unterschiebung unmöglich ist. Dazu sind aber möglichst 
viele Maßzahlen unentbehrlich. Je zahlreicher die Maße, desto unwahrscheinlicher ist 
eine Uebereinstimmung zweier Schädel in allen. Dieser Zweck ist sicher erreicht 
worden. Eine weitere Aufgabe wäre die Bestimmung des Schädels im anthropologischen 

System. Diese Aufgabe löst sich jedoch leicht aus den gefundenen Tatsachen." 

„Der Schädel ist unvollständig. Es fehlt der Unterkiefer, es fehlt der Schädelgrund. 
Man erkennt, daß der letztere künstlich entfernt wurde und zwar durch einen von fach- 



*) Mag es nun in dieser Sache Jeder nach seinem bestem Wissen und freien Willen halten, wie es 
ihm richtig erscheint. Einzig wahr und merkwürdig gewiß ist bei Mozart, der im Leben zwar erstlich viele 
Lorbeern geerntet, aber zuletzt auf Dornen gebettet war, daß sich nach dessen Tod sofort die „Requiemfrage" in 
halbvergangener Zeit die „ürabesfrage", und in unserer Zeit die „Schädelfrage" anreihte. Manwirdausnahms- 
weise mit Mozart nie fertig! Vor Allem nicht mit seinen verloren gegangenen Tonwerken, selbst sein 
Grab wurde als ein „vertu utliches" erklärt, und sein zu Tage liegender Schädel ,,der beinerne Schrank seines 
unsterblichen Geistes", angezweifelt, wie diese drei Fälle bei keinem der so vielen Musikergrößen, von welchen 
ihn aber in seiner Universalität nicht einer übertraf, vorgekommen waren. König Ludwig I. von Bayern der die 
Büsten zweier Salzburger, des Erzbischofes Paris Lodron und Mozart, in seiner nach Entwürfen des wirklichen 
Geheimrates und Oberhofbauintendanten, Leo Ritter von Klenze (gest. 1853), bei Donaustauf 1830—1841 unweit 
Regensburg erbauten Walhalla, ,,dem Tempelbau für Walhallas Genossen", aufstellte, setzte unter Mozarts 
Büste, die Worte: ,, Keiner steht über ihm!" Da ist es nun wohl zu sagen erlaubt: ,, Mozart ist f^estorben 
um fortzuleben", nur, mit Heine zu sprechen, ,, fragt mich nicht, wie?" — ^ ' 

**) Diese waren es hauptsächlich, welche den Widerspruch und die Zweifel an der Echtheit des Hyrtl- 
schen Mozart-Schädels hervorriefen; sie stimmten in der oberflächlichen, flüchtigen Arbeit Frankls nicht mit 
diesem überein, und konnten es auch nicht im Gegenhalte zu dem, was man an dem in Mödling vor<^ezeigten 
Schädel sah. Und nun erhob sich sofort der leicht begreifliche Verdacht, derselbe sei ein anderer, em unter- 
schobener für den, welchen HyrU besaß, der aber durch das „Mödlinger Protokoll" (Siehe Nr. 74)'vollständia- 
entkräftet wurde. ** 



50 

kundiger Hand ausgeführten Sägeschnitt, der hinter den Wurzeln der Jochbögen be- 
ginnt und rings um die ganze Circumferenz des Schädels lauft, wobei jedoch rechts 
der Schnitt um ein geringes höher reicht als links.*) Dadurch wurde der größere Teil 
der Schläfebeine mit den Felsenbeinen, den Gehörgängen, den Warzenfortsätzen, ferner 
vom Hinterhauptbeine der ganze Basalteil mit dem Hinterhauptloche und nahezu das 
ganze Keilbein (Grundbein) entfernt, so daß von den Schläfebeinen nur die Schuppe 
mit dem Jochbogenfortsatze, vom Hinterhauptbein nur die Schuppe, vom Keilbein nur 
ein Teil der großen Flügel erhalten blieben. Das Siebbein fehlt gleichfalls bis auf 
wenige Zellen. — Von den Gesichtsknochen fehlen außer dem schon erwähnten Unter- 
kiefer noch folgende Knochen: 1. der größere Teil der Gaumenbeine, 2. das Pflug- 
scharbein, 3. die Nasenmuscheln 4. die Tränenbeine. Von den Zähnen fehlen der linke 
Weisheitszahn und teilweise die vier Schneidezähne, welche am Halse abgebrochen 
sind, so daß nur die Wurzeln erhalten blieben. Das Nähere ist zu ersehen in der Be- 
schreibung der einzelnen Knochen." — 

Die Schädelfrage steht aber mit der Grabesfrage in einem so 
nahen Zusammenhange, wie Ursache und Wirkung, und darum müssen 
wir auch der letzteren näher treten, um zu den daraus zu ziehenden 
Schlußfolgerungen gelangen zu können. 

Die Grabesfrage. Mozart wurde am 6. Dezember 1791 nachmittags 3 Uhr von 
seinem Sterbehause aus der Rauhensteingasse, durch die große Schulerstraße nach dem 
St. Stephansdome zur Einsegnung in die nordseitig gelegene Kreuzkapellc gebracht, an der 
sich außen die Kapistrankapelle befindet.**) Nur Süßmaier (Mozarts letzter Schüler), Kapell- 
meister Roser und der Violoncellist Orsler vom Hoftheaterorchester folgten der Bahre 
(Siehe „Monatsschrift", 1857, pag. 446). Bei der Einsegnung waren auch van Swieten und 
Salieri nach der Angabe der „Wiener Morgenpost" (1856, Nr. 28) zugegen gewesen, nicht 
aber Schikander; die Todesnachricht hatte diesen auf das heftigste ergriffen; „erging", wie 
Nissen in seiner „Biographie Mozarts" (Seite 572) erzählt, „umher und schrie laut auf: „Sein 
Geist verfolgt mich allenthalben, er steht immer vor meinen Augen!" Aber auch erstere 
drei kehrten bei dem Stubentor wegen des heftigen Regen- und Schneewetters um. 
Und so traf der Leichenwagen mit dem Sarge über die Landstraße hinaus in vorge- 
rückter Nachmittagsstunde bei schon völlig eingebrochenem Dunkel, von dem Kutscher 
gelenkt, dem der Todten-Meldezettel mitgegeben worden war, auf dem Friedhofe zu St. 
Marx in Simmering ein. (Siehe Nr. 82 „Convoi au Pauvre", — „das Leichenbegängnis des 
Armen"). Da der Totengräber demnach ohne jeden Zeugen war, denn der Kutscher kehrte, 
als er vorschriftsmäßig den Sarg übergeben hatte, auch wieder heimwärts, so hatte der- 
selbe keine Rücksichten zu nehmen, stellte einstweilen aller Wahrscheinlichkeit nach 
den Sarg mit den sterblichen Ueberresten Mozarts über Nacht in die Totenkammer 
und versenkte ihn erst während der folgenden Tageszeit in eines jener Schachtgräber, 
welche damals für die „Aermsten der Armen" bestimmt waren. 

Ein Sohn dieses Totengräbers zu St. Marx, dessen Vater Josef Rothmayer von 
Hyrtl als „Retter des Schädels Mozarts" auf demselben bezeichnet wird, Ludwig Roth- 
mayer, wurde vom Wiener Magistrate am 25. November 1855 vernommen und gab zu 
Protokoll: „Ich wurde im Jahre 1804 am St. Marxer Friedhofe geboren, woselbst mein 
Vater, Josef Rothmayer, Totengräber war, der im Jahre 1809 gestorben ist. Ich verblieb 
daselbst bis zum Jahre 1828, während welcher Zeit mein Stiefvater Löffler Toten- 
gräber war, und kam dann als selbständiger auf den Hundsthurmer Friedhof. Von 
dem Grabe Mozarts habe ich nie Bestimmtes gehört; jedoch kann ich mit Gewißheit 
behaupten, daß das Friedhofkreuz und die Totengräberwohnung nie verändert wurden. 
Die Manipulation mit den allgemeinen (Schacht-) Gräbern war von jeher dieselbe." 

Weil nun derselbe 24 Jahre auf dem St. Marxer Friedhofe lebte, und „von dem 
Grabe Mozarts nichts Bestimmtes gehört hat", so ergibt sich daraus, daß sich um 
dieses niemand gekümmert hatte und darnach auch nicht an Ort und Stelle wenigstens 
noch rechtzeitig, bevor es verfiel und vei^essen war, gefragt wurde. Die von ihm er- 
wähnte unveränderte Manipulation mit den allgemeinen (Schacht-) Gräbern war aber 
bekannt. Es wurden nämlich in jeder dieser Gruben vier Särge nebeneinander gelegt, 
mit Erde überschüttet und so fort bis zur vierten obersten Schichte, so, daß im Ganzen 
in denselben sechzehn Särge zu liegen kamen. Dadurch war esdemTotengräber 

*) Hyrtl klagte in seinem vorletzten Lebensjahre (1892) Schöffel wiederholt (wie dieser weiters im oben 
erwähnten Schreiben noch mitteilte), „daß seine Augen und Hände sich nunmehr untauglich zur Herstellung 
von anatomischen Präparaten erweisen, und so sei ihm, als er den Gehörgang am Mozartschädel, der unge- 
wöhnlich groß (?) gewesen, präparieren wollte, dieses Präparat gänzlich mißlungen." Diesen Versuchen 
fiel leider auch der ganze Unterkiefer zum Opfer, der noch in seines Bruders Jakobs Besitz 
mittelst Draht am Oberkiefer befestigt und ehe er dem Grabe entnommen, schon losgelöst gelegen war. 

**) Auf dieser Kanzel predigte in Wien und anderwärts Johannes Kapistranus (gest. 23. Oktober 1456 
im Kloster zu Illock im Alter von 70 Lebensjahren, seit 1459 als Le?at des päpstlichen Stuhles unter Papst 
Calixtus IV.) gegen die hussitischen Ketzereien und für einen Kreuzzug gegen die Türken. 



51 

ein Leichtes, sich die Stelle zu merken, wo er den Sarg Mozarts ein- 
scharrte. Die Tradition in der aufeinanderfolgenden Reihe der Totengräber bis zu 
jenem, von welchem Jakob Hyrtl nach dem am 6. November 1842 erfolgten Tode seiner 
Mutter, die dort in der 8. Reihe links von oben Nr. 396 begraben lag, mit dem Schädel 
beschenkt wurde, lautet: Mozarts Sarg lag in der vierten obersten Lage, links der erste, 
dem sich bis zur Umgrabung nach 10 Jahren (1801) nur noch drei Särge anschlössen, 
worauf die vorgefundenen Knochen sorgsam zusammengetan, und als die Grube mit 
den neuen Bewohnern ganz vollgefüllt war, auf diese gelegt und wieder eingescharrt zu 
werden pflegten. Mozarts Grab selbst hatte sich der Totengräber zwar in seinem 
Schreibkalender notiert, der ging aber verloren. Das Interesse, welches dieser an 
Mozart nahm, wird dadurch erklärlich, daß er bei seinen Sonntag-Kirchengängen als 
Kind mit seinem Vater die innerhalb des Linienwalles gelegene Kirche besuchte und es 
noch lebhaft in Erinnerung hatte, wie er dort einst den Knaben Mozart eine Messe 
dirigieren sah und diese anhörte.*) Von diesem Tage an pflanzte sich die Hochschätzung 
Mozarts in sein Herz und mit dieser wurde er 33 Jahre später der „Schädelräuber", 
trotzdem es strenge verboten war, sich aus den Gräbern überhaupt etwas anzueignen. 
Der Schädel ging aus diesem Grunde zwar pietätvollst aber im strengsten Geheimnis 
von einem Nachfolger dieses ersten auf den anderen über, bis er an Jakob Hyrtl ge- 
schenkt wurde; denn jeder dieser Totengräber fürchtete sich vor den bestehenden und 
drohenden gesetzlichen Folgen, die den Schädelräuber treffen oder die Seinen in Un- 
gelegenheiten bringen konnten; keiner wollte seinen Vorfahren verraten oder damit auch 
nur dessen Namen in Unehren bringen. Es war demnach lediglich die Furcht, die 
sie alle beharrlich schweigen ließ, umsomehr, als sie noch überdies unter- 
einander in Blutsverwandtschaft standen. 

Auch obige protokollarische Aussage Ludwig Rothmayers, „er habe von dem 
Grabe Mozarts nie Bestimmtes gehört", dürfte, von diesem Gesichtspunkte aus be- 
urteilt, nichts anderes gewesen sein, als eine „vorsichtige" Aeußerung, die noch damals 
(1855) im Banne des zu bewahrenden Geheimnisses stand, das er zu enthüllen sich 
scheute. 

Der Name des lange Zeit ungenannt gebliebenen Totengräbers, und wenn dieser auch 
dem Jakob Hyrtl bekanntgegeben worden wäre, ist für die Tatsache, daß er den Mozart 
Schädel wirklich besaß, völlig belanglos. Er fand sich übrigens auch nicht vor in den 
bezüglichen amtlichen Aufzeichnungen und nach privaten eingezogenen Erkundigungen 
— wie Freiherr von Helfert in der oben genannten Nummer der „Bohemia" berichtet. 
Es konnte diesbezüglich nichts erfahren werden vom Totengräberamte bei St. Marx, 
vom Pfarramte am Rennweg (wohin der Friedhof gehört), von den noch lebenden und 
auf anderen Friedhöfen angestellten Verwandten, vom Wiener Stadt-Archiv, vom Toten- 
beschauamt des Wiener Magistrates, vom Kirchenmeisteramt bei St. Stephan, vom f. e. 
Konsistorium zu Wien. Vor dem Jahre 1800 wurden über die Totengräber, ihre An- 
stellung, ihr Ableben u. s. w. zu St, Marx in den Büchern keine Eintragungen gemacht, 
im und vom vorgenannten Jahre ab jedoch finden sich als solche verzeichnet: 1800 
Simon Preischl (seit wann? nicht bekannt); 1802 Josef Rothmayer sen., vielleicht vorher 
Adjunkt des Vorgenannten, gest. 1809**); 1810 (durch Heirat mit Rothmayers Witwe) 
Josef Löffler; 1828 Johann Radschopf (seine Tochter heiratete den Sebastian Braun 
sen.), f 1873. Im Jahre 1850 legte Radschopf seine Stelle zugunsten seines Enkels, Franz 
Braun jun. nieder. Dieser war geboren 1782 und starb am 1. September 1855 in Sim- 
mering in seinem eigenen Hause, sein Großvater Radschopf am 14. Mai 1858, im dritten 
Jahre nach ihm. 

Aus dieser lückenlosen Reihe der St. Marxer Totengräber ergibt sich zwanglos 
für Jene, welche Frankls und Helferts Publikationen gelesen haben, das sehr Wahr- 
scheinliche, 1. daß sich in der Erinnerung Jakob Hyrtls die dort vorkommenden Ver- 
wandtschaftsgrade des erzählenden Totengräbers: Vater, Großvater u. s. w. vermengt 
haben; 2. daß der Totengräber Johann Radschopf (gest. 1858) nach den erhobenen 
Zeitdaten gewiß ein sehr hohes Alter erreicht hatte, und daher immerhin 1791 ein von 
Liebe und Verehrung Mozarts und der Musik erfüllter Knabe gewesen sei, endlich 3. 
daß der Totengräber, mit dem Jakob Hyrtl auf dem Friedhofe 1842 in Berührung und 
im freundschaftlichen Verkehre stand, nur der Franz Braun jun. (das Enkelkind des 
Radschopfs) sein konnte, der ihm nicht sein eigenes Erlebnis, auch nicht das seines 
Vaters, sondern jenes seines Großvaters anvertraute, da dieser im Hause und im Berufe 
des Letzteren sicher mit den Friedhof-Erlebnissen auf St. Marx sehr genau vertraut war. 



*) Es war dies am 7. Dezember 1768 in Anwesenheit des kaiserlichen Hofes auf der Landstraße zur 
Einweihung des neuen Waisenhauses, wo heute die Artilleriekaserne steht, und die Messe selbst (siehe Köchel 
Verz. Nr. 49), vom 12jährigen Mozart komponirt. (Wiener Diarium 1768, 10. Christmon. Nr. 99.) 

**) Dieser Todesfall beweist, daß die Witwe Constanze Mozart wirklich erst im Jahre 1810 nach 
St. Marx kam, um das Grab ihres Gatten aufzusuchen (siehe Nr. 15), als der Totengräber „kurz vor- 
her (1809) gestorben war" und jener, den sie antraf (Josef Löffler), erklärte, ,, er wisse die Grabesstelle nicht!" 



lieber das Grab, wie über den Schädel, wurde viel, sehr viel geschrieben,*) und 
hatte doch die Sterbestadt Wien insbesondere das größte Interesse daran, daß nament- 
lich die ältere Frage, jene nach Mozarts letzter Ruhestätte, endlich zur befriedigenden 
Lösung käme. 

Die Grabesfrage beschäftigte aber erst ernstlich 50 Jahre später mehrere Grabsucher. 

In der „Allgemeinen Musikzeitung" (Wien 1841, Nr. 144), veröffentlichte, um nur 
einlege zu nennen, August Schmidt eine Erwiderung auf die von Johann Ritter von 
Lucam aufgeworfene Frage: „Wo ruhen Mozarts sterbliche Ueberreste?" und in der 
Neuen Wiener Musikzeitung" (IV. Jahrgang, 1855, Nr. 48 und 50), Franz Glöggl einen 
Aufsatz „In Betreff der Grabstätte Mozarts" ; die „Wiener Ostdeutsche Post" brachte 
1855 (Nr. 289) einen solchen „In Angelegenheiten der Mozart'schen Grabstätte", in 
welchem alle bisher herrschenden Ansichten zusammengefaßt waren, „von der man 
zur Zeit nicht einmal mit Bestimmtheit angeben kann, ob sie auf dem St. Marxer oder 
dem — Matzleinsdorfer Friedhofe (!) sich befinde"; Joh. Ritter von Lucam schrieb 
ein Büchlein: „Die Grabesfrage Mozarts", nach brieflichen Originalurkunden der Witwe (!) 
selbst (Wien 1856 bei Hirschfeld, mit beigegebenem Porträt Mozarts nach Posch's Relief 
I, pag. 27, Nr. 46 und der Grabesabbildung) u. s. w. 

Der Streit über das gesuchte Grab artete schließlich, genau so wie seinerzeit 
über das „Requiem", in gegenseitige persönliche Empfindlichkeiten aus, welche der 
verletzten Eitelkeit entsprangen und der guten Sache, die dadurch immer mehr ver- 
wirrter wurde, und der Klarstellung mehr schadeten als nützten. Dieser Streit erzeugte 
völlig unlösbare Widersprüche auch durch die aufgerufenen Zeugen, die verschieden 

Heute, scheint uns, ist unter allen, welchen aus Mozarts Zeit ein verläßliches 
Gedächtnis zugemutet werden kann, als glaubwürdigste Kronzeugin für die richtige 
Grabstätte Mozarts, die Mutter des 1801 gebornen Sohnes C. Frdr. Hirsch anzuführen, 
deren Ausspruch wir pag. 15 mitteilten, und der lautete: „nach ihren bestimmten Er- 
innerungen zufolge stand das Grabdenkmal Mozarts (welches die Kommune Wiens er- 
richtete) an der richtigen Stelle." Wir behaupten dies aus folgenden Gründen: Frau 
Anna Hirsch, das jüngste von 15 Kindern des berühmten Kontrapunktisten J. G. Albrechts- 
berger,**) war verheiratet mit C. Hirsch, dem Kartographen und Professor der Kalli- 
graphie an der Wiener Universität. Mozart, mit Albrechtsberger auf das innigste 
befreundet und den er hoch schätzte, beauftragte noch in der Sterbenacht seine Frau Con- 
stanze seinen Tod geheim zu halten, bis sie nicht vor Tag Albrechtsberger benach- 
richtigt hätte; denn diesem gehöre der Dienst als Kapellmeister in dem St, Stephans- 
Dom vor Gott und der Welt!" — Zur Erklärung dieses letzten Auftrages diene: Mozart 
hatte sich bereits anfangs Mai 1791 (siehe Nohls „Mozart Briefe" Nr. 272, pag. 452— 
453) um die unentgeltliche Adjunktur dortselbst an der Seite des erkrankten alten 
Kapellmeisters, Leopold Hofmann, beworben, um zu einer festen Stellung zu gelangen, 
die er auch am 9. Mai vom Wiener Magistrate bewilliget erhielt. — Hofmann über- 
lebte aber seinen Adjunkten, wonach Albrechtsberger die ihm von Mozart gewünschte, 
durch ihn freigewordene Adjunktur schon am 12. Dezember bekam und des im Jahre 
1792 verstorbenen Hofmanns Nachfolger als Domkapellmeister zu St. Stephan wurde. 
Das mußte Alles der Familie Albrechtsberger bekannt sein. Es kann daher nicht Wunder 
nehmen daß diese Tochter dem seit Jahren und noch zuletzt so wohlgesinnten Freunde 
ihres Vaters stets ein dankbares Gedenken bis über das Grab hinaus bewahrte, daß 
-sie sich zum Grabe des Wohltäter?, nicht nur des Vaters sondern auch der Familie, durch 
dieses Gefühl hingezogen fühlte, und von dort weg jedesmal einen so tiefen Eindruck 
mit nach Hause nahm, daß ihr Mozarts Grab bis in das hohe Alter stets in Erinnerung 
bleiben mußte in alter Treue für ihn, dem Verblichenen und — Vergessenen ! — Sie 
konnte also mit vollem Rechte und aus wahrer Ueberzeugung auf dieses Grab mit 
ihrem Ausspruche hinweisen. Warum gab sie aber nicht früher Zeugnis dafür? Darauf 
hier die Antwort: Als die Grabesfrage aktuell wurde, da war sie jedenfalls schon hoch- 
betagt vielleicht auch nicht mehr am Leben; ihr Sohn wird kaum gefragt worden sein 
und war auch schon 80 Jahre alt, als ihn Dr. Frimmel 1831 aufsuchte, der seine „Neuen 
Beethoviana" erst sieben Jahre später in Druck gab, worin er diese Aeußerung von dessen 
Mutter dem Sohne gegenüber, aufnahm, und woraus diese zum erstenmale erfahren wurde. 

~ *\ Ueber Ersteres zuerst in dem Journale „Vaterländische Blätter", Wien 1808, pag. 211 und 252, 

vprmntlich von Abbe Stadler. Siehe außerdem die Literatur hierüber in Konstantin v. Wurzbachs ,,Mozart- 
hnrh'' fWi»n 1803 hz\ Wallishauser, pag. 148-150); über Letzteren zuerst im „Wiener Fremdenblatt' und 
H;,raim abgedruckt in der „Salzburger Zeitung" am 27. Oktober 1875 (Nr. 244) unter „Vermischtes", und 
weiters in den Jahren 1890, 1891, 1892, 1901 und 1902. 

**) Geboren 3 Februar 1736 zu Klosterneuburg, verheiratet seit 31. August 1768, gestorben 7. März 
iqoQ war er der Lehrer von nicht minder berühmt gewordenen Meistern der Tonkunst, eines Ludwig van 
Beethoven Jos-f Eybler, Johann Gänsbacher, Joh. Nep. Hummel, Josef Preindl, Ignaz Ritter von Seyfried, 
Josei Tiietiensee, Mich. Umlauf, Josef Weigl u. s. w. 



53 

Uebrigens erinnert das ganze Gebaren der seinerzeitigen Grabessucher zudem 
fast an die bekannte Erzählung von dem alten Mütterchen, das aufgeregt ihre Brille 
sucht, bis sie diese endlich auf der — eigenen Nase entdeckte. Wenn man in Betracht 
zieht, daß lange vorher, 1844 schon, Marie Hasselt-Barth das Grab Mozarts (und sie 
wird hiefür ihre Gründe gehabt haben) mit ihrem Gedenksteine bezeichnete, so ist es 
geradezu wunderlich, daß man wieder nach einem Dezennium darnachsuchte, daß man 
das Bestehende ignorierte, und es durchaus in nächster Nähe, ja sogar in weiter Ferne 
am — Matzleinsdorfer Friedhof, daher überall eher entdecken, als dort sehen wollte, 
— wo es stand ! 

Anna Hirsch hat mit diesem ihren leiderzu spät veröffentlichten 
Ausspruche die Annahme der Marie Hasselt-Barth nur bestätiget, und 
das Grab Mozarts ist nirgends anders, als wo es die Kommune Wiens 
wieder 15 Jahre später mitHans Gassers schönem Denkmale schmückte: 
im Friedhofe zu St. Marx! 

Lebhaft zu bedauern ist nur, trotz der Ehre, die damit Mozart widerfahren ist, 
daß dieses Grabdenkmal vor einem Vierteljahrhundert auf den Zentralfriedhof für sein 
dortiges „Ehrengrab" überführt wurde. Der Grabhügel war seither schon verfallen und 
von Unkraut ganz überwuchert und daher in Gefahr, nun wirklich und für immer verloren 
zu gehen, wenn laut Bericht „Zum Sterbetage Mozarts" im „Deutschen Volksblalt" (Wien, 
vom 6. Dezember 1902, Nr. 5001, mit der Abbildung des jetzigen Zustandes) dessen 
sich nicht in pietätvoller Weise zwei Herren angenommen hätten, dieses historische 
Grab dauernd der Stadt Wien zu erhalten. Es waren dies: der dermalige Friedhofver- 
walter, Alois Kugle r und Dr. Alfred Schnerich, Skriptor an der k. k. Uni- 
versitäts-Bibliothek und bestens bekannter Kirchenmusikschriftsteller. Der Erstere fand 
bei seinem Dienstantritte das Grab in einem ganz trostlosen Zustande; erließ, nachdem 
er sich sofort der Pflege desselben angenommen hatte, zuletzt vor sieben Jahren auf seine 
Kosten eine trauernde Engelsfigur aus Sandstein an demselben aufstellen, die sich auf 
einen weißen Marmorstein stützt, auf welchem in schwarzen Buchstaben die Inschrift 
„W. A. Mozart 1756—1791 eingegraben ist. Letzterer besorgte gleichzeitig in der Nähe 
des Grabes eine Wegweisertafel, an der zu lesen ist „Zum Mozart Grab", welches Grab 
überdies zur Sommerszeit stets mit frischen Blumen bewachsen ist, und bei dem sich 
auch jährlich zahlreiche Mozartverehrer einfinden. 

Beide Herren haben sich damit um Mozart sehr verdient gemacht und können 
des größten Dankes stets versichert sein! 

Aus den bisher dargestellten Tatsachen ergibt sich, daß der Hyrtl'sche Mozart- 
Schädel keine bloße Sage, weder eine Legende, noch eine Mythe, aber auch keine 
Täuschung ist und zu sein braucht, wie ein augenscheinlich wenig hierüber unterrichteter 
Herr sich neuestens in seinem Vortrage über Mozart bei einer hierorts privat veran- 
stalteten Mozartfeier am 25. März 190Ö im Saale zu St. Peter sich zu äußern beliebte, 
sondern daß die Schädelfrage der Lösbarkeit zugeführt werden kann dadurch, daß es, 
wie nachgewiesen wurde, dem Totengräber auf St. Marx ja immerhin möglich war, sich 
den Schädel aus der Schachtgrube anzueignen. Geleugnet wird dies trotzdem noch 
werden von Jenen, dre sich durchaus diesen Tatsachen gegenüber skeptisch verschließen 
und sich auf diesem Standpunkte der ungetrübten Freude nicht hingeben wollen, eine 
solche kostbare Reliquie gerettet zu wissen. Im Hintergrunde dieser Anschauung steht 
das Mißtrauen gegen die Person des Hofrates Hyrtl. Das ändert aber an der Sachlage 
nichts. Letzterer ist in der Geschichte des Mozart Schädels nicht die Hauptperson, 
sondern sein Bruder, und Josef Hyrtl kommt erst in zweiter Linie in Betracht, als 
Wiedererzähler dessen, was er darüber von diesem seinen Bruder erfahren hat. Dieses 
Erzählte erhält nur eine Trübung durch die spätere journalistische Ausschmückung, die 
ihr zu Teil wurde, die nebenher ging. Dessen entkleidet, verschwindet das romantische 
Beiwerk, es vollzieht sich die Rettung des Schädels ganz natürlich, und ist daher auch 
glaubwürdig. 

Ueber Jakob Hyrtl wird in allen Schilderungen seiner Person übereinstimmend 
berichtet. Wir verweisen dieserhalb auf Dr. Konstantin von Wurzbachs „Biographisches 
Lexikon" (IX. Teil, 1863, pag. 463), auf Ludwig August Frankls „Feuilleton" vom 8. Jänner 
und Anton Conrads Mitteilungen, zwei Tage später; beide sind enthalten in der „Neuen 
freien Presse" 1892. Conrad, ein alter Wiener, in Währing lebend, war als junger 
Mann längere Zeit in der Leopoldstädter „Meiergasse", dem letzten Hause von der Jäger- 
zeile aus, ein Nachbar, nebenan den von Jakob Hyrtl als Junggeselle allein bewohnten 
Räumen, bestehend nur aus einem Zimmer und Küche, die er selbst mit einem großen 
Kehrbesen zu fegen pflegte, oder oft auch nicht. Es war darin viel Kram und Gerumpel auf- 
gestapelt, und in der Küche wurde, so lange Hyrtl dort wohnte, niemals gekocht. Dinge, 
auf die er besonderen Wert legte, hatten ihren Platz auf dem Tische und der Kommode. 
Oft zeigte er seinem Besucher ein und das andere Stück seiner eigenen Kupferstecher- 



54 

arbeiten. „Dabei kam ihm einmal ein Päci<chen in die Hand", so erzählt Conrad, „das in 
vergilbtes und verfettetes Papier eingeschlagen und mit mittelstarkem, grauen Spagat um- 
schnürt war, welches er mit einer gewissen Ehrfurcht und Andacht küßte und dann 
wieder auf seinen früheren Platz zurücklegte, während mich eine Scheu vor der feier- 
lichen Stimmung des Sonderlings abhielt, ihn nach dem Inhalt des Päckchens zu fragen. 
Hyrtl nahm hierauf sein Cello zur Hand, auf derh er Virtuose war, und spielte einige 
Takte aus Mozarts „Zauberflöte", die ich gleich erkannte und mit einem freudigen „Ah!"^ 
begrüßte. „Sie kennen Mozart?" fragte Hyrtl. — „Ich verehre ihn", war meine Antwort. 

— Da streckte er mir seine Hand entgegen und sagte: „Dann sind sie ganz mein Mann 
und lieber Nachbar". Durch das Feuilleton L. A. Frankls habe ich nun nach vielen 
Jahren erfahren, daß in dem Päckchen Mozarts Schädel enthalten war". 

Jakob Hyrtl lebte seit seinem zweiten Lebensjahre in Wien. In seiner Berufskunst 
bei Professor Fischer ausgebildet, wollte er nur künstlerisch Vollendetes an die Oeffent- 
lichkeit gelangen lassen. Er fertigte eine große Anzahl Radierungen nach Zeichnungen 
und Oelgemälden vom Jahre 1817 ab, und lebte sparsamer als er mußte. Nichtsdesto- 
weniger hinterließ er ein nicht unansehnliches Vermögen. Manchem armen Kunstge- 
nossen war er ein edler, wenn auch wortkarger Helfer in der Not. Bedürfnisse hatte er 
wenige, weder für seine Wohnung, noch für Kleidung und Nahrung. Die Einsamkeit 
liebte er und lebte nur sich und seiner strengen Gedankenarbeit, die man ihm von 
seinem Gesichte absehen konnte. Als seine Mutter am 6. November 1842 gestorben war,. 

— der Vater starb am 15. April 1852 — , besuchte er täglich den Friedhof zu St. Marx, 
(wo sie den langen breiten Gang der Mitte entlang zur 8. Reihe, links von oben Nr. 396 
begraben lag)'. Kein Wetter hielt ihn davon ab, im Sommer und im Winter nicht. Dort 
wurde er dem Totengräber endlich eine auffallende Erscheinung. Anfangs ließ er ihn 
an sich vorübergehen, endlich nach einem Jahre fing er an, ihn zu grüßen, erst stumm, 
dann mit einem flüchtigen Gruß, bis er ihn einmal fragte, „Wen betrauern sie hier?" 
Er sagte ihm: „Die Mutter". So wurde die gegenseitige Bekanntschaft gemacht, die 
schließlich in Freundschaft mit gepflogenen intimen Erzählungen überging, und er von 
seinem neuen Freunde Mozarts Schädel erhielt. Der Besitz aber fing ihn im Laufe der 
Jahre an ängstlich zu machen und er teilte endlich seinem Bruder Josef alles mit, was 
er darüber zu erzählen hatte, ja, er gab ihm sogar schließlich einmal den Schädel selbst 
zur Aufbewahrung, als er einige Jahre vor dem Ende seines Lebens mit Todesahnungen 
erfüllt wurde, nahm ihn aber wieder an sich, als sich diese nicht erfüllten. Bei seinem 
integeren Charakter, den alle anerkannten, die mit ihm ab und zu in Verkehr kamen,, 
ist jede Unwahrheit seinerseits ausgeschlossen. Ihn drückte nur das Bewußtsein, den 
Schädel zu besitzen, von dem er sich aber wieder nicht trennen wollte, und der Ge- 
danke, daß er der Mitwisser des Geheimnisses des Totengräbers war, mit dem er sich 
in gleicher Schuld aus Ursache des unerlaubten Besitzes fühlte bis zu seinem letzten 
Athemzuge. 

Auf dieses peinliche, ihn immer wieder ängstigende Gefühl, sind seine ruhelosen 
Wanderungen zu seinem Bruder, die er in letzter Zeit unternahm, und ebenso seine ver- 
deckten, vorsichtigen Anfragen und Erkundigungen bei Anderen zurückzuführen, „ob even- 
tuell den Besitzer dessen, was etwa einem Grabe entnommen wurde, die Strenge des Ge- 
setzes treffen könne?" Erfrägtbei dem Wiener Magistrate an, und kehrt, von dem dort schroff 
ausgesprochenen Bescheide, verstört in seine Wohnung zurück. Bei Freiherrn von Helfert 
erscheint im Bureau im November 1865 Andreas Schubert, der jüngste Bruder des Lieder- 
fürsten Franz, zu jener Zeit Rechnungs-Offizial bei der k. k. Kredit-Hofbuchhaltung, und 
klagt ihm, „daß er schon lang etwas auf dem Herzen habe. Der Schädel Mozarts be- 
finde sich in den Händen des Kupferstechers Hyrtl und es sei dringend geboten, dafür 
Sorge zu tragen, daß diese teure Reliquie gerettet und vielleicht von der Gesellschaft 
der Musikfreunde (in deren Präsidium Helfert damals war) in bleibende Aufbewahrung 
ge.iommen werde." Dieser hatte die Existenz und die Geschichte des Schädels wieder 
von Jakob Hyrtl mitgeteilt erhalten, genau in derselben und bekannten Weise, nur daß er 
jetzt auch den Namen des Totengräbers Franz Braun nannte, der ihm den Schädel gab. 
So lange Braun am Leben war, hielt Hyrtl gewissenhaft das ihm auferlegte Stillschweigen 
ein, und auch nach dessen Tode (1855) machte er nur die wenigen Genannten zu Mit- 
wissern seines Geheimnisses. Wiederholt äußerte er zu diesen: „Die Residenzler wußten 
Mozart nicht zu schätzen und würden den Schädel heute noch mit Gleichmut be- 
trachten; er behalte ihn daher bei sich, als sein Schätzer;" dann wieder, „er habe ihn 
in die Donau geworfen", und als er im Herbste (^September oder Oktober) 1866 einmal 
zu Helfert, nunmehr in dessen ämtlicher Eigenschaft als Präsident der k. k. Zentral-Kom- 
mission für Baudenkmale kam, der die Sprache selbst auf die Reliquie brachte, da sagte der 
alte Mann von markigen Gesichtszügen, mit herabgestimmtem Tone: „Ach, mein Gottl 
Dieser ist schon mehrere Wochen nicht in meinen Händen. Es hat mir keine Ruhe gelassen 
und so habe ich den Schädel zuletzt zusammengepackt und auf den Friedhof hinausgetragen. 



55. 

damit er wieder in geweihte Erde komme." — Den Friedhof und die Stelle jedoch, wo er 
neuerdings eingegraben wurde, konnte (d. h. wollte) er ihm nicht angeben. — Leicht 
begreiflich! Er tat weder das eine noch das andere und behielt ihn eben 
bei sich! Als er dann gestorben war, fand sein Bruder Josef den Schädel in der 
Wohnung genau so verwahrt, wie dies Conrad beschrieben, und er ihn umschnürt vor 
vielen Jahren mit eigenen Augen wiederholt gesehen hatte. 

Von diesem Funde war auch, gleichzeitig mit der Nachricht von Jakob Hyrtls 
Tod, in den Wiener Blättern zu lesen, welche meldeten, „man fand in seinem Nachlasse 
neben Radierungen, Platten, Zeichnungen, wunderlichen Hausrat aller Art und einer 
vollständigen Sammlung aller in Wien seit einem Jahrhundert gedruckten Theaterzettel 
in einem Winkel der Wohnstube unter alten Papieren und zerfetzten Tüchern auch 
Mozarts Schädel vor — mitgeteilt im „Feuilleton" von L. A. Frankl.*) 

Von Hofrat Josef Hyrtls mündlichen und schriftlichen Aeußerungen über den nun- 
mehr in seinem Besitze befindlichen Mozart-Schädel hingegen, sind namentlich und zwei- 
fellos zu verzeichnen: 1. er erzählt seinem ehemaligen Studiengenossen L. A. Frankl 
am 31. Oktober 1868, noch im Sterbejahre seines Bruders Jakob, gelegentlich der Ent- 
hüllung von Professor Ludwig Türks (gest. 25. Februar 1868, nicht Würths) Büste 
im großen Hofe des allgemeinen Krankenhauses und 2. gleich darauf wieder, am 8. No- 
vember desselben Jahres anläßlich einer Feier in der Peterskirche, von diesem Schädel. 
Einer an Frankl ergangenen Einladung folgend, l^esucht ihn dieser in dessen Wohnung 
in der Währingerstraße und Hyrtl zeigt ihm nicht nur den Schädel, sondern gibt ihm auch 
3. die erbetene Erlaubnis, das, was ihm dieser über die „Auferstehung des Mozarthauptes" 
(gleichlautend mit der Erzählung Jakob Hyrtls) „erzählte, niederschreiben und das ihm 
anvertraute Geheimnis im geeigneten Momente veröffentlichen zu dürfen". Bald nach 
der Niederschrift begab sich Frankl zu Hyrtl, um ihm dieselbe Frage vorzulegen, und 
außerdem „ob er das von ihm Erzählte sich richtig gemerkt und möglichst worttreu nieder- 
geschrieben habe?" Dieser fügt 4. Frankls Manuskripte unter Tränen die Worte bei 
„Mit Rührung und Freude gelesen. 22. November 1868. Hyrtl". — Was er daran be- 
richtigte, wie Frankl angibt, die „Zähne betreffend", ist unrichtig.**) Laut Krolls Mit- 
teilung im „Monthly Musical Record", die er in Wien aus der nächsten Umgebung Hyrtls 
erhielt, enthält Frankls Bericht im Allgemeinen gesprochen, „nur einige Unrichtigkeiten". 
5. Hyrtl erzählte wie vorher. Gleiches dem Maler Gustav Gaul (geb. 6. Februar 1836, 
ein Schüler Pechts im Jahre 1851, gest. 7. September 1884 in der Hinterbrühl), als 
derselbe im Auftrage des Ministeriums für Kultus und Unterricht 1875 sein Bildnis malte. 
Gaul hat Hyrtls Erzählung in seinen sorgfältig geschriebenen Tagebüchern aufbewahrt. 
Der Schriftsteller Regel, der mit der Veröffentlichung der Memoiren desselben nach 
dessen Tod betraut wurde, veröffentlichte diese wieder im „Neuen Wiener Tagblatl" 
am 14. Dezember 1890, Nr. 341, unter „Wiener Tagesbericht" genau so, wie er sie von 
Gaul aufgeschrieben vorfand. 6. Als wir dem Hofrate Hyrtl unsere eigenen Beiträge zur 
Geschichte des Schädels Mozarts: „Abermals W. A. Mozarts Schädei", in vier am 12. 
bis 15. Jänner 1892 im „Salzburger Volksblatt" abgedruckten Artikeln zusendeten, worin 
Alles kurz zusammengefaßt, was bisher darüber bekannt geworden war, darin auch 
Frankls „Feuilleton" mit Zeitdaten ergänzten, und die offenbaren Unrichtigkeiten lichtig 
stellten, erhielten wir aus Perchtoldsdorf unterm 21. Jänner 1892 ein herzliches Dank- 
schreiben — „da ich fast blind bin, schreibt eine fremde Hand", eigenhändig gezeichnet 
aber mit „Hyrtl". — 7. Bestätigte Hyrtl die Mitteilungen im „Monthly Musical Record" vom 
1. September 1892, und wollen wir hiezu nur noch bemerken, daß die Jahreszahl unter 
dieser Erklärung und dem Wortlaute des Vermächtnisses an die Stadt Salzburg, mit 
„1891" einfach verschrieben ist; sie sollte 1892 lauten; denn was Hyrtl am 30. November 
1892 gedruckt gelesen, das konnte er doch ein Jahr vorher (1891) nicht bestätigen l 
— Gewissermaßen gehört endlich noch hieher 8. die öffentliche Erklärung der Frau 
Hofrätin, Auguste Hyrtl (geborne von Gaffron, gest. 18. November 1901), im „Wiener 
Tagblalt" vom 18. Jänner 1891, da anzunehmen ist, daß sie von allem dem Vorerwähnten 



*) „Eine vollständige Sammlung aller seit einem Jahrhundert in Wien gedruckten Theaterzettel", 
zählt wohl doch auch zu jenen phantasievollen Uebertreibungen des Dichters Frankl, deren er sich solche 
mehrere zu Schuldea kommen- ließ unl die uns Anlaß geben mußten, darauf bereits auf pag. 49 und in der 
Note unten hinzuweisen. 

**) Was speziell die Zähne betrifft, so äussert sich Primär Dr. Minnich in dem „Schlußresultate" seiner 
Schädelbeschreibung: „Frankl spricht von sieben Zähnen, die im Überkiefer vorhanden waren. Der Schädel zeigt 
aber dort elf vollständige Zähne und zwar rechtsseitig den Weisheitszahn, 2 Mahlzähne, 2 Backenzähne und 
den Eckzahn, links 2 Mahlzähne, 2 Backenzähne und den Eckzahn. Die Schneidezähne sind nun sicher nicht 
ausgefallen, sie sind nur abgebrochen, ihre Wurzeln stecken noch sämtlich in den Alveolen. Daß Hyrtl selbst 
solche Unrichtigkeiten passieren ließ, mag man wohl aus seiner Aufregung erklären. Alle diese und andere 
scheinbaren Widersprüche, besser gesagt, alle diese Unrichtigkeiten erklären sich aus einer gewissen Flüch- 
tigkeit der Beobachtung, aus mangelhafter Beobachtungsgabe Frankls, die ja durchaus begreiflich ist". — Das 
ist jedoch, wie man meinen sollte, bei einem A-lanne, der selbst Med. Dr. war, mehr als bedauerlich, ja es 
ist geradezu unverantwortlich und ihn selbst als Mann der Wissenschaft bloßstellend ! 



56 

unterrichtet war, womit sie die schiießliche Frage Frankls — „Wem wird derselbe 
(der Schädel Mozarts) dereinst vererbt werden?" wie folgt beantwortete: „Es ist ge- 
wiß, daß der meinem Manne von seinem Bruder geschenkte (!) Mozartschädel sich in 
seinem Besitze befindet, doch ist er bereits der Stadt Salzburg vermacht". — Das hin- 
derte sie jedoch nicht, den Schädel nachgehends in das Eigentum des Dr. H. zu ver- 
sprechen, nachdem ihr Mann gestorben, welche Absicht übrigens nicht mehr auszu- 
führen mö-glich war, seit das schriftliche und durch die eigenhändige Schrift Hyrtls 
rechtsgiltige Vermächtnis sich tatsächlich vorgefunden hatte. 

Unsere Schlußfolgerungen nach dem allen Gesagten und authentisch Dargestellten, 
lauten demnach in aller Kürze 1. Mozarts Schädel konnte im Besitze Jakob Hyrtls 
sein, und er war es; 2. von ihm überkam ihn Josef Hyrtl aus dessen Nachlasse; 3. der- 
selbe befindet sich im Mozart-Museum und 4. es ist derselbe, den beide Brüder im 
Leben besaßen, und wie er am 27. Juni 1901 von Hugo Schöppl in Mödling photogra- 
phiert, in „B.ihne und Welt" (Wien, I. Heft vom 1. Oktober 1901, Seite 25) in der Vorder- 
und Seitenansicht abgebildet ist. Damit stimmen auch die Befunde des Primars Dr. 
Minaich überein, der ausdrücklich erklärt, „der Schädel kann aber nicht länger als 10 Jahre 
beerdigt gewesen sein, weil an ihm noch Reste bindegewebiger Membranen wahrnehm- 
bar sind, welche bei längerem Liegen im Grabe sicher der Verwesung anheimgefallen 
sein würden". . . . Und an einer früheren Stelle: „Interessant ist, daß man bei ge- 
nauer Besichtigung an einzelnen Stellen, namentlich der Näte, sowie an einzelnen Gefäß- 
und Nervenlöchern noch Reste von faserigem Gewebe in Form fest anhaftender, kleiner 
vorstehender, schwarzbrauner Partikeln findet, die sich, wie die mikroskopische und 
chemische Untersuchung ergibt, als Bindegewebs-Reste der sehnigen Kopfhaube oder 
von Gefäßen erweisen. Sie sind fest mit der Unterlage verfilzt". Und weiters: „Auch die 
Brüche an den Schneidezähnen können im Grabe durch das Gewicht der stürzenden 
Erde entstanden sein, freilich nur teilweise, da ich am Schlüsse zu erklären versuchen 
werde, wie die zweierlei gefärbten Bruchflächen auf verschiedene Entstehungsarten der 
Brüche schließen lassei:." .... Dann wieder: „Sämtliche Nähte sind deutlich am 
Schädel sichtbar und dunkler, alle Nähte sind bereits knöchern verschmolzen, jedoch 
keineswegs verstrichen. Daraus kann das Alter des Schädels zwischen 30 und 40 Jahren 
angenommen werden; jedenfalls ist derselbe nicht unter 25 und nicht über 40 Jahre alt. 
(Vollendung des Wachstums und Beginn der Evolution.)" — Mozart stand aber bekannt- 
lich bei seinem Tode im 36. Lebensalter, es fehlten ihm nur 1 Monat und 22 Tage auf 
das vollendete 36. Lebensjahr! — 

Wir schließen und wünschen mit diesen Ausführungen das letzte Wort in Sachen 
des Mozart-Schädels gesprochen zu haben, und erklären uns zugleich hiefür wie in 
allen von uns bisher publizierten „IVlozartiana", die sämtlich als Eigenforschungen auf 
glaubwürdig befundene Quellen beruhen, ausschließlich und persönlich verantwortlich, 
um damit etwaigen Mißverständnissen im Vorhinein vorzubeugen, wenn wir hiemit end- 
lich und schließlich, gestützt auf das Vorgebrachte erklären : wir halten den Schädel 
weder für unecht, noch unterschoben, sondern für echt! 

Geschrieben zur „150. Jahresfeier der Geburt W. A. Mozarts" des größten Sohnes 
Salzburgs, im Jahre 1906. 

72. Autograph des Karl Mozart. Ein Querblatt: „Dem freundlichen 
Andenken des liebenswürdigen Fräuleins Rosa Neuhofer empfiehlt sich deren 
Achtungsvoll Ergebener Karl Mozart, Salzburg, 20. September (1)856". 

Dieses Blatt mit 6 Schriftzeilen führt auf das Mozart-Säkularfest, abgehalten am 
6.-9. September 1856 — vor 50 Jahren! — zurück. Wie zur Denkmal-Enthüllung (am 
5. September 1342) mit sei.iem jüngeren Bruder Wolfgang, zwei Jahre vor des Letzteren 
Tod, so kam Karl Mozart auch zu diesem Feste aus Mailand hieher. Er besuchte 
während seines Aufenthaltes wiederholt die ihm seit seinem ersten Hiersein befreundete 
Familie des Rechtsgeprüften Magistratsrates, späteren k. k. Notars, Thomas Neuhofer 
(geb. 1803, gest. 1868 und begraben in der Weiser'schen Arkadengruft Nr. XXII auf dem 
St. Peterfriedhofe) in deren Stadthaus am Marktplatze Nr. 21 (heute Ludwig Viktorplatz 
Nr. 3) und in dem Landhause „Weiserhof", vor dem ein Weiher lag. und unfern von 
der Villa des Joh. Bapt. Ritter von Finetti Nr. 12 „auf der Moospeunt" (seit 30. Juli 1864 
„Villa Dr. Hitschfeld"), wo er als ehemaliger Klavierlehrer des Töchterchens seines Haus- 
herrn wohnte.*) Von dem Balkone des 1. Stockwerkes aus, der bis zur Uebernahme 

*) Thomas Neuhofer war der Schwiegersohn des in den Jahren 1772—1775 gewesenen Bürgermeisters, 
Ignaz Anton von Weiser, zur Zeit des letzten geistlichen Fürstregenten und 64. Erzbischofes, Hieronymus 
Graf CoUoredo, Ignaz Anton von Weiser aber ist der Großvater der mit Mozart in Prag befreundeten Besitzerin 
der Villa „Weingarten Bertramka", der Madame Josefa Duschek (geb. 7. März 1753, gest. 1823), in welcher 
Villa Mozart im Oktober 1787 mit seiner Frau Constanze wohnte und dort seine Oper „Don Juan" vollendete. 



57 

dieses Hauses in das Eigentum der „Salzburger Sparkasse" 1881 erhalten blieb, besah 
sich der 72 jährige, als nunmehr letzter Repräsentant der Familie Mozart, am 6. Sep- 
tember 1856 abends 9 Uhr den von 600 Sängern und Liedertaflern aus ferne und nahe 
gebrachten imposanten Fackelzug zum Standbilde seines Vaters nach den uralten seit dem 
Jahre 800 bestehenden Michael-, seither Mozart-Platz genannt, und wurde von den an 
Tausend zählenden, durch andere angeschlossene Vereine vermehrten Fackelträgern im 
Vorüberzuge stürmisch begrüßt. Rosa aber war unter den 6 Kindern (3 Söhnen und 3 Töch- 
tern) die drittgeborene Tochter der beiden Ehegatten Thomas und Rosina Neuhofer und 
damals 22 Jahre alt. Sie heiratete den Kaufmann Frz. Xav. Martin in der Linzergasse 
Nr. 21, und starb als Witwe unlängst am 14. März 1906 im 74. Lebensjahre. Eine 
Schwester derselben, Fanny, lebt noch heute hochbetagt in Salzburg. 

Außer diesem Autograph, seit 19. September 1905 ein Geschenk der Kaffeetiers- 
Gattin, Frau Elise Tomaselli, gebornen Leiler, einer Nichte der Vorgenannten und Tochter 
des als Major i. P. 1870 verstorbenen Anton Leiler, der die Aloisia Neuhofer (gest. 
1856 im 26. Lebensjahre) zur Frau hatte, besitzt das Mozart-Museum keines von Karl 
Mozart, wohl aber und gleichfalls von Frau Elise Tomaselli seit 10. März 1905 eine 
Photographie desselben, welche Franz Segel, der erste und zur Zeit einzige hierortige 
Photograph in Salzburg und Dommusiker (Hornist), in der Kaigasse Nr. 10 während 
Karl Mozarts letzter Anwesenheit in Salzburg 1856 anfertigte. 

lt>) An z^w^ei Zinanaer^w^ünderij r^ecHts xinci links : 

73. Potpourri-Vase in blauer Farbe, mit weiß aufgetragenen Verzie- 
rungen und oben befindlichen Luftlöchern, in welche Vasen man nach Be- 
lieben verschiedene (daher der Name Potpourri oder Quodlibet) frische wohl- 
riechende Kräuter oder Blumen zum Ausduften in die Zimmer zu geben pflegte. 

Diese Vase ist ein Legat an das Mozarteum, datiert vom 29. März 1897, des Franz 
Freiherrn von Matzinger, k. k. wirklichen geheimen Rat, ersten Vizepräsidenten des 
Wiener Stadterweiterungsfondes und Sektionschefs im Ministerium des Innern, be- 
ziehungsweise, nach seinem Tode, von dessen Witwe, Jeanette Freiin von Matzinger 
(gest. 27. Mai 1905) und wurde hierauf am 4. August 1905 hieher überschickt. Der Legatar 
beglaubigte sie auf einem beigegebenen Zettel mit folgenden eigenhändig geschriebenen 
Worten: „Diese Vase wurde von dem berühmten Tondichter Mozart der ersten Sängerin 
der „Pamina" in der „Zauberflöte" verehrt und von derselben meiner Frau 1847 als 
Hochzeitsgeschenk gegeben. Diese Sängerin war Frl. Gottlieb, die ich hochbetagt kannte 
und von ihr das Lied (aus der „Zauberflöte"): „Bei Menschen, welche Liebe fühlen", 
welches sie als hohe Siebzigerin ganz vortrefflich noch sang, auch selbst singen hörte. 
Sie hielt die Vase hoch in Ehren." — 

Nannina (Anna) Gottlieb, geb. 1774 in Wien, sang schon mit 12 Jahren bei der 
Premiere*) am 1. Mai 1786 von Mozarts „Figaro" die „Barberina" (Storace die „Susanna"). 
Dann engagierte sie Schikaneder für sein Theater auf der Wieden. 1792 ging sie als erste 
Sängerin an das Leopoldstädter Theater. Sie nahm noch an dem Mozart Denkmal- 
Enthüllungsfest in Salzburg 1842 und an der Säkularfeier 1856 in Wien teil und ist dort 
bald nachher gestorben. (O. Jahn IV. Bd., I. Aufl., pag. 214 und 635). 

74. Die Identitäts-Erklärung betreffend den Hyrtrschen Mozart- 
Schädel: d. i. das Mödlinger Protokoll vom 21. November 1902, 
welches in Form eines gerichtlichen zur Sicherung des eidlichen Beweises 
nach §§ 384—389 der C.-P.-O. laut der ämtlich beglaubigten Abschrift 
dieses Tagsatzungs-Protokolles G.-Z. Nr. II, 99/2 folgende Tatsachen fest- 
stellt: 1. daß der dem Dr. Hermann von Vilas vom Hyrtl'schen Waisenhause 
am 6. Oktober 1901 übergebene und hieher aus dem Mozart-Museum für 
diese Tagsatzung unter dem Vorsitze des Richters G. A. Ritter von Schoen 
mitgenommene Totenschädel derselbe ist, den Hyrtl als Mozartschädel be- 
zeichnete und der von der verstorbenen Witwe, Frau Auguste Hyrtl, dem 



*) Es wurden bei dieser Aufführung im Burgtheater auffällig von den deutschen Sängerinnen 
keine verwendet, weder Mozarts Schwägerin, Aloisia Lange, noch die Cavalliere oder die Teyber und war 
dies wohl in den Parteiungen bei der durch Kaiser Josef II. statt der italienischen, im Februar 1878 dort in's 
Leben gerufenen Oper, welche er das „National-Singspiel" nannte, begründet. 



58 

Verwalter Josef Mayer eigenhändig in's Waisenhaus abgegeben wurde; 
2. daß dieser identisch ist mit jenem Schädel, welchen der verstorbene 
Hofrat Hyrtl den vorgeladenen Identitätszeugen: Josef Schöffel, Landes- 
ausschußmitglied und lebenslänglicher Kurator der Hofrat Dr. Hyrtl'schen 
Waisenstiftung, Dr. Josef Hinterstoisser, k. k. Regierungsrat und 
Landesgerichtsarzt in Wien, und Josef Mayer, Verwalter des Waisenhauses 
in Mödling, wiederholt als Mozart-Schädel gezeigt hat; und es bestätigten 
diese des ferneren 3. daß sowohl die auf dem roten Zettel, als auch die auf 
dem rechten Schläfebein dieses Schädels befindliche Schrift die Schriftzüge 
Hyrtls sind, womit die Echtheit des aus der Verlassenschaft 
erworbenen Hyrtl'schen Mozart-Schädels festgestellt wurde. 

75. Mozart am Spinett. Ein Modell aus Buchsholz (Buxus). 

Die Figur und das fünfoktavige Spinett je aus einem Stücke, Letzteres nach dem 
pag. 28, Nr. 51 beschriebenen Originale geschnitzt, unter einem Glassturze drehbar, 25 cm 
hoch und 8*5 cm tief, ist von Frau Helene von Trebbienau, geb. Gräfin Ledöchowska 
erdacht, vom Professor Anton Aicher hier ausgeführt worden und seit 23. April 1906 auf- 
gestellt. Vom Mozarteum erworben, wurde diesem von der Erfinderin das alleinige Recht 
zur eventuellen Vervielfältigung oder größeren Ausführung bis zur Lebensgröße, behufs 
der seinerzeitigen Aufstellung in dem zu erbauenden Mozarthause, eingeräumt. 

76. Stammtafel der Familie W. A. Mozarts in Augsburg, Salzburg 
und Wien, entworfen für den XX. Mozarteums-Jahresbericht 1900, und auch 
enthalten im Kataloge (III. Auflage 1901*). 

77. Münzen- und Medaillenkasten, eingeschafft Ende März 1906 
für solche Prägungen, welche bei verschiedenen Festanlässen zu W. A. 
Mozarts Gedenken hergestellt wurden, und wie selbe an Zahl 52 in einem 
Verzeichnis beschrieben sind, welches demselben beiliegt. Herr Karl Roll, 
k. k. Landesgerichtsrat i. R., hatte die Güte, dieselben am 6. Juni dieses 
Jahres sach- und fachgemäß darin aufzustellen. 

78. Autographe der ausübenden Künstler bei den Festkonzerten am 
6. und 8. August, Salzburger Musikfest 1901. 

79. Autographe der ausübenden Künstler bei den Festkonzerten am 
11., 12., 13. und 14. August, Salzburger Musikfest 1904. 

80. Leopold Mozart. Oelbild auf Kupfer, 8 cm hoch, 7-5 cm breit. 

Es war dasselbe nachweislich an 60 Jahren im Besitze der Familie des Geschenk- 
gebers, Herrn Robert F. Heuser in Neumarkt— Köln, von dem es am 8. Juli 1905 gespen- 
det wurde. Auf der Rückseite des Bildes im Goldrahmen, befinden sich einige unvoll- 
ständige Worte, die noch lesbar in der räumlichen Ergänzung immerhin lauten können : 
„Johann Georg Leopold, Vater des Amadeus" — auf der Vorderseite steht der Name 
(L.) Mozart — und es stimmt dieses Bild auch mit jenem Bildnisse überein, welches 1756 
der „Violinschule" von Leopold Mozart als Titelblatt beigegeben wurde. 



*) Eine Josefa Lange (geb. 1820, gest. 24. Jänner 1893 in Wien auf dem alten Laurenzergrund in Mar- 
garethen), hat in den Vierziger Jahren in Salzburg, später in Wien lebend, auch dort die allgemeine Mildtätigkeit 
als „Großnichte Mozarts" (Siehe Blätter „für Musik" 1866 Nr. 60) in Anspruch genommen und zwar mit Unrecht 
aus folgenden Gründen: 1. war sie das Enkelkind des k. k. Hofschauspielers, Josef Lange sen. (geb. 1751, 
gest. 1821), verheiratet in kurzer erster Ehe 1777 mit der Tochter des Glasmalereidirektors der k. k. Por- 
zellanfabrik, Schindler, die 1779 starb; 2. war sie die Tochter seines Sohnes, eines k. k. Feldkriegs-Kanzelisten, 
Josef Lange jun., auf den sie sich selbst immer berief; 3. wurde sie erst und auch nur im kaum nennens- 
werten Grade mit Mozart verschwägert, als ihr Großvater, der genannte Hotschauspieler 1780 eine zweite 
Ehe mit Aloisia von Weber, der Schwägerin Mozarts einging, aus der, wie erwähnt, nicht diese, sondern 
drei andere Kinder (zwei Töchter und ein Sohn) stammten, die demnach und wieder nur durch ihre Mutter 
in näheren Bezug mit Mozart kommen, als diese sogenannte Großnichte Mozarts, die sie nicht war. 
(Siehe darüber auch Dr. Const. v. Wurzbachs „Mozart-Buch", pag. 240—241). 



59 

81. Erinnerungsblatt an die beiden Festvorstellungen der Mozartschen 
Oper „Don Juan" am 6. und 8. August, Salzburger Musikfest 1901. 

82. Convoi du Pauvre („Das Leichenbegängnis des Armen"). Ein 
alter französischer Kupferstich. Geschenk des Herrn Emerich Winter in 
Wien, am 6. Februar 1903. 

Dieser Stich stammt aus der Verlassenschaft einer bejahrten Dame, der Tochter 
des Sachwalters Beethovens, Dr. Joh. Baptist Bach, ' der in dieser Eigenschaft (nach 
Dr. Frimmels „Beethoveniana" pag. 122 und 140) die juridischen Angelegenheiten für 
Beethoven seit 1816 übernommen und bis zu dessen Lebensende am 26. März 1827 fort- 
geführt hatte. Das Bild stellt die Ueberführung einer Leiche in später Abendstunde 
nach dem Friedhofe dar. Der mit zwei abgemüdeten alten Pferden bespannte, armselige 
Leichenwagen mit dem sichtbaren unbedeclcten Brettersarge, über vier hölzernen Trägern 
überdacht, vom hohen Sitze herab gelenkt von dem Kutscher im Haarzopf und Dreispitz, 
die Leitseile in der linken, die Peitsche in der rechten Hand, fährt vor dem Tore des 
Friedhofes vor, welchen man rückwärts der Mauer erblickt. Ihm folgt nur ein einziger 
Begleiter als Leidtragender mit gesenktem Kopfe — ein schwarzer Pudel! Ein ergrei- 
fendes, stimmungsvoll ausgeführtes Bild eines Künstlers, welcher damit die Tragik des 
Augenblickes und mit Ironie den Undank der Menschheit zur Darstellung bringt! Viel- 
leicht wird diese Szene und nicht so ganz mit Unrecht auf die Sargfahrt W. A. Mozarts 
nach dem Friedhofe zu St. Marx am 6. Dezember 1791 bezogen, welche dieser im Detail 
auffällig ähnlich ist. 

83. Mozart mit dem Vogelneste in der linken Hand. Photographie, 
erhalten am 15. Nov. 1902, nach dem Original-Oelbilde, 80 cm hoch, 60 cm 
breit, von dem Besitzer Mr. Percy Moore Turner in London N 36 (ashley 
Road Horntey Rise), welches heute noch verkäuflich ist. 

Zu diesem Bilde saß dem Maler der kleine etwas über acht Jahre alte Mozart 
während der großen Auslands-Kunstreise (1763—1766), als er, mit seinem Vater und der 
Schwester von Paris gekommen, vom 12. April 1764 bis 24. Juli 1765 in London weilte, und 
es ist noch in der Zeit der ersten Hälfte dieses seines Aufenthaltes dortselbst gemalt, wie 
die Jahreszahl „1764" auf dem aufgeschlagenen Buche nachweiset, vor welchem er in drei- 
viertel Größe steht. Es war das Bild noch im Jahre 1836 Eigentum des Domherrn und 
Minoriten, Franz Howes, an der Kathedrale von Norwich (Norfolk), auch Musikdirektor 
für den kirchlichen Gottesdienst. Derselbe residierte in Lower-Clode, wo es in dessen 
Speisezimmer hieng. Von seiner Tochter, einer bejahrten Dame, die erst vor einigen 
Jahren starb, wurde es an den jetzigen Besitzer verkauft. Nach der Malweise wird es 
von Kennern dem damals auf der Höhe seines Ruhmes als Porträtmaler stehenden 
Johann Zaufelly (genannt Zoffany) zugeschrieben. Dieser war geboren 1733 zu Regens- 
burg und ein Schüler Scheers. Er bildete sich dann 13 Jahre hindurch für seine Kunst in 
Italien aus, worauf er 1758—1775 in London hohes Ansehen genoß und demnach auch 
zu Mozarts Zeit dort lebte. Dort malte er zahlreiche Einzeln- und Gruppenbilder von 
Berühmtheiten aus den Schauspieler-, Künstler-, Litteratenkreisen und für die königliche 
Familie Georg 111. und starb, nachdem er zuletzt in Indien 1783 großen Reichtum sammelte 
und 1790 wieder nach England zurückgekehrt war, am 11. November 1810 in Strand-on- 
the Green bei Kew, nahe London. 

84. Le The a L'anglaise le Salon des Quatre-Glaces au Temple 

(„Englischer Tee im Salon der vier Spiegeln im Temple"). Pigment-Ab- 
druck in Kohle, 24 cm hoch, 30 cm breit, nach dem Original-Oelbilde, 
gemalt von Mich. Bartheiemi Olivier (1712—1784) während der Anwesen- 
heit Leopold Mozarts mit seinen Kindern vom 18. November 1763 bis 
10. April 1764 in Paris. 

Die Reisenden hatten diese Zeit über ihre gastfreundlich angebotene Wohnung in 
der Rue St. Antoine, im Hotel Beauvais des bayerischen Gesandten, Grafen Eick, be- 
zogen, dessen Gemahlin eine Tochter des salzburgischen Oberstkämmeres Grafen Arco 
war. — Es wurde diese Reproduktion vom Vereine angekauft am 26. Jänner 1903 und be- 
zogen von Braun (Clement & Comp.) in Dornach (Elsaß). Das Original, 53 cm hoch, 



60 

68 cm breit, war 1877 im Pariser „Salon" ausgestellt, gehörte seit 1857 der reichen Gallerie 
des Herzogs von Rohan-Chabot im Schlosse zu Reul an, und befindet sich seit Jahren und 
gegenwärtig im National-Museum des ehemaligen königlichen F^alastes Louvre im Bilder- 
saale unter Nr. 821 (nach anderen und neuesten Angaben Nr. 10.665) aufgestellt. Es be- 
steht aus drei zusammenhängenden Gruppen, in welchem sich, außer dem kleinen Wolf- 
gang am Klavier, 9 Damen und 12 Herren, zumeist aus der französischen Aristokratie 
zur Zeit Ludwig XV., 9 sitzend und 12 stehend, dargestellt finden. (Siehe die ausführ- 
liche Beschreibung im XXIII. Jahresberichte pro 1903, pag. 30—32). 



IV. Nachtrag. 



1. Zu dem Veroneser Mozart -Bilde, pag. 17 (Nr. 27) und 
pag. 42 (Nr. 49). — Am 13. Mai 1906 erhielten wir vom Herrn Fritz 
Dombauer aus Prag Einsicht in die handschriftlichen Notizen L. Mozarts 
während seiner Reise mit dem Sohne Wolfgang nach Verona, Mantua, Cre- 
mona, Mailand, Parma, Bologna, Venedig, Rom und Turin im Jahre 1770. 
Diese enthalten zumeist und ohne Datum nur Namen — wie er sie während der 
übrigen Reisen zu notieren pflegte und solche sich auch unter den Familien- 
briefen im Mozart-Museum befinden — Namen von Notabilitäten nach Geburt, 
Kunst und ihrer gesellschaftlichen Stellung, an die er von Salzburg aus 
Empfehlungen oder bei welchen er zur Förderung seiner Zwecke persön- 
lich Besuche gemacht hatte. Der Besitzer erlaubte uns davon Abschrift 
machen zu lassen. Wenn nun der Vater am 7. Jänner 1770 aus Verona im 
Allgemeinen nach Salzburg schreibt: „Wir waren bei einem Herrn Ragazzoni 
eingeladen. Der Generaleinnehmer von Venedig, Herr Luggiati, bat die Ka- 
valiere mich zu ersuchen, daß ich erlauben möchte, den Wolfgang abmalen 
zu lassen", so sind die Namen der Kavaliere (und anderer Herren 
und Damen, deren Bekanntschaft zu machen Leopold Mozart vor hatte), 
wie der Name des Malers, welche bis nun ungenannt blieben, 
in diesen Notizen zu lesen und nunmehr auch namhaft zu 
machen. Es sind dies der Reihe nach wie sie dort verzeichnet stehen: 
„Marchese Carlotti (e la sua sign (ora) Madre). Conti Justi del Giardino 
(suo piccolo figlio e la sua sign (ora) Sorella). Conti Carlo Emili. Jl Sgn. 
Marchese Spolverini. Jl Nobile di Veneglia Justiniani, Vescovo di Verona. 
Jl Podestä Nobile Minelli (e la sua Signora). Jl Sgn. di S. Fermo. Jl 
Sgn. Loccatelli (la Sgn. sua moglie e 2 figlii e Fratello). Jl Erat, congl' 
orchiali. Jl Sign. Zacharia Betti, Poeta diletante, (e duo Fratelli). Jl 
Maestro di Capella Daniele Barta (suo figlio, Abbate in Casadel Sg. Justi). 
Sgr. Ragazzoni Mercante (e la sua Moglie). Jl Sgn. Pietro Luggiati 
(suo Padre, e Sorella maritata). Sign. Primo Violino Ignatio Romanati di 
Napoli. Sgn. Pasquilini Violino — Vecchio bono. Sgr. Potenza musico. 
Sgr. Afferri (Tenore). Sgr. Carlo Rußler Baccalaureus. Sign. Anellj Balle- 
rino (Sua moglie Z-da(?) dona, Sorella del Sgr. Lolli (Violino). Sign. Cigna- 
roli, Pittore. Vitturino Perucha di Verona. Vecchio". — Der Vorletzt- 
genannte „Pittore: Cignaroli" ist also der längst vergeblich 
gesuchte Maler dieses Porträts Mozarts. 

2. Zur „150. Jahresfeier der Geburt W. A. Mozarts". Diese 
veranstaltete am 27. Jänner 1906 die Stadtgemeinde, die „Internationale 
Stiftung: Mozarteum" und das mit den näheren Vorkehrungen betraute 



6i 

Komitee um 10 Uhr vormittags mit einer Gedenkmesse in der Domkirche 
(Kirchenmusik: „Mozarts Krönungsmesse", Offertorium „Sub tuum praesi- 
dium^^ und die Motette ;,Ave, verum corpus") und darauf folgenden impo- 
santen Huldigungszug zum Mozartdenkmal, an welcher auch andere Ver- 
einigungen teilnahmen. Darunter die Schuljugend der Unterrichtsanstalten, 
v^elcher von dem Präsidium an zwei Tagen der freie Eintritt in das Mozart- 
Museum gestattet wurde. 

Den Epilog hiezu, bildete gewissermaßen am 2. Februar vormittags 
10 Uhr der zweistündige freie Vortrag des Verfassers in Mozarts Geburts- 
zimmer vor einer zahlreichen Versammlung, bestehend aus den von ihm 
hiezu eingeladenen Mitgliedern der „Gesellschaft für Salzburger Landes- 
kunde", dessen Mitglied derselbe seit vollen 40 Jahren ist, und den durch 
diese eingeführten Damen und Herren, und zwar über sämtliche Schaustücke, 
von der Geburtsstätte ausgehend, mit Mozarts Schädel schließend, der so- 
nach das ganze Leben Mozarts „von der Wiege bis zum Grabe" umfaßte. 



V. Mozart-Album 

für die P. T. Verehrer W. A. Mozarts. 

Das Mozart-Album enthält Mozart- und Familien-Porträte, 
insbesonders in photographis chen Rep roduktionen, weiters 
Autographe verschiedener Art, wie auch Gedichte, Kompositionen, 
Widmungen und Porträte von Souveränen, Fürsten, politischen Persönlich- 
keiten aller Stände und Länder, von namhaften Vertretern der Kunst und 
Wissenschaft und des öffentlichen Lebens, von Dichtern, Schriftstellern^ 
Komponisten u. s. w.*) 

Dasselbe wurde im Februar 1874 gegründet, im November 1877 nach 
Kategorien geordnet und ihm die seither bestehende Einrichtung gegeben. 
Es enthält mit Schluß des Jahres 1905 in den gegenwärtig vorhandenen 
fünf Abteilungen 287 eingelegte Albumblätter: in der I. 34, II. 65, III. 59, 
IV. 58 und V. 71. 

Den Verehrern Mozarts und seiner Muse wird durch dasselbe Gelegenheit 
geboten, dieser ihrer Verehrung in Wort und Bild Ausdruck zu verleihen. 

Das „Mozart-Album" steht mit seiner Sammlung, wie das „Mozart- 
Museum" und das „Mozart- Häuschen", ausschließlich im Dienste des 
Mozart-Kultus. 

Salzburg aber, die Stadt der Geburt und der in diesen 
Vereins-Ertrags-Objekten verwahrten Relikten des Unsterb- 
lichen und Meisters aller Meister, wie sie keine zweite Stadt 
besitzt, darf sich wohl mit Berechtigung die Zentralstelle 
für diesen internationalen Kultus nennen. 

Und tatsächlich besuchten auch bis Ende des Jahres 1905: 

L das Mozart-Museum (seit 15. Juni 1880) 72.765 

durchschnittlich pro Jahr 2.845 



*) Zum erstenmale veröifentlicht in den schriftlichen Eintragungen (in Prosa und Gedichten) im IV. Ab- 
schnitte der Schrift: „W. A. Mozart in der Schilderung seiner Biographen, in seiner körperlichen Erscheinung 
im Leben und Bilde", von Joh. Ev. Engl, Salzburg, 1887. 



62 



II. das Mozart-Häuschen (seit 25. Juli 1877) 75.051 

durchschnittlich pro Jahr 2.634 

und verlangten Einsicht zu nehmen 

III. in das Mozart-Album (seit dem Jahre 1877) 2.773 

durchschnittlich pro Jahr 99 

Personen aller Weltteile als internationale Wallfahrer nach diesen durch 
Mozarts Namen geheiligten Stätten.*) 



€^or*r*igG^i:\dLsLi 



pag. 



3 


vorletzte 


Zeile 


lies 


Augustin 


statt 


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5 


36 


n 


j? 


H. Endres 


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Buxbaum 


6 


38 


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umschließt 


5? 


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8 


8 


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Cannstatt 


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15 


28 


» 


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an seinem 


» 


ans einem 


15 


40 


n 


n 


1856 


n 


1846 


26 


24 


r 


n 


1780 


n 


1781 


47 


vorletzte 


M 


n 


74 


n 


72 




*) Siehe „Die internationale Wallfahrt zum Mozart-Häuschen" von Johann Homer, Salzburg, bis 
zum Jahre 1880. 



Inhalts -Verzeichnis. 



A. Einleitung: 

I. W. A. Mozarts Augsburger Vorfahren III 

II. Das altsalzburgische Bürger- und W. A. Mozarts Geburtshaus XI 

III. Den P. T. Besuchern des „Mozart-Museums" und „Mozart-Häuschens" 

zur gefälligen Kenntnisnahme XV 

B. Das Mozart-Museum: 

I. Schaugegenstände in W. A. Mozarts Geburtszimmer 1 

Das Tischbeinbild 22 

II. Schaugegenstände im Wohnzimmer der Familie Mozart 29 

III. Neuerlicher Zuwachs im Wohnzimmer der Familie Mozart 47 

Der Hyrtl'sche Mozart-Schädel 47 

IV. Nachtrag 60 

V. Das Mozart-Album 61 

C. Stammtafel: 

der Familie Mozart in Augsburg, Salzburg und Wien (als Anhang). 



arrerin 

iPuechrain 
|ini 1703. 



iozart Anna Katharina Mozart 

*t (?) geb. 1684, heiratet 1703. 



Maria Dorothea M. 
geb. 1731. t (?) 

Lorenz Antoni M. 
geb. 1735. t (?) 



Eleonore M. 
[21. Juni, t (?) 
1755 den Borten- 
|ohann Baptista 
jernhard. 

[ende zwei bald 
tarben : 

)ha Mozart 



(„das Bäsle") 

edige Tochter) verheiratete Pümpel. 

Zwei Söhne 

einer Buchbinder, der andere 

Nachtwächter. 



a Pertl 

est. 1778 ii 

Ar 
geb. 175 

lerr voi 
736, gest. 1 



Izburg. 

Sophie 
1795, gest. 



Groß-Nicl 
dhof" bei ( 



iresienstadt 
-Reg. Nr. 42 



) n s t a n z e 
1763, gest. 

Frit 
geb. 1787, g 



C. Stammtafel der Familie W. A. Mozarts 

(entworfen von Joh. Ev. Engl). 

I. In Augsburg 

(nach Dr. Ad. Buff). 
Sämtliche Mozarte waren Deutsche und Katholiken. 



David Mozart, Maurer von Pfersee, heiratet 1643 Maria Negelerin von Lgchhausen. 

geb. 1620, seit 1643 Bürger in Augsburg, f 1685. f 1697. 



Hilaria Mozart Daniel Mozart Hans Georg Mozart Franz Mozart 1678 Anna Härrerin 

geb. 1643. t 1682. ledig. Maurer, Maurer, Maurer, von Ober- Puechrain 

geb. 1645. t 1683. ledig. Werkmeister des Domcapitels geb. 1649. f 1694. f nach Juni 1703. 

geb. 1647. t 1719. 
heiratet zweimal und hatte 11 Kinder. 

"Anna Maria Peterin 1708 Johann Georg Mozart 1718 Anna Maria Sulzerin Franz Mozart Anna Katharina Mozart 

von Friedberg, Buchbinder, von Augsburg, geb. 1681. f (?) geb. 1684, heiratet 1703. 

Witwe des Buchbinders A. Banneger, geb. 1679. f 1736. f nach 1761. 

t 1718. 

Keine Kinder 



Johann Georg Leopold Mozart 

geb. 1719, 14. November, f 1787. 
(Vater von Wolfgang Amadeus) 



Johann Christian M. 
geb. 1721. t 1722. 



Johann Christian M. 
geb. 1722. t (?) 



Josef Ignaz M. 

Buchbinder, 

geb. 1725, 7. August. 

t 1796, 11. Jänner, 

heiratet 1751. 



Franz Aloys M- 

Buchbinder, 

geb. 1727, 19. Juli, 

t 1791, 14. Juni, 

heiratet 1754. 



Maria Eleonore M. 
geb. 1729, 21. Juni, f (?) 
heiratet 1755 den Borten- 
macher Johann Baptista 
Bernhard. 



Maria Dorothea M. 
geb. 1731. t (?) 

Lorenz Antoni M. 
geb. 1735. t (?) 



Vier Söhne und sechs Töchter von 1751 — 1763, darunter: 
Maria Anna Mozart und Johann Michael Coelestin Mozart 
geb. 1758. Jänner 14. f (?) Buchbinder, 

geb. 1760. t 1824, 
heiratet 1788. 



Vier Kinder, von denen das älteste : 

Alois Joseph Anton Mozart 

Buchbinder, 

geb. 1800. t ca. 1833, 

heiratet 1818. 

Joseph Anton Friedrich Mozart 

Friseur, 
geb. 1818. t (?), heiratet, seit 1885 in 
der Altersversorgung heil. Geist-Spital. 

Karl, Packmeister am Bahnhof. 

t Ende Jänner 1896 in Augsburg 

(hinterließ eine Witwe Anna und 

eine Tochter Karoline.) 



Fünf Töchter, die bis auf folgende zwei bald 

nach der G^fburt wieder starben: 

Maria Anna Bjrbara Josepha Mozart 

geb. 1757. t 1771 
Maria Anna Thekla Mozart („das Bäsle") 
geb. 1758. t 184). 
Maria Anna Mozart (Bäsle's iedige Tochter) verheiratete Pümpel. 



Drei Töchter 
(Näherinnen), 



Zwei Söhne 

einer Buchbinder, der andere 

Nachtwächter. 



II. In Salzburg. 

Leopold Mozart (Vater) heiratet 1747: Anna Maria Pertl (Mutter) von St. Gilgen, 
geb. 1719, gest. 1787 in Salzburg. geb. 1720, gest. 1778 in Paris. 



Leopold 
geb. 1748, gest. 1749 



Cordula Walburga Maria Anna Amadeus Franziska 

geb. 1749, gest. 1749. geb. 1750, gest. 1750. geb. 1751, gest. 1829. geb. 1752, gest. 1753. geb. 1754, gest. 1754. 

Maria Anna Mozart iieiratet 1784: Joh. Bapt. Reichsfreiherr von Berchthold zu Sonnenburg, 
(wie oben) Witwe 1801, (1825 erblindet), gest. 1829 in Salzburg. geb. 1736, gest. 1801 in St. Gilgen. 



Leopold 
geb. 1785, gest. 1840 in Innsbruck 



Jeanette Marie 

geb. 1789, gest. 1805 in Salzburg. geb. 1790, gest. 1791 in St. Gilgen. 

Leopold heiratet 1816: Josephine Sophie Fuggs, 

geb. 1795, gest. (?) 



Ernest Henriette (einzige Groß-Nichte) heiratet: Franz Forschter 

geb. 1822, gest. 1822. geb. 1817, gest. 1890 in der Irrenanstalt „Feldhof" bei Graz. geb. (?), gest. 1875 in Graz. 

Gustav Hertha 

geb. 1841, gest. 1878 in Theresienstadt geb. 1842, lebt noch (6. Mai 1906) in 
als k. k. Oberlieuten. im Inf.-Reg. Nr. 42. der Irrenanstalt „Feldhof" bei Graz. 



Wolfgang Amadeus 
geb. 1756, gest. 1791. 



H-B"^-t- 



III. In Wien. 



Wolfgang Amadeus heiratet 1782: Constanze von Weber 
(wie oben). geb. 1763, gest. 1842 in Salzburg. 



Raimund Karl Ein Mädchen Leopold 

geb. 1783, gest. 1784. geb. 1784, gest. 1858, geb. 1785, gest. sogleich. geb. 1786, gest. 1786. 
in Mailand. 



Fritz Ein Mädchen Wolfgang Amadeus 

geb. 1787, gest. 1787. geb. zwischen 1788 und 1790, geb. 1791, gest. 1844 

gest. sogleich. in Karlsbad. 



(Mutter) von St. Gilgen. 
1 Paris. 



nadeus Franzisl<:a Wolfgang Amadeus 

2, gest. 1753. geb. 1754, gest. 1754. geb. 1756, gest. 1791. 

1 Berchthold zu Sonnenburg, 
801 in St. Gilgen. 



Marie 
geb. 1790, gest. 1791 in St. Gilgen. 

' Fuggs, 
(?) 

ite) heiratet: Franz Forschter 
jraz. geb. (?), gest. 1875 in Graz. 

Bertha 
geb. 1842, lebt noch (6. Mai 1906) in 
. der Irrenanstalt „Feldhof" bei Graz. 



von Weber 
1842 in Salzburg. 



z Ein Mädchen Wolfgang Amadeus 

est. 1787. geb. zwischen 1788 und 1790, geb. 1791, gest. 1844 

gest. sogleich. in Karlsbad. 



BRIGHAM YOUNG UNIVERSITY 




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